Modernisierungsarbeiten im Inneren eines Hauses
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Modernisieren | Ratgeber

Staatliche Förderung: Haus bauen, kaufen oder sanieren mit Zuschüssen vom Staat

Dirc Kalweit

Für den Kauf, Bau oder die Sanierung eines Hauses bekommt ihr staatliche Förderung. Ein Überblick, welche Förderprogramme sich für wen lohnen.

Ob ihr ein Haus oder eine Wohnung baut, kauft oder saniert: Wenn ihr dabei bestimmte energetische Vorgaben einhaltet, gibt es dafür fast immer auch eine staatliche Förderung.

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Welche Förderprogramme das sind und für wen sie in Frage kommen, zeigen wir euch in dieser Übersicht. In den dazugehörigen, weiterführenden Artikeln findet ihr die Detailinformationen zu den einzelnen Förderprogrammen.

Staatliche Förderung bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

Mit den Beschlüssen der Bundesregierung zum Klimapaket gibt es seit Anfang 2020 neue Bestimmungen bei der Förderung der energetischen Sanierung. Einer der Hauptakteure bei der Vergabe der Fördermittel ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Als staatliche Förderbank bestimmt die KfW dabei nicht nur das komplette Vergabeverfahren. Sie legt in Teilen auch die Kriterien fest, die ihr bei der Sanierung erfüllen müsst, um die Fördermittel zu erhalten. Eines dieser Kriterien ist das "KfW-Effizienzhaus". Dabei geht es um energetische Standards eines Hauses, die bestimmen wie energiesparend das Gebäude ist.

Zu diesen energetischen Standards zählen der Transmissionswärmeverlust und der Primärenergiebedarf. Dabei gilt: Je besser die Energie-Effizienz, desto höher die Förderung.

Diese energetischen Vorgaben gelten bei KfW-Effizienzhäusern:

  • Standard
  • Primärenergiebedarf in %
  • Transmissionswärmeverlust in %
  • KfW-Effizienzhaus 40
  • 40
  • 55
  • KfW-Effizienzhaus 55
  • 55
  • 70
  • KfW-Effizienzhaus 70
  • 70
  • 85
  • KfW-Effizienzhaus 85
  • 85
  • 100
  • KfW-Effizienzhaus 100
  • 100
  • 115
  • KfW-Effizienzhaus 115
  • 115
  • 130
  • KfW-Effizienzhaus Denkmal*
  • 160
  • 175

KfW-Effizienzhaus: Höchstwerte beim EnEV-Referenzhaus / *Richtwert, Abweichungen u. U. zulässig

Die Fördermittel gibt es in Form eines zinsgünstigen Kredites (inklusive Tilgungszuschuss) oder eines Investitionszuschusses:

  • der maximale Kreditrahmen liegt bei 120.000 Euro
  • der Investitionszuschuss beträgt höchstens 48.000 Euro

In unserem weiterführenden Artikel erfahrt ihr unter anderem, was es mit dem Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust auf sich hat. Und ihr findet alle Infos zu den Rahmenbedingungen und Konditionen.

Förderung vom Staat bei Einzelmaßnahmen: Dämmung, Lüftung, neue Fenster

Gerade Besitzer älterer Häuser möchten ihr Haus nicht in jedem Fall komplett sanieren, um zwingend den KfW-Effizienzhausstandard zu erreichen. Manchen reicht es schon, mit einer Einzelmaßnahme Energie zu sparen.

Man misst Fenster beim Einbau aus
Auch für Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel der Einbau von neuen Fenstern gibt es staatliche Förderung. © Getty Images/iStockphoto

Wer zum Beispiel nur dämmen möchte, die Fenster erneuert oder eine Lüftung einbaut, hat ebenfalls Anspruch auf eine staatliche Förderung. Auch bei den Einzelmaßnahmen gibt es – ähnlich bei bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus – wieder zwei Arten der Förderung: als Kredit oder als Zuschuss.

  • der Kreditrahmen liegt hier bei maximal 50.000 Euro
  • der Investitionszuschuss bei höchstens 10.000 Euro.

Die Fördermittel sind nicht so üppig wie bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus. Dafür sind die Anforderungen aber auch geringer. Welche Einzelmaßnahmen genau gefördert werden, welche Bedingungen ihr erfüllen müsst und wie das Antragsverfahren funktioniert, diese Infos findet ihr hier: Dämmung, Lüftung, neue Fenster: KfW-Fördermittel für Einzelmaßnahmen.

Staatliche Förderung bei Hausbau und Hauskauf

Was vielen vielleicht gar nicht so bewusst ist: Die KfW unterstützt nicht nur Sanierer und Modernisierer. Auch für den Kauf oder den Bau von Wohneigentum gibt es spezielle Förderprogramme.

Die Gelder werden hier vor allem in Form von Krediten mit sehr attraktiven Konditionen vergeben. Teilweise gibt es auch sehr hohe Tilgungszuschüsse, das heißt ein Teil der Kreditschuld wird euch indirekt erlassen.

  • KfW-Kredit 124 (Wohneigentumsprogramm)
  • KfW-Kredit 153 (Energieeffizient Bauen)
  • Was wird gefördert?
  • Bau oder Kauf eines Hauses oder einer Wohnung
  • Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses
  • Maximale Darlehenssumme
  • 100.000 Euro
  • 120.000 Euro
  • Laufzeit des Darlehens
  • 4 bis 25 Jahre
  • 4 bis 30 Jahre
  • Effektiver Jahreszins
  • ab 0,75 Prozent
  • ab -0,49 Prozent
  • Zinsbindung
  • 5 oder 10 Jahre
  • 10 Jahre
  • Tilgungsfreie Zeit
  • 1 bis 3 Jahre
  • 1 bis 5 Jahre
  • Besonderheit
  • Tilgungszuschuss bis max. 30.000 Euro

Vergleich der KfW-Förderprogramme 124 (Wohneigentumsprogramm) und 153 (Energieeffizient bauen). Stand: 1. März 2020

Aber welche Kosten werden durch diese Programme genau abgedeckt? Wie ist der Tilgungszuschuss gestaffelt und wie beantragt ihr den Kredit? Das erfahrt ihr alles in diesem Artikel:

Steuern mindern statt Förderung kassieren

Seit Anfang 2020 hat der Staat neben den Fördermitteln auch eine zweite Möglichkeit geschaffen, um die Sanierungskosten zu minimieren. Statt Fördergelder zu beantragen, könnt ihr große Teile der Sanierungskosten einfach von der Steuer abziehen.

Dafür müsst ihr drei Voraussetzungen erfüllen:

  • das Haus muss älter als zehn Jahre sein
  • ihr müsst das Haus selbst bewohnen
  • ihr habt bisher keine anderen Steuervorteile genutzt oder öffentliche Fördermittel erhalten

Ist das der Fall, dann könnt ihr die Steuerermäßigung über drei Jahre folgendermaßen verteilt in Anspruch nehmen:

  • im ersten Jahr (Abschlussjahr der Sanierung): Steuerermäßigung von 7 % auf die Sanierungskosten, maximal 14.000 Euro.
  • Jahr 2: Steuerermäßigung von 7 % auf die Sanierungskosten, maximal 14.000 Euro.
  • Jahr 3: Steuerermäßigung von 6 % auf die Sanierungskosten, maximal 12.000 Euro.
Ausschnitt des Formulars für die Einkommensteuererklärung
Die Unterlagen über die Sanierungsmaßnahmen müsst ihr zusammen mit der Einkommensteuererklärung einreichen, um den Steuerbonus zu erhalten. © Getty Images/iStockphoto

In vielen Fällen ist das zwar nicht ganz so lukrativ wie das Einstreichen von staatlichen Zuschüssen. Der Aufwand ist aber deutlich geringer. Denn statt Anträge und Bestätigungen einzureichen und baubegleitende Maßnahmen durchzuführen, müsst ihr nur die Sanierung selbst dokumentieren und bei der Steuererklärung angeben.

Wir haben in diesem Artikel einmal alle Steuertipps, wie ihr die Sanierung absetzt, zusammengefasst.

Baukindergeld: Staatliche Förderung für Familien

12.000 Euro – soviel bekommen Familien mit Kindern, die eine Immobilie bauen oder kaufen, vom Staat unter bestimmten Bedingungen geschenkt. Dabei wird das Geld in zehn Jahresraten zu je 1.200 Euro ausgezahlt.

Das Schöne daran: Es handelt sich hier nicht um einen Kredit, sondern um ein Geschenk. Das Geld müsst ihr also nicht zurückzahlen. Außerdem ist es steuerfrei. In unserem Beitrag gehen wir noch näher auf die genauen Bedingungen ein, um das Baukindergeld zu erhalten.

Energieberater: So viel gibt der Staat für die Beratung dazu

Ob ihr nur die Fenster tauscht oder gleich euer ganzes Haus zum KfW-Effizienzhaus saniert – bei allen Sanierungsmaßnahmen empfiehlt es sich, vorher einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Ein Energieberater ist solch ein Fachmann. Er sagt euch, welche Maßnahme was bringt, welche Sanierungsschritte eventuell aufeinander aufbauen und vor allem wie ihr an die verschiedenen Fördermittel kommt.

Einen Zuschuss für die Kosten des Energieberaters gibt es:

  • vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Höhe von bis zu 1.300 Euro (bei allgemeiner Sanierung)
  • von der KfW in Höhe von bis zu 4.000 Euro (bei gleichzeitiger Nutzung eines KfW-Förderprogramms).

Oft ist die Begleitung durch einen Energieberater auch vorgeschrieben, um Fördergelder zu erhalten. Aber selbst wenn nicht: Eine gute Sanierungsplanung mithilfe eines Energieberaters spart euch in jedem Fall Zeit und Geld. Wir erklären euch, wo ihr einen Energieberater findet, was er leisten muss und wie ihr sogar für seine Leistung noch Fördermittel bekommt:

Neue Heizung: Soviel Geld gibt es vom Staat dazu

Eine der größten Änderungen im Bereich der Förderung betraf Anfang 2020 die Zuschüsse für Heizungen. Die umfangreiche Neuregelung legte die Vergabe der Fördermittel zentral in die Hand des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Heizen mit erneuerbaren Energien ist dabei der zentrale Ansatz. Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf Heizungsanlagen, die statt mit fossilen Brennstoffen mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dabei gibt es für die unterschiedlichen Heizsysteme verschieden hohe Fördergelder.

Schafft ihr euch zum Beispiel eine Pelletheizung an (= Biomasseanlage), dann bekommt ihr auf Antrag 30 Prozent der so genannten förderfähigen Kosten erstattet. Zu diesen Kosten zählen neben dem reinen Kaufpreis der Anlage zum Beispiel auch der Abbau des alten Kessels oder die Sanierung des Schornsteins.

Holzheizung von Viessmann im Keller
Für die Installation einer Holzheizung bekommt ihr einen Förderbonus von mindestens 30 Prozent. © Viessmann Werke

Tauscht ihr eure alte Heizung gegen eine Wärmepumpe aus, so liegt der Förderbonus schon bei 35 Prozent. Und: Wenn ihr im Zuge des Austauschs eine alte Ölheizung stilllegt, dann erhöht sich der Förderbonus zusätzlich noch um weitere zehn Prozent. Hier ein kurzer Überblick der einzelnen Förderboni:

  • Heizungsart
  • Förderbonus
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizung
  • 35 Prozent
  • Gas-Hybridheizung
  • 30 Prozent
  • Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready"
  • 20 Prozent
  • Biomasseanlagen
  • 30 Prozent
  • Wärmepumpen
  • 35 Prozent
  • Solarthermie
  • 30 Prozent
  • Zusatzbonus von 10 Prozent beim Austausch einer alten Ölheizung
  • 10 Prozent

Übersicht: Die Heizungs-Fördermittel der BAFA

Die Fördergelder für die Erneuerung der Heizung sind nicht nur für Hausbesitzer interessant. Wenn ihr zum Beispiel plant, ein älteres Haus zu kaufen, dann müsst ihr euch eventuell auch im Rahmen der gesetzlichen Nachrüstpflichten Gedanken über eine neue Heizungsanlage machen.

Alle Details zu den Fördermitteln für Heizungen, die Unterschiede der Heizsysteme sowie einen Vergleich der Energieträger findet ihr auf dieser Übersichtsseite:

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