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Wohnen | Ratgeber

Wäsche trocknen im Herbst & Winter: So einfach geht's!

Michael Penquitt

Feuchte Wäsche trocknet an der frischen Luft in der Sonne am besten. Das kommt im Herbst und Winter nicht in Frage – oder etwa doch? Wieso Wäschetrocknen in der Wohnung nur selten eine gute Alternative ist.

Im Sommer ist alles ganz einfach: Wer seine frisch gewaschene Wäsche auf die Wäscheleine im Garten oder einen Wäscheständer auf dem Balkon hängt, kann damit rechnen, dass sie innerhalb weniger Stunden trocken ist. Im Herbst und Winter ist das häufig keine Option. Wenn es stürmt, regnet oder schneit, muss die Wäsche wohl oder übel drinnen hängen.

Wäsche lieber draußen zum Trocknen aufhängen

Die Wäsche einfach in der Wohnung aufzuhängen, sollte immer der letzte Ausweg sein. Klar, manche Haushalte haben weder einen Balkon, vom Garten ganz zu schweigen, noch einen Trocknungskeller oder Dachboden. In dem Fall bleibt euch nichts anderes übrig.

Das Problem: Die frische Wäsche ist feucht, diese Feuchtigkeit gibt sie beim Trocknen an die Umgebungsluft ab. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit kann zum Schimmel an den Wänden beitragen. Aus diesem Grund hält sich der Mythos hartnäckig, dass der Vermieter dem Mieter das Wäschetrocknen in den Wohnräumen verbieten kann.

Das stimmt nicht. Selbst wenn es einen Trocknungskeller oder einen mit Wäscheleinen ausgestatteten Dachboden gibt, kann euch der Vermieter nicht anordnen, eure Wäsche dort aufzuhängen. Und doch wird es immer wieder versucht. Klauseln in Mietverträgen, die euch grundsätzlich verbieten, eure feuchte Wäsche drinnen aufzuhängen, sind jedoch ungültig.

Trotzdem solltet ihr vorsichtig sein – vor allem dann, wenn eure Wohnung ohnehin zu einer hohen Luftfeuchtigkeit und zur Schimmelbildung neigt. Denn wenn man nachweisen kann, dass die feuchte Wäsche zu den durch den Schimmel verursachten Schäden beigetragen hat, könnt auch ihr zur Verantwortung gezogen werden und müsst einen Teil der Kosten begleichen.

Auch bei Frost Wäsche draußen trocknen

Auch euch selbst tut ihr im Winter keinen Gefallen, wenn ihr die Wäsche ins Schlaf- oder Wohnzimmer hängt. Denn durch die in die Umgebungsluft entweichende Feuchtigkeit entsteht Verdunstungskälte. Dieser Effekt, der an heißen Sommertagen nur allzu willkommen ist, ist im Winter meistens unerwünscht – auch wenn er eher klein ist und sich nur kurz hält. Und wo die Raumtemperatur sinkt, ist der Griff zum Heizungsregler nicht weit. Diese Energiekosten könnt ihr euch besser sparen.

Wenn es das Wetter zulässt, es also trocken ist, ist es ratsam, die Wäsche trotz niedriger Temperaturen draußen aufzuhängen. Selbst bei Minusgraden trocknet die Wäsche nämlich – und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen des Frosts!

Dabei gefriert das Wasser in den Textilien zunächst und verpufft dann in die Luft. Dieser physikalische Vorgang, bei dem ein Stoff aus einem festen Aggregatzustand direkt in einen gasförmigen wechselt, nennt sich Sublimation. Diese Frosttrocknung soll dafür sorgen, dass die Wäsche anschließend sogar besonders weich ist. Ihr solltet die Wäsche aber nicht reinholen, wenn sie noch gefroren ist – denn dann wird sie wieder nass.

Wann immer möglich, solltet ihr den Wäscheständer draußen aufstellen. Dort trocknet die Wäsche am besten. © Getty Images/iStockphoto

Wenn das Wetter die Wäsche in die Wohnung zwingt oder ihr sie aus einem anderen Grund drinnen aufhängen müsst, haben wir ein paar Tipps, damit sie schnell trocknet und ihr Schimmel in der Wohnung vermeidet:

1. Gründlich schleudern

Wählt einen möglichst hohen Schleudergang, damit die Wäsche so viel Wasser wie möglich schon in der Waschmaschine verliert. Selbstverständlich solltet ihr darauf achten, welche Textilien wie viel vertragen. Feine Wäsche sollte mit nur wenigen Drehungen pro Minute geschleudert werden, wenn überhaupt. Sonst könntet ihr den Stoff beschädigen.

2. Wäsche in einem großen Raum aufhängen

Auf großem Raum verteilt sich die Feuchtigkeit besser als auf kleinem Raum. Wählt deshalb am besten das größte Zimmer, um den Wäscheständer aufzustellen.

3. Trockene Luft hilft beim Trocknen

Trockene Umgebungsluft sorgt dafür, dass auch die Wäsche schneller trocknet, denn sie ist der Lage mehr und schneller Feuchtigkeit aufzunehmen. Ganz konkret heißt das: Ihr solltet die Wäsche eher nicht in Räumen aufhängen, in denen viele Pflanzen stehen. Die sorgen nämlich für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Das ist für euch und eure Schleimhäute zwar gesund, für eine schnell trocknende Wäsche aber weniger zuträglich.

4. Raum gut belüften

Wenn die Wäsche schon nicht an der frischen Luft stehen kann, lasst möglichst viel frische Luft herein. Am besten ihr sorgt für einen Durchzug und öffnet gleich mehrere Fenster.

5. Wäsche weit genug auseinander hängen

Zu eng sollte die feuchte Wäsche nicht hängen, sonst bleibt sie ewig klamm. Im schlimmsten Fall bilden sich sogar Bakterien in den Textilien und die Kleidung oder die Handtücher beginnen zu müffeln. Mindestens zwei Zentimeter Platz sollte zwischen den Wäschestücken schon bleiben.

Übrigens: Vom Wäschetrockner raten viele generell ab. Die Geräte verbrauchen viel Strom und sind nicht besonders umweltfreundlich. Die Entscheidung über die Anschaffung eines Wäschetrockners ist aber selbstredend euch überlassen.

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