Solar-Rolladen: Doppel-Dachfenster, auf das die Sonne scheint
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Modernisieren | Ratgeber

Solar-Rollladen: So funktionieren elektrische Rollläden mit Sonnenkraft

Dirc Kalweit

Ein Solar-Rollladen ist eine interessante Alternative zu herkömmlichen, elektrisch betriebenen Rollläden. Wir haben uns die Technik, die Vorteile und Nachteile sowie die Kosten angeschaut.

Einen Solar-Rollladen kennen die meisten wahrscheinlich bei schrägen Dachfenstern. Aber auch für normale, senkrechte Fenster werden solarbetriebene elektrische Rollläden angeboten. Wie diese funktionieren, welche Vorteile und Nachteile sie haben und was sie kosten, das erfahrt ihr hier.

Dachflächenfenster mit solarem Motorantrieb
Gerade bei Dachflächenfenstern eignen sich solar betriebene Rollläden wegen der etwas schwierigeren Einbausituation besonders gut. © Velux

Wie funktioniert ein Solar-Rollladen?

Normale elektrische Rollläden benötigen Strom, um rauf- und runterzufahren. Dafür braucht es normalerweise eine Verbindung per Kabel zum Hausstrom.

Solar-Rollläden holen sich ihren Betriebsstrom dagegen von der Sonne. Dabei nehmen kleine Solarzellen die Sonnenenergie auf und wandeln diese in elektrische Antriebsenergie um. Das funktioniert auch bei Dunkelheit, denn: Die gewonnene Energie lässt sich in einem zum Rollladen-System dazugehörigen Akku speichern. Der leitet die Energie nur bei Bedarf zum Rollladen-Motor weiter.

Solar-Rollläden sind also elektrische Rollläden, die statt mit dem Hausstrom mit Sonnenenergie angetrieben werden.

Solar-Rollladen: Die Vorteile

Sonnenstrom statt Hausstrom. Mit diesem Prinzip ergeben sich bei solar betriebenen Rollläden einige Vorteile:

  • Einfache Installation: Statt zu bohren und Kabel zu verlegen wird nur der Rollladen samt Kasten installiert.
  • Keine Wärmebrücken durch falsche Installation.
  • Keine zusätzlichen Stromkosten.
  • Funktioniert dank des Akkus auch bei Stromausfall.
  • Weniger CO2-Emissionen.

Der größte Vorteil ist, dass ihr bei einer Nachrüstung nicht bohren müsst. Bei einer extra Verkabelung wird fast immer zwangsläufig auch gebohrt. Die Arbeit und der damit verbundene Lärm und Dreck fällt bei der Installation eines Solar-Rollladens weg.

Solar-Rollladen: Die Nachteile

Dem Vorteil der einfacheren Installation stehen aber auch ein paar Nachteile gegenüber:

  • Höhere Kosten: Solar-Rolladen sind in der Regel teurer als herkömmliche elektrische Rollläden.
  • Zuviel Schatten von Balkonen, Bäumen oder Dachvorsprüngen schränken die Funktion entscheidend ein.
  • Das Solarpanel benötigt bei manchen Modellen eine zusätzliche Befestigung.
  • Solare Rollläden sind manchmal eingeschränkter in den Funktionen (zum Beispiel bei der Smart Home-Einbindung).
  • Defekte Akkus oder Solarpanels sind beim Austausch oft ziemlich teuer.
Solar betriebener Rollladen an einer Außenfassade
Bei einigen Herstellern (hier: Somfy) lässt sich das Solarpanel am Rollladenkasten oder alternativ an der Fassade befestigen. © Somfy / Fotolia © ThomBal

Das ist wichtig beim Kauf eines Solar-Rollladens

Solare Rollläden beziehen ihre Energie aus der Kraft der Sonne. Deshalb sind hier zwei Komponenten von entscheidender Bedeutung: Die Solarzellen, mit der Sonnenlicht in Energie umgewandelt wird. Und der Akku, der diese Energie speichert und dafür sorgt, dass die Rollläden auch bei Dunkelheit funktionieren.

Die Solarzellen beziehungsweise das Solarpanel, in dem die Zellen verbaut sind, werden entweder frei an der Wand oder auf dem Dach befestigt. Oder es ist bereits im Rollladenkasten vormontiert. Letzteres ist die wesentlich bequemere Variante.

Der Akku selbst ist in der Regel ebenfalls im Rollladenkasten mit verbaut. Es gibt zwar auch Modelle, bei denen der Akku außerhalb liegt und im Hausinneren platziert wird. Das ist jedoch sehr unvorteilhaft, denn in diesem Fall müssen Akku und Rolllademotor wieder (per Kabel) miteinander verbunden werden.

Liegen Solarpanel und Akku im Rollladenkasten, dann sind sie auch Wind und Wetter ausgesetzt. Insbesondere Akkus mögen aber keine großen Temperaturschwankungen. Achtet beim Kauf deshalb auf einen möglichst robusten, leistungsstarken Akku. Fragt nach, bis zu welchen Minustemperaturen er ausgelegt ist. Auch wichtig: Im Fall der Fälle solltet ihr den Akku selbst tauschen können. Richtig komfortabel wird es, wenn sich der (entladene) Akku extern wieder aufladen lässt.

Auch die Qualität des Solarpanels spielt eine wichtige Rolle. Sowohl dauernde, direkte Sonneneinstrahlung als auch zu viel Schatten schränken dessen Funktionalität auf Dauer ein. In der Regel sind Solarzellen heutzutage technisch aber so ausgereift, dass sie auch in Regionen mit relativ wenig Sonnenstunden gut funktionieren. Ein Anhaltspunkt für die richtige Wahl: Die Leistung des Panels sollte mindestens drei Watt betragen.

Check: Die wichtigsten Kaufkriterien für einen gute Solar-Rollladen

  • Ist der Akku im Rollladenkasten verbaut? Außerhalb liegende Akkus sind nicht empfehlenswert.
  • Bis zu welcher Minustemperatur ist der Akku ausgelegt?
  • Lässt sich der Akku leicht selbst austauschen?
  • Lässt sich der Akku eventuell auch separat wieder aufladen?
  • Hat das Solarpanel eine ausreichende Leistung?
  • Wie zuverlässig arbeiten die Solarzellen bei Beschattung?
  • Lassen sich Akku und Solarpanel auch separat austauschen (modulares System)?
  • Wie lange ist die Garantie auf diese Teile? Und was kostet ein Austausch?
Solar-Rollladen: Detailansicht der im Rahmen verbauten Solarzellen
In den allermeisten Fällen sind die Solarzellen bereits im Rahmen mit verbaut. © Velux

Was kosten Solar-Rollläden?

Was so ein Solar-Rollladen kostet, hängt natürlich immer von den Maßen und der Ausführung ab (Kastenart, einbruchhemmend, mit Insektenschutz, Sonderfarbe und so weiter).

Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Im Aufbau sind herkömmliche elektrische Rollläden und Solar-Rollläden nahezu gleich. Den Unterschied machen Akku und Solarpanel. Die sollten möglichst hochwertig sein – und das kostet Geld.

Bei Dachschrägen liegen die Mehrkosten für einen solarbetriebenen Rollladen im Vergleich zum herkömmlichen, kabelgebundenen Rollladen bei rund 300 Euro Minimum. Bei vertikalen Fenstern beträgt der Aufpreis in der Regel mindestens 400 Euro.

Fazit: Für wen lohnt sich der Einbau von Solar-Rollladen?

Solare Fensterläden haben sich dank ausgereifter Technik und unkompliziertem Einbau am Markt bewährt. Einzig der Mehrpreis im Vergleich zu Rollläden, die mit Hausstrom betrieben werden, schreckt den einen oder anderen noch ab. Denn durch die gesparten Stromkosten gleicht sich der Aufpreis bestimmt nicht aus.

Gerade bei der Nachrüstung können sich diese Mehrkosten aber lohnen. Zum Beispiel bei Altbauten, wenn die Verbindung zur bestehenden Elektrik schwierig ist. Oder auch bei neuen Häusern, wenn die Dämmung nicht beschädigt werden soll. Oder einfach dann, wenn ihr keine Lust auf den Mehraufwand durch Bohren und Verlegen der Leitung habt.

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