Modernes Holzhaus Fassade
© Getty Images/iStockphoto

Bauen | Listicle

7 Gründe, warum Holz der Baustoff der Zukunft ist

Albert Linner

Level: Für Alle

Die Renaissance eines Baustoffs: Immer mehr Architekten und Bauherren setzen auf Holzbauweise. Sieben Gründe, warum Holz der Baustoff der Zukunft ist.

Seit März 2019 ist Norwegen um eine Attraktion reicher: In Brumunddal steht ein neues Hochhaus – 85,4 Meter hoch – und fast ausschließlich mit dem Baustoff Holz gebaut. Das Mjøstårnet ist damit das höchste Holzhochhaus der Welt.

Vier kleine Überraschungspakete beim Advent-Gewinnspiel

Adventsgewinnspiel: Preise im Gesamtwert von 4.000 € zu gewinnen!

Hier mitmachen

Das dürfte es aber nicht lange bleiben. Denn eines der ältesten Baumaterialien der Menschheitsgeschichte erlebt gerade einen Boom. "Holz erfreut sich Jahren wachsender Beliebtheit, beim einfachen Häuslebauer genauso wie beim bedeutenden Architekten", sagt Christoph Jost von der Holzfachberatung proHolzBW. Jost ist wie viele andere Experten überzeugt: Holz ist der Baustoff der Zukunft.

Holz Experte
Christoph Jost ist Geschäftsführer der Holzfachberatung proHolzBW. © MTH Productions

Wir haben sieben Gründe gesammelt, wieso Architekten und Bauplaner immer mehr auf den Naturstoff setzen.

1. Nachhaltige Produktion

Ressourcenverbrauch ist ein großes Thema unserer Zeit. Wir verbrauchen heute 1,75 mal mehr Rohstoffe, als uns die Erde langfristig zur Verfügung stellen kann. Die Baubranche belastet die Umwelt besonders: Rund 40 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs fallen laut der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am Bau an, die Industrie ist außerdem für 30 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Allein die Herstellung von Zement sorgt für acht Prozent der globalen CO2-Emissionen.

Anders ist das beim Rohstoff Holz. Der wird unter den umweltfreundlichsten Bedingungen im Ökosystem Wald produziert. Die Herstellung von Bauprodukten aus Holz erfordert außerdem weit weniger Energie als die Produktion anderer Baustoffe. Und ein Großteil der benötigten Energie kann aus Holzreststoffen wie Sägemehl oder Hobelspänen produziert werden. Nur ein bis fünf Prozent der im Holz gespeicherten Energie muss für den Abtransport aufgewendet werden – ein Energieüberschuss von ganzen 95 Prozent.

Holzhochhaus_Norwegen
Das Mjøstårnet in Brumunddal ist das derzeit höchste Holzhaus der Welt. © Moelven Limtre

2. Baustoff Holz: Ökologischer Kreislauf

Nicht nur die Produktion von Holz ist umweltfreundlich. Auch nachdem Holz gefällt ist, speichert es CO2. Zwischen 40 und 100 Jahre kann der Naturstoff in seinem Inneren so Kohlenstoff binden. Gut für das Klima – besonders in Städten.

Holz lässt sich außerdem sehr energiearm rückbauen und recyceln – sollte ein Gebäude am Ende seiner Lebensdauer stehen. Holz gehört zum Naturkreislauf und lässt sich somit viel umweltfreundlicher beseitigen als Baustoffe wie Stahl oder Beton.

3. Bauphysik und Materialeigenschaften

"Im Prinzip können Sie mit Holz alles bauen, was Sie aus Stahl oder Beton auch bauen können", sagt proHolzBW-Experte Jost.

Holz ist leicht, belastbar und besitzt ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften. Das liegt daran, dass Holz einen weitaus besseren Wärmedurchgangswert hat als Stein. 6,5 Zentimeter Nadelholz zum Beispiel haben die gleiche Dämmwirkung wie 40 Zentimeter Vollklinker. Holz eignet sich so gut für energieoptimierte Gebäude. Das heißt auch, dass sich Gebäudehüllen mit einer guten Wärmedämmung in deutlich geringerer Dichte realisieren lassen.

Außerdem ist Holz sehr belastbar: Im Verhältnis zum Gewicht trägt Holz unglaubliche 14 mal so viel wie Stahl. Außerdem ist Holz ebenso druckfest wie Stahlbeton. Trotz seiner Stabilität bietet das Material auch eine hohe Elastizität.

4. Wohngesundheit und Wohnklima

Holz erzeugt durch seine Speichereigenschaften ein angenehmes Raumklima. "Es ist ein natürlicher Baustoff, der sich gut anfühlt und Wärme ausstrahlt", sagt Jost. "Bewohner von Holzhäusern schätzen diese Behaglichkeit." Tatsächlich hilft Holz den Feuchtigkeitsgehalt in der Raumluft zu regulieren. Bei einer Luftfeuchtigkeit von über 30 Prozent nimmt es Feuchtigkeit auf. Sinkt sie unter diese Marke, gibt es die Feuchtigkeit wieder ab. Außerdem kann Holz Schadstoffe wie Formaldehyd absorbieren.

Wohnzimmer aus Holz
Holz schafft eine behagliche Wohnatmosphäre. © Getty Images/iStockphoto

5. Schneller Bau

Holzteile werden immer häufiger aus Zimmereien vorgefertigt an der Baustelle angeliefert. "So verläuft die Bauphase unabhängig von Witterungseinflüssen", sagt Jost. Und das verkürzt die Bauzeit. Zudem benötigt Holz keine langen Trocknungszeiten und der Innenausbau kann sofort beginnen.

Die bereits fertigen Bauteile bedeuten außerdem weniger Lärm und Schmutz für Anwohner und kürzere Sperrungen von Straßen. Holzbrücken etwa lassen sich innerhalb weniger Tage aus vorgefertigten Elementen vor Ort zusammensetzen.

"Zudem garantiert dieses Verfahren eine hohe Qualität und Präzision in der Ausführung", bekräftigt Jost. "Denken Sie mal an die Autoindustrie. Möchten Sie ein neues Auto aus dem Werk oder wäre es Ihnen lieber, es würde bei Ihnen in Einzelteilen angeliefert und vor Ihrer Haustür zusammengeschraubt?"

Holzhaus Baustelle
Eine Holzbauweise verkürzt die Bauzeit © Getty Images/iStockphoto

6. Baustoff Holz: Wirtschaftlichkeit

Auch die Gesamtkosten lassen sich durch die Vorfertigung der Einzelelemente senken. Holzteile können früh geplant werden – das spart Zeit und Geld. Außerdem ist Holz leichter als Beton und Stahl – das wiederum spare Kosten beim Fundament, sagt Jost. Außerdem haben Holzhäuser eine hohe Lebensdauer. Es gibt Fachwerkhäuser, die älter als 500 Jahre sind. Ob Beton so lange hält, wird erst die Zeit zeigen.

7. Baustoff Holz: Sicherheit

Viele Menschen haben Bedenken, was die Sicherheit von Holzhäusern angeht. Dabei können Häuser aus Holz Orkanen und Erdbeben genauso trotzen wie Häuser aus Stahlbeton. Und auch vor Bränden müssen Bewohner eines Holzhauses keine Angst haben. "Holzhäuser erfüllen alle gesetzlichen Brandschutzbestimmungen. Sonst würden sie letztendlich gar nicht gebaut", sagt Jost. Das zeige sich schon darin, dass Versicherungsunternehmen Holzgebäude zum gleichen Preis versichern wie andere Häuser.

Holz kann zwar oberflächlich in Brand geraten, bildet aber eine Verkohlungsschicht, die das weitere Abrennen stark verzögert. Im Fall der Fälle ist eine Holzkonstruktion sogar oft länger tragfähig als eine aus anderen Baustoffen. "Richtig dimensioniert kann Holz ein Gebäude im Brandfall länger stabil halten als Stahl", sagt Jost. Denn Stahl brennt zwar nicht, schmilzt aber schnell bei großer Hitze und verliert so seine Tragfähigkeit.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK