Monoblock- oder Splitklimageraet: Was ist besser?
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Modernisieren | Pro/Contra-Liste

Monoblock-Klimagerät oder Splitgerät – was ist besser?

Deborah Hucht

Die eigene Wohnung oder das Haus mit einer Klimaanlage nachrüsten – mit diesem Gedanken spielen viele Menschen in den heißen Monaten. Dafür gibt es vor allem zwei Optionen: Monoblock-Klimagerät oder Splitgerät. Wir erklären euch die Unterschiede – und wägen die Vorteile und Nachteile ab.

Schon gewusst? Ihr könnt euer Haus oder eure Wohnung auch mit einer Klimaanlage nachrüsten. Diese funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Wärmepumpen. Einziger Unterschied: Sie sind nicht an eure Heizungsanlage angeschlossen. Wir klären für euch: Monoblock-Klimagerät oder Splitgerät – was ist besser?

Was ist der Unterschied zwischen Splitgerät und Monoblock-Klimagerät?

Splitgeräte funktionieren als Zweiteiler: Die warme Raumluft wird innen angesaugt und durch ein Kältemittel abgekühlt. Die überschüssige Wärme wird dann durch eine Ventilator-Einheit nach draußen befördert.

Monoblock-Klimaanlagen ziehen die warme Raumluft an und geben sie über einen Abluftschlauch nach draußen ab. Heißt: Ihr hängt diesen ins Fenster oder verlegt ihn durch einen Türschlitz nach draußen.

Klimageräte im Vergleich

  • Vergleich
  • Splitgerät
  • Monoblock-Klimagerät
  • Anschaffungskosten
  • ca. 1.300 bis 2.800 Euro
  • ca. 300 bis 850 Euro
  • Stromkosten pro Jahr
  • ca. 25 bis 45 Euro
  • ca. 40 bis 90 Euro
  • Kühlleistung
  • Effizient, auch bei größeren Räumen
  • weniger effizient, warme Luft strömt von außen nach
  • Genehmigung
  • bauliche Veränderung – ggf. genehmigungspflichtig
  • keine bauliche Veränderung – Vermieter muss nicht zustimmen
  • Installation
  • aufwendig, nur vom Fachbetrieb
  • einfach aufstellen, anschließen, Schlauch rauslegen, los geht's
  • Kältemittel
  • meist umweltschädlich
  • oftmals besser, weil Kühlung mit Propan (R290)
  • Lautstärke
  • laute Teile außenliegend, kann für Nachbarn nervig sein
  • innen laut, kann beim Schlafen stören
  • Mobilität
  • fest verbaut
  • kann einfach versetzt werden
  • Steuerung
  • oft auch mit Smartphone (Vorkühlung möglich)
  • selten per App steuerbar
  • Heizung
  • möglich
  • nicht möglich

Quellen: eigene Recherchen, Stiftung Warentest

Splitgerät: Vorteile und Nachteile

Es gibt zwei Arten von Splitgeräten: Single-Splitgeräte und Multi-Splitgeräte. Letztere verfügen über mehrere Innenteile, die alle mit dem Außenteil verbunden sind. So könnt ihr mehrere Räume gleichzeitig kühlen.

Jetzt aber ganz allgemein: Der Vorteil von Splitgeräten ist, dass sie effizienter arbeiten, da sie bei geschlossenem Fenster funktionieren. Das bedeutet, dass ihr binnen weniger Minuten kühle Räume genießen könnt. Wegen der größeren Effizienz brauchen sie weniger Strom als Monoblock-Klimageräte.

Die Nachteile: Wenn ihr euer Zuhause mit einer solchen Klimaanlage nachrüsten wollt, benötigt ihr einen Fachhandwerker für die Installation – das dauert in der Regel länger und kostet auch mehr. Und: Die Kältemittel, die aus teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) bestehen, sind Klimakiller.

Handwerker bringt Split-Klimaanlage an.
Ein Teil einer Split-Klimaanlage muss außen angebracht werden – das kann nur ein Fachbetrieb machen. © Getty Images/iStockphoto

Eure Nachbarn könnten sich außerdem an dem Ventilatoren-Teil stören, denn es erzeugt bis zu 59 Dezibel. Nachts sollten die Splitgeräte deshalb nicht laufen. Achtung: Wohnt ihr zur Miete, müssen eure Vermieter dem Einbau eines Splitgerätes zustimmen.

Split-Klimaanlagen kosten zwischen 1.300 und 2.800 Euro – das ist deutlich mehr, als ihr für Monoblock-Klimageräte ausgeben müsst.

Splitgeräte im Test

In ihrer Ausgabe 7/2018 veröffentlichte Stiftung Warentest die Ergebnisse eines Klimaanlagen-Tests (Artikel kostenpflichtig). Testsieger bei den Splitgeräten wurde ein Modell von Panasonic – mit der Gesamtnote 2,5. Stolzer Preis: 2.500 Euro (inklusive Installation).

Nur unwesentlich schlechter bewertet, dafür 200 Euro günstiger: ein Splitgerät von Daikin, das ebenfalls aus Japan kommt.

Einen weiteren Test von Splitgeräten führte die Stiftung Warentest für die Juni-Ausgabe 2020 (Artikel kostenpflichtig) durch. Testsieger wurde das Modell FTXP25M5V1B (IG) - RXP25M 5V1B (AG) von Daikin für rund 1350 Euro. Es enthält die Gesamtnote "gut" (2,0) und kann besonders mit seiner Energieeffizienz punkten.

Monoblock-Klimagerät: Vorteile und Nachteile

Der Abluftschlauch von Monoblock-Klimageräten führt dazu, dass ihr immer auch wieder Wärme in den Raum lasst. Ein Nachteil, denn dadurch müssen die Geräte wiederum mehr arbeiten – und verbrauchen mehr Strom (siehe unten "Betriebskosten").

Ein weiterer Nachteil: Klimageräte erzeugen Lärm, ähnlich wie ein Kühlschrank. Bis zu 64 Dezibel laut brummen die Monoblöcke – schlafen werdet ihr dabei wohl nicht mehr sehr gut.

Der Vorteil solcher Fensterklima-Geräte: Ihr bekommt sie im Baumarkt, könnt sie aufstellen und zack ist euer Haus oder eure Wohnung bei heißen Temperaturen angenehm kühl. Die Kosten für Monoblöcke liegen deutlich unter denen für Splitgeräten: Ihr müsst mit etwas 350 bis 850 Euro rechnen.

Monoblock-Klimageräte im Test

Stiftung Warentest nahm auch Monoblock-Klimageräte unter die Lupe. Bei der Kühlleistung kam keines der getesteten Geräte über die Note 3,2 hinaus. Testsieger 2018 wurde ein Gerät von De'Longhi*.

Auch 2020 prüfte die Stiftung Monoblöcke. Das Urteil der Tester fällt jedoch vernichtend aus. Monoblöcke "pusten das Geld zum Fenster raus", lautet das Fazit. Testsieger wurde ebenfalls ein Gerät von De'Longhi, allerdings mit der Note 3,5 – gerade noch befriedigend. Alle anderen geprüften Geräte erreichten maximal ein ausreichend.

Monoblock-Klimagerät mit Abluftschlauch
Ein Mono-Klimagerät wie dieses Modell von AEG sorgt relativ unkompliziert für Abkühlung in der Wohnung. © AEG

Tipps zu Betriebskosten, Standort, Kältemittel und Alternativen

Wenn draußen die Luft vor Hitze flimmert und sich drinnen die Räume erhitzen, ist nachvollziehbar, dass ihr eure Wohnung mit einer Klimaanlage nachrüsten wollt. Bevor ihr aber voreilig ein x-beliebiges Modell kauft, solltet ihr noch an Betriebskosten, Standort, Kältemittel und mögliche Alternativen denken.

Betriebskosten einer Klimaanlage

Ob mobiles Monoblock-Klimagerät oder Splitgeräte – beide Versionen verbrauchen einiges an Strom. Achtet beim Kauf unbedingt auf die Energieeffizienzklasse. Die Leistung ("Watt-Angabe") sollte euch auch interessieren: Je höher diese Zahl ist, desto leistungsstärker ist der Apparat – verbraucht dann aber auch mehr Strom.

Zum Stromverbrauch gibt es verschiedene Berechnungen, die stark von Region, durchschnittlicher Zimmertemperatur (vorher und nachher), Raumgröße und Gerät abhängen.

Hier ein Beispiel: Um einen 25 Quadratmeter großen Raum zu temperieren, kann man bei einem intensiven Gebrauch des Monoblock-Klimageräts (2500 Watt Kühlleistung) mit rund 240 Kilowattstunden rechnen. Viel Strom wird außerdem quasi verschwendet, da durch den Spalt im Fenster für den Schlauch ständig neue warme Luft in die Räume strömt. Zudem erheizt sich der Abluftschlauch und sorgt auch dadurch für eine höhere Temperatur.

Ein Splitgerät ist auch bei intensivem Einsatz sparsamer, hier sind es rund 130 Kilowattstunden. Die Geräte verbrauchen außerdem bei einer deutlich höheren Leistung weniger Strom.

Strom ist in Deutschland sehr teuer, der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde liegt für Privatverbraucher bei rund 30 Cent. Daraus ergeben sich bei einer durchschnittlichen Monoblock-Klimaanlage jährliche Stromkosten von 72 Euro, beim Splitgerät sind es 39 Euro.

Standort der Klimaanlagen

Um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben, solltet ihr einen geeigneten Standort wählen. Stellt die mobilen Geräte deshalb unbedingt außerhalb direkter Sonneneinstrahlung auf. Und ihr solltet vermeiden, sie zu dicht an Hitzeproduzenten wie Rechner, Fernseher und andere zu installieren.

Umweltverträgliches Kältemittel

Monoblöcke verbrauchen zwar einiges mehr an Strom, Splitgeräte sind aber aufgrund der Kältemittel in der Regel auch nicht gerade klimafreundlich. Achtet darauf, dass diese ökologisch gut verträglich sind.

Umweltverträgliche Kältemittel sind beispielsweise Propan (R290) oder Ammoniak (R717).

Alternativen zu Monoblock-Klimagerät und Splitgerät

Bevor ihr zu einem Klimagerät greift, solltet ihr prüfen, ob ihr nicht auf eine andere Art eure Räume herunterkühlen könnt:

Neben den Klimageräten, die mit Kältemitteln arbeiten, gibt es noch die Luftkühler, auch Aircooler genannt. Diese arbeiten statt mit einem Kühlmittel mit Wasser oder Eis. Sie sind nicht so effizient wie die Monoblock- oder Split-Klimageräte, aber ebenfalls eine Überlegung wert.

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