Möbellift fährt Hausfassade hoch
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Einen Möbellift für den Umzug leihen – lohnt sich das?

Lisa Gutknecht

Ihr überlegt, einen Möbellift für den Umzug zu mieten? Liegt die Wohnung im Dachgeschoss oder im Altbau ohne Aufzug, kann ein Lift die Arbeit um einiges erleichtern. In welchen Fällen es sich lohnt, einen Umzugsaufzug zu leihen und welche Kosten auf euch zukommen.

So schön eine Altbauwohnung im 5. Stock ist, an den Umzug mag man gar nicht denken. Ein Möbellift könnte Abhilfe schaffen! Denn Sofa, Waschmaschine und Kleiderschrank ohne Aufzug das Treppenhaus runter oder hoch zu hieven – da sind nicht nur Muskelkater oder gar Rückenschmerzen programmiert, auch logistisch wird der Akt zur Herausforderung.

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Doch lohnt sich die Miete eines Möbellifts wirklich? Und unter welchen Voraussetzungen ist das Leihen sinnvoll? Hier ist der Fakten-Check.

Was ist ein Möbellift und wie funktioniert er?

Ein Möbellift, auch Umzugslift genannt, ist im Prinzip nichts anderes als ein Außenaufzug. Man kann ihn sich wie eine Kombination aus einer Leiter und einer rechteckigen Plattform vorstellen, ähnlich wie ein Baulift.

Der Unterschied: Bei einem Möbellift lassen sich die Förderflächen seitwärts ausklappen, so dass eine große plane Fläche entsteht, auf der selbst sperrige Möbelstücke Platz finden. Diese wird mithilfe modernster Hydrauliktechnik außen am Gebäude entlang in die Höhe gefahren und durch ein Fenster oder vom Balkon aus beladen. Grundvoraussetzung ist genügend Platz vor dem Gebäude. Denn der Möbellift ist auf einem Lkw oder Anhänger platziert.

Die Höhenleistung und Last variieren stark, je nach Anbieter und Bedarf. Die maximale Höhenleistung beim Möbellift liegt bei 30 Metern, das entspricht etwa dem 7. Stockwerk. Die Zuladung darf in der Regel maximal 300 bis 400 Kilogramm betragen.

Die Vorteile durch einen Möbellift auf einen Blick

  • Kostenersparnis, weil ihr weniger Umzugshelfer benötigt
  • Zeitersparnis
  • Geringeres Risiko für Möbelschäden
  • Geringeres Risiko für Personenschäden
  • Weniger Störfaktoren, zum Beispiel im Treppenhaus
  • Schutz von Treppenhaus und zum Beispiel Türrahmen
Paar trägt sperriges Möbelstück durch enges Treppenhaus
Ist das Treppenhaus zu eng für sperrige Möbel, kann ein Möbellift beim Umzug Sinn ergeben. © Getty Images/Cultura RF

Möbellift mieten: Was kostet das?

Die Kosten für einen Möbellift hängen davon ab, ob ihr ihn leihen und selbst bedienen wollt oder das beauftragte Umzugsunternehmen diesen Service mit übernimmt.

Wer den Umzug in Eigenregie durchzieht, muss mit 60 bis 150 Euro pro Stunde rechnen.

Umzugsfirmen berechnen für einen Lift in der Regel 35 bis 60 Euro pro Stunde und Fachkraft. Die Kosten richten sich dabei nach Tragkraft und Arbeitshöhe. Manche Unternehmen haben auch Pauschalangebote pro halbem oder ganzem Tag. Hier lohnt sich in jedem Fall ein Preisvergleich.

Welche Kosten für einen Möbellift kommen noch dazu? Vor dem Umzug muss sich das Unternehmen einen Eindruck von der Lage vor Ort machen. Die Besichtigung wird meist mit 20 bis 30 Euro berechnet, häufig aber auf der Gesamtrechnung gutgeschrieben. Für An- und Abfahrt müsst ihr mit 50 bis 100 Euro rechnen, je nach Entfernung. Außerdem solltet ihr eine Halteverbotszone vor dem Wohnhaus einrichten lassen, damit das Fahrzeug dort problemlos parken kann. Die Kosten variieren von Gemeinde zu Gemeinde, plant am besten rund 100 Euro ein.

Möbellift leihen: Kosten im Überblick

  • Leistung
  • Kosten
  • Besichtigung
  • 20-30 €
  • An- und Abfahrt
  • 50-100 €
  • Umzug (4 Stunden, 1 Fachkraft)
  • 140-240 €
  • Halteverbotszone
  • 80-170 €
  • GESAMT
  • 290-540 €

So viel kostet es im Schnitt, einen Möbellift zu leihen – inklusive Installation und Bedienung durch eine Fachkraft.

Wieviel spart man mit einem Möbellift?

Da weniger Helfer benötigt werden, kann ein Umzug mit Möbellift einige Kosten sparen. Die Preise pro Fachkraft sind bei einem klassischen Umzug ähnlich hoch, doch sind hier meist bis zu vier Personen über einen längeren Zeitraum im Einsatz.

Ihr zahlt in der Regel zwischen 500 und 2.000 Euro, mit einem Möbellift eher die Hälfte. Traut ihr euch womöglich selbst zu, einen Umzugsaufzug zu bedienen, umso besser. Welche Voraussetzungen hier gelten und was im individuellen Fall zu beachten ist, erfahrt ihr direkt beim Umzugsunternehmen in eurer Nähe.

Für wen lohnt sich ein Möbellift?

Ihr plant euren Umzug und überlegt, ob ein Möbellift sinnvoll sein könnte? Wenn einer oder gar mehrere der folgenden Punkte zutreffen, lohnt es sich, ein Angebot anzufordern:

Enges Treppenhaus oder schmale Türen: Viele Umzüge werden dadurch erschwert, dass die Haustür zu schmal oder das Treppenhaus extrem eng ist. Besonders der Transport sperriger Möbel kann zum Kraftakt werden. Ganz zu schweigen vom Risiko für Schäden an Geländer, Wänden und Mobiliar. Übrigens gilt dies nicht nur für Etagenwohnungen. Auch ein Treppenhaus im Eigenheim kann zu eng sein.

Etagenwohnung ohne Aufzug: Nach wie vor gibt es viele Altbauten, die über keinen Aufzug verfügen. Oder Wohnblocks mit extrem kleinen Aufzügen, die sich als Umzugshilfe nicht eignen. Je höher das Stockwerk eurer Wohnung, desto mühseliger, zeitaufwändiger und auch kostspieliger ist ein Umzug, denn die meisten Umzugsunternehmen nehmen Aufschläge pro Etage.

Kostbare oder sperrige Objekte: Von der Waschmaschine über die Sofalandschaft bis hin zu Flügel, Skulptur oder massiven Wandgemälden – sperriges beziehungsweise wertvolles Hab und Gut verlangt beim Umzug eine Sonderbehandlung. Denn je weniger die kostbaren Stücke bewegt werden, desto vorteilhafter.

Paar trägt Sofa in einen Möbeltransporter
Ein sperriges Sofa oder andere schwere Möbel können Grund genug für einen Möbellift sein. © Getty Images

Was spricht gegen einen Möbellift?

Klingt fast so, als ergebe die Nutzung eines Möbellifts (fast) immer Sinn. Doch es gibt auch ein paar Faktoren, die dagegensprechen:

  1. Der Weg zum Fenster beziehungsweise Balkon ist durch Bäume oder andere Hindernisse blockiert.
  2. Das Balkongeländer ist nicht stabil genug oder das Fenster ist nicht bündig mit der Hausfassade.
  3. Fenster oder Balkon sind nicht groß genug, um extrem sperrige Objekte auf den Möbellift zu heben.
  4. Ihr habt nicht genügend Platz vor dem Haus oder der Untergrund ist uneben.
  5. Das Wetter spielt nicht mit: Ein plötzlicher Sturm kann eurem Umzug mit Möbellift schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Bevor ihr euch für einen Möbellift entscheidet, solltet ihr unbedingt mit einem Experten Rücksprache halten, ob die Voraussetzungen bei euch stimmen. Passt auch der Preis und sind alle versicherungstechnischen Fragen geklärt, könnt ihr euch auf einen entspannten Umzug mit Möbellift freuen.

Und wenn ihr euch gegen den Umzugslift entscheidet, [dann lest hier, welche Fehler ihr bei der Suche nach Umzugshelfern vermeiden solltet](<https://wohnglueck.de/artikel/umzugshelfer-engagieren-fehler-35458 ‎>).

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