Baugenehmigungen in Deutschland rückläufig
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Wohnungsbauprämie: So kassiert ihr den Zuschuss

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Seit Anfang 2021 gibt es für Bausparer höhere staatliche Zuschüsse. Und das ist noch nicht alles. Künftig profitieren mehr Eigenheimbesitzer von dem Plus auf ihre Spareinlage. Denn auch die Einkommensgrenzen sind deutlich gestiegen.

An drei Stellschrauben hat die Politik gedreht, um mehr Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Mit Inkraftreten des neuen Wohnungsbauprämiengesetz im Januar 2021 kommen mehr Menschen in den Genuss der Wohnungsbauprämie, da die Einkommensgrenzen angehoben wurden.

Außerdem steigt die Zulage auf zehn Prozent der Sparleistung. Die dritte Änderung betrifft die Höhe des maximalen Förderbetrags. Unterm Strich sind also nicht nur mehr Menschen zulageberechtigt, sie bekommen auch eine deutlich höhere Förderung. Wenn das nicht drei gute Gründe sind, Bausparer zu werden.

Was ist die Wohnungsbauprämie?

Die Wohnungsbauprämie (WoP) ist eine staatliche Förderung. Seit 1952 bekommen Bausparer einen festgelegten Prozentsatz ihres jährlich gesparten Betrags vom Staat als Zulage. Damals wie heute will die Bundesregierung damit einen zusätzlichen Anreiz schaffen, für die eigenen vier Wände zu sparen und die Bedingungen zu verbessern, um Wohneigentum zu erwerben. Denn es ist so: Immer weniger junge Leute können sich Wohneigentum leisten. "Wohnen soll bezahlbar bleiben", so Horst Seehofer, Bundesminister des Inneren, Bau und Heimat.

Wer ist zulageberechtigt?

Wenn ihr euren ständigen Wohnsitz in Deutschland habt, mindestens 16 Jahre alt seid, euer Bausparvertrag eine Mindestlaufzeit von sieben Jahren hat und ihr mindestens 50 Euro jährlich spart, könnt ihr von der Wohnungsbauprämie profitieren.

Wer das Extra vom Staat kassieren will, muss außerdem unter einer gesetzlich festgelegten Einkommensgrenze liegen. Die Einkommensgrenzen wurden als Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum angehoben.

Singles dürfen nun 35.000 Euro und Verheiratete und Lebenspartner 70.000 Euro verdienen. Gemeint ist übrigens nicht das Bruttoeinkommen. Die Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen. Vom Brutto werden eine Reihe von Ausgaben abgezogen. Etwa Werbungskosten, Versicherungsbeiträge, Vorsorgeaufwendungen und Kinderfreibeträge. Wie hoch euer zu versteuerndes Einkommen im vergangenen Jahr war, könnt ihr auf eurem letzten Steuerbescheid sehen.

Wie hoch ist die Wohnungsbauprämie?

Ab 2021 liegt die Wohnungsbauprämie bei zehn Prozent. Und auch der maximale Förderbetrag wurde auf 700 Euro (beziehungsweise 1.400 Euro für Verheiratete) angehoben. Wer also jährlich mindestens in dieser Höhe in seinen Bausparvertrag eingezahlt hat, bekommt nun 70 Euro (beziehungsweise 140 Euro) oben drauf. Natürlich könnt ihr auch mehr sparen. Gefördert wird die höhere Sparleistung dann zwar nicht, ihr kommt aber schneller zu eurer Traumimmobilie.

  • Wohnungsbauprämie für Singles
  • bis 31.12.2020
  • seit 1.1.2021
  • Jährlich geförderte Sparleistung
  • 512 Euro
  • 700 Euro
  • Höhe der Prämie
  • 8,8 Prozent
  • 10 Prozent
  • Maximale Prämie
  • 45,06 Euro
  • 70 Euro
  • Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen)
  • 25.600 Euro
  • 35.000 Euro

  • Wohnungsbauprämie für Verheiratete/Verpartnerte
  • bis 31.12.2020
  • seit 1.1.2021
  • Jährlich geförderte Sparleistung
  • 1.024 Euro
  • 1.400 Euro
  • Höhe der Prämie
  • 8,8 Prozent
  • 10 Prozent
  • Maximale Prämie
  • 90,11 Euro
  • 140 Euro
  • Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen)
  • 51.200 Euro
  • 70.000 Euro

Lest hier, wie viel Haus ihr euch leisten könnt.

Wann bekommt ihr die Prämie nicht?

Ein Bausparvertrag hat in der Regel den Zweck, Eigenkapital für den Erwerb einer Immobilie aufzubauen. In Zeiten niedriger Zinsen nutzen ihn Anleger aber auch, um Vermögen für andere Zwecke zu sparen. Den Führerschein für den Nachwuchs, ein neues Auto oder eine große Reise. Das ist auch völlig in Ordnung.

Staatlich gefördert wird aber nur die Verwendung der Bausparsumme für wohnwirtschaftliche Zwecke. Wer also den Bausparvertrag nicht nutzt, um zu bauen, eine Immobilien zu kaufen oder zu renovieren, bekommt die staatliche Bausparprämie nicht ausgezahlt.

Unter 25? Dann gilt diese Einschränkung für euch nicht. Bausparer, die ihren Vertrag vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen haben, können das ersparte Geld aus einem (nicht mehreren!) Bausparvertrag auch anders verwenden. Und zwar samt Prämie! Diese wird dann entsprechend der geforderten Mindestlaufzeit für maximal sieben Jahre ausgezahlt.

Wie beantragt ihr die Wohnungsbauprämie?

In der Regel verschicken die Bausparkassen das Antragsformular automatisch mit der Jahresabrechnung an ihre Kunden. Einfach ausfüllen und zurücksenden. Noch einfacher ist es online. Bei einigen Bausparkassen findet ihr dazu ein Formular, das ihr direkt am Rechner ausfüllen könnt. Check: Auf der nächsten Jahresabrechnung müsste die staatliche Zulage dann auftauchen.

Neben der Wohnungsbauprämie gibt es noch zahlreiche weitere staatliche Förderungen für alle, die ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen wollen. Einen Überblick findet ihr hier:

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