Mann benutzt Bohrmaschine
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5 Anfängerfehler beim Bohren – und wie ihr sie einfach vermeidet

Antonia Eigel

Ein qualmender Bohraufsatz, ausgerissene Löcher oder schief gebohrt: Die Liste der Fehler, die man beim Bohren machen kann, ist lang. Wir zeigen euch, wie ihr diese und weitere Anfängerfehler künftig vermeiden könnt.

"Welche Bohrmaschine nehme ich denn heute?" Das werden vermutlich die wenigsten unter euch sagen können, außer ihr seid echte Profiheimwerker und könnt ein ganzes Repertoire an Bohrmaschinen auffahren. Wer das kann, der weiß vermutlich auch, was er tut. Wer sich am heißen Bohraufsatz allerdings schon mal die Finger verbrannt hat und dabei an der undurchdringbaren Wand verzweifelt ist, sollte sich vorher unsere fünf Anfängerfehler beim Löcher bohren durchlesen, um künftig besser gewappnet zu sein.

Fehler 1: Die falsche Bohrmaschine und der falsche Aufsatz

Oft nimmt man gerade das zur Hand, was sich im Werkzeugkasten findet oder man sich kurzerhand beim Nachbarn ausgeliehen hat. Egal welcher Aufsatz, Hauptsache am Ende ist ein Loch in der Wand. Wer sich vorher jedoch nicht mit seinem Bohrer und der Wandbeschaffenheit auseinander setzt, kann mit ausgerissenen Löchern rechnen oder bohrt, bis es qualmt und der Aufsatz glühend heiß wird. Damit das künftig nicht mehr passiert, haben wir ein paar grundlegende Tipps für euch.

Tipp 1: Vor dem Bohren den Klopftest machen

Bevor ihr wie wild drauf los bohrt, beschäftigt euch zunächst einmal mit der Wandfläche und macht den Klopftest:

  • Hohles Geräusch: Hinweis auf eine Gipskartonwand, die sich leicht bohren lässt.
  • Dumpfes Geräusch: Hinweis auf eine massivere Steinwand oder Beton, die sich schwerer bohren lassen.

Tipp 2: So wählt ihr die richtige Bohrmaschine zum Bohren aus

Es gibt viele verschiedene Bohrmaschinen-Arten. Doch welche ist die Richtige? Wir stellen euch vier Typen vor, die sich für den häuslichen Gebrauch eignen:

  • Bohrhammer: Eignet sich zum Beispiel für Betonwände, nicht aber für weichere Materialien.
  • Schlagbohrmaschine: Der Allrounder unter den Bohrmaschinen, gleiche Funktionen wie Bohrhammer, kann aber auch ohne Schlag arbeiten.
  • Akku-Bohrschrauber: Eignet sich besonders für weiches Material wie Gipskartonplatten und kann flexibel eingesetzt werden, da er nicht an den Strom angeschlossen werden muss.
  • Elektro-Bohrschrauber: Hat mehr Power als ein Akku-Schrauber, ist aber nicht für Beton geeignet.

Eine große und detaillierte Übersicht zu allen Bohrmaschinen Typen bietet zum Beispiel die Seite Bohrmaschine.org. Hier werden alle Arten und ihre Funktionen im Detail erklärt. Dazu findet ihr eine Menge Produkttests, sowie Auskünfte zu verschiedenen Modellen.

Tipp 3: Den richtigen Aufsatz zum Bohren verwenden

Mit einem Holzbohrer werdet ihr unweigerlich an einer Steinwand scheitern und der Aufsatz wird vermutlich heiß werden. Natürlich könnt ihr ihn zwischendurch mit Wasser abkühlen. Besser ist es natürlich, gleich den richtigen Aufsatz zu wählen. Das sind die geläufigsten Bohraufsätze:

  • Holzbohrer
  • Steinbohrer
  • Metallbohrer

Die Bezeichnungen sprechen für sich. Wenn die Bohraufsätze bei euch jedoch lose im Werkzeugkasten herumfliegen sollten, könnt ihr sie so identifizieren:

Drei Arten Bohraufsätze
Drei Arten Bohraufsätze (von links nach rechts): Holz-, Stein- und Metallbohrer. © Getty Images/iStockphoto

Fehler 2: Wenn das Licht auf einmal ausgeht

Dann habt ihr vermutlich eine Leitung getroffen. Falls das passiert, fliegt in der Regel der FI-Schutzschalter raus, der Stromkreis wird unterbrochen und das Licht geht aus. Wenn ihr die Leitung sogar durchbohrt habt, muss die Wand im ungünstigsten Fall an der Stelle geöffnet und das Kabel repariert werden. Hier solltet ihr unbedingt einen Fachmann konsultieren, statt selbst tätig zu werden.

Unser Tipp: In Altbauten überprüft aus Sicherheitsgründen unbedingt, ob es einen solchen FI-Schalter gibt. Falls nicht, solltet ihr ihn nachträglich installieren lassen.

Strom ist immer ein heikles Thema und niemand möchte eine Leitung in der Wand anbohren. Wurden die Leitungen von einem Elektriker verlegt, könnt ihr davon ausgehen, dass er die DIN 18015-3 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel, also die vorgeschriebenen Installationszonen, eingehalten hat.

Die Installationszonen geben euch erste Hinweise darauf, wo Leitungen verlaufen könnten. Einhundertprozentig darauf verlassen solltet ihr euch jedoch nicht, sofern ihr keinen genauen Bauplan vorliegen habt. In folgendem Video werden euch einige Methoden erklärt, wie ihr eure Stromleitungen orten könnt. Kleiner Spoiler voraus: Ein Ortungsgerät* zum Aufspüren von spannungsführenden Leitungen liefert das treffsicherste Ergebnis.

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Fehler 3: Loch zu tief oder zu groß gebohrt, was jetzt?

So ein Mist – das Loch ist zu groß, der Dübel in der Wand verschwunden oder er hält erst gar nicht. Jeder, der umgezogen ist und neue Löcher bohren musste, hat das mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal erlebt.

Unser Tipp: Haltet vor dem Bohren den Dübel an den Aufsatz und markiert daran das Ende mit einem Klebestreifen. Dann bohrt ihr bis zur Markierung am Aufsatz in die Wand. So hat das Bohrloch exakt die richtige Tiefe.

Und das könnt ihr tun, wenn es bereits zu spät ist:

4 einfache Tipps, wie ihr zu große Bohrlöcher repariert

  1. Setzt einen größeren Dübel ein. Hier solltet ihr jedoch vorher prüfen, ob die Schraube dann noch passt.
  2. Wenn ihr das Loch genau an dieser Stelle braucht, schließt es zunächst wieder vollständig mit Spachtelmasse und lasst es aushärten.
  3. Wenn möglich, bohrt ein neues Loch und spachtelt das alte zu. Dabei solltet ihr es nicht in unmittelbarer Nähe bohren, sonst reißt das alte Loch womöglich wieder auf. Überprüft dann auch, ob ihr den richtigen Aufsatz und die passende Bohrmaschine für eure Wand verwendet, um den gleichen Fehler nicht noch einmal zu begehen.
  4. Ihr habt keinen größeren Dübel zur Hand? Mit Reparaturvlies wie zum Beispiel dem Bohrlochretter von Fischer* könnt ihr zu große Bohrlöcher auffüllen und den alten Dübel ohne erneutes Bohren in das Loch einsetzen. Nach nur drei Minuten ist die Masse ausgehärtet und der Dübel kann voll belastet werden.

Wie ihr Bohrlöcher wieder am besten verschließen könnt, haben wir euch bereits in einem Expertentipp geschildert. Was ihr bei Löchern in Wandfliesen tun könnt, erfahrt ihr hier:

Fehler 4: Das Loch schief bohren

Ja, wie steht man eigentlich richtig beim Löcher bohren? Über die richtige Haltung machen sich die wenigsten Gedanken. Doch wer falsch steht, bohrt eventuell schief in die Wand oder verliert die Kontrolle über die Bohrmaschine.

Unser Tipp: Ein fester Stand ist beim Bohren wichtig. Und so geht's: Die Bohrmaschine haltet ihr am Griff mit der Hand fest und setzt sie frontal im 90-Grad-Winkel zur Wand an der gewünschten Stelle auf. Im Ausfallschritt findet ihr einen guten Halt. Linkshänder setzten dabei das rechte Bein nach vorne, Rechtshänder das linke.

Wenn ihr ein Loch über eurer Sichthöhe bohren wollt, empfehlen wir euch, eine Leiter zu verwenden. Diese sollte außerdem nicht zu nah an der Wand stehen, sonst könnt ihr möglicherweise nicht genügend Kraft aufwenden. Bei Arbeiten auf der Leiter holt euch sicherheitshalber jemanden dazu, der euch sichert.

Fehler 5: Beim Bohren nichts abdecken

Hättet ihr vor dem Bohren gewusst, dass sich unter eurer Tapete roter Sandstein versteckt, der sich später pulverartig überall auf dem Boden und an der Wand verteilt, hättet ihr vielleicht vorher schon vorbeugende Maßnahmen getroffen. Damit beim Bohren gleich alles sauber bleibt, könnt ihr auf viele Tricks zurückgreifen:

  • Bohrstaubfänger* (ab 3,50 Euro), das ist ein nützlicher Kunststoffaufsatz, den ihr einfach über den Bohraufsatz stülpt. Beim Bohren fängt er einen Großteil des entstehenden Staubs auf.
  • Staubsauger unter das Loch halten (wenn ihr alleine arbeitet, könnt ihr eine Bohrstaubdüse auf das Staubsaugerrohr setzen, um euch die Arbeit zu erleichtern).
  • Kaffeefilter, Briefumschlag oder ein gefaltetes Post-it darunterkleben oder -pinnen.
  • Plastikbecher (vorher von innen etwas anfeuchten, das wirbelt weniger Staub auf) mit einem Reißnagel oder Klebeband unter dem Bohrloch befestigen.

Und abschließend noch ein simpler Lifehack fürs staubfreie Bohren in Decken:

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