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7 Anfängerfehler beim Lampe anschließen – und wie ihr sie vermeidet

Antonia Eigel

Blau, braun, gelbgrün – welcher Draht gehört noch einmal wohin? Beim Anschließen einer Lampe können leicht folgenschwere Fehler passieren. Wir nennen die häufigsten Anfängerfehler und bieten Tipps, wie ihr sie vermeiden könnt.

Die letzten Worte des Elektrikers? – "Was is'n das für'n Kabel?"

In diesem alten Elektrikerwitz steckt leider jede Menge Wahrheit. Im Jahr 2018 wurden der Berufsgenossenschaft ETEM insgesamt 3.827 Stromunfälle gemeldet, vier davon sogar mit Todesfolge. Kein Wunder, dass selbst Handwerker-Profis vor dem Umgang mit Strom besonders viel Respekt haben.

Hier sind sieben häufige Anfängerfehler beim Lampe anschließen – und wie ihr sie einfach vermeidet.

Fehler 1: Beim Lampe anschließen die Sicherung drin lassen

Der Klassiker: Nachdem man die neue Lampe angeschlossen hat und das Leuchtmittel in die Fassung dreht, geht plötzlich das Licht an. Hoppla, war der Strom doch nicht abgestellt!

Ein Fehler, der bei der in Deutschland üblichen Netzspannung von 230 Volt übel enden kann. Was im Fachjargon harmlos "Wischer" heißt, kann lebensgefährliche Herzrhythmus- und Atemstörungen sowie verkrampfende Muskeln zur Folge haben und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Hinzu kommen Sekundärunfälle, wenn man nach einem Stromschlag beispielsweise von der Leiter fällt.

Bevor ihr eine Lampe anschließt, solltet ihr immer den Strom abstellen und kontrollieren, dass der Stromkreis der Leitungen tatsächlich spannungsfrei ist.

Deshalb unser Tipp: Beachtet die Sicherheitsregeln, dann geht ihr auf Nummer sicher:

Das sind die Sicherheitsregeln für Elektroarbeiten

1. Sicherheitsregel: Schaltet entweder den Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) oder den Leitungsschutzschalter aus. Alternativ könnt ihr auch den Hauptschalter ausschalten - dann habt ihr aber überhaupt keinen Strom mehr in der Wohnung.

2. Sicherheitsregel: Sorgt dafür, dass der Schalter während ihr die Lampe anschließt nicht wieder eingeschaltet wird. Zum Beispiel mit einem Klebebandstreifen mit Warnhinweis.

3. Sicherheitsregel: Stellt allpolig, das heißt an jedem einzelnen Leiter, Spannungsfreiheit fest. Dazu verwendet ihr einen Spannungsprüfer oder Duspol, einfache Phasenprüfer sind dazu ungeeignet.

Wer's noch genauer wissen will: Die Berufsgenossenschaft für Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse (BG ETEM) macht euch in einem Lernmodul mit den fünf Sicherheitsregeln beim Umgang mit elektrischem Strom vertraut. Hier wird noch einmal im Detail erklärt, was ihr bei den Sicherheitsregeln beachten müsst.

Noch eine Empfehlung für alle, die Lampen an der Decke anschließen wollen: der Ratgeber "Arbeiten mit Leitern" der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

Fehler 2: Bunte Kabel falsch miteinander verbinden

Die zwei wichtigsten Kabel, auch Adern genannt, sind beim Lampen anschließen das braune und das blaue Kabel. © Getty Images/iStockphoto

Ihr habt die Sicherheitsregeln befolgt und mit dem Spannungsprüfer die Spannungsfreiheit sichergestellt. Aber wie war das jetzt nochmal mit dem blauen, braunen und gelbgrünen Kabeln, die da aus der Decke raushängen? Welches Kabel steht für was? Wer sie planlos in die Lüsterklemme seiner Lampe steckt und anschließend auf Erleuchtung hofft, wird oft enttäuscht und darf die Leiter erneut rauf- und wieder runterklettern.

Wer keine Lust auf das kleine Leiter-Workout hat, für den erklären wir nochmal, wo welches Kabel hingehört. Im Regelfall findet ihr unterhalb der Anschlussklemme eurer Lampe die Buchstaben L und N, sowie ein Symbol dazwischen, nämlich das Schaltzeichen für die jeweilige Schutzklasse I, II oder III:

Schutzklasse I haben häufig Lampen mit Metallgehäuse. Schutzklasse II bedeutet, dass die Lampe schutzisoliert ist. Das heißt, wenn sie außen komplett aus Kunststoff besteht, müsst ihr keinen Schutzleiter anschließen.

So schließt ihr eure Lampe Schritt für Schritt an

Für den Fall, dass eure Lampe der Schutzklasse I angehört, schließt ihr sie wie folgt an:

  • Schritt 1: Zuerst schließt ihr den gelbgrünen Schutzleiter auf die erste Erdungsklemme der Lampe, also dort, wo ihr das Symbol für die Schutzklasse I findet. Diesen Schritt könnt ihr euch bei Lampen mit Schutzklasse II sparen. Ihr könnt den Schutzleiter dann in eine zusätzliche Lüsterklemme oder WAGO-Klemme stecken.
  • Schritt 2: Schließt den Neutralleiter (blauer Draht) auf die Klemme N an.
  • Schritt 3: Abschließend wird der geschaltete Außenleiter (schwarz oder braun) auf die Klemme L (Phase, geschalteter Draht) der Anschlussklemme der Lampe geschlossen.

In Altbauten können die Drähte anders aussehen. Dann gilt:

  • Schwarzer Draht (Phase, geschalteter Draht) auf Klemme L
  • Grauer Draht (Neutral- oder Nullleiter) auf Klemme N
  • Roter Draht (Schutzleiter, Erdungsklemme) auf Klemme PE

Hier werden euch noch einmal alle Aderfarben erklärt:

Wenn aus eurer Decke mehrere Kabel ragen, kann es zum Beispiel sein, dass dort vorher ein Kronleuchter mit mehreren Fassungen oder vielleicht sogar eine ganze Lampengruppe angeschlossen waren und eine Serienschaltung notwendig war. Mit dem Spannungsprüfer solltet ihr dann vorher überprüfen, welcher Draht welcher Schaltgruppe zugeordnet werden kann, bevor ihr eure Lampe anschließt. Da der Test unter Spannung stattfinden muss, solltet ihr diese Tätigkeit lieber einer Elektrofachkraft überlassen.

Sollten die Leitungen ohne Klemmen aus der Decke ragen, montiert unbedingt aus Sicherheitsgründen Lüsterklemmen oder Steck-Klemmen an die Kabelenden.

Fehler 3: Kupferdrähte in Lüsterklemme stopfen

Es will einfach nicht halten! Jetzt habt ihr zwar die Aderfarben richtig zugeordnet, aber die verflixten kleinen Kupferdrähte wollen einfach nicht in der Lüsterklemme stecken bleiben. Je weiter ihr an den viel zu kurzen Drähten herumfummelt, desto schwieriger wird es am Ende, die Lampe richtig anzuschließen und zum Leuchten zu bringen. Sowieso solltet ihr das Kabel mit den losen Kupferdrähten, auch Litze genannt, nicht einfach so in die Klemme stecken.

Unser Tipp: In jedem Fall solltet ihr die abisolierten Enden der Litzenleitungen sauber mit Aderendhülsen versehen. Das sind kleine Kappen aus verzinntem Kupfer und Kunststoff, die über die Litzen gestülpt und gecrimpt, also zusammengequetscht, werden. Sind die Kupferdrähte zu kurz, muss die Ader erst einmal abisoliert werden. Wie das funktioniert und was ihr dazu benötigt, seht ihr in diesem Video:

Verschiedene Hersteller wie zum Beispiel Knipex bieten multifunktionale Werkzeuge an, die gleichzeitig abisolieren, verdrahten und crimpen* können.

Fehler 4: Beim Lampe anschließen die Montageanleitung ignorieren

Nach fünf Umzügen und etlichen montierten Lampen ist man doch eigentlich schon ein richtiger Hobbyelektriker, oder? Eine Montageanleitung für Lampen, wer braucht das schon?

Doch wer im Freestyle eine Lampe anzuschließen versucht und sich nicht an die Vorgaben hält, erlebt möglicherweise noch sein blaues Wunder. Klassische Folgen und ihre Ursachen:

  1. Die Lampe kann abstürzen, weil ihr keinen Haken angebracht oder die Halterung nicht richtig festgeschraubt habt.
  2. Das LED-Leuchtmittel leuchtet nicht oder flackert, weil ihr die Phasen falsch miteinander verbunden habt.
  3. Der Deckenbaldachin, die Dose in der das lange Kabel verschwindet, rutscht immer wieder herunter, weil ihr die Verschlusskappe nicht richtig montiert habt.

Unser Tipp: Schmeißt die Montageanleitung nicht gleich weg, sondern werft einen Blick hinein, bevor ihr die Lampe anschließt. Denn nicht jede Lampe wird gleich an der Decke montiert. Für ganz Akkurate: Ein Ordner mit Anleitungen, in dem ihr die wichtigsten Montageanleitungen aufbewahrt, kann grundsätzlich nicht schaden.

Fehler 5: Keine Deckenhalterung anbringen

Wer glaubt, dass eine kleine Lüsterklemme ausreicht, um das Gewicht der neuen Lampe zu tragen, den müssen wir enttäuschen. Rechnet ihr das Gewicht des Lampenschirms mit drauf, kommt einiges zusammen. Die Adern können aus der Klemme rutschen und ein störendes Flackern verursachen. Und nicht nur das: Die Lampe kann sogar abstürzen, dabei kaputt gehen oder euch sogar verletzen.

Unser Tipp: Falls noch nicht vorhanden, solltet ihr unbedingt einen Haken in die Decke schrauben, an dem ihr die Lampe aufhängen könnt. So entlastet ihr die Verbindung zwischen Stromkabeln aus der Decke und Lampenkabeln. Lest bitte in der Montageanleitung nach, wie ihr eure Lampe am besten sichert.

Aber Vorsicht! Bevor ihr einfach ein Loch in die Decke bohrt, prüft mit einem Ortungsgerät*, ob unter der anvisierten Stelle Stromkabel verlaufen.

Fehler 6: Leuchtmittel reindrehen, wenn die Sicherung noch drin ist

Nur wenn der Stromkreis unterbrochen ist, könnt ihr eure Lampe gefahrlos anschließen. © Getty Images/iStockphoto

Vielleicht fühlen sich jetzt einige unter euch ertappt, weil ihr beim Leuchtmittel austauschen bisher nie die Sicherung rausgedreht habt. Reicht es nicht aus, wenn der Lichtschalter ausgeschaltet und damit die Stromzufuhr unterbrochen ist?

Theoretisch ja. Dennoch kann es sein, dass im Deckenverteiler noch weitere Leitungen liegen, die nicht durch den Lichtschalter getrennt werden.

Unser Tipp: Auch wenn ihr nur ein Leuchtmittel auswechselt, zieht vorher immer die Sicherung und überprüft auf Spannungsfreiheit! So setzt ihr euch keiner Gefahr aus.

Fehler 7: Das falsche Leuchtmittel einsetzen

Das Licht geht an, die Lampe scheint richtig angeschlossen zu sein. Doch beim Blick nach oben blendet euch kaltes grelles Licht, das für Krankenhaus-Atmosphäre sorgt.

Unser Tipp: Wenn ihr neue LED-Leuchtmittel kauft, achtet auch auf die Verpackungsangaben zu Farbtemperatur und Helligkeit. Einfache Regel: Je höher die Kelvinzahl desto kälter das Licht.

Abschließend möchten wir euch darauf hinweisen, dass Elektroarbeiten immer eine heikle Angelegenheit sind. Seid ihr keine geschulte Elektrofachkraft oder elektrisch unterwiesene Person, raten wir euch immer dazu, einen Fachmann zu konsultieren, bevor ihr selbst tätig werdet.

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