Fabrikgebäude mit Sheddach
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Bauen | Ratgeber

Sheddach: Vorteile, Nachteile & Kosten von Sheddächern

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Das Sheddach ermöglicht die Überdachung besonders großer Flächen. Glaselemente sorgen für viel indirektes Licht. Die Sonderdachform ist somit ideal für Hallen, Werkstätten und Fabrikgebäude. Erfahrt hier alles über das Sägezahndach für gewerbliche oder private Nutzung.

Von der Fabrik über Werkstätten, Sporthallen und Museen bis hin zu Einkaufszentren: Wer große Flächen überdachen möchte, liegt mit einem Sheddach richtig. Diese Dachform hat sich als Alternative zum Flachdach für industrielle und gewerbliche Gebäude bewährt. Vereinzelt sieht man auch Wohnanlagen mit einer Shedüberdachung.

Für die private Nutzung sind Sheddächer aufgrund der hohen Wartungskosten eher ungeeignet. Eine Ausnahme bilden Ateliers oder Werkstätten, die viel Tageslicht benötigen.

Sheddach: Definition und Optik

Im Querschnitt ähnelt das Sheddach einem Sägeblatt oder Fischschuppen. Davon hat sich die englische Bezeichnung "Shed" abgeleitet. Sie bedeutet übersetzt Schuppe. Alternativ dazu fällt hierzulande auch der Begriff Sägezahndach.

Die Shedüberdachung setzt sich aus mehreren, aneinandergereihten Pultdächern zusammen. Je nach Bauweise kann die Konstruktion optisch auch an asymmetrische Satteldächer erinnern.

Die nach Norden ausgerichteten Fronten beim Sheddach sind meist verglast. Dies hat den Vorteil, dass viel natürliches Tageslicht in die überdachten Räumlichkeiten fällt.

Konstruktion von Sheddächern

Das Sheddach besteht aus mehreren kleinen Dächern. Typischerweise sind dies Pultdächer. Charakteristisch für das Pultdach ist eine einzelne, geneigte Dachfläche. Als Verbindungselement bei der Shedüberdachung dient üblicherweise eine senkrechte, verglaste Zwischenwand.

Alternativ laufen jeweils zwei geneigte Dachflächen zu einem First zusammen, wie beim Satteldach. Auch bei diesem Aufbau sind die Nordseiten meist als Glasdach konstruiert.

Grafik Aufbau eines Sheddaches

Neigung beim Sheddach

Jedes Dachelement beim Sheddach besteht aus zwei Dachflächen mit unterschiedlichen Neigungswinkeln. Üblicherweise ist eine Seite senkrecht konstruiert. Der Spielraum für die zweite Seite liegt wie beim Pultdach zwischen 10 bis 60 Grad. Wollt ihr Solarenergie gewinnen, ist eine Neigung von 30 Grad die Regel.

Sheddach-Dämmung

Bei älteren Industriegebäuden wurde die Isolierung oft vernachlässigt. Das kommt Besitzer heute teuer zu stehen, da eine fachgerechte Sanierung einen stolzen Preis hat.

Umso wichtiger ist bei Neubauten eine zuverlässige Abdichtung und Dämmung gemäß den Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV). Im Vergleich zu anderen Dachformen sind die anfallenden Arbeiten deutlich aufwändiger und kostspieliger.

Durch die Sonderbauweise von Sheddächern kann Regenwasser nicht ungehindert abfließen. Infolge sammeln sich Niederschläge leicht in den Zwischenräumen. Daher muss das Dach optimal abgedichtet und mit einem speziellen Wasserablauf ausgestattet sein.

Eine weitere Herausforderung ist die Hitzeentwicklung, denn in den einzelnen Dachelementen kann sich schnell Wärme stauen. Deshalb sind eine gute Wärmedämmung sowie Belüftungssysteme bei Sheddächern ratsam. Zur Isolierung eignen sich PU-Schaum (Polyurethanschaum) und Systeme mit Steinwolldämmplatten.

Sheddach-Eindeckung

Als Dacheindeckung kommen beim Sheddach, ähnlich wie beim Pultdach oder Flachdach, Bitumen, Kunststoffbahnen, Dachfolie sowie Metalle in Frage. Auch Dachziegel sind eine Möglichkeit. Aufgrund der großen Fläche bietet sich zudem die Installation einer PV-Anlage an.

Photovoltaik bei Sheddächern

Ein Sheddach eignet sich optimal für Solarthermie oder Photovoltaik, sofern die Dachneigung und Dachausrichtung stimmen. Die optimale Neigung zur Gewinnung von Solarenergie beträgt in unseren Breitengraden, wie bereits vorangehend erwähnt, 30 Grad. Die geneigten Dachflächen sollten zudem in Richtung Süden zeigen.

Voraussetzung ist zudem, dass die Konstruktion stabil genug ist, um die Last der PV-Module zu tragen.

Vorteile und Nachteile von Sheddächern

Sheddächer sind etwas für Individualisten oder für die gewerbliche und industrielle Nutzung. Grund dafür sind diese Vorteile:

  • hohe Stabilität für große Gebäudeflächen
  • viel Fläche für indirekte Beleuchtung
  • ideal für lichtintensive Arbeiten wie Malen, Lackieren oder Färben
  • geeignet für die Gewinnung von Solarenergie

Dem gegenüber stehen die Nachteile von Sheddächern:

  • aufwändige Abdichtung und Dämmung
  • sehr pflege- und wartungsintensiv
  • viel Angriffsfläche für Niederschläge

Sheddach-Kosten

Die Kosten für Sheddächer sind von vielen Faktoren abhängig, insbesondere natürlich von der Gebäudegröße. Für kleine Gewerbeflächen kann ein Budget von 20.000 Euro ausreichen, bei großen Hallen müssen Bauherren mit 100.000 Euro oder sogar mehr rechnen. Beim Quadratmeterpreis könnt ihr euch am Pultdach orientieren: Dieser liegt im Schnitt bei rund 120 Euro.

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