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Bauen | Ratgeber

Alle Dachformen im Vergleich: Vorteile, Nachteile & Kosten

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Klassisch, modern, luxuriös: Die Dachform bestimmt die Optik eines Hauses. Welches Dach wird euren Ansprüchen gerecht und passt ins Budget? Erfahrt hier alle Vorteile, Nachteile und Kosten der wichtigsten Dachformen.

Das Dach ist das eines der zentralen Elemente eines jeden Gebäudes. Dächer setzen nicht nur optische Maßstäbe und schützten zuverlässig vor Witterung. Sie sind auch einer der großen Kostentreiber beim Hausbau oder bei einer Sanierung. Darüber hinaus solltet ihr in puncto Budget und Aussehen bei der Auswahl bedenken, dass sich nicht alle Dachformen für Photovoltaik oder eine Dachbegrünung eignen.

Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Dachformen im Vergleich, nennen Kosten sowie die größten Vor- und Nachteile.

Überblick: Alle Dachformen im Vergleich

Dies sind die bekanntesten Dachformen im Vergleich. Die angegebenen Preise sind Durchschnittsangaben und können von Fall zu Fall abweichen. Ebenso die Gesamtkosten: Sie berücksichtigen sämtliche Arbeiten und beziehen sich auf eine Standardwohnfläche von 120 bis 160 Quadratmetern.

Grafik mit Übersicht über alle Dachformen

  • Dachform
  • Preis pro qm (circa)
  • Preis gesamt (circa)
  • Optik
  • Neigung
  • Dacheindeckung
  • Photovoltaik
  • Begrünung
  • Kontruktion
  • Verbreitung
  • Satteldach
  • 65 Euro
  • 25.000 bis 35.000 Euro
  • zeitlos
  • 35 bis 45 Grad
  • Dachziegel, Dachsteine, Schiefer, Metalle
  • ja
  • selten
  • einfach
  • sehr häufig
  • Walmdach
  • 100 Euro
  • 30.000 bis 50.000 Euro
  • traditionell
  • 18 bis 35 Grad
  • Dachziegel, Dachsteine, Schiefer, Metalle
  • ja
  • nein
  • sehr aufwändig
  • mittel
  • Krüppelwalmdach
  • 100 Euro
  • 25.000 bis 45.000 Euro
  • ländlich
  • 35 bis 50 Grad
  • Schiefer, Reet, Dachziegel, Dachsteine
  • ja
  • nein
  • sehr aufwändig
  • selten
  • Zeltdach
  • 80 Euro
  • 20.000 bis 30.000 Euro
  • historisch, mediterran
  • 18 bis 60 Grad
  • Dachziegel, Dachsteine, Metalle, Schiefer
  • ja
  • selten
  • mittel
  • sehr selten
  • Mansarddach
  • 100 Euro
  • 30.000 bis 60.000 Euro
  • herrschaftlich
  • 15 bis 40 Grad
  • Dachziegel, Dachsteine, Schiefer
  • selten
  • nein
  • sehr aufwändig
  • sehr selten
  • Flachdach
  • 100 Euro
  • 5.000 bis 15.000 Euro
  • innovativ
  • bis 10 Grad
  • Bitumen, Dachfolie, Kunststoff, Metalle
  • ja (mit Gerüst)
  • ja
  • mittel
  • mittel
  • Pultdach
  • 120 Euro
  • 10.000 bis 20.000 Euro
  • modern
  • 10 bis 60 Grad
  • Bitumen, Dachfolie, Kunststoff, Metalle
  • ja
  • ja
  • aufwändig
  • selten
  • Sheddach
  • 120 Euro
  • ab 20.000 Euro
  • industriell
  • 10 bis 60 Grad
  • Bitumen, Dachfolie, Kunststoff, Metalle, Glas
  • ja
  • selten
  • aufwändig
  • sehr selten

Satteldach: Der Klassiker unter den Dachformen

Das Satteldach oder Giebeldach ist die meist verbreitete Dachform. Überall in Deutschland findet man den architektonischen Klassiker mit zeitloser Optik.

Vorteile von Satteldächern

  • Die Konstruktion von Satteldächern ist einfach und der Materialaufwand hält sich in Grenzen – ebenso wie die Kosten.
  • Das Satteldach lässt Gestaltungsspielraum. Bei der Neigung, der Dacheindeckung und baulichen Besonderheiten wie Gauben haben Hausbauer viel Flexibilität.
  • Satteldächer gelten als äußerst witterungsbeständig, selbst Schneemassen sind keine große Gefahr.
  • Ein Satteldach ist leicht zu pflegen.
  • Satteldächer eignen sich für Photovoltaik und Solarthermie.
  • Unter einem Satteldach ist das Dachgeschoss als Wohnraum nutzbar.

Nachteile von Satteldächern

  • Ohne Dachfenster oder Giebelfenster, deren Einbau kostspielig werden kann, ist es im Dachgeschoss recht dunkel.
  • Bei steilen Giebeldächern reduzieren die Schrägen den Wohnraum.
  • Eine Dachbegrünung ist nur bei sehr flachen Satteldächern möglich und daher eher selten.
  • Satteldächer sind im Hausbau ein Massenprodukt.

Fazit

Das Satteldach ist optimal für alle Hausbauer, die sich eine kostengünstige Dachform mit Gestaltungsspielraum wünschen.

Haus mit Satteldach
Satteldächer findet man in nahezu jedem Wohngebiet. © Getty Images

Walmdach: Die Dachform für repräsentative Häuser

Das Walmdach ähnelt dem Satteldach, verfügt aber über zwei zusätzliche, geneigte Dachflächen an den Giebelseiten. Typischerweise sieht man Walmdächer im Bergland oder an der Küste.

Vorteile von Walmdächern

  • Das Walmdach gilt als extrem stabil und witterungsbeständig. Es hält sogar größerer Schneelast stand.
  • Die Giebelseiten sind durch die zusätzlichen Dachflächen kleiner und müssen entsprechend weniger gewartet werden.
  • Walmdächer verfügen über viel Fläche zur Gewinnung von Solarenergie.
  • Die Dachkonstruktion erlaubt bauliche Besonderheiten wie überdachte Eingangsbereiche oder Balkone.

Nachteile von Walmdächern

  • Die Konstruktion von Walmdächern ist vergleichsweise kompliziert und kostenintensiv.
  • Aufgrund der großen Dachfläche ist der Material- und Pflegeaufwand beim Walmdach hoch.
  • Häuser mit Walmdach haben viel Dachschräge, so dass der Wohnraum nur eingeschränkt nutzbar ist.
  • Walmdächer sind für die Begrünung eher ungeeignet.

Fazit

Wer sich ein repräsentatives Haus mit zuverlässigem Wetterschutz wünscht, sollte das Walmdach in Erwägung ziehen.

Fertighausmodell Jungbauer der Firma Streif.
Walmdächer können auch mit Photovoltaik-Modulen kombiniert werden – eine Seite zeigt immer nach Süden. © Streif

Krüppelwalmdach: Die Sonderform im Landhausstil

Das Krüppelwalmdach ist eine Sonderform des Walmdachs. Es lässt Bauherren noch mehr Gestaltungsspielraum und setzt Akzente im Landhausstil. Eine große Tradition hat das Krüppelwalmdach in Küstenregionen.

Vorteile von Krüppelwalmdächern

  • Krüppelwalmdächer trotzen dank ihrer hohen Stabilität Wind und Wetter.
  • Die große Dachfläche ist ein Pluspunkt, um Photovoltaik-Anlagen zu installieren.
  • Häuser mit Krüppelwalmdächern haben mehr nutzbaren Wohnraum als Gebäude mit klassischem Walmdach.
  • Das Krüppelwalmdach lässt viele bauliche Besonderheiten zu wie asymmetrische Dachflächen und Überstände oder Überdachungen.

Nachteile von Krüppelwalmdächern

  • Die Fertigung des Dachstuhls ist beim Krüppelwalmdach sehr komplex und kostspielig.
  • Der Material- und Pflegeaufwand ist aufgrund der großen Dachfläche groß.
  • Durch die Dachschrägen ist der Wohnraum eingeschränkt.
  • Krüppelwalmdächer sind in der Regel nicht für die Begrünung vorgesehen.

Fazit

Überall dort, wo häufig Sturm und Niederschläge drohen oder ländlicher Charme gewünscht ist, kann das Krüppelwalmdach die richtige Wahl sein.

Modernes Haus mit Krüppelwalmdach
Krüppelwalmdächer sind ideal für den Anbau überdachter Balkone. © Getty Images/iStockphoto

Zeltdach: Die Dachform für mediterranes Flair

Das Zeltdach, auch als Spitzdach oder Pyramidendach bekannt, ist ebenfalls eine Sonderdachform. Zeltdächer zieren mehrheitlich Kirchen oder mittelalterliche Bauten.

Vorteile von Zeltdächern

  • Das Zeltdach ist niedriger als das Satteldach und Walmdach, so dass mehr Wohnraum zur Verfügung steht.
  • Die Dachinnenfläche ist in der Regel vom Wohnraum getrennt, so dass Häuser mit Zeltdach gut isoliert sind.
  • Die Konstruktion ist weniger komplex und kostenintensiv als beim Walmdach.
  • Zeltdächer eignen sich für die Gewinnung von Solarenergie.

Nachteile von Zeltdächern

  • Zeltdächer setzen bestimmte Grundrisse voraus und sind für rechteckige Bauten weniger geeignet.
  • Bei flachen Neigungswinkeln ist die Konstruktion von Zeltdächern aufwändig und kostenintensiv.
  • Die Dachform bietet weniger Platz für PV-Module als das Satteldach oder Walmdach.
  • Zeltdächer sind für eine Dachbegrünung eher ungeeignet.

Fazit

Häuser mit geometrischer Grundform sind prädestiniert für ein Zeltdach. Die Sonderdachform versprüht ebenso historischen wie mediterranen Charme.

Pyramidendach
Ein Pyramidendach entsteht durch vier gegeneinander geneigte gleiche Dachflächen über einen quadratischen Gebäudequerschnitt. © Getty Images/iStockphoto

Mansarddach: Die Königsdisziplin unter den Dachformen

Das Mansarddach wirkt majestätisch und ist sehr vielseitig. Als Grundlage für den Dachstuhl können das Satteldach, das Walmdach oder das Pultdach dienen. Die Form zeichnet sich durch einen Knick und verschiedene Gefälle aus.

Vorteile von Mansarddächern

  • Mit dem Mansardendach lässt sich das Dachgeschoss bestmöglich als Wohnraum nutzen, da wenig Fläche verloren geht.
  • Mansarddächer gelten aufgrund der steilen Dachflächen und staken Gefälle als besonders witterungsbeständig.
  • Die weitläufige Konstruktion bietet viel Gestaltungsspielraum für bauliche Besonderheiten.

Nachteile von Mansarddächern

  • Die Belichtung des Dachgeschosses ist vergleichsweise aufwändig und meist nur durch den Einbau von Gauben zu lösen.
  • Die Konstruktion von Mansarddächern ist aufgrund des Knicks und der Gefälle sehr komplex und kostenintensiv.
  • Der Material- und Pflegeaufwand ist bei Mansarddächern sehr hoch.
  • Mansarddächer sind aufgrund der speziellen Form anfälliger für Schimmel.
  • Photovoltaik-Anlagen lassen sich nur mit viel Aufwand installieren.
  • Eine Begrünung ist bei Mansarddächern nicht möglich.

Fazit

Häuser mit Mansardendach machen einen luxuriösen und majestätischen Eindruck. Wer sich diese herrschaftliche Optik wünscht, wird die Zusatzkosten gerne in Kauf nehmen.

Gründerzeit Villa mit Mansarddach
Das Mansarddach ziert viele Stadtvillen aus der Gründerzeit. © Getty Images

Flachdach: Die Dachform für innovative Passivhäuser

Als Alternative zum Steildach werden Flachdächer immer beliebter: Mehr und mehr Hausbauer entscheiden sich für Flachdach-Passivhäuser mit Photovoltaik oder Dachbegrünung.

Vorteile von Flachdächern

  • Flachdächer sind vielseitig. Sie können sogar als Parkdeck oder Dachterrasse genutzt werden.
  • Eine Dachbegrünung ist auf Häusern mit Flachdach einfach realisierbar.
  • Ein Flachdach eignet sich für die Installation von Photovoltaik-Anlagen.
  • Häuser mit Flachdach sind für natürliche Belichtungssysteme geeignet.
  • Flachdächer haben ein geringes Eigengewicht.

Nachteile von Flachdächern

  • Das Risiko für Schimmel und Feuchtigkeitsschäden durch Niederschläge ist bei Flachdächern vergleichsweise hoch.
  • Flachdächer sind anfällig für Temperaturschwankungen und Belastungen wie Schneemassen.
  • Die fachgerechte Dämmung und Abdichtung sowie die Sanierung von Flachdächern ist aufwändig und kostenintensiv.
  • Ein Flachdach muss regelmäßig gewartet werden.
  • Für die Gewinnung von Solarenergie müssen extra Gerüste auf dem Dach angebracht werden.

Fazit

Wer ökologisch bauen oder sich erweiterte Nutzungsmöglichkeiten offenhalten möchte, könnte Gefallen am Flachdach finden.

Haus mit extensiv begrüntem Flachdach
Auf dem Flachdach dieses Hauses wurde eine extensive Begrünung gepflanzt. © BuGG

Pultdach: Moderne Optik und viel Gestaltungsspielraum

Das Pultdach ziert seit Jahrzehnten vor allem Garagen und Schuppen. Inzwischen aber erobern Pultdächer auch immer mehr Wohngebiete. Häuser mit Pultdach sind echte Hingucker.

Vorteile von Pultdächern

  • Pultdächer lassen viel Gestaltungsspielraum für individuelle Akzente am Dach und nachträgliche Anbauten.
  • Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach und kostengünstig.
  • Je nach Neigungswinkel der Dachfläche geht kaum Wohnraum verloren.
  • Pultdächer ermöglichen einen hohen Lichteinfall im Obergeschoss.
  • Im Vergleich zum Flachdach ist ein guter Abfluss von Regenwasser sichergestellt.
  • Pultdächer eigenen sich für die Gewinnung von Solarenergie.
  • Eine Begrünung ist bei niedrigen Pultdächern problemlos möglich.

Nachteile von Pultdächern

  • Das Dachgeschoss heizt schnell auf.
  • Der Aufwand für Dämmung und Abdichtung ist sehr hoch.
Modernes Pultdachhaus
Dies ist ein Beispiel für ein Doppelpultdachhaus. © WeberHaus

Sheddach: Die Dachform für Gewerbeflächen

Sheddächer setzen sich aus mehreren hintereinander gereihten Pultdächern zusammen. Sie sind die erste Wahl für Gebäude mit großer Grundfläche wie Fabriken, Einkaufszentren oder Sporthallen.

Vorteile von Sheddächern

  • Sheddächer sind extrem stabil und für große Grundflächen geeignet.
  • Das Sheddach bietet viel Fläche für indirekte Beleuchtung. Das macht es ideal für lichtintensive Arbeiten.
  • Sheddächer eignen sich für die Gewinnung von Solarenergie.

Nachteile von Sheddächern

  • Unter dem Sheddach staut sich leicht Hitze, so dass eine gute Belüftung notwendig ist.
  • Die Dachform bietet viel Angriffsfläche für Niederschläge. Spezielle Entwässerungssysteme sind notwendig.
  • Die fachgerechte Dämmung von Sheddächern ist sehr aufwändig.
  • Sheddächer sind wartungsintensiv.
  • Eine Dachbegrünung ist theoretisch möglich, aber eher ungeeignet bei Sheddächern.

Fazit

Überall dort, wo große Flächen überdacht werden sollen und viel Tageslicht benötigt wird, kann ein Sheddach die richtige Dachform sein. Im privaten Umfeld lohnt sich die Shedüberdachung für Werkstätten und Ateliers.

Inspiration gefällig? Häuser mit allen Dachformen findet ihr in unserer Fertighausdatenbank.

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