Bohrmaschine an Wand angesetzt
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Modernisieren | Ratgeber

Stromleitungen finden: Sicher bohren, Risiken vermeiden

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Einmal an der falschen Stelle gebohrt, schon ist das Stromkabel durchtrennt. Das kann nicht nur teuer, sondern auch lebensgefährlich sein. Erfahrt hier, wie ihr Stromleitungen finden und gefahrlos Löcher bohren oder Nägel in die Wand schlagen könnt.

Ein gerahmtes Bild soll die Wohnzimmerwand schmücken, die Lampe angeschlossen oder die Garderobe im Flur montiert werden: Der erste Griff geht zum Hammer oder zur Bohrmaschine. Doch Vorsicht, überall im Haus verlaufen Stromkabel durch die Wand. Das Risiko, eines davon zu durchtrennen, ist groß, wenn man nicht vorsichtig ist. Vorbereitung ist deshalb alles: Lest hier, wie man Stromleitungen finden und sicher bohren kann.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Durchbohrte Stromkabel: Das sind die Risiken

Ein Fehltritt beim Bohren kann euch teuer zu stehen kommen und sogar Lebensgefahr bedeuten. Beim Durchbohren einer aktiven Leitung droht euch ein Stromschlag. Dieser kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Etwas glimpflicher kommt ihr davon, wenn es "nur" einen Kurzschluss und Funkenflug gibt. So oder so ist das Kabel defekt.

Wie verhält es sich, wenn die Sicherung beim Bohren draußen war? Auch dann ist ein durchbohrtes oder beschädigtes Stromkabel ein Risiko. Die Isolierung der Leitung ist nicht mehr intakt, so dass das Kabel weniger belastungsfähig ist. In der Folge besteht bei voller Stromlast die Gefahr eines Wohnungsbrandes.

Tipp: Lest hier, welche typischen Anfängerfehler ihr beim Bohren vermeiden solltet.

Stromleitungen selbst reparieren?

Falsch gebohrt und das Kabel ist im Eimer? Jetzt geht es um Schadensbegrenzung: Es gibt im Fachhandel inzwischen spezielle Reparatursets. Doch damit solltet ihr nur arbeiten, wenn ihr wirklich Ahnung von der Materie habt. Als Laie sollte man bei Elektroinstallationen immer einen Profi zu Rate ziehen und niemals selbst Hand anlegen. Das ist nicht nur sicherer. Die meisten Versicherungen übernehmen nur Haftung, wenn Stromkabel von einem Fachbetrieb verlegt wurden.

Wendet euch also immer an eine Elektrofirma, um einen Schaden am Stromkabel zu beheben. Dabei müsst ihr mit Kosten von mindestens 100 Euro rechnen.

Es lohnt sich also, vor dem Bohren genau zu prüfen, wo Stromleitungen verlaufen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr im Folgenden.

Löcher sind euch zu unsicher? Kein Problem: Hier sind 9 Tricks, wie ihr Bilder ohne Bohrmaschine anbringen könnt.

Elektriker installiert Steckdose
Elektroinstallationen sollte man immer nur von einem Profi machen lassen. © Getty Images/iStockphoto

Installationszonen: Wo verlaufen die Stromkabel in der Wand?

Wenn ihr wisst, wie Stromleitungen in eurem Haus oder in der Wohnung verlaufen, könnt ihr problemlos Löcher bohren oder Nägel in die Wand schlagen. Leichter gesagt, als getan. Von außen sind die Kabel schließlich nicht sichtbar. Wie kann man trotzdem sichergehen, dass der Bohrer an der richtigen Stelle ansetzt? Der einfachste Weg ist ein Blick in den Bauplan.

Stromleitungen müssen innerhalb sogenannter "Installationszonen" verlegt sein. Festgeschrieben ist dies in der DIN 18015, welche Hinweise für die Errichtung von elektrischen Anlagen in Wohngebäuden gibt. Unter anderem:

  • Stromleitungen dürfen nur senkrecht oder waagerecht verlaufen.
  • Waagerechte Stromkabel haben einen Abstand von 15 bis 30 Zentimeter zum Fußboden und 30 Zentimeter zur Decke.
  • Senkrechte Kabel müssen 15 Zentimeter von der Wandkante entfernt verlegt sein.

Eine Orientierung bieten euch die Steckdosen und Lichtschalter. Von hier verlaufen die Stromkabel in der Regel senkrecht nach oben oder nach unten. An der Decke oder am Fußboden gehen sie in die Waagerechte über. Beachtet in der Küche und im Badezimmer sowie in anderen Räumlichkeiten unbedingt auch den Verlauf von Wasserleitungen.

Den Bauplan mit eingezeichneten Installationszonen können Mieter beim Hausbesitzer anfragen. Wer ein Eigenheim besitzt, kann die Lage der Stromleitungen beim Vorbesitzer erfragen oder selbst einen Lageplan aufsetzen.

Tipp: Wenn ihr außerhalb der Installationszonen gebohrt und ein Kabel getroffen habt, übernimmt häufig die Haftpflichtversicherung die Kosten für die Schadensbegrenzung. Mieter sollten sich in diesem Fall sofort an den Hausbesitzer wenden.

Stillleben Bauplan und Elektrogeräte
Ein Bauplan kann Auskunft darüber geben, wo Stromleitungen im Haus verlaufen. © Getty Images/iStockphoto

Stromleitungen finden mit einem Leitungssuchgerät

Installationszonen sind ein guter erster Schritt, um Stromleitungen zu finden. Doch zu 100 Prozent sicher sein kann man sich über den Verlauf der Kabel nicht. Besonders in Altbauten müsst ihr Vorsicht walten lassen. Meist erfolgte die Elektroinstallation hier ohne Vorgaben. Der sicherste Weg, Stromleitungen zu finden, ist deshalb ein Leitungssuchgerät.

Solche Ortungsgeräte erfassen Metalle und elektrische Leitungen. Einige Modelle können sogar Holzbalken aufspüren. Einen guten Leitungssucher gibt es bereits ab 30 Euro, zum Beispiel über Amazon*.

So findet ihr Stromkabel zuverlässig mit dem Ortungsgerät

  1. Schaltet das Licht an, damit die Stromleitungen unter ausreichend Belastung stehen.
  2. Führt den Leitungssucher mehrmals langsam über die Bohrstelle.
  3. Fahrt mit dem Gerät auch die Umgebung der ausgewählten Stelle ab.
  4. Achtet auf Signale: Erkennt der Detektor eine Leistung, blinkt und/oder piepst das Gerät.

Die meisten Geräte funktionieren wie eine Ampel: Leuchtet die Lampe rot auf, dürft ihr nicht bohren. Gelb weist auf ein Risiko hin, bei einem grünen Licht seid ihr auf der sicheren Seite.

Ortungsgerät von Bosch
Ein Leitungssuchgerät wie dieses von Bosch kann Stromleitungen, Metall und Holz erkennen. © Amazon / Bosch

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