Dach eingedeckt mit Dachziegeln
© Getty Images/iStockphoto

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Dachziegel: Die wichtigsten Arten & Preise im Kosten-Check

Lisa Gutknecht

Dachziegel haben eine lange Tradition. Gefertigt aus Ton und Lehm, schützen sie Dächer seit Jahrtausenden vor jeder Witterung. Es gibt sie heute in verschiedenen Formen, Farben und sowohl matt als auch glänzend. Hier sind alle Dachziegel-Arten im Kosten-Check.

Dachziegel sind ein Naturprodukt aus Ton und Lehm. Das Gemisch wird bei Temperaturen bis zu 1.200 Grad Celsius gebrannt. Dieser Prozess härtet die Ziegel und macht sie sowohl wasserdicht als auch feuerfest. Man erkennt Dachziegel an ihrer typisch roten Farbe, deren Intensität sich von Region zu Region unterscheiden kann. Zusätzlich haben Bauherren heute eine große Auswahl an unterschiedlichen Ziegelformen und Überzügen von matt bis glänzend.

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Was macht gute Dachziegel aus?

Dachziegel sollen Häusern über Jahrzehnte hinweg ein verlässlicher Schutz von oben sein – vor Regen, Sturm, extremer Hitze und Kälte. Entsprechend hoch sind die Qualitätsansprüche an das Naturprodukt.

  • Dachziegel sollten naturbelassen und umweltschonend hergestellt sein.
  • Gute Dachziegel sind frostwiderstandsfähig, wasserundurchlässig, feuerfest und halten Umwelteinflüssen stand.
  • Dachziegel müssen langlebig sein.
  • Dachziegeln sollten von einem Fachbetrieb hergestellt werden, der strengen Qualitätskontrollen unterliegt.
  • In Deutschland hergestellte Dachziegel müssen der Europäischen Produktnorm DIN EN 1304 für Dachziegel und Formziegel entsprechen.

Wie werden Dachziegel hergestellt?

Es gibt in erster Linie zwei Herstellungsverfahren für Dachziegel. Man unterscheidet:

  1. Strangpressverfahren: Bei der Fertigung von Strangziegeln wird Ton durch eine Form gepresst und im Anschluss gebrannt. Diese Herstellungsart ermöglicht die Fertigung simpler Formen wie Hohlziegel oder Biberschwanzdachziegel.
  2. Pressverfahren: Diese Herstellungsart funktioniert ähnlich wie ein Stempel und erlaubt viel Individualität. Die gewünschten Formen werden aus der Tonrohmasse ausgestanzt. Beispiele sind Reformziegel und Doppelmuldenfalzziegel.

Welche Dachziegel-Arten gibt es und was kosten sie?

Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Dachziegeln ist die Falzausbildung. Der Falz ist eine Art Fuge oder Kante, die dazu dient, dass Ziegel ineinandergreifen. Abhängig von der Verfalzung sowie von der Ziegelform wird eine bestimmte Art der Eindeckung gewählt. Danach richtet sich auch der Arbeits- und Materialaufwand. Außerdem ergeben sich aus der spezifischen Dacheindeckung typische Muster, die für einen Wiedererkennungswert bei Dächern sorgen.

Dachziegel-Arten im Überblick

  • Dachziegel
  • Optik
  • Regeldachneigung
  • Preis pro Quadratmeter
  • Hohlziegel
  • markant
  • 35 bis 40 Grad
  • 13 bis 20 Euro
  • Biberschwanzziegel
  • traditionell
  • 30 bis 40 Grad
  • 12 bis 20 Euro
  • Doppelmuldenfalzziegel
  • robust
  • 30 Grad
  • 15 bis 30 Euro
  • Reformziegel
  • schlicht
  • 30 Grad
  • 10 bis 20 Euro
  • Flachdachziegel
  • harmonisch
  • 22 Grad
  • 5 bis 20 Euro
  • Mönch und Nonne
  • mediterran
  • 40 Grad
  • 40 bis 50 Euro
  • Krempziegel
  • historisch
  • 35 Grad
  • 30 bis 40 Euro
  • Solardachziegel
  • modern
  • 30 Grad
  • 300 bis 400 Euro

Dies sind die wichtigsten Dachziegel-Arten mit und ohne Falz im Detail:

Hohlpfannenziegel

Der Hohlpfannenziegel oder Hohlziegel ist die bekannteste Art ohne Falz. Typisch für diesen Ziegel ist die starke Wölbung. Sie verleiht Dächern eine markante Wellenoptik. Auch der lange Eckanschnitt ist charakteristisch für Hohlpfannenziegel.

Anwendung finden sie vor allem bei denkmalgeschützten Häusern oder Bauten mit historischem Charme. Inzwischen sind Hohlpfannenziegel auch bei Neubauten beliebt.

  • Regeldachneigung für Hohlpfannenziegel: 35 Grad bis 40 Grad
  • Materialbedarf: 10 bis 15 Ziegel pro Quadratmeter
  • Preis: circa 13 bis 20 Euro pro Quadratmeter
Hohlziegel
Durch seine charakteristische Form unterstützt der Hohlziegel, hier engobiert, die Originalität alter und vor allem denkmalgeschützter Gebäude. © Dachziegelwerke Nelskamp

Biberschwanzdachziegel

Er zählt zu den Klassikern unter den Dachziegeln ohne Falz: Biberschwanzdachziegel haben typischerweise eine profilierte Oberfläche und einen einseitigen Rundschnitt. Es gibt sie aber auch in Sonderformen, zum Beispiel mit Geradschnitt, Korbbogenschnitt, Sechseckschnitt oder Gotikschnitt.

Das Eindecken erfolgt in der charakteristischen Schuppenstruktur. Verschiedene Muster sind hierbei möglich. Sie bestimmen maßgeblich den Material- und Arbeitseinsatz. Dieser Aufwand lohnt sich für Hausbesitzer, die sich ein neues Dach mit individueller Note wünschen oder einen wertvollen Altbau sanieren.

  • Regeldachneigung bei Biberschwanzdachziegeln: 30 Grad bis 40 Grad
  • Materialbedarf: 30 bis 40 Ziegel pro Quadratmeter
  • Preis: circa 12 bis 20 Euro pro Quadratmeter
Biberschwanzdachziegel
Malen Kinder einen Dachziegel, so wählen sie in der Regel die Form des Biberschwanzziegels, hier in Naturrot. © Dachziegelwerke Nelskamp

Falzziegel und Doppelmuldenfalzziegel

Falzziegel weisen, wie der Name erahnen lässt, einen Falz auf. Am bekanntesten ist der Doppelmuldenfalzziegel mit einer Verfalzung an der Seite sowie an der Oberkante. Sie sorgt für einen guten Wetterschutz und extra Halt.

Diese Dachziegel-Art gilt nicht ohne Grund als besonders sturmsicher. Außerdem verleiht der Ziegel Häusern eine rustikale Optik. Falzziegel oder Doppelmuldenfalzziegel waren lange Zeit bei landwirtschaftlichen Gebäuden die erste Wahl. Heute finden sie beim Sanieren historischer Dächer ebenso Einsatz wie bei neuen Ein- oder Zweifamilienhäusern.

  • Regeldachneigung bei Doppelmuldenfalzziegeln: 30 Grad
  • Materialbedarf: 10 bis 15 Ziegel pro Quadratmeter
  • Preis: circa 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter
Doppelmuldenfalzziegel
Doppelmuldenfalzziegel, der Klassiker auf landwirtschaftlichen Gebäuden. © Dachziegelwerke Nelskamp

Reformziegel

Reformziegel zeichnen sich durch eine flache Mulde sowie einen unterbrochene Kopf- und Seitenfalz aus. Diese Verfalzung dient als Überdeckung beim Verlegen und zur zuverlässigen Ableitung von Niederschlagswasser.

Ein mit Reformziegeln eingedecktes Dach wirkt schlicht und zurückhaltend. Deshalb ist diese Art bei Neubauten besonders beliebt. Hinzu kommt ein vergleichsweise geringer Zeit- und Kostenaufwand beim Verlegen.

  • Regeldachneigung bei Reformziegeln: 30 Grad
  • Materialbedarf: circa 10 Ziegel pro Quadratmeter
  • Preis: circa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter
Reformziegel
Der Reformziegel, hier in Naturrot, wird besonders auf geradlinigen und flächigen Dachkonstruktionen eingesetzt. © Dachziegelwerke Nelskamp

Flachdachziegel

Flachdachziegel sind nicht etwa für klassische Flachdächer geeignet. Eine mittlere bis flache Neigung ab mindestens zehn Grad ist Voraussetzung. Vor allem bei Satteldächern bieten sich Flachdachziegel an. Sie gelten als besonders regensicher. Dank der geschwungenen Form kann Wasser leicht abfließen.

Eine zweite, wasserführende Schicht ist bei wenig geneigten Dächer trotzdem empfehlenswert. Fachdachziegel lassen sich leicht verlegen und erzeugen eine schlichte, flächige Optik.

  • Regeldachneigung bei Flachdachziegeln: 22 Grad
  • Materialbedarf: 8 bis 10 Ziegel pro Quadratmeter
  • Preis: circa 5 bis 20 Euro pro Quadratmeter
Flachdachziegel
Mit seiner leicht geschwungenen Form eignet sich der Flachdachziegel, hier glasiert in Braun, besonders für gegliederte Dachflächen mit geringer Neigung. © Dachziegelwerke Nelskamp

Neben den Klassikern im Hausbau gibt es weitere Dachziegel-Sonderformen:

Mönchziegel und Nonnenziegel

Mönch und Nonne gibt es nur im Duo: Die halbierten Hohlzylinder werden ineinander verkeilt verlegt. Ihr Name kommt nicht von ungefähr: Mönchziegel und Nonnenziegel finden typischerweise beim Sanieren von Klöstern Anwendung, insbesondere im mediterranen Raum.

Krempziegel

Der Krempziegel mit seiner konischen Krempe ist noch heute bei vielen historische Bauten zu finden. Er schmückt nicht nur Dächer, sondern auch Hauswände.

Solardachziegel

Auf dem Vormarsch sind Solardachziegel. Sie gelten als innovative und schlichte Alternative zur herkömmlichen Photovoltaik-Anlage. In der Anschaffung sind sie jedoch vergleichsweise kostspielig.

Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Indach-PV-Anlagen. Sie fallen optisch ebenfalls kaum auf und sind leichter zu installieren als Solardachziegel, wobei Hersteller wie Nelskamp und Braas an immer ausgefeilteren Systemen arbeiten.

Solardachziegel
Solardachziegel sind die schicke Alternative zu einer Photovoltaikanlage. © Braas

Dachziegel: Farben und Überzüge

Nicht nur die Form ist beim Dachziegel variabel. Auch bei der Farbgestaltung haben Hausbesitzer freie Wahl, sofern sie nicht an bauliche Auflagen im Bebauungsplan gebunden sind. Man unterscheidet grundsätzlich folgende Ziegelarten:

  • Naturfarben oder Naturrot: Die Rotfärbung der Tondachziegel ist vom jeweiligen Metallanteil abhängig, der sich regional unterscheiden kann.
  • Durchgefärbt: Durch das Beimischen von Metalloxiden oder Mineralien entsteht eine durchgehende dunkelbraune oder hellrote Färbung.
  • Engobiert: Unter Engobe versteht man einen matten Überzug, der vor dem Brennen der Dachziegel aufgetragen wird.
  • Gedämpft: Gedämpfte Dachziegel ähneln aufgrund ihrer graublauen Färbung Dachschiefern. Das Dämpfen ist ein spezielles Herstellungsverfahren unter Reduktion von Sauerstoff.
  • Glasiert: Glasierte Dachziegel verfügen über eine harte, glasartige Abdichtung. Glasuren erlauben zudem unterschiedliche Oberflächenfarben.

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