Mann montiert Rollladen
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Modernisieren | Ratgeber

Rollladensicherung: Maximaler Einbruchschutz durch Rollläden

Katharina Schneider

Rollläden – das denken viele – bieten Fenstern einen zusätzlichen Schutz vor Einbrechern. Das ist falsch, ein herkömmlicher Rollladen lässt sich meist einfach überwinden. Soll er Einbrecher abhalten, dann müsst ihr ihn sichern oder zu einbruchhemmenden Rollläden greifen.

Ein herkömmlicher Rollladen soll vor Sonne schützen und lässt sich von Einbrechern meistens einfach überwinden. "Rollläden allein bieten keinen Schutz vor Einbrechern", sagt Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Dennoch gibt es einfache und wirksame Maßnahmen zur Rollladensicherung, die von der Polizei empfohlen werden.

Aber das Wichtigste vorweg: "Die Sicherung von Fenstern und Türen ist Voraussetzung für einen guten Einbruchschutz", sagt Schmidt. Bevor ihr euer Geld also in neue einbruchhemmende Rollläden steckt, ist es ratsam, zuerst die Fenster sicher zu machen. Mehr dazu hier: Fenstersicherung: Wie Fenster maximalen Einbruchschutz bieten

Ist euer Rollladen einbruchsicher?

Um herauszufinden, wie gut euer Rollladen gegen Einbrecher schützt, könnt ihr zunächst einmal selber in die Rolle des Eindringlings schlüpfen. Ihr versucht einfach, den geschlossenen Rollladen von außen hochzuschieben. Wenn das klappt, bietet er keinen Schutz vor Einbrechern. "Häufig können Roll- und Klappläden durch einfaches Hochschieben oder Aufhebeln relativ leicht überwunden werden", sagt Kriminaloberrat Schmidt.

Außerdem kann euch ein einfacher Test zeigen, wie stabil der Rollladen ist: Ihr drückt einfach mit der Handfläche in die Mitte des Rollladens. Gibt er dem Druck leicht nach, dann ist er auch für Einbrecher kein Hindernis. Viele Rollläden bestehen aus Kunststoff. Das Material ist weit weniger widerstandsfähig als Rollläden aus Holz, Stahl oder Aluminium.

Rollladensicherung nachrüsten

Schmidt empfiehlt, wenn der Rollladen die Tests nicht übersteht, ihn zumindest gegen das einfache Hochschieben oder Aufhebeln mit mechanischen Zusatzsicherungen auszurüsten. Das solltet ihr bei allen Rollläden machen, die ebenerdige Fenster schützen, aber auch bei denen, die zum Beispiel an Fenstern an Balkonen angebracht sind, auf die Einbrecher gelangen können.

Wenn ihr eure Rollläden nachrüsten wollt, habt ihr mehrere Möglichkeiten:

Klemmsicherungen

Klemmsicherungen verhindern, dass Einbrecher die geschlossenen Rollläden einfach hochschieben können. Sie lassen sich oft ohne Bohren montieren. Je ein Verschluss wird dabei rechts und links zwischen Rollladen und Führungsschiene geschoben und durch eine Schraube verspannt. Solche Klemmsicherungen bekommt ihr schon für 10 bis 20 Euro.

Zusätzliche Maßnahmen

Zusätzlich könnt ihr auch auf einen neuen, verstärkten Rollkasten oder verstärkte Führungsschienen setzen. Auch die Möglichkeit, den Schlussstab des Rollladens auszutauschen, gibt es. Das verhindert, dass der Einbrecher die Jalousie einfach herausreißen kann. Ob diese Maßnahmen jedoch überhaupt durchführbar oder sinnvoll sind, hängt von eurem Rollladen ab. Dafür – wie auch für die Montage – solltet ihr unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen.

Automatische Sicherung

"Am besten eignen sich automatisch wirkende Sicherungen", sagt Schmidt. Diese Sicherungen verhindern ebenfalls ein Aufschieben von außen, ermöglichen aber außerdem das automatische Öffnen und Schließen der Rollläden. Diese Variante fährt, je nachdem wie die Bewohner es festgelegt haben, ab einer bestimmten Uhrzeit oder Dunkelheit automatisch herunter. So sieht euer Haus – auch wenn ihr für längere Zeit verreist seid – bewohnt aus. Das schreckt Einbrecher ebenfalls ab.

Für eine Automatisierung eurer Rollläden müsst ihr rund 300 Euro pro Rollladen rechnen.

Wirksamer Einbruchschutz: Einbruchhemmender Rollladen

Wenn ihr neu baut oder eure Rollläden sich nicht mit sichernden Maßnahmen nachrüsten lassen, dann könnt ihr auf spezielle einbruchhemmende Rollläden setzen. Die leisten den Tätern mehr Widerstand und setzen stärkere Werkzeuge voraus, um sie zu überwinden Und das kostet Einbrecher das, was sie am wenigsten haben: Zeit. Die meisten Einbrecher benötigen nur wenige Sekunden, um in Häuser und Wohnungen zu gelangen. Werden sie zu lange aufgehalten, dann ist die Chance groß, dass sie von ihrem Vorhaben ablassen. Denn je mehr Zeit vergeht, desto höher ist für die Diebe das Risiko, entdeckt zu werden.

Experten unterziehen einbruchhemmende Rollläden daher einem Einbrecher-Praxistest. Dem müssen sie eine gewisse Zeit standhalten. Die Polizei empfiehlt eine Zertifizierung nach DIN EN 1627. Privathaushalte sollten mindestens auf die Widerstandsklasse (kurz RC vom englischen Resistance Class) RC 2 setzen.

Einbruchhemmende Rollläden nach DIN EN 1627 haben bestimmte Eigenschaften:

  • Widerstandsfähiges Material der Rolladen-Elemente: Geprüfte Rollläden bestehen aus Metall, häufig aus Aluminium mit Hartschaumkern oder Edelstahl.
  • Verstärkte Führungsschiene: Viele herkömmliche Rollläden lassen sich leicht aus der Führungsschiene hebeln und können von Einbrechern so schnell überwunden werden. Bei einbruchhemmenden Rollläden gelingt das nicht. Außerdem ist die Schiene durch eine Verstärkung gegen Demontage geschützt.
  • Geschützter Rollkasten: Ist der Rollkasten gesichert, können Einbrecher den Rollladen nicht aufhebeln.
  • Sperre gegen das Hochschieben: Einbruchhemmende Rollläden sind schon im Vornherein gegen das Aufschieben gesichert.
  • Verstärkter Schlussstab gegen Herausreißen der Rollladen: Oft brauchen Einbrecher kein besonderes Werkzeug, um ins Haus zu gelangen – bloße Gewaltanwendung genügt. Eine Methode ist daher auch, den Rollladen einfach herauszureißen. Ein verstärkter Schlussstab hindert sie daran.

Einbruchhemmende Rollläden haben allerdings ihren Preis. Natürlich hängt das stark von der Größe sowie vom Material ab. Edelstahl – das haltbarste und stabilste Material – ist dabei das teuerste und kostet rund 400 Euro pro Quadratmeter. Für einen kleinen einbruchhemmenden Rollladen müsst ihr mit 500 bis 600 Euro rechnen. Natürlich kommt noch die Montage dazu. Deren Preis richtet sich auch nach Details wie Größe und Betreibungsart (mit Gurt oder elektrisch).

Allerdings könnt ihr für das Nachrüsten sowie auch für neue einbruchhemmende Rollläden einen Zuschuss vom Staat kassieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert im Programm KfW 455 für Einbruchschutz unter anderem auch Rollläden.

Eine Liste mit einbruchhemmenden Rollläden, die von der Polizei empfohlen werden, findet ihr bei der Bayerischen Polizei.

Rollladensicherung: Auf was ihr immer achten solltet

Ein Rollladen – auch wenn er noch so einbruchhemmend ist – bietet nur Einbruchschutz, wenn er geschlossen ist. Den Rollladen deshalb den ganzen Tag nicht zu öffnen, ist allerdings keine gute Idee. Denn ein längere Zeit geschlossener Rollladen suggeriert Abwesenheit – und lockt so Einbrecher an. Und: Ein Rollladen kann einen Einbruch nicht verhindern, nur verzögern. Bei längerer Abwesenheit wie einem Urlaub haben die Einbrecher aber mehr Zeit, unentdeckt zu agieren.

"Roll- und Klappläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort eure Abwesenheit signalisieren", rät Schmidt deshalb. Wenn ihr euch für die automatische Variante entschieden habt, dann könnt ihr auch wenn ihr im Urlaub seid, eure Rollläden abends herunterfahren.

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