Spli-Klimaanlage wird per Fernbedienung gesteuert
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Split-Klimaanlage: Ist Heizen mit Klimaanlage wirklich günstig?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Klimageräte sorgen nicht nur für Abkühlung an heißen Sommertagen. Auch im Winter sind sie nützlich: Eine Split-Klimaanlage eignet sich nämlich ebenso zum Heizen. Doch ist diese Lösung wirklich sinnvoll und vor allem günstig?

Angesichts steigender Energiekosten bereitet das Thema Heizen vielen Haushalten Kopfzerbrechen. Sparen, wo es nur geht, lautet die Devise für die kommende Heizperiode. In diesem Ratgeber beantworten wir die Frage, wie ihr eine Split-Klimaanlage zum Heizen nutzen könnt, welche Geräte sich dafür besonders gut eignen und was das Ganze kostet.

Ihr wollt direkt mit dem Energiesparen anfangen? Dann haben wir hier jede Menge Hilfestellungen für euch: Heizkosten sparen: 23 Tipps, wie ihr eure Heizkosten senken könnt

Was ist eine Split-Klimaanlage?

Eine Split-Klimaanlage ist, wie der Name vermuten lässt, gesplittet, also aufgeteilt. Sie besteht aus zwei Elementen: dem Innengerät im Haus und dem Außengerät außerhalb des Gebäudes.

Die Technik basiert auf einem geschlossenen Kreislauf. Dabei sind Innen- und Außengerät über eine Kühlmittelleitung miteinander verbunden. Achtung: Ein Wanddurchbruch ist nötig! Im Sommer saugt das Innengerät feucht-warme Raumluft ein. Flüssiges Kältemittel verdampft und entzieht der Umgebung Wärme. Über eine isolierte Rohrleitung wird das Gas nach draußen transportiert.

Im Außenbauteil wird das Kältemittel wieder verflüssigt und gibt dabei seine Wärme ab. Ein Kompressor pumpt das Mittel zurück ins Haus, wo es den Raum herunter kühlt. Bei Bedarf lässt sich dieser Kreislauf umkehren, so dass ihr mit ein und demselben Split-Gerät im Sommer für Kühlung sorgen und im Winter heizen könnt.

Split-Klimaanlagen sind anders als mobile Monoblock-Geräte fest verbaut. Neben Single-Split-Modellen für einen Raum gibt es Multi-Split-Anlagen mit mehreren Innengeräten. Damit lässt sich dann das gesamte Haus abkühlen oder im Winter beheizen.

Wenn ihr euch einen Überblick über Klimaanlagen verschaffen wollt, bekommt ihr in diesem Ratgeber alle nötigen Informationen: Klimaanlagen: Welche Klimageräte es gibt, um eure Wohnung abzukühlen

Wie funktioniert das Heizen mit einer Split-Klimaanlage?

Split-Klimaanlagen zum Heizen sind Luft-Luft-Wärmepumpen. Die Funktionsweise beim Heizen ist genau umgekehrt zur oben beschriebenen Kühlung: Das Außengerät nimmt kalte Außenluft auf. Darauf verdampft das Kältemittel, wird im Innengerät wieder flüssig und gibt die Wärme an den Raum ab. Beim Heizen mit einer Split-Klimaanlage werden zwei Drittel der Wärme aus der Energie der Außenluft gewonnen und etwa ein Drittel wird durch Strom erzeugt.

Leistung berechnen: Welche Klimaanlage eignet sich für welche Raumgröße?

Worauf muss ich beim Kauf einer Split-Klimaanlage zum Heizen achten?

Wenn ihr mit einer Split-Klimaanlage im Winter heizen wollt, achtet darauf, dass das Gerät mit Invertertechnik ausgestattet ist. Die Funktionsweise ist die gleiche wie bei herkömmlichen Split-Geräten. Der wesentliche Unterschied: Inverter-Klimaanlagen sind permanent in Betrieb, während normale Klimageräte üblicherweise nach dem On-Off-Prinzip arbeiten. Das heißt, die Anlage läuft jedes Mal mit 100 Prozent der Leistung, wenn die Raumtemperatur korrigiert werden muss. Das frisst jede Menge Energie.

Split-Klimaanlagen mit Invertertechnologie sind deutlich effizienter. Sie verfügen zusätzlich über einen Temperaturfühler und eine Steuerplatine. Darüber wird die Drehzahl der Anlage kontinuierlich stufenlos und automatisch angepasst. Das Gerät arbeitet mit einer geringeren Leistung und verbraucht entsprechend weniger Strom – rund 60 Prozent könnt ihr damit einsparen. Noch ein Pluspunkt: Inverter-Anlagen trocknen die Raumluft weniger stark aus, entfeuchten sie aber trotzdem zuverlässig.

Probleme mit trockener Raumluft? Lest hier weiter: Luftentfeuchter ohne Strom: Günstige & effektive Raumentfeuchter

Darüber hinaus solltet ihr beim Kauf einer Split-Klimaanlage zum Heizen auf folgende Punkte achten:

  • Leise im Betrieb: Split-Klimageräte haben einen schlechten Ruf, weil sie als extrem laut gelten. Soll euch die Anlage warm durch den Winter bringen, achtet also auf die Dezibelzahl (dB). Alles unter 50 dB wird als leise empfunden, unter 35 dB als nicht störend. Außen- und Innengerät sollten diese Grenzen also möglichst nicht überschreiten.
  • Einfache Montage: Grundsätzlich müssen Split-Klimageräte aufgrund des Kältemittels von einem Fachhandwerker montiert werden, was aufwändig und teuer ist. Inzwischen gibt es aber schon Inverter-Anlagen mit Schnellverschlüssen für die selbstständige Installation. Hierbei ist das Kühlmittel bereits eingefüllt und eine sichere Befestigung soll kein Problem sein.
  • Energieeffizienz: Werft einen Blick auf die Energieeffizienzklasse. Sie reicht bei Klimageräten noch von A+++ (sehr gut) bis G (sehr schlecht). Die neuen EU-Energielabels gibt es erst ab 2030. Aber Achtung: Das Label sagt nichts über den tatsächlichen Stromverbrauch aus, ist aber ein guter Hinweis auf die Energieeffizienz.
  • Per App steuerbar: Für eine bequeme Handhabung sollte die Split-Klimaanlage zum Heizen per App oder Fernbedienung steuerbar sein. Das ist bei den meisten modernen Geräten Standard.

Der nächste Sommer kommt! Hier sind die besten Klimaanlagen für die Wohnung.

Welche Split-Klimaanlage ist die beste?

Die Stiftung Warentest hat für die "test"-Ausgabe 06/2022 acht Single-Split-Klimaanlagen für größere Räume unter die Lupe genommen. Untersucht wurden dabei die Leistung, die Umwelteigenschaften sowie die Faktoren Handhabung und Sicherheit.

Sechs Split-Klimaanlagen konnten im Test mit einer guten Bewertung abschneiden. Testsieger sind mit der Gesamtnote "gut (2,0)" das Modell Perfera von Daikin und das Modell Xtreme Save Pro von Midea. Die Marke Daikin konnte auch schon im Vorjahrestest überzeugen.

Worauf die Stiftung Warentest hinweist: Bei allen Klimaanlagen kommt das Kältemittel R32 zum Einsatz, welches den Experten zufolge 675-mal schädlicher fürs Klima sein soll als CO2. Die Montage und Inbetriebnahme sollte immer durch einen Fachmann erfolgen.

Wie viel Strom verbraucht ein Split-Klimagerät?

Wie viel Strom ein Split-Klimagerät im Betrieb verbraucht, hängt von der Leistung, der Effizienz und der Anzahl der Betriebsstunden sowie von der Raumgröße ab.

Um den Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr zu berechnen, könnt ihr folgende Formel anwenden:

Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr = Elektrische Leistung in Kilowatt x tägliche Betriebszeit in Stunden x Betriebstage im Jahr

Tipp: Lest hier wie ihr eure Heizkosten Schritt für Schritt berechnen könnt.

Der Stromverbrauch richtet sich nach der elektrischen Leistung, die normalerweise in Kilowatt auf dem Gerät angegeben ist. In unserem Beispiel gehen wir von einer Split-Anlage mit Invertertechnik aus, die mit 450 Watt einen Raum beheizt. Läuft sie zehn Stunden an 180 Tagen im Jahr, liegt der Stromverbrauch bei 810 Kilowattstunden.

Die Betriebskosten betragen bei einem Strompreis von 42 Cent pro Kilowattstunde einen Betrag von circa 340 Euro im Jahr. Achtung: Die Anlage heizt in diesem Beispiel nur einen Raum. Für ein Einfamilienhaus kommen rund 1.500 Euro an Stromkosten zusammen.

Bedenkt außerdem: Eine Split-Klimaanlage ohne Invertertechnik verbraucht im Schnitt 60 Prozent mehr Strom.

Ihr wollt Strom sparen? Hier verraten wir euch alles, was ihr wissen müsst: Strom sparen: 13 Tricks, um eure Stromkosten zu senken

Was kostet Heizen mit Split-Klimaanlagen?

Wenn ihr wissen wollt, was Heizen mit einer Split-Klimaanlage unterm Strich kostet, müsst ihr nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die Anschaffungs- und Wartungskosten einkalkulieren.

Im Vergleich zu anderen Heizsystemen ist eine Split-Klimaanlage trotz aufwändiger Montage eher günstig. Ein Gerät, das allerdings auch nur einen Raum beheizt, kostet im Schnitt zwischen 700 und 2.800 Euro. Die Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus belaufen sich durchschnittlich auf 2.000 bis 6.000 Euro inklusive Anschaffung, Einbau und Inbetriebnahme.

Dazu kommt die jährliche Wartung für im Schnitt 150 bis 200 Euro.

Tipp: Eine Split-Klimaanlage zum Heizen ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die unter Umständen förderfähig ist. Lest mehr dazu hier: Staatliche Förderung für neue Heizung: So kommt ihr an den Zuschuss von BAFA und KfW

Weitere Tipps, Heizkosten zu sparen, findet ihr in "Richtig heizen: 5 einfache Regeln, die Geld sparen".

Fazit: Ist es sinnvoll, mit einer Split-Klimaanlage zu heizen?

Je weniger (gut isolierte!) Räume beheizt werden sollen, desto eher kann sich der Einsatz einer Split-Klimaanlage als Heizung lohnen. Auch in einem Ferienhaus kann diese Lösung durchaus sinnvoll sein. Das gilt vor allem dann, wenn ihr euren Strom über eine Photovoltaikanlage selbst produziert. Andernfalls nehmt ihr in Kauf, dass eure Stromkosten drastisch in die Höhe schießen, zumal ihr mit einer Klimaanlage keinen Anspruch auf preiswerteren Heizstrom habt.

Lest außerdem, ob ihr mit einer Umstellung auf Fernwärme Geld einsparen könnt.

Wenn ihr klimafreundlich und günstig heizen wollt, gibt es andere Heizungssysteme, die sinnvoller sind, wie die Wärmepumpe oder ein Pelletofen. Sie sind zwar teurer in der Anschaffung, aber unterm Strich günstiger im Betrieb und BAFA-förderfähig. Und eine Wärmepumpe könnt ihr übrigens im nächsten Sommer auch als Klimaanlage nutzen.

Ihr wollt euch über weitere Alternativen informieren? Dann könnte euch dieser Ratgeber interessieren: Alternative Heizsysteme: Was ist die beste Heiz-Alternative?

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