Paar macht sich Notizen am Laptop und handschriftlich
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Wohnen | Checkliste

Richtig ummelden: Checkliste für die Adressänderung nach dem Umzug

Lisa Gutknecht

Nach dem Umzug habt ihr nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine neue Anschrift. Wem müsst ihr die Adressänderung mitteilen und was ist bei der Ummeldung zu beachten? Mit unserer Checkliste zum korrekten Ummelden entgeht euch nichts.

Ein Umzug verlangt viel Organisation. Dazu gehört neben Kisten packen, Renovieren und Einrichten auch ein wenig Papierkram: Vergesst nicht, euch nach dem Einzug umzumelden. Nicht nur das Einwohnermeldeamt muss über eure Adressänderung informiert werden. Auch viele weitere Stellen wie Arbeitgeber, Finanzamt, Banken und Versorgungsbetriebe sollten auf dem neuesten Stand sein.

Manche Änderungsmeldungen sind sogar verpflichtend und innerhalb einer bestimmten Frist zu erledigen. Wie ihr euch richtig ummelden könnt, erfahrt ihr in dieser Checkliste – mit erforderlichen Unterlagen und Kosten.

1. Richtig ummelden beim Einwohnermeldeamt

In Deutschland seid ihr verpflichtet, euren Wohnsitz innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug beim zuständigen Einwohnermeldeamt anzumelden. Wer diese Frist deutlich überschreitet, muss mit einer Forderung von bis zu 500 Euro Ordnungsgeld rechnen.

In den meisten Ämtern kann man bereits vier Wochen im Voraus einen Termin online beantragen. Am besten tragt ihr euch dafür eine Erinnerung in den Kalender ein. Dann geht im Umzugschaos nichts unter.

Für die Ummeldung benötigt ihr euren Personalausweis und eine sogenannte "Wohnungsgeberbescheinigung". Diese wird euch vom Vermieter oder der Verwaltungsgesellschaft eurer Wohnung ausgestellt. Lasst sie euch am besten direkt zusammen mit dem Mietvertrag aushändigen.

Wer neu in eine Stadt zieht und hier seinen Hauptwohnsitz anmeldet, muss gegebenenfalls weitere Dokumente vorlegen. Zum Beispiel ein Anmeldeformular sowie die Ehe- oder Sterbeurkunde. Informiert euch am besten vor dem Behördengang über die erforderlichen Unterlagen.

Für die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes gelten die gleichen Bestimmungen. Einige Gemeinden fordern eine Zweitwohnsitzsteuer. Die orientiert sich prozentual an der Nettokaltmiete. Voraussetzungen, Fristen und Formulare gibt es ebenfalls bei eurem Amt – online oder direkt vor Ort.

  • Frist: innerhalb von zwei Wochen nach Einzug
  • Erforderliche Unterlagen: Personalausweis, Wohnungsgeberbescheinigung, gegebenenfalls weitere Dokumente bei erstmaliger Anmeldung
  • Kosten: bis zu 20 Euro, eventuell Zusatzkosten bei neuem Personalausweis

2. Adressänderung beim Finanzamt melden

Das Finanzamt erhält keine automatische Meldung über eure Ummeldung beim Einwohnermeldeamt. Was ist zu tun? Informiert das bislang für euch zuständige Finanzamt schriftlich (per Mail, Post oder Fax) und unter Angabe eurer Steuernummer über die Adressänderung. Das neue Finanzamt müsst ihr nicht extra in Kenntnis setzen. Hier gebt ihr einfach eure nächste Steuererklärung ab.

Ihr zieht innerhalb einer Gemeinde um? Dann genügt es sogar, die neue Adresse in der nächsten Steuererklärung anzugeben.

  • Frist: keine, spätestens mit der nächsten Steuererklärung
  • Erforderliche Unterlagen: keine
  • Kosten: keine

Steuerliche Ummeldung bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden

Auch Selbstständige teilen ihrem alten Finanzamt den Umzug mit. Die bisherige Steuernummer bleibt solange gültig, bis euch das neue Finanzamt eine Steuernummer zuteilt. Bis dahin reicht ihr eure Umsatzsteuer-Voranmeldung wie gewohnt ein.

Ausschnitt des Formulars für die Einkommensteuererklärung
Bei einem Umzug innerhalb einer Gemeinde reicht es, die neue Adresse beim Finanzamt in der nächsten Steuererklärung zu melden. © Getty Images/iStockphoto

3. Kfz nach Umzug ummelden

Wer ein Fahrzeug besitzt, muss auch das richtig ummelden. Bei einem Umzug innerhalb einer Gemeinde reicht es in der Regel, eure Kfz-Haftpflichtversicherung über den neuen Wohnsitz zu informieren. Außerdem müsst ihr die Änderung bei der Kfz-Zulassungsstelle in Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief eintragen zu lassen. In manchen Bezirken kann die Ummeldung sogar direkt im Einwohnermeldeamt erfolgen. Informiert euch am besten vorab bei eurer zuständigen Behörde.

Zieht ihr in eine andere Stadt, benötigt ihr für die Ummeldung in jedem Fall zusätzlich eine Versicherungsbescheinigung eurer Kfz-Haftpflichtversicherung.

Der Kauf eines neuen Nummernschildes ist seit 2015 nicht mehr notwendig. Fahrzeughalter dürfen bei einem bundesweiten Umzug ihr bisheriges Kennzeichen behalten.

  • Frist: keine, sollte aber grundsätzlich unverzüglich erfolgen
  • Erforderliche Unterlagen: Personalausweis, Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, gültige Prüfbescheinigung der letzten Hauptuntersuchung (sofern diese bereits erforderlich war), SEPA-Kombimandat, gegebenenfalls Versicherungsbescheinigung
  • Kosten: 20 bis 50 Euro

4. Neue Adresse bei der Hundesteuer melden

Ihr teilt euer Zuhause mit einem Hund? Auch der muss umgemeldet werden. Schließlich seid ihr verpflichtet Hundesteuer zu zahlen. Die korrekte Anschrift ist daher wichtig.

Bei einem Umzug innerhalb einer Gemeinde genügt für die Ummeldung eine formlose Mitteilung bei der zuständigen Behörde. Welche das ist, hängt vom Wohnort ab. In der Regel sind Ordnungsamt, Verbraucherschutzamt, Finanzamt oder Einwohnermeldeamt der richtige Ansprechpartner. Hier könnt ihr häufig sogar zusammen mit eurer eigenen Ummeldung den Vierbeiner melden. Informiert euch über die Webseite der Gemeinde über das individuelle Vorgehen.

Zieht ihr in eine neue Stadt, müsst ihr den Hund innerhalb von zwei Wochen am bisherigen Wohnort ab- und im neuen Ort anmelden. Dies kann telefonisch, schriftlich oder über ein Online-Serviceportal erfolgen. Beachtet, dass sich bei einem Umzug über Gemeindegrenzen hinweg der künftige Steuerbetrag ändern kann.

  • Frist: innerhalb von zwei Wochen nach Einzug
  • Erforderliche Unterlagen: keine
  • Kosten: bis zu 30 Euro
Schlafender Labrador Golden Retriever Hund in Wohnzimmer auf grünem Kissen mit grauer Decke
Ihr habt einen Hund? Auch der muss umgemeldet werden. © New Africa/stock.adobe.com

5. Versorgungsbetriebe kündigen oder Adressänderung mitteilen

Informiert eure Versorgungsbetriebe für Gas, Wasser, Strom und Fernwärme rechtzeitig über euren Umzug. Lest dafür kurz vor Auszug die aktuellen Zählerstände ab. Bleibt ihr weiterhin Kunde, genügt meist die Mitteilung der neuen Adresse und des Umzugstermins. Wer den Anbieter wechseln will, sollte seine Verträge rechtzeitig kündigen und sich um die Anmeldung am neuen Wohnort kümmern.

  • Frist: möglichst zeitgleich zum Umzug
  • Erforderliche Unterlagen: keine beziehungsweise aktuelle Zählerstände
  • Kosten: möglich bei Tarif- oder Anbieterwechsel

6. Telefon und Internet ummelden

Damit ihr in der neuen Wohnung direkt erreichbar seid, denkt rechtzeitig ans Ummelden eures Telefon- und Internetanschlusses. Sofern ihr beim selben Anbieter bleibt, genügt in der Regel ein Anruf oder eine schriftliche Mitteilung über den Umzug. In den meisten Fällen ist ein Installationstermin mit einem Servicemitarbeiter vor Ort notwendig. Vereinbart diesen am besten schon, sobald euer Umzugstermin feststeht. Beachtet im Falle eines Anbieterwechsels die Kündigungsfrist.

  • Frist: möglichst vor dem Umzug
  • Erforderliche Unterlagen: je nach Anliegen
  • Kosten: bis zu 70 Euro
Ummelden von Telefon und Internet nicht vergessen! © Getty Images/Westend61

Weitere Ummeldungen, die anfallen könnten

Daneben gibt es weitere Stellen, bei denen ihr eure neue Adresse – meist formlos per Mail, Post oder online – mitteilen solltet:

  • Banken
  • Krankenkasse
  • Versicherungen (Hausrat-, Renten-, Kranken-, Unfall-, Zusatzversicherung)
  • Bausparkasse
  • Agentur für Arbeit
  • ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (über rundfunkbeitrag.de)
  • Mobilfunkanbieter
  • Berater (zum Beispiel Steuerberater, Finanzberater, Rechtsanwalt)
  • Verlage (bei bestehenden Zeitungs-Abos)
  • Online-Shops und Online-Dienste
  • Arbeitgeber
  • Kindergarten, Kindergeldstelle
  • Schule oder Hochschule

Tipp: Um sicherzustellen, dass Briefe oder Päckchen euch am neuen Wohnsitz garantiert erreichen, könnt ihr bei der Post einen Nachsendeauftrag einrichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf 19,90 Euro für sechs Monate, 26,90 für zwölf Monate und 34,90 für 24 Monate.

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