Ein Mann schraubt eine Glühbirne in die Fassung einer Lampe.
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Lampe anschließen: 7 typische Fehler – und wie ihr sie vermeidet

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Blau, braun, gelbgrün – welches Kabel gehört noch einmal wohin? Beim Anschließen einer Lampe können leicht folgenschwere Fehler passieren. Wir nennen die häufigsten und geben Tipps, wie ihr Fehler beim Lampe anschließen vermeiden könnt.

Die letzten Worte des Elektrikers? – "Was is'n das für'n Kabel?" In diesem alten Elektrikerwitz steckt leider jede Menge Wahrheit. Im Jahr 2019 wurden der Berufsgenossenschaft ETEM insgesamt 4.035 Stromunfälle gemeldet, fünf davon sogar mit Todesfolge. Kein Wunder, dass selbst Handwerker-Profis vor dem Umgang mit Strom besonders viel Respekt haben. Hier sind sieben häufige Anfängerfehler beim Anschließen von Lampen – und wie ihr sie einfach vermeidet.

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Hinweis der Redaktion: Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff "Lampe" häufig anstelle des fachlich korrekten Begriffes "Leuchte" verwendet, wenn es darum geht, eine solche anzuschließen. Deshalb wird in diesem Artikel häufiger die Bezeichnung "Lampe anschließen" benutzt. Die fachlich korrekte Bezeichnung wäre nach DIN 5039 jedoch "Leuchte anschließen".

Eine Leuchte bezeichnet "ein Gerät, das zur Verteilung, Filterung oder Umformung des Lichtes von Lampen dient, einschließlich der zur Befestigung, zum Schutz oder zum Betrieb der Lampen notwendigen Bestandteile." Gemeint ist also zum Beispiel eine Deckenleuchte oder eine Pendelleuchte. Eine Lampe hingegen ist streng genommen nur die "technische Ausführung einer künstlichen Lichtquelle, die in erster Linie zur Lichterzeugung bestimmt ist, also leuchten oder beleuchten soll", also das Leuchtmittel, das ihr in die Fassung der Leuchte schraubt.

Fehler 1: Beim Lampe anschließen die Sicherung drin lassen

Der Klassiker: Nachdem man die neue Lampe angeschlossen hat und das Leuchtmittel in die Fassung dreht, geht plötzlich das Licht an. Hoppla, war der Strom doch nicht abgestellt?

Ein Fehler, der bei der in Deutschland üblichen Netzspannung von 230 Volt übel enden kann. Was im Fachjargon harmlos "Wischer" heißt, kann lebensgefährliche Herzrhythmus- und Atemstörungen sowie verkrampfende Muskeln zur Folge haben und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Hinzu kommen Sekundärunfälle, wenn man nach einem Stromschlag beispielsweise von der Leiter fällt.

Bevor ihr eine Lampe anschließen wollt, solltet ihr immer erst den Strom abstellen und kontrollieren, dass der Stromkreis der Leitungen tatsächlich spannungsfrei ist.

Deshalb unser Tipp: Beachtet beim Lampe anschließen die Sicherheitsregeln, dann geht ihr auf Nummer sicher:

Das sind die Sicherheitsregeln für Elektroarbeiten

1. Sicherheitsregel: Schaltet entweder den Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) oder den Leitungsschutzschalter aus. Alternativ könnt ihr auch den Hauptschalter ausschalten - dann habt ihr aber überhaupt keinen Strom mehr in der Wohnung.

2. Sicherheitsregel: Sorgt dafür, dass der Schalter während ihr die Lampe anschließt nicht wieder eingeschaltet wird. Zum Beispiel mit einem Klebebandstreifen mit Warnhinweis.

3. Sicherheitsregel: Stellt allpolig, das heißt an jedem einzelnen Leiter, Spannungsfreiheit fest. Dazu verwendet ihr einen Spannungsprüfer oder Duspol. Einfache Phasenprüfer sind dazu ungeeignet.

Wer es noch genauer wissen will: Die Berufsgenossenschaft für Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse (BG ETEM) macht euch in einem Lernmodul mit den fünf Sicherheitsregeln beim Umgang mit elektrischem Strom vertraut. Hier wird noch einmal im Detail erklärt, was ihr bei den Sicherheitsregeln beachten müsst.

Noch eine Empfehlung für alle, die eine Deckenlampe anschließen wollen: der Ratgeber "Arbeiten mit Leitern" der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

Fehler 2: Bunte Kabel falsch miteinander verbinden

Ihr habt die Sicherheitsregeln befolgt und mit dem Spannungsprüfer die Spannungsfreiheit sichergestellt. Aber wie war das jetzt nochmal mit dem blauen, braunen und gelbgrünen Kabeln, die da aus der Decke raushängen? Welches Kabel steht für was?

Wer sie planlos in die Lüsterklemme seiner Lampe steckt und anschließend auf Erleuchtung hofft, wird oft enttäuscht und darf die Leiter erneut rauf- und wieder runterklettern.

Wer keine Lust auf das kleine Leiter-Workout hat, für den erklären wir zunächst, wofür die Farben der Kabel stehen und wie ihr herausfinden könnt, in welche Öffnung ihr die Kabel in die Anschlussklemme stecken müsst.

Meistens sind im Lampenkabel drei Kabel beziehungsweise Adern vorhanden:

  • Nullleiter (N): blau (im Altbau häufig auch grau)
  • Schutzleiter (PE): gelb-grün (im Altbau häufig auch rot)
  • Außenleiter/Phase (L): schwarz oder braun
Infografik zu Aderfarben in Stromkabel
Die Aderfarben in der Übersicht: Nullleiter (blau oder grau), Schutzleiter (gelb-grün), Phase (schwarz oder braun). © iStock/wohnglueck.de

Doch in welche Öffnung kommt jetzt welche Ader? Auf der Anschlussklemme eurer Lampe findet ihr unterhalb der Öffnungen die Buchstaben L, N und ein Symbol für die Schutzklasse I, II oder II. Wer mehr zu den Schutzklassen erfahren möchte, dem empfehlen wir, einen Blick in dieses Video zu den einzelnen Schutzklassen zu werfen.

Infografik zu drei Schutzklassen in der Elektrotechnik

Für den Fall, dass eure Lampe der Schutzklasse I angehört, schließt ihr sie wie folgt an:

  • Schritt 1: Gelbe-grüne oder rote Ader (Schutzleiter) auf die erste Erdungsklemme der Lampe anschließen, also dort, wo ihr das Symbol für die Schutzklasse I findet. Diesen Schritt könnt ihr euch bei Lampen mit Schutzklasse II sparen. Ihr könnt den Schutzleiter dann in eine zusätzliche Lüsterklemme oder WAGO-Klemme stecken.
  • Schritt 2: Blaue oder graue Ader (Nullleiter oder Neutralleiter) auf die Klemme N anschließen.
  • Schritt 3: Schwarze oder Braune Ader (geschalteter Außenleiter/Phase) auf die Klemme L anschließen.

Eine Übersicht über alle unterschiedlichen Aderfarben findet ihr zudem noch einmal in diesem Video:

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Wenn aus eurer Decke mehrere Kabel ragen, kann es zum Beispiel sein, dass dort vorher ein Kronleuchter mit mehreren Fassungen oder vielleicht sogar eine ganze Lampengruppe angeschlossen waren und eine Serienschaltung notwendig war. Mit dem Spannungsprüfer solltet ihr dann vorher überprüfen, welcher Draht welcher Schaltgruppe zugeordnet werden kann. Dann erst solltet ihr eure Lampe anschließen. Da der Test unter Spannung stattfinden muss, solltet ihr diese Tätigkeit lieber einer Elektrofachkraft überlassen.

Sollten die Leitungen ohne Klemmen aus der Decke ragen, montiert unbedingt aus Sicherheitsgründen Lüsterklemmen oder Steck-Klemmen an die Kabelenden.

Die zwei wichtigsten Kabel, auch Adern genannt, sind beim Lampen anschließen das braune und das blaue Kabel. © Getty Images/iStockphoto

Fehler 3: Kupferdrähte in Lüsterklemme stopfen

Es will einfach nicht halten! Jetzt habt ihr zwar die Aderfarben richtig zugeordnet, aber die verflixten kleinen Kupferdrähte wollen einfach nicht in der Lüsterklemme stecken bleiben. Je weiter ihr an den viel zu kurzen Drähten herumfummelt, desto schwieriger wird es am Ende, die Lampe richtig anzuschließen und sie zum Leuchten zu bringen. Sowieso solltet ihr das Kabel mit den losen Kupferdrähten, auch Litze genannt, nicht einfach so in die Klemme stecken.

Unser Tipp: In jedem Fall solltet ihr die abisolierten Enden der Litzenleitungen sauber mit Aderendhülsen versehen. Das sind kleine Kappen aus verzinntem Kupfer und Kunststoff, die über die Litzen gestülpt und gecrimpt, also zusammengequetscht, werden.

Sind die Kupferdrähte zu kurz, muss die Ader erst einmal abisoliert werden. Wie das funktioniert und was ihr dazu benötigt, seht ihr in diesem Video:

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Verschiedene Hersteller wie zum Beispiel Knipex bieten multifunktionale Werkzeuge an, die gleichzeitig abisolieren, verdrahten und crimpen* können.

Fehler 4: Beim Lampe anschließen die Montageanleitung ignorieren

Nach fünf Umzügen und etlichen montierten Lampen ist man doch eigentlich schon ein richtiger Hobbyelektriker, oder? Wer braucht zum Lampe anschließen jetzt noch eine Montageanleitung?

Doch wer im Freestyle versucht, eine Lampe anzuschließen und sich nicht an die Vorgaben hält, erlebt möglicherweise noch sein blaues Wunder. Klassische Folgen und ihre Ursachen:

  1. Die Lampe kann abstürzen, weil ihr keinen Haken angebracht oder die Halterung nicht richtig festgeschraubt habt.
  2. Das LED-Leuchtmittel leuchtet nicht oder flackert, weil ihr die Phasen falsch miteinander verbunden habt.
  3. Der Deckenbaldachin, die Dose in der das lange Kabel verschwindet, rutscht immer wieder herunter, weil ihr die Verschlusskappe nicht richtig montiert habt.

Unser Tipp: Schmeißt die Montageanleitung nicht gleich weg, sondern werft einen Blick hinein, bevor ihr die Lampe anschließt. Denn nicht jede Lampe wird gleich an der Decke montiert. Für ganz Akkurate: Ein Ordner mit Anleitungen, in dem ihr die wichtigsten Montageanleitungen aufbewahrt, kann grundsätzlich nicht schaden.

Fehler 5: Keine Deckenhalterung anbringen

Wer glaubt, dass eine kleine Lüsterklemme ausreicht, um das Gewicht der neuen Lampe zu tragen, den müssen wir enttäuschen. Rechnet ihr das Gewicht des Lampenschirms mit drauf, kommt einiges zusammen. Die Adern können aus der Klemme rutschen und ein störendes Flackern verursachen. Und nicht nur das: Die Lampe kann abstürzen, dabei kaputt gehen oder euch sogar verletzen.

Unser Tipp: Falls noch nicht vorhanden, solltet ihr unbedingt einen Haken in die Decke schrauben, an dem ihr die Lampe aufhängen könnt. So entlastet ihr die Verbindung zwischen Stromkabeln aus der Decke und Lampenkabeln. Lest bitte in der Montageanleitung nach, wie ihr eure Lampe am besten sichert.

Aber Vorsicht! Bevor ihr einfach ein Loch in die Decke bohrt, prüft mit einem Ortungsgerät, ob unter der anvisierten Stelle Stromkabel verlaufen. Dazu empfehlen wir euch, vorher auch unseren Artikel "5 Anfängerfehler beim Bohren – und wie ihr sie einfach vermeidet" zu lesen.

Fehler 6: Leuchtmittel reindrehen, wenn die Sicherung noch drin ist

Vielleicht fühlen sich jetzt einige unter euch ertappt, weil ihr beim Leuchtmittel austauschen bisher nie die Sicherung rausgedreht habt. Reicht es nicht aus, wenn der Lichtschalter ausgeschaltet und damit die Stromzufuhr unterbrochen ist?

Theoretisch ja. Dennoch kann es sein, dass im Deckenverteiler noch weitere Leitungen liegen, die nicht durch den Lichtschalter getrennt werden.

Unser Tipp: Auch wenn ihr nur ein Leuchtmittel auswechselt, zieht vorher immer die Sicherung und überprüft auf Spannungsfreiheit! So setzt ihr euch keiner Gefahr aus.

Nur wenn der Stromkreis unterbrochen ist, könnt ihr eure Lampe gefahrlos anschließen. © Getty Images/iStockphoto

Fehler 7: Das falsche Leuchtmittel einsetzen

Das Licht geht an, die Lampe scheint richtig angeschlossen zu sein. Doch beim Blick nach oben blendet euch kaltes grelles Licht, das für Krankenhaus-Atmosphäre sorgt.

Unser Tipp: Wenn ihr neue LED-Leuchtmittel kauft, achtet auch auf die Verpackungsangaben zu Farbtemperatur und Helligkeit. Einfache Regel: Je höher die Kelvinzahl desto kälter das Licht.

Für den Arbeitsplatz und über der Arbeitsfläche in der Küche empfehlen wir euch kälteres und helleres Licht. Die Wohnzimmer-Beleuchtung darf gerne etwas wärmer und gemütlicher ausfallen.

Abschließend möchten wir euch darauf hinweisen, dass Elektroarbeiten immer eine heikle Angelegenheit sind. Seid ihr keine geschulte Elektrofachkraft oder elektrisch unterwiesene Person, raten wir euch immer dazu, einen Fachmann zu konsultieren, bevor ihr selbst tätig werdet.

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