Zwei Männer tragen Umzugskartons die Treppe hoch
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Wohnen | Checkliste

Umzug-Tipps: 20 Tipps, wie sich Umzugsstress vermeiden lässt

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Umzug, Stress und kein Ende in Sicht? Ein Umzug ist in den seltensten Fällen eine entspannte Angelegenheit. Mit unseren 20 Umzug-Tipps könnt ihr euch optimal auf den großen Tag vorbereiten.

Damit euer Umzug so glatt wie möglich über die Bühne geht, kommt ihr an einer Checkliste mit allen wichtigen To-dos für den Umzug nicht vorbei. Diese 20 Umzugs-Tipps helfen euch beim Planen und Organisieren eures Umzugs und vermeiden Umzugsstress.

Umzugs-Tipp 1: Umzugskosten von der Steuer absetzen – unbedingt Rechnungen sammeln

Bevor ihr mit Planungen, Vorbereitungen oder Listen beginnt, denkt an eine Sache: Bewahrt alle Rechnungen und Belege auf, die im Zuge des Umzugs anfallen. Die mit dem Umzug in Verbindung stehenden Ausgaben könnt ihr nämlich als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Dabei habt ihr zwei Möglichkeiten:

  • Tatsächlichen Kosten absetzen: Das kann euch im Jahr eine maximale Steuermäßigung von bis zu 4.000 Euro bringen.
  • Umzugskostenpauschale: Die Pauschale wird regelmäßig erhöht, zuletzt zum 1. April 2021. Sie beträgt für Verheiratete und Lebenspartner 1.476 Euro und für Singles 886 Euro. Für Kinder gibt es einen Erhöhungsbetrag von 590 Euro.

Noch ein Trick zum Umzug aus beruflichen Gründen: Wenn ihr sogar berufsbedingt umzieht, könnt ihr Ausgaben wie Maklergebühren, Reisekosten bei der Wohnungssuche, Transportkosten und sogar doppelte Mietzahlungen auch als Werbungskosten absetzen.

7 Tricks, wie ihr bei den Umzugskosten noch mehr Geld sparen könnt, findet ihr hier.

Umzugs-Tipp 2: Mietvertrag kündigen – Kündigungsfrist einhalten

In der Regel gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Ihr solltet also rechtzeitig einen Blick in den Mietvertrag werfen und euch informieren, in welchem Zustand ihr eure alte Wohnung übergeben sollt. Unter Umständen müsst ihr noch kleinere Schönheitsreparaturen vornehmen und die Wände streichen. Ihr solltet im Kündigungsschreiben auch eure Mietkaution zurückfordern, die ihr allerdings erst nach eurem Auszug bekommt.

Eine PDF-Mustervorlage für die Kündigung eures alten Mietvertrages könnt ihr hier herunterladen und ausdrucken.

Macht euch im Vorfeld eures Umzugs einen genauen Plan: Je besser ihr vorbereitet seid, desto entspannter läuft der Tag eures Umzugs. © Getty Images/iStockphoto

Umzugs-Tipp 3: Umzugstermin festlegen und Anspruch auf Sonderurlaub prüfen

Der Umzugstermin sollte mit Bedacht gewählt sein. Bei kleineren Wohnsitzwechseln schafft ihr alles an einem Wochenende. Wenn euer Haushalt aber größer und der neue Wohnsitz weiter weg ist, solltet ihr ein paar Tage Urlaub nehmen, um Umzugsstress zu vermeiden.

Eventuell habt ihr laut Arbeitsvertrag beim Umzug sogar Anspruch auf Sonderurlaub. In der Regel ist das ein zusätzlicher Urlaubstag, bei größeren Entfernungen sind oft auch mehrere zusätzliche Urlaubstage möglich. Damit ihr einen Umzugstag von eurem Arbeitnehmer bewilligt bekommt, muss er zwei Bedingungen erfüllen:

  • Der Umzug ist betrieblich bedingt. Zum Beispiel wenn ihr für euren Arbeitgeber in eine andere Stadt ziehen müsst.
  • Der Umzug kann nur während der Arbeitszeit stattfinden.

Durch einen zusätzlichen Urlaubstag seid ihr dann auch zeitlich flexibler bei der Suche nach einem Umzugsunternehmen. Also unbedingt einmal prüfen, ob ihr Anspruch habt.

Umzugs-Tipp 4: Wohnungsübergabeprotokoll bei der Wohnungsübergabe ausfüllen

Verständigt euch sowohl mit euren alten als auch mit euren neuen Vermietern mit genügend Vorlauf auf passende Übergabetermine. Zur Übergabe selbst solltet ihr unbedingt ein Übergabeprotokoll mitbringen, um alles schriftlich festzuhalten. Das wird anschließend von beiden Seiten unterschrieben, damit es später keine zwei Meinungen gibt.

Ein Wohnungsübergabeprotokoll stellt der Deutsche Mieterbund zum Download bereit.

Umzugs-Tipp 5: Bei Kita- und Schulwechsel wegen Umzug rechtzeitig Bescheid geben

Solltet ihr Kinder haben, wisst ihr vermutlich, wie schwierig sich die Suche nach Kita-Plätzen gestaltet. Wenn ihr den Wohnort wechselt, wird euch diese Herausforderung womöglich wiederholt ereilen. Gebt in der Schule oder im Kindergarten rechtzeitig Bescheid, dass ihr wegzieht und fangt so früh wie möglich mit der Suche nach einer neuen Schule oder einem neuen Kita-Platz an.

Umzugs-Tipp 6: Vor Umzug rechtzeitig Handwerker anfragen und organisieren

Ob Bodenleger, Malerin, Klempner oder Elektrikerin: In vielen Fällen werdet ihr die Dienste eines Handwerkers in Anspruch nehmen müssen. Die ersten Angebote solltet ihr euch bereits Monate vor eurem Umzugstermin einholen und den Deal eintüten. Eine Woche vor eurem Auszug lasst ihr euch am besten den Termin nochmal bestätigen.

Umzugs-Tipp 7: Sperrmüll beantragen

Bei einem Wohnsitzwechsel fallen allerlei Dinge an, die nicht an die neue Adresse mitkommen. Vieles davon fällt unter die Kategorie Sperrmüll. Am praktischsten ist es, diesen Sperrmüll von der Stadtreinigung abholen zu lassen. In vielen Kommunen ist die Abholung nämlich kostenlos.

Alles raus, was keine Miete zahlt: Ein Umzug ist die Gelegenheit, sich von überflüssigen Dingen zu trennen. © Getty Images Plus/iStockphoto/Markus Faymonville

Umzugs-Tipp 8: Wohnung entrümpeln vor dem Umzug

Wer will schon seine Umzugshelfer, seien es Freunde oder Mitarbeiter eines Speditionsunternehmens, Dinge schleppen lassen, mit denen ihr anschließend ohnehin nichts mehr anfangen könnt? Davon abgesehen spart ihr beim eigentlichen Umzug Zeit und Geld, wenn ihr schon vorher Gegenstände, die ihr nicht mehr braucht, wegwerft oder spendet.

Wie das mit dem Ausmisten geht, verraten euch Ordnungsexpertinnen wie Marie Kondo und Fräulein Ordnung.

Umzugs-Tipp 9: Nachsendeauftrag bei der Post einrichten

Damit die Post auch an der neuen Anschrift im Briefkasten landet, ist es von elementarer Bedeutung, spätestens zwei Wochen vor dem Umzugsdatum einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post und allen anderen Zustellern einzurichten. Der gilt, je nach Wahl, für sechs Monate oder für zwölf Monate. Die Kosten belaufen sich auf 3,99 Euro pro Monat bei sechs Monaten Laufzeit.

Weitere Informationen zum Nachsendeservice auf der Website der Deutschen Post.

Umzugs-Tipp 10: Umzugstransport organisieren

Ob ihr einen Transporter mietet und den Umzug in Eigenregie durchführt oder ein Umzugsunternehmen mit dem Schleppen und dem Transport der Kartons sowie der Möbel beauftragt: Ihr solltet euch rechtzeitig damit beschäftigen, wie euer Hab und Gut in die neue Wohnung kommt.

Umzugs-Tipp 11: Umzugshelfer heranholen

Selbst wenn ihr ein Umzugsunternehmen beauftragt, wird es ganz ohne die tatkräftige Hilfe eurer Freunde nicht gehen. Es gibt auch bei einem gut organisierten Umzug immer noch etwas zu tun. Geködert werden fleißige Umzugshelfer gerne mit ausreichend Essen und Trinken. Denkt also daran, eben dieses bereitzustellen. Solltet ihr kleine Kinder oder Haustiere haben, stellt eine Person ab, die die Kleinen bespaßt.

Damit der Umzug mit Umzugshelfern reibungslos klappt, lest euch unbedingt auch unseren Ratgeber "Umzugshelfer engagieren: 9 Anfängerfehler, die ihr vermeiden solltet" durch.

Viele fleißige Helfer sind bei den meisten Umzügen unerlässlich. © Getty Images

Umzugs-Tipp 12: Verträge kündigen oder neue Adresse mitteilen

Was Abos und Mitgliedschaften angeht, haben wohl die meisten Menschen bei einem Wohnsitzwechsel das Gefühl, dass sie etwas vergessen haben. Die Adressänderung solltet ihr den folgenden Institutionen und Organisationen mitteilen:

  • Bank
  • Stromanbieter
  • Internet/Kabel-Provider
  • Mobilfunk-Anbieter
  • Krankenkasse
  • sonstige Versicherungen
  • Vereine und Verbände
  • ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (Rundfunkbeitrag)
  • Versandhändler und Online-Shops
  • eventuell Streaminganbieter

Nach dem Umzug habt ihr zwei Wochen Zeit, um euch bei eurem neuen Einwohnermeldeamt zu melden. Dem alten Finanzamt müsst ihr nur Bescheid geben, wenn ihr den Wohnort wechselt. Wenn ihr zudem bestimmte Leistungen bezieht und sie weiter in Anspruch nehmen wollt, müsst ihr auch die Familienkasse, das BAföG-Amt, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kontaktieren.

Weitere Tipps findet ihr auch in: Checkliste Adressänderung: Richtig ummelden nach dem Umzug.

Umzugs-Tipp 13: Vor dem Umzug Halteverbotszone beantragen

Für einen reibungslosen Umzug steht der Umzugstransporter am besten direkt vor der Haustür. Hofft aber nicht darauf, dass dort am Umzugstag zufällig ein Parkplatz frei ist, sondern beantragt sicherheitshalber eine Halteverbotszone bei der Stadt oder Gemeindeverwaltung (Amt für öffentliche Ordnung/Straßenverkehrsbehörde).

Da die Halteverbotsschilder meist schon 72 Stunden vor dem Umziehen aufgestellt werden und der Antrag noch bearbeitet werden muss, solltet ihr ihn spätestens 14 Tage vor dem geplanten Umzug einreichen. Die Kosten für eine Halteverbotszone sind je nach Stadt und Gemeinde unterschiedlich. In Hamburg müsst ihr beispielsweise mit über 100 Euro rechnen, für manche Postleitzahlen-Gebiete kommt dann noch ein Aufschlag von 30 Euro hinzu. Das sind zusätzliche Umzugskosten, die ihr in eurer Kalkulation berücksichtigen solltet.

Umzugs-Tipp 14: Umzugskartons packen mit System

Es ist so selbstverständlich, doch keine Umzugsliste wäre komplett ohne dieses To-do: Umzugskartons packen. Viele begehen den Fehler, die Kartons zu voll und zu schwer zu packen.

Auch wenn die Traglast eines Kartons offiziell bei 40 Kilogramm liegt, sollte er am Ende nicht schwerer als 25 Kilogramm sein.

Auch hilfreich: Inhalte in den Umzugskartons nach Räumen sortieren und sie beschriften oder mit einem farbigen Klebepunkt versehen. Kennzeichnet auch den Raum in der neuen Wohnung. So wissen alle Umzugshelfer, wohin sie die Kartons stellen müssen und ihr verliert den Überblick nicht.

Enges Treppenhaus oder schmale Türen? Mit einem Möbellift könnt ihr sperrige Objekte übers Fenster nach draußen transportieren.

Eure Umzugskartons solltet ihr nach Möglichkeit nicht überladen. © Getty Images Plus/iStockphoto/PeopleImages

Umzugs-Tipp 15: Wie viele Umzugskartons brauche ich?

Bei der Frage, wie viele Umzugskartons ihr braucht, gibt es eine Faustregel: Pro Quadratmeter Wohnfläche benötigt ihr beim Umzug etwas weniger als einen Karton. Günstige Umzugkartons und Alternativen findet ihr in diesem Ratgeber.

Umzugs-Tipp 16: Ordnung statt Kabelsalat

Haltet beim Umzug vor dem Abbau per Foto die Verkabelung der technischen Geräte fest. Daran könnt ihr euch beim Einrichten in der neuen Bleibe orientieren. So vermeidet ihr unnötigen Stress und Kabelsalat. Im besten Fall funktioniert direkt alles nach Wunsch.

Umzugs-Tipp 17: Wohnung renovieren vor dem Umzug

Klar, ihr hinterlasst eure alte Wohnung mindestens im besenreinen Zustand und hofft darauf, dass sich eure neue Wohnung auch gut präsentiert. Und dennoch müsst ihr manchmal ein letztes Mal ran – entweder um die alte Wohnung in den ursprünglichen Zustand zu versetzen oder um die neue Wohnung euren Wünschen entsprechend anzupassen. Auch dafür müsst ihr Zeit, Geld und Aufwand einplanen.

Tipps zum Streichen und wie ihr Anfängerfehler vermeidet, gibt's hier.

Umzugs-Tipp 18: Letzte Vorbereitungen vor dem Umzug treffen

Wenn die Wohnungen beide frisch aussehen, wären am Tag des Umzugs verursachte Kratzer im Boden ärgerlich. Deckt die Böden deshalb ab, ehe ihr euch an den Kartons und Möbeln zu schaffen macht. Sollte doch noch etwas euer handwerkliches Geschick benötigen, stellt eine Werkzeugkiste zum Umzug bereit, an der sich alle Helferinnen bedienen können.

Und auch die Pflanzen freuen sich, wenn ihr sie vor dem Transport leicht gießt. Sie sind dann etwas widerstandsfähiger.

Umzugs-Tipp 19: Am Umzugstag Zählerstände ablesen

Denkt am Umzugstag daran, die Zählerstände für Wasser, Gas und Strom in der alten und in der neuen Wohnung abzulesen oder ablesen zu lassen und sie an euer Versorgungsunternehmen zu übermitteln.

Umzugs-Tipp 20: Neue Adresse mitteilen – auch Freunde und Familie informieren

Nicht vergessen: Nach dem Einzug in die neue Wohnung wollt ihr sicherlich auffindbar bleiben. Teilt euren Freunden, Bekannten und Verwandten eure neue Anschrift mit oder schickt ihnen doch einfach mal wieder eine Postkarte. Auch die neuen Nachbarn freuen sich bestimmt über eine persönliche Stippvisite an der Tür.

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