Frau schaltet Klimaanlage an
© iStock/Getty Images/Aja Koska

Modernisieren | Pro/Contra-Liste

Monoblock-Klimagerät oder Splitgerät - Vorteile, Nachteile, Kosten

Deborah Hucht

Deborah Hucht

Die eigene Wohnung oder das Haus mit einer Klimaanlage nachrüsten – mit diesem Gedanken spielen viele Menschen in den heißen Monaten. Dafür gibt es vor allem zwei Optionen: Monoblock-Klimagerät oder Splitgerät. Wir erklären euch die Unterschiede – und wägen die Vorteile und Nachteile ab.

Schon gewusst? Ihr könnt euer Haus oder eure Wohnung auch mit einer Klimaanlage nachrüsten. Diese funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Wärmepumpen. Einziger Unterschied: Sie sind nicht an eure Heizungsanlage angeschlossen. Wir klären für euch: Monoblock-Klimagerät oder Split-Klimaanlage – was ist besser?

Was ist der Unterschied zwischen Splitgerät und Monoblock-Klimagerät?

Splitgeräte funktionieren als Zweiteiler: Die warme Raumluft wird innen angesaugt und durch ein Kältemittel abgekühlt. Die überschüssige Wärme wird dann durch eine Ventilator-Einheit nach draußen befördert.

Monoblock-Klimaanlagen ziehen die warme Raumluft an und geben sie über einen Abluftschlauch nach draußen ab. Heißt: Ihr hängt diesen ins Fenster oder verlegt ihn durch einen Türschlitz nach draußen.

Klimageräte im Vergleich

  • Vergleich
  • Splitgerät
  • Monoblock-Klimagerät
  • Anschaffungskosten
  • ca. 700 bis 2.800 Euro
  • ca. 250 bis 850 Euro
  • Stromkosten pro Jahr
  • ca. 25 bis 60 Euro
  • ca. 45 bis 140 Euro
  • Kühlleistung
  • Effizient, auch bei größeren Räumen
  • weniger effizient, warme Luft strömt von außen nach
  • Genehmigung
  • bauliche Veränderung – ggf. genehmigungspflichtig
  • keine bauliche Veränderung – Vermieter muss nicht zustimmen
  • Installation
  • aufwendig, nur vom Fachbetrieb
  • einfach aufstellen, anschließen, Schlauch rauslegen, los geht's
  • Kältemittel
  • meist umweltschädlich
  • oftmals besser, weil Kühlung mit Propan (R290)
  • Lautstärke
  • laute Teile außenliegend, kann für Nachbarn nervig sein
  • innen laut, kann beim Schlafen stören
  • Mobilität
  • fest verbaut
  • kann einfach versetzt werden
  • Steuerung
  • oft auch mit Smartphone (Vorkühlung möglich)
  • selten per App steuerbar
  • Heizung
  • möglich
  • nicht möglich

Quellen: eigene Recherchen, Stiftung Warentest

Splitgerät: Vorteile und Nachteile

Es gibt zwei Arten von Splitgeräten:

  • Single-Splitgeräte
  • Multi-Splitgeräte

Letztere verfügen über mehrere Innenteile, die alle mit dem Außenteil verbunden sind. So könnt ihr mehrere Räume gleichzeitig kühlen.

Schnelle und effiziente Kühlung

Der Vorteil von Splitgeräten ist, dass sie effizienter arbeiten, da sie bei geschlossenem Fenster funktionieren. Das bedeutet, dass ihr binnen weniger Minuten kühle Räume genießen könnt. Wegen der größeren Effizienz brauchen sie weniger Strom als Monoblock-Klimageräte.

Aufwändige Installation und klimaschädlich

Die Nachteile: Wenn ihr euer Zuhause mit einer solchen Klimaanlage nachrüsten wollt, benötigt ihr einen Fachhandwerker für die Installation – das dauert in der Regel länger und kostet auch mehr. Und: Die Kältemittel, meist R32, belasten das Klima bei einem Austritt 675-mal stärker als Kohlen­dioxid, sind also wahre Klimakiller.

Laut und nicht überall einbaubar

Eure Nachbarn könnten sich außerdem an dem Ventilatoren-Teil stören, denn es erzeugt bis zu 59 Dezibel. Nachts sollten die Splitgeräte deshalb nicht laufen. Achtung: Wohnt ihr zur Miete, müssen eure Vermieter dem Einbau eines Splitgerätes zustimmen. Und wenn ihr in einem Haus lebt, das unter Denkmalschutz steht, dann könnte die Denkmalschutzbehörde euch ein Splitgerät als Klimaanlage versagen.

Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass ihr das Außenteil mit dem Kompressor nicht an der Fassade anbringt, sondern auf dem Balkon aufstellt – vorausgesetzt, dieser ist groß genug. Das ist einfacher und billiger als die Montage an der Fassade.

Splitgeräte sind teuer

Split-Klimaanlagen kosten zwischen 700 und 2.800 Euro – das ist deutlich mehr, als ihr für Monoblock-Klimageräte ausgeben müsst. Für gute Geräte müsst ihr allerdings meist über 2.000 Euro berappen. Dazu kommen Kosten für Installation und Entsorgung, die nur durch Fachleute erfolgen dürfen.

Handwerker bringt Split-Klimaanlage an.
Ein Teil einer Split-Klimaanlage muss außen angebracht werden – das kann nur ein Fachbetrieb machen. © Getty Images/iStockphoto

Split-Klimaanlage: Das sind die Testsieger bei Stiftung Warentest

In ihrer Ausgabe 6/2021 veröffentlichte die Stiftung Warentest die Ergebnisse eines Klimaanlagen-Tests (Artikel kostenpflichtig). Testsieger bei den Splitgeräten ist das Gerät FTXJ35MW / RXJ35M von Daikin. Es kostet 2.540 Euro. Auch das Toshiba-Gerät RAS-13PAVPG-E / RAS-13PKVPG-E für 2.170 Euro und das Mitsub­ishi-Modell MSZ EF35VGKW / MUZ EF35VG für 2.520 Euro sind gut.

Klimaanlage Daikin FTXJ35MW / RXJ35M bei Amazon bestellen* (Anzeige)

Einen weiteren Test von Splitgeräten führte die Stiftung Warentest für die Juni-Ausgabe 2020 (Artikel kostenpflichtig) durch. Testsieger wurde das Modell FTXP25M5V1B (IG) - RXP25M 5V1B (AG) von Daikin für rund 1.350 Euro. Es enthält die Gesamtnote "gut" (2,0) und kann besonders mit seiner Energieeffizienz punkten.

Monoblock-Klimagerät: Vorteile und Nachteile

Der Vorteil solcher Fensterklima-Geräte: Ihr bekommt sie im Baumarkt, könnt sie aufstellen und zack ist euer Haus oder eure Wohnung bei heißen Temperaturen angenehm kühl.

Günstig und umweltfreundlicher

Monoblock Klimageräte kühlen mit Propan (R290), das dem Klima deutlich weniger schadet als das Kälte­mittel in Splitgeräten.

Die Kosten für Monoblöcke liegen deutlich unter denen für Splitgeräten: Ihr müsst mit etwa 250 bis 850 Euro rechnen.

Monoblocks sind nicht sehr effizient

Der größte Nachteil eines Monoblock-Klimageräts ist seine Ineffizienz. Diese hängt mit der Bauweise zusammen. Die Geräte saugen Luft an, die sie gekühlt zurück ins Zimmer pusten. Die entzogene Wärme transportieren sie dann durch einen Abluftschlauch nach draußen. Dabei entsteht ein Unterdruck. Dieser lässt warme Außenluft ins Zimmer strömen.

Eine Fens­ter­abdichtung würde zwar ein wenig helfen, aber dennoch würde an anderen Stellen durch den Unterdruck warme Luft in die Wohnung strömen.

Zudem erhitzt die warme Luft auf dem Weg nach draußen den Abluft­schlauch. Das macht ihn zu einer zusätzlichen Wärmequelle – vor allem dann, wenn das Gerät nicht am Fenster, sondern tiefer im Raum stehen soll, etwa am Bett.

Deshalb dauert es sehr lange, bis die Monoblock Klimageräte einen Raum herunterkühlen. Ihre Kühlleistung ist auch recht begrenzt. Dazu verbrauchen die Geräte viel Strom im Vergleich zu ihrer Kälte­leistung.

Laute Geräusche

Ein weiterer Nachteil: Monoblock Klimageräte erzeugen Lärm, ähnlich wie ein Kühlschrank. Bis zu 64 Dezibel laut brummen die Monoblöcke – schlafen werdet ihr dabei wohl nicht mehr sehr gut.

Monoblock-Klimageräte im Test

Die Stiftung Warentest nahm auch Monoblock-Klimageräte unter die Lupe. Das Urteil der Tester fiel bei einem Test 2020 vernichtend aus. Monoblöcke "pusten das Geld zum Fenster raus", lautet das Fazit. Testsieger wurde ein Gerät von De'Longhi, der Pinguino PAC N90ECO* (Anzeige) für rund 550 Euro. Allerdings mit der Note 3,5 – gerade noch befriedigend. Alle anderen geprüften Geräte erreichten maximal ein ausreichend.

Auch im Test 2021 konnte kein Monoblock Klimagerät empfohlen werden. Alle fünf Geräte erhielten nur die Note "ausreichend".

Monoblock-Klimagerät mit Abluftschlauch
Ein Mono-Klimagerät wie dieses Modell von AEG sorgt relativ unkompliziert für Abkühlung in der Wohnung. © AEG

Tipps zu Betriebskosten, Standort, Kältemittel von Klimaanlagen

Wenn draußen die Luft vor Hitze flimmert und sich drinnen die Räume erhitzen, ist nachvollziehbar, dass ihr eure Wohnung mit einer Klimaanlage nachrüsten wollt. Bevor ihr aber voreilig ein x-beliebiges Modell kauft, solltet ihr noch an Betriebskosten, Standort, Kältemittel und mögliche Alternativen denken.

Betriebskosten einer Klimaanlage

Ob mobiles Monoblock-Klimagerät oder Splitgeräte – beide Versionen verbrauchen einiges an Strom. Achtet beim Kauf unbedingt auf die Energieeffizienzklasse. Die Leistung ("Watt-Angabe") sollte euch auch interessieren: Je höher diese Zahl ist, desto leistungsstärker ist der Apparat – verbraucht dann aber auch mehr Strom.

Zum Stromverbrauch gibt es verschiedene Berechnungen, die stark von Region, durchschnittlicher Zimmertemperatur (vorher und nachher), Raumgröße und Gerät abhängen.

Hier ein Beispiel: Um einen 25 Quadratmeter großen Raum zu temperieren, kann man bei einem intensiven Gebrauch des Monoblock-Klimageräts (2.500 Watt Kühlleistung) mit rund 240 Kilowattstunden rechnen. Viel Strom wird außerdem quasi verschwendet, da durch den Spalt im Fenster für den Schlauch ständig neue warme Luft in die Räume strömt. Zudem erhitzt sich der Abluftschlauch und sorgt auch dadurch für eine höhere Temperatur.

Ein Splitgerät ist auch bei intensivem Einsatz sparsamer, hier sind es rund 130 Kilowattstunden. Die Geräte verbrauchen außerdem bei einer deutlich höheren Leistung weniger Strom.

Strom ist in Deutschland sehr teuer, der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde liegt für Privatverbraucher bei knapp 32 Cent. Daraus ergeben sich bei einer durchschnittlichen Monoblock-Klimaanlage jährliche Stromkosten von 75 Euro, beim Splitgerät sind es 40 Euro.

Standort der Klimaanlagen

Um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben, solltet ihr einen geeigneten Standort wählen. Stellt die mobilen Geräte deshalb unbedingt außerhalb direkter Sonneneinstrahlung auf. Und ihr solltet vermeiden, sie zu dicht an Hitzeproduzenten wie Rechner, Fernseher und anderen zu installieren.

Umweltverträgliches Kältemittel

Monoblöcke verbrauchen zwar einiges mehr an Strom, Splitgeräte sind aber aufgrund der Kältemittel in der Regel auch nicht gerade klimafreundlich. Achtet darauf, dass diese ökologisch gut verträglich sind.

Umweltverträgliche Kältemittel sind beispielsweise Propan (R290) oder Ammoniak (R717).

Die richtige Kühlleistung

Wichtig bei der Wahl eines Klimageräts ist auch die richtige Kühlleistung, damit die Klimaanlage den Raum auch wie gewünscht abkühlen kann. Wie ihr diese richtig berechnet und was die Wattzahl und der BTU-Wert bedeuten, erklären wir in unserem Artikel "Kühlleistung berechnen: Welche Klimaanlage eignet sich für welche Raumgröße?".

Alternativen zu Monoblock-Klimagerät und Split-Klimaanlage

Bevor ihr zu einem Klimagerät greift, solltet ihr prüfen, ob ihr nicht auf eine andere Art eure Räume herunterkühlen könnt:

Neben den Klimageräten, die mit Kältemitteln arbeiten, gibt es noch die Luftkühler, auch Aircooler genannt. Diese arbeiten statt mit einem Kühlmittel mit Wasser oder Eis. Sie sind nicht so effizient wie die Monoblock- oder Split-Klimageräte, aber ebenfalls eine Überlegung wert.

Übrigens: Eine gut gedämmte Wohnung sorgt nicht nur im Winter für warme Räume, sie verhindert auch, dass sich eure Wohnung oder euer Haus im Sommer stark aufheizen. Wenn ihr nachträglich dämmen wollt, könnt ihr das unter Umständen finanziell vom Staat fördern lassen.

Unser abschließender Tipp: Ihr wollt viel mehr modernisieren als nur die Klimaanlage? Unsere Wohnglück-Experten beraten euch zu Modernisierungsmaßnahmen vor Ort. Jetzt kostenloses Gespräch vereinbaren!

*Produkthinweise erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Durch die von uns platzierten Affiliate-Links bekommen wir bei Kaufabschluss einen kleinen Anteil der Provision.

Lies noch mehr…