Mann verlegt Schlauch für die Betankung mit Heizöl.
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Heizkosten steigen je nach Heizsystem um bis zu 44 Prozent

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

"Hält sich doch noch in Grenzen" dürften im letzten Jahr viele beim Blick auf ihre Heizkostenabrechnung gedacht haben. Doch dieses Jahr gibt es für viele von uns keinen Grund zur Entspannung, werden die Heizkosten doch teils deutlich steigen.

Im Schnitt fünf Prozent weniger mussten die Bundesbürger im Winter 2020/2021 für ihre Heizkosten bezahlen. Das geht aus Berechnungen des Portals heizspiegel.de hervor. Dieses Jahr wird sich dieser Abwärtstrend aber nicht fortsetzen, im Gegenteil.

Der Heizspiegel für Deutschland wird von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online umgesetzt. Er informiert Verbraucherinnen und Verbraucher seit 2004 über Sparpotenziale rund ums Heizen und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Grundlage für die Erhebung sind jährlich die Daten 123.660 zentral beheizter Wohngebäude aus ganz Deutschland.

Heizkosten: Heizen mit Heizöl verteuert sich am stärksten

Für den Winter 2021/2022 rechnen die Experten mit Preissteigerungen bei den Heizkosten von durchschnittlich plus 13 Prozent. Das bedeutet für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus Mehrkosten von rund 90 Euro. Gründe dafür sind steigende Energiepreise, kühleres Wetter und der CO2-Preis.

Der wichtigste Faktor bei den Heizkosten sind aber die teils extremen Schwankungen bei den Energiepreisen. Das gilt vor allem für Heizöl. Lag der Durchschnittspreis 2020 noch 27 Prozent unter dem des Vorjahres, so wird für 2021 ein Anstieg um 44 Prozent prognostiziert. Sollte der Winter in diesem Jahr strenger werden als in der Vorsaison, dann dürfte das zu einem weiteren Anstieg der Heizkosten führen: Erstaunlich: Der Mehrverbrauch privater Haushalte durch die Corona-Pandemie hat in den Jahren 2020 und 2021 laut heizspiegel.de dagegen nur wenig Mehrkosten verursacht.

Veränderung der Heizkosten einer durchschnittlichen Wohnung gegenüber dem Vorjahr

  • Energieträger/Heizsystem
  • 2020
  • 2021
  • Erdgas
  • - 5 Prozent
  • + 13 Prozent
  • Heizöl
  • - 27 Prozent
  • + 44 Prozent
  • Fernwärme
  • - 2 Prozent
  • + 9 Prozent
  • Wärmepumpe
  • - 1 Prozent
  • + 7 Prozent
  • Holzpellets
  • - 6 Prozent
  • + 3 Prozent
  • 70 Quadratmeter, Mehrfamilienhaus, Erdgas-Zentralheizung Veränderung der Heizkosten einer durchschnittlichen Wohnung gegenüber Vorjahr / Quelle: Heizspiegel.de

Heizkosten senken mit erneuerbaren Energien

Eine langfristige Heizkostenplanung wird mit Erdgas und Erdöl laut co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz daher immer schwieriger. Die Expertin empfiehlt daher, bei der Heizung den Umstieg auf erneuerbare Energien zu prüfen. Für die Heizungsumstellung gibt es zum einen diverse Fördermöglichkeiten. Zum anderen macht sich ein Heizungstausch auch gleich im Geldbeutel bemerkbar. Das Sparpotenzial liegt in einer durchschnittlichen Wohnung laut Heizspiegel bei 490 Euro pro Jahr.

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