Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner gibt Tipps für die richtige Küchenplanung.
© Nolte Küchen

Wohnen | Statement

Küchenplanung: 7 Praxistipps für die neue Küche

Eva Brenner

Eva Brenner

Von der Bedarfsanalyse über die Laufwege bis hin zum richtigen Schrank: Ob ihr eure Küche neu kauft oder umgestaltet, Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner gibt euch Tipps, was ihr bei der Küchenplanung unbedingt beachten solltet.

Die alte Küche hat ausgedient oder ihr zieht um und benötigt eine neue Küche. Die Küchenplanung kann einem in der Tat Kopfzerbrechen bereiten, doch mit den folgenden Tipps wird die neue Küche ein echtes Highlight!

Küchen sind bei vielen Menschen der Dreh- und Angelpunkt im eigenen Zuhause – die Küchenplanung sollte daher sehr gut durchdacht werden. Durch meinen Beruf als Innenarchitektin habe ich beobachten können, dass offene Wohnräume immer beliebter sind und Architekten in der Grundrissplanung auch immer häufiger solche großzügigen Wohn-/Essbereiche, sogenannte Wohnküchen, planen.

Wenn die Küche zum Wohnraum dazu gehört, darf aber eine Sache nicht vergessen werden: Die Küche ist vor allem eins – ein Funktionsraum, der genutzt werden soll um zu kochen, Essen zuzubereiten, Getränke zu sich zu nehmen et cetera.

Da die meisten Menschen großen Wert auf Ordnung legen, sind wahrscheinlich genau deshalb geschlossene Küchenblöcke entstanden. Großzügige, gradlinige Küchenfronten und versteckte Küchengeräte liegen also voll im Trend.

Planung einer Küche auf einem Tablet.
Moderne Küchenplanung findet heutzutage mit Apps und anderen, frei zugänglichen Online-Werkzeugen statt. © Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK)

1. Die Bedarfsanalyse

Bevor ihr aber nun mit der Küchenplanung startet, solltet ihr euch nicht nur nach den aktuellen Trends richten! Erst einmal solltet ihr euch über den Nutzfaktor der Küche bewusst werden. Was muss die Küche können? Macht euch dazu eine Liste mit folgenden Fragen und hakt diese ab:

  • Wie viele Personen leben im Haushalt, wie viele nutzen die Küche wirklich aktiv?
  • Wird allein oder zusammen gekocht?
  • Sind die Nutzer Rechts- oder Linkshänder?
  • Wie ist ihr Lebensstil, wie oft wird in der Woche gekocht?
  • Wie groß sind die Nutzer der Küche?
  • Sind sie Kaffee- oder Teetrinker?
  • Wie viele Küchengeräte gibt es oder sollen künftig angeschafft werden?
  • Wird in der Familie Wein getrunken?
  • Wollt ihr eine Kücheninsel beziehungsweise habt ihr die Möglichkeit, eine zu stellen?
  • Möchtet ihr eine Sitzmöglichkeit an dieser integrieren?

All diese Fragen und viele weitere müsst ihr (oder ein Küchenplaner) euch stellen. Je nachdem, wie viel Geld ihr in die Hand nehmen wollt, um die neue Küche für euch optimal zu gestalten, werdet ihr um eine professionelle Beratung auch nicht herumkommen. Es gibt so viele Kleinigkeiten, über die man als Endverbraucher erstmal gar nicht nachdenkt, selbst wenn man schon ein grobes Bild der Traumküche vor Augen hat.

Küche in moderner Holzoptik.
Gut geplant habt ihr an eurer neuen Küche sowohl optisch als auch funktional lange Freude. © Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK)

2. Laufwege in der Küche bedenken

Wie bewegt man sich durch die Küche? Was sind die Laufwege und wie kann man den Alltag in der Küche bestmöglich meistern? Die Küche sollte an die Gewohnheiten des Nutzers angepasst sein und nicht andersrum. Genau das macht eine gute Küche aus und jeder, der schon einmal Kompromisse in Hinblick auf die Küche eingehen musste, weiß ganz genau, wovon ich spreche.

Durch die richtige Aufteilung der Küche lassen sich Arbeitsgänge optimieren. Bei einer Küchenzeile sollten die Abläufe linear sein. Hat man eine größere Küche, kann man mit der Dreiecksplanung (Kühlen/Spülen/ Zubereiten) mehr aus der Küche rausholen. Ebenfalls wichtig ist es, genügend Abstände einzuplanen, damit ihr euch als Nutzer frei in der Küche bewegen könnt und nicht das Gefühl habt, ständig im Weg zu stehen.

Darüber hinaus sollten die hoch frequentierten Bereiche wie der Kühlschrank, das Kochfeld und das Spülbecken nahe beieinander liegen, um Wege zu verkürzen. Wichtig dabei ist jedoch, dass zwischen Spülbecken und Herd noch ein Abstand von mindestens 60 Zentimetern ist (gerne mehr), der als Arbeitsfläche genutzt werden kann. Hier erfahrt ihr noch mehr über die Laufwegsplanung in der Küche.

3. Stauraum: Welcher Schranktyp soll es sein?

Wer Ordnung haben und halten möchte (und wer möchte das nicht...?), der braucht viel Stauraum. Damit hat alles einen festen Platz in der Küche und ihr könnt ausreichend Vorräte lagern. Ausschlaggebend ist hier die Wahl des richtigen Schranktyps. Es gibt Hochschränke, Unterschränke, Schubladen, Apothekerschränke, Ecklösungen und vieles mehr.

Was momentan sehr beliebt ist: Schranktypen mit geschlossenen Fronten (um ein gradliniges ebenes Erscheinungsbild zu erzeugen) und innen liegenden Auszügen, sodass alles auf einen Blick zu sehen ist. Das lässt sich super mit Glasseiten kombinieren, um noch mehr Durchblick zu erhalten. Ebenso ist der Apothekerschrank nach wie vor sehr gefragt.

4. Die richtige Höhe der Arbeitsplatte

Bei der Bedarfsanalyse steht ja auch die Frage im Raum, wie groß die Nutzer der Küche sind. Das ist wichtig für die richtige Arbeitsplattenhöhe, damit ihr anständig (und vor allem rückenschonend) an der Küchenarbeitsplatte steht. In manchen Extremsituationen sind die Körpergrößen der Nutzer sehr unterschiedlich und es werden unterschiedliche Arbeitsplattenhöhen benötigt, aber auch dafür gibt es Lösungen!

Entweder, ihr teilt die Küche in Zonen auf und schafft unterschiedliche Höhenbereiche. Oder wer ein ebenes Erscheinungsbild haben möchte, der kann zum Beispiel einen herausziehbaren Sockel planen. Der lässt sich als Tritt nutzen, damit auch kleinere Menschen in der richtigen Höhe in der Küche arbeiten können.

Kind steht auf einem ausziehbaren Sockel, der als Stauraum und Tritt gleichzeitig dient.
Stauraum und standsichere Trittleiter in einem: Der "Space Step" von Blum ist im Sockel integriert. © Blum GmbH

5. Schöne Optik, schicke Dekore

Nachdem ihr euch mit den praktischen und durchaus sinnvollen Dingen für die Küchenplanung beschäftigt habt, könnt ihr euch mit der Optik auseinandersetzen. Jetzt geht es darum, das Bild, das ihr optisch vielleicht schon von der Traumküche vor Augen habt, mit der realistischen Küchenplanung zu verbinden.

Hier solltet ihr euch aber nicht weniger Gedanken machen als zuvor. Denn die Tragweite eurer Entscheidung kann durchaus sehr spürbar sein. Dunkle Fronten kombiniert mit Holz sind gerade sehr im Trend. Achtet beim Kauf aber unbedingt auf Oberflächen, die nicht anfällig sind für Schmutz oder vor allem Fingerabdrücke. Solche "Anti-Finger-Print-Fronten" ersparen euch einiges an Arbeit und Ärger.

Auch weiße Fronten (der Klassiker) sowie Beton- und Metalloptiken sind nach wie vor sehr gefragt. Und auch helle, verwaschene Holztöne (Skandi-Look) tauchen vermehrt bei den neuen Küchen auf. Bei Details wie Griffen, Armaturen, E-Geräten und der Spüle geht der Trend zu Schwarz, Gold und Messing/Bronze. Aber auch weiße Armaturen feiern ihr Comeback.

6. Die Licht- und Elektroplanung in der Küche

Die Licht- und Elektroplanung betrifft sowohl die Optik als auch den Nutzfaktor der Küche. Es ist unverzichtbar, an den richtigen Stellen in der Küche Licht zu integrieren, um zu jeder Tages- und Nachtzeit dem Nutzer die optimale Ausleuchtung der Arbeitsflächen zu ermöglichen. Zudem ist es aber auch wichtig, die Küche indirekt zu beleuchten, um ein stimmungsvolles Licht am Abend zu erzeugen. So rückt ihr die Küche wortwörtlich ins richtige Licht und könnt euch später in eurer Wohnküche wohlfühlen. Dank moderner LED-Technik kann man Licht beinahe unsichtbar integrieren. Unsichtbar ist es zumindest dann, wenn es nicht angeschaltet ist.

Apropos Lichtintegration: An und in Schubladen, unter der Arbeitsplatte, in und unter Hängeschränken, in vertikalen oder horizontalen Stoßkanten – die Möglichkeiten LEDs zu verbauen sind riesig. Ihr solltet euch auf jeden Fall Gedanken machen, was ihr mit der Beleuchtung akzentuieren möchtet. Durch die Beleuchtung lässt sich auch die Raumwirkung beeinflussen, durch vertikale oder horizontale Beleuchtung wirkt der Raum entweder höher oder breiter.

Wovon es übrigens nie genug gibt sind Steckdosen. Diese lassen sich auch nahezu unsichtbar in Schränken, im Küchensockel oder herausziehbar in der Arbeitsplatte unterbringen. Es gibt wirklich nichts Ärgerlicheres als fehlender Strom, zum Beispiel neben dem Herd für einen Pürierstab.

Mehr Tipps zur optimalen Küchenbeleuchtung findet ihr auch in diesem Ratgeber.

7. Ordnung schaffen, Ordnung halten

So, nach ausgiebiger Planung steht die Traumküche endlich und wartet auf den letzten Schliff. Jetzt geht es darum, alles sinnvoll einzusortieren, das heißt ein Ordnungssystem herzustellen und möglichst auch beizubehalten.

Das bedeutet: kurze Laufwege für die benötigten Dinge einplanen. Töpfe und Pfannen gehören unter den Herd. Messer und Brettchen in die Nähe des Arbeitsbereiches. Frühstücksutensilien solltet ihr genauso an einer Stelle platzieren wie andere Dinge, die zusammengehören (zum Beispiel alles zum Backen, Schüsseln, Elektro-Kleingeräte wie Pürierstab oder Mixer).

Dabei solltet ihr euch immer vor Augen führen, wie eure Arbeitsabläufe beim Kochen und Zubereiten sind und vor allen Dingen auch, wie oft ihr bestimmte Utensilien benötigt. Ausstechformen für Weihnachtsplätzchen müssen nicht in unmittelbarer Nähe des Backofens verstaut werden, nur weil man damit den Backofen assoziiert.

Für alle, die die neue Küche nicht alleine nutzen: Sprecht euch ab oder räumt die Küche gemeinsam ein. Es wird mit Sicherheit Unterschiede in den Abläufen und Denkstrukturen geben. Nur so könnt ihr sicher sein, dass jeder Küchennutzer auch in der Lage ist, die Spülmaschine auszuräumen.

Lest hierzu auch gern zwei andere Kolumnen von mir: Ordnung schaffen: So bleibt es (fast) immer aufgeräumt und 7 Tipps für mehr Stauraum in eurer Küche.

Unser abschließender Tipp: Wie kann ich durch Eigenleistung Geld sparen? Mit welchen Tricks wird die Zimmerdecke zum Hingucker? Noch mehr Praxistipps von unserer Kolumnistin Eva Brenner findet ihr in dieser großen Übersicht:

*Es handelt sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Diese Produkthinweise erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Bei Kaufabschluss erhalten wir einen kleinen Anteil der Provision, das Produkt wird für euch dadurch nicht teurer.

Das wird dich auch interessieren