Frau schaltet Klimaanlage an
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Kühlleistung berechnen: Welche Klimaanlage eignet sich für welche Raumgröße?

Deborah Hucht

Deborah Hucht

Wie viel Watt oder BTU/h? Wir erklären euch, welche Kühlleistung eure Klimaanlage erbringen muss, damit ihr direkt das richtige Kühlgerät kauft.

Nicht erst seit der letzten Sahara-Hitze wisst ihr, dass ihr eine Klimaanlage benötigt. Doch welche Kühlleistung sollte diese erbringen, um eure Wohnung oder einzelne Räume abzukühlen? Bei Klimageräten findet ihr meist zwei Angaben: Wattzahl und BTU-Wert. Wir schlüsseln diese Begriffe für euch auf und zeigen, wie ihr die Kühlleistung berechnen könnt.

Auch lesenswert: "Klimagerät für die Wohnung: die besten Klimaanlagen für heiße Sommertage".

Was bedeutet die Angabe BTU bei einer Klimaanlage?

BTU ist die Abkürzung für British Thermal Unit. Sie beschreibt die Wärmeenergie, die es braucht, um ein (britisches) Pfund Wasser um ein Grad Fahrenheit zu erhitzen. Die Kühlleistung bei Klimaanlagen wird vollständig in BTU/h angegeben. 1.000 BTU/h entsprechen 293,71 Watt. Ihr könnt also von den Wattzahlen auf den BTU-Wert – und umgekehrt – schließen.

Welche Kühlleistung braucht eine Klimaanlage?

Um die Kühlleistung für einen Raum in Watt zu berechnen, solltet ihr die Wohnfläche kennen. Außerdem spielen die Wärmedämmung und Sonneneinstrahlung eine Rolle. Ihr multipliziert die Quadratmeterzahl mit einem Wert zwischen 60 bis 100. Je besser die Dämmung, desto geringer der Faktor. Zum Beispiel:

  • Gut gedämmt und wenig Sonne: Raumfläche in Quadratmetern x 60
  • Wenig gedämmt und viel Sonne: Raumfläche in Quadratmetern x 100

Mit dieser einfachen Rechnung erhaltet ihr die Kühlleistung in Watt, die eure Klimaanlage haben sollte. Wenn ihr den Wert in BTU/h umrechnen wollt, müsst ihr das Ergebnis durch 0,29371 teilen (1 BTU/h = 0,29371 Watt).

Formel zum Berechnen der Kühlleistung in Watt und BTU

Ein Beispiel: Ihr lebt in einer gut gedämmten Wohnung mit hoher Sonneneinstrahlung und benötigt eine Klimaanlage für euer Wohnzimmer. Der Raum hat eine Fläche von 25 Quadratmetern. Ihr rechnet in diesem Fall:

25 x 80 = 2.000 Watt

Euer mobiles Klimagerät sollte also 2.000 Watt haben. Wenn ihr den Wert in BTU/h umrechnen wollt, geht ihr wie folgt vor:

(2.000 / 293,71) x 1.000 = 6.809,44 BTU/h

Ihr benötigt eine Kühlleistung von etwa 6.800 BTU/h.

Personen und Computer schlagen sich auf die Kühlleistung nieder

Gut zu wissen: Halten sich mehrere Personen im Raum auf, den ihr kühlen wollt, benötigt die Klimaanlage eine höhere Kühlleistung. Zählt 200 Watt pro Person dazu. Auch Fernseher, Computer und andere elektrische Geräte sorgen dafür, dass die Klimaanlage mehr ackern muss. Hier geben euch die Angaben auf den einzelnen Wärmequellen Aufschluss darüber, wie ihr sie einberechnet. Der Klimarechner von klimaworld.com hilft euch, die richtige Wattzahl zu ermitteln.

  • Faktor
  • Kühlleistung
  • Personen im Raum
  • plus ca. 200 Watt pro Person
  • Elektrogeräte
  • entsprechend der Angaben auf Gerät
  • Fensterflächen, die der Sonne ausgesetzt sind
  • plus rund 150 Watt pro Quadratmeter trotz Innenjalousie
  • Außenwände/Dach
  • abhängig von Dämmwirkung
  • Raumhöhe
  • plus ca. 6 Watt pro 10 Zentimeter mehr Deckenhöhe

Faktoren, die neben der Raumgröße für die Kälteleistung einer Klimaanlage relevant sind

Hier findet ihr passende Geräte: Klimaanlage nachrüsten: 7 Geräte für heiße Tage

So könnt ihr einen Raum ohne Klimaanlage kühlen

An heißen Tagen könnt ihr die Raumtemperatur in Haus und Wohnung aber auch mit anderen Mitteln als einer Klimaanlage senken. Ihr könnt euch beispielsweise Abkühlung durch einen Ventilator verschaffen. Darüber hinaus habt ihr folgende Möglichkeiten:

  1. Stoßlüften: Wusstet ihr, dass richtiges Lüften euch manchmal eine Klimaanlage ersparen kann? Sorgt in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden für richtig Durchzug in der Wohnung.
  2. Verschattung: Dunkelt euer Haus oder eure Wohnung tagsüber ab. Rollläden, Jalousien oder spezielle Vorhänge halten die Sonnenstrahlen und damit die Hitze draußen. Auch Sonnenschutzfolien können durchaus helfen oder gleich eine Verglasung mit Sonnenschutzglas.
  3. Verzicht auf Wohntextilien: Verzichtet in der warmen Jahreszeit auf dicke Teppiche. Diese können Wärme nämlich richtig speichern – was sie an kalten Tagen zu kuscheligen Wohnaccessoires macht.
  4. Weniger elektrische Geräte: Schaltet Computer, Fernseher und Co. ganz aus. Der Stand-by-Modus frisst nicht nur Strom, er sorgt auch dafür, dass Wärme entsteht.
  5. Zimmerfarben: Setzt auf helle Farben, am besten Weiß oder sanfte Beige- und Grautöne. Gerade in sonnendurchströmten Zimmern wird die Hitze dann weniger gespeichert.
  6. Gründach: Eine Dachbegrünung oder Fassadenbegrünung hat nachweislich einen positiven Einfluss auf das Mikroklima in Städten. Auch eure Wohnung könnt ihr mit diesen zehn Pflanzen runterkühlen.

Ihr habt euch noch nicht entschieden, welche Klimaanlage es werden soll? Ob Monoblock-Klimagerät oder Splitgerät, wir haben die wichtigsten Vorteile und Nachteile für euch zusammengefasst.

Alternativen findet ihr auch in einem Luftkühler oder sogar in einer Wärmepumpe, die ihr als Klimaanlage nutzen könnt.

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