Staatliche Förderung für Bauherren: Modernisierungsarbeiten im Inneren eines Hauses
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Bauen | Ratgeber

Staatliche Förderung für Bauherren 2021

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Für den Kauf, Bau oder die Sanierung eines Hauses bekommt ihr staatliche Förderung. Ein Überblick, welche Förderprogramme sich für wen lohnen.

Ob ihr ein Haus oder eine Wohnung baut, kauft oder saniert: Wenn ihr als Bauherr dabei bestimmte energetische Vorgaben einhaltet, gibt es dafür fast immer auch eine staatliche Förderung.

Welche Förderprogramme das sind und für wen sie in Frage kommen, zeigen wir euch in dieser Übersicht. In den dazugehörigen, weiterführenden Artikeln findet ihr die Detailinformationen zu den einzelnen Förderprogrammen.

Staatliche Förderung für Bauherren bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es seit Anfang 2021 neue Bestimmungen bei der Förderung der energetischen Vollsanierung. Einer der Hauptakteure bei der Vergabe der Fördermittel ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Als staatliche Förderbank bestimmt die KfW dabei nicht nur das komplette Vergabeverfahren. Sie legt in Teilen auch die Kriterien fest, die ihr bei der Sanierung erfüllen müsst, um die Fördermittel zu erhalten. Eines dieser Kriterien ist das "KfW-Effizienzhaus". Dabei geht es um energetische Standards eines Hauses, die bestimmen wie energiesparend das Gebäude ist.

Zu diesen energetischen Standards zählen der Transmissionswärmeverlust und der Primärenergiebedarf. Dabei gilt: Je besser die Energie-Effizienz, desto höher die Förderung.

Diese energetischen Vorgaben gelten bei der Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus:

  • Standard
  • Primärenergiebedarf in %
  • Transmissionswärmeverlust in %
  • KfW-Effizienzhaus 40
  • 40
  • 55
  • KfW-Effizienzhaus 55
  • 55
  • 70
  • KfW-Effizienzhaus 70
  • 70
  • 85
  • KfW-Effizienzhaus 85
  • 85
  • 100
  • KfW-Effizienzhaus 100
  • 100
  • 115
  • KfW-Effizienzhaus Denkmal*
  • 160
  • 175

KfW-Effizienzhaus: Höchstwerte beim EnEV-Referenzhaus / *Richtwert, Abweichungen u. U. zulässig

Bis Anfang 2021 gab es noch die Förderstufe Effizienzhaus 115. Die ist jetzt komplett entfallen. Die Fördermittel gibt es in Form eines zinsgünstigen Kredites (inklusive Tilgungszuschuss) oder eines Investitionszuschusses:

  • der maximale Kreditrahmen liegt jetzt bei 150.000 Euro
  • der Investitionszuschuss beträgt höchstens 75.000 Euro

In unserem weiterführenden Artikel erfahrt ihr unter anderem, was es mit dem Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust auf sich hat. Und ihr findet alle Infos zu den Rahmenbedingungen und Konditionen, um die Fördermittel zu erhalten: Haus zum KfW-Effizienzhaus sanieren: So kommt ihr an Fördermittel

Förderung für Bauherren bei Einzelmaßnahmen: Dämmung, Lüftung, neue Fenster

Gerade Besitzer älterer Häuser möchten ihr Haus nicht in jedem Fall komplett sanieren, um zwingend den KfW-Effizienzhausstandard zu erreichen. Manchen reicht es schon, mit einer Einzelmaßnahme Energie zu sparen.

Wer zum Beispiel nur dämmen möchte, die Fenster erneuert oder eine Lüftungsanlage einbaut, hat ebenfalls Anspruch auf eine staatliche Förderung. Anders als bei der Vollsanierung gibt es hier aber nur einen Investitionszuschuss. Und den gewährt auch nicht die KfW, sondern das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (BAFA).

  • Gefördert werden Investitionen von bis zu 60.000 Euro mit bis zu 20 Prozent der Investitionssumme als Zuschuss.
  • Das entspricht einem maximalen Investitionszuschuss von 12.000 Euro.
  • Bei Vorlage eines individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöht sich der Zuschuss auf 25 Prozent = maximal 15.000 Euro.

Die Fördermittel sind nicht so üppig wie bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus. Dafür sind die Anforderungen aber auch geringer. Welche Einzelmaßnahmen genau gefördert werden, welche Bedingungen ihr erfüllen müsst und wie das Antragsverfahren funktioniert, diese Infos findet ihr hier: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Man misst Fenster beim Einbau aus
Auch für Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel den Einbau von neuen Fenstern gibt es staatliche Förderung. © Getty Images/iStockphoto

Staatliche Förderung für Bauherren bei Hausbau und Hauskauf

Was vielen vielleicht gar nicht so bewusst ist: Die KfW unterstützt nicht nur Sanierer und Modernisierer. Auch für den Kauf oder den Bau von Wohneigentum gibt es spezielle Förderprogramme.

Die Gelder werden hier vor allem in Form von Krediten mit sehr attraktiven Konditionen vergeben. Teilweise gibt es auch sehr hohe Tilgungszuschüsse, das heißt ein Teil der Kreditschuld wird euch indirekt erlassen. Auch hier gelten – ähnlich wie bei der Sanierung – wieder die Effizienzhausstandards der KfW. Je energieeffizienter ihr baut, desto bessere Konditionen bekommt ihr.

  • Effizienzhausstandard
  • Bedingungen
  • Effizienzhaus 55
  • Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 55 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 70 Prozent.
  • Effizienzhaus 40
  • Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 40 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 55 Prozent.
  • Effizienzhaus 40 Plus
  • Diese Stufe wird bei einer Installation von gebäudenahen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreicht.
  • Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse)
  • Eine „Effizienzhaus EE“-Klasse wird erreicht, wenn erneuerbare Energien einen Anteil von mindestens 55 % des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen.
  • Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse)
  • Eine „Effizienzhaus NH“-Klasse wird erreicht, wenn für dieses Haus ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird.

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Effizienzhaus-Standards im Neubau

Aber welche Kosten werden durch diese Programme genau abgedeckt? Wie ist der Tilgungszuschuss gestaffelt und wie beantragt ihr den Kredit? Das erfahrt ihr alles in diesem Artikel: Haus bauen oder kaufen: So kommt ihr an die KfW-Förderung

Steuern mindern statt Förderung kassieren

Seit Anfang 2020 hat der Staat neben den Fördermitteln auch eine zweite Möglichkeit geschaffen, um die Sanierungskosten zu minimieren. Statt Fördergelder zu beantragen, könnt ihr große Teile der Sanierungskosten einfach von der Steuer abziehen.

Dafür müsst ihr drei Voraussetzungen erfüllen:

  • das Haus muss älter als zehn Jahre sein
  • ihr müsst das Haus selbst bewohnen
  • ihr habt bisher keine anderen Steuervorteile genutzt oder öffentliche Fördermittel erhalten

Ist das der Fall, dann könnt ihr die Steuerermäßigung über drei Jahre folgendermaßen verteilt in Anspruch nehmen:

  • im ersten Jahr (Abschlussjahr der Sanierung): Steuerermäßigung von 7 Prozent auf die Sanierungskosten, maximal 14.000 Euro.
  • Jahr 2: Steuerermäßigung von 7 Prozent auf die Sanierungskosten, maximal 14.000 Euro.
  • Jahr 3: Steuerermäßigung von 6 prozent auf die Sanierungskosten, maximal 12.000 Euro.

In vielen Fällen ist das zwar nicht ganz so lukrativ wie das Einstreichen von staatlichen Zuschüssen. Der Aufwand ist aber deutlich geringer. Denn statt Anträge und Bestätigungen einzureichen und baubegleitende Maßnahmen durchzuführen, müsst ihr nur die Sanierung selbst dokumentieren und bei der Steuererklärung angeben.

Wir haben in diesem Artikel einmal alle Steuertipps, wie ihr die Sanierung absetzt, zusammengefasst.

Ausschnitt des Formulars für die Einkommensteuererklärung
Die Unterlagen über die Sanierungsmaßnahmen müsst ihr zusammen mit der Einkommensteuererklärung einreichen, um den Steuerbonus zu erhalten. © Getty Images/iStockphoto

Energieberater: So viel gibt der Staat für die Beratung dazu

Ob ihr nur die Fenster tauscht oder gleich euer ganzes Haus zum KfW-Effizienzhaus saniert – bei allen Sanierungsmaßnahmen empfiehlt es sich, vorher einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Ein Energieberater (oder auch Energieeffizienz-Experte) ist solch ein Fachmann. Er sagt euch, welche Maßnahme was bringt, welche Sanierungsschritte eventuell aufeinander aufbauen und vor allem wie ihr an die verschiedenen Fördermittel kommt.

Einen KfW-Zuschuss für die Kosten des Energieberaters beim Neubau gibt es:

  • Bei der Baubegleitung beim Bau eines Ein- und Zwei­familien­hauses in Höhe von bis zu 5.000 Euro.
  • Bei Mehr­familien­häuser mit drei oder mehr Wohnungen in Höhe von bis zu 20.000 Euro.
  • Um einen noch besseren energetischen Standard zu erreichen, gibt es die so genannte Nachhaltigkeits-Klasse. Für die Nachhaltigkeits­zertifizierung eines Neubaus fördert die KfW bei Erreichen dieser Klasse die Kosten bis zu den gleichen Höchst­grenzen wie bei der Bau­begleitung, auch hier wieder mit 50 Prozent.

Oft ist die Begleitung durch einen Energieberater auch vorgeschrieben, um Fördergelder zu erhalten. Aber selbst wenn nicht: Eine gute Sanierungsplanung mithilfe eines Energieberaters spart euch in jedem Fall Zeit und Geld. Wir erklären euch, wo ihr einen Energieberater findet, was er leisten muss und wie ihr sogar für seine Leistung noch Fördermittel bekommt. Lest hier, wann ihr einen Energieberater braucht.

Neue Heizung: Soviel Geld gibt es vom Staat dazu

Eine der größten Änderungen im Bereich der Förderung betraf Anfang 2020 die Zuschüsse für Heizungen. Seit der umfangreichen Neuregelung liegt die Vergabe der Fördermitteln zentral in der Hand des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Heizen mit erneuerbaren Energien ist dabei der zentrale Ansatz. Der Schwerpunkt der Förderung liegt auf Heizungsanlagen, die statt mit fossilen Brennstoffen mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dabei gibt es für die unterschiedlichen Heizsysteme verschieden hohe Fördergelder.

Schafft ihr euch zum Beispiel eine Pelletheizung an (= Biomasseanlage), dann bekommt ihr auf Antrag 30 Prozent der so genannten förderfähigen Kosten erstattet. Zu diesen Kosten zählen neben dem reinen Kaufpreis der Anlage zum Beispiel auch der Abbau des alten Kessels oder die Sanierung des Schornsteins.

Holzheizung von Viessmann im Keller
Für die Installation einer Holzheizung bekommt ihr einen Förderbonus von mindestens 30 Prozent. © Viessmann Werke

Tauscht ihr eure alte Heizung gegen eine Wärmepumpe aus, so liegt der Förderbonus schon bei 35 Prozent. Und: Wenn ihr im Zuge des Austauschs eine alte Ölheizung stilllegt, dann erhöht sich der Förderbonus zusätzlich noch um weitere zehn Prozent.

Hier ein kurzer Überblick der einzelnen Förderboni:

  • Heizungsart
  • Förderbonus
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizung
  • 35 Prozent
  • Gas-Hybridheizung
  • 30 Prozent
  • Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready"
  • 20 Prozent
  • Biomasseanlagen
  • 30 Prozent
  • Wärmepumpen
  • 35 Prozent
  • Solarthermie
  • 30 Prozent
  • Zusatzbonus von 10 Prozent beim Austausch einer alten Ölheizung
  • 10 Prozent

Übersicht: Die Heizungs-Fördermittel der BAFA

Die Fördergelder für die Erneuerung der Heizung sind nicht nur für Hausbesitzer interessant. Wenn ihr zum Beispiel plant, ein älteres Haus zu kaufen, dann müsst ihr euch eventuell auch im Rahmen der gesetzlichen Nachrüstpflichten Gedanken über eine neue Heizungsanlage machen.

Alle Details zu den Fördermitteln für Heizungen, die Unterschiede der Heizsysteme sowie einen Vergleich der Energieträger findet ihr auf dieser Übersichtsseite: Staatliche Förderung für neue Heizung: So kommt ihr an den Zuschuss von BAFA und KfW

Bauherren-Förderung der Bundesländer: Regionale Bauförderung

Nicht nur der Bund, auch die einzelnen Länder haben verschiedene Programme zur Förderung von Wohneigentum aufgelegt. Die Vergabe der Gelder erfolgt dabei oft über landeseigene Förderbanken. In einigen Ländern gibt es aber auch ein eigenes Landesförderinstitut. Oder die regionale Bauförderung wird direkt vom Land gesteuert.

So unterschiedlich die Wege der Vergabe, so verschieden sind auch die Konditionen. Ihr müsst euch also immer an den jeweiligen landeseigenen Vergabebedingungen orientieren. Eine Übersicht, welches Institut in welchem Bundesland zuständig ist, findet ihr in unserem Beitrag "Fördermittel der Bundesländer: So kommt ihr an die regionale Bauförderung".

Wohnungsbauprämie: So kassiert ihr den Zuschuss

Auch die Wohnungsbauprämie (WoP) ist eine staatliche Förderung. Seit 1952 bekommen Bausparer vom Staat einen festgelegten Prozentsatz als Zulage auf ihren jährlich gesparten Betrag. Das Ziel dahinter hat sich nicht geändert: Die Bundesregierung will die Bedingungen zum Erwerb von Wohneigentum verbessern und mit der Wohnungsbauprämie einen zusätzlichen Anreiz schaffen.

Im Januar 2021 trat das neue Wohnungsbauprämiengesetz in Kraft. Da darin die Einkommensgrenzen angehoben wurden, kommen automatisch mehr Menschen in den Genuss der Wohnungsbauprämie. Außerdem steigen auch die Zulage und die maximale Förderprämie.

Alle Details zur neuen Wohnungsbauprämie, wer sie bekommt und wie hoch die Förderung im Einzelfall ist, das lest ihr in "Wohnungsbauprämie: So kassiert ihr den Zuschuss".

KfW-Förderung für Smart Home

Auch Smart Homes werden gefördert? Ja, allerdings nur indirekt. Tatsächlich gibt es kein spezielles Produkt zur Förderung von Smart Homes. Aber: Etliche Smart-Home-Anwendungen wie zum Beispiel die Lichtsteuerung, smarte Heizungen oder Überwachungskameras werden über andere Förderprogramme abgedeckt.

Welche Programme das sind, welche Smart-Home-Anwendungen genau gefördert werden, das findet ihr alles in dem Artikel: "Förderung für Smart Home: So kommt ihr an die Fördergelder".

Fördergelder für altersgerechtes Umbauen

Wenn ihr euer Haus oder eure Wohnung barrierefrei gestalten und altersgerecht umbauen wollt, dann könnt ihr auch dafür Fördermittel einstreichen. Allerdings könnt ihr nicht so einfach drauflos sanieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat ziemlich genau festgelegt, welche Umbaumaßnahmen zur Barrierereduzierung sie fördert.

Für diesen Umbau gibt es seitens der KfW entweder einen zinsgünstigen Kredit oder einen Zuschuss, den ihr nicht zurückzahlen müsst. Über die genauen Konditionen, wie ihr an die Fördermittel kommt und was ihr beachten solltet, das alles findet ihr in diesem Artikel: "Fördermittel für altersgerechtes Umbauen: So bekommt ihr die KfW-Förderung".

Barrierefreies Haus: Steuerung per Wandtaster
Beispiel für Barrierefreiheit: Türen, die sich per Taster öffnen und schließen lassen. © Arnt Haug

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