Frau hängt im Herbst Wäsche draußen im Garten
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Wohnen | Ratgeber

Wäsche draußen trocknen: So geht’s im Herbst & Winter

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Feuchte Wäsche trocknet an der frischen Luft in der Sonne am besten. Auch im Herbst und Winter könnt ihr eure Wäsche draußen trocknen, wenn die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Die besten Tipps und Tricks gibt's hier.

Im Sommer ist alles ganz einfach: Wer seine frisch gewaschene Wäsche auf die Wäscheleine im Garten oder einen Wäscheständer auf dem Balkon hängt, kann damit rechnen, dass sie innerhalb weniger Stunden trocken ist. Aber auch im Herbst und Winter könnt ihr eure Wäsche draußen trocknen, wenn die Luftfeuchtigkeit entsprechend niedrig ist. Was ihr dabei beachten solltet und warum Wäsche sogar bei Frost trocknet, erfahrt ihr hier.

Warum sollte man Wäsche draußen zum Trocknen aufhängen?

Knapp fünf Kilogramm tropfnasse Wäsche gibt beim Trocknen bis zu drei Liter Feuchtigkeit an die Umgebungsluft ab. Ist diese irgendwann gesättigt, kann sich die überschüssige Feuchtigkeit schnell an den Wänden in der Wohnung absetzen und dort kondensieren. Besonders an kühlen Außenwänden besteht in Herbst und Winter dann eine erhöhte Gefahr, dass sich dort Schimmel bildet, wenn dazu nicht richtig gelüftet und geheizt wird.

Grundsätzlich solltet ihr eure Wäsche also lieber draußen zum Trocknen aufhängen als den Wäscheständer mit der feuchten Kleidung in der Wohnung zu platzieren. Klar, manche Haushalte haben weder einen Balkon, noch einen Trocknungskeller oder Dachboden. Vom Garten ganz zu schweigen, In diesem Fall bleibt euch nichts anderes übrig, als die Wäsche drinnen zu trocknen.

Wann immer möglich, solltet ihr den Wäscheständer draußen aufstellen. Dort trocknet die Wäsche am besten. © Getty Images/iStockphoto

Kann man die Wäsche bei hoher Luftfeuchtigkeit draußen trocknen?

Die Antwortet lautet: Jein. Am besten trocknet eure Wäsche draußen, wenn die Luft sehr trocken ist und sie noch Feuchtigkeit aufnehmen kann. Prinzipiell kann die Wäsche auch bei höherer Luftfeuchtigkeit draußen trocknen, doch das dauert dann wesentlich länger.

Regnet, stürmt oder schneit es, ist die Luft aber so mit Feuchtigkeit gesättigt, dass sie die eurer Wäsche gar nicht mehr oder nur teilweise aufnehmen kann. Bei nasskaltem Wetter solltet ihr die Wäsche also lieber reinholen oder gar nicht erst draußen aufhängen.

Auch bei Frost Wäsche draußen trocknen

Selbst bei Minusgraden könnt ihr eure Wäsche draußen trocknen und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen des Frosts!

Dabei gefriert das Wasser in den Textilien zunächst und verpufft dann in die Luft. Dieser physikalische Vorgang, bei dem ein Stoff aus einem festen Aggregatzustand direkt in einen gasförmigen wechselt, nennt sich Sublimation. Diese Frosttrocknung soll dafür sorgen, dass die Wäsche anschließend sogar besonders weich ist. Ihr solltet die Wäsche aber nicht reinholen, wenn sie noch gefroren ist – denn dann wird sie wieder nass. Mehr dazu lest ihr auch in "Stimmt es, dass Wäsche im Winter auch bei Minusgraden trocknet?"

7 Tricks, wie eure Wäsche im Herbst draußen schneller trocknet

Um den Trocknungsprozess eurer nassen Wäsche im Herbst draußen zu beschleunigen, könnt ihr euch ein paar simpler Tricks bedienen:

  1. Wäsche gründlich schleudern. So verliert sie schon in der Waschmaschine möglichst viel Wasser.
  2. Nach dem Waschgang feuchte Wäsche ordentlich glattstreichen und in Form ziehen. Das vermeidet Falten und die Feuchtigkeit kann besser entweichen.
  3. Wäsche nicht doppellagig aufhängen, nutzt stattdessen lieber Wäscheklammern.
  4. Hängt Unterwäsche und Socken getrennt von der anderen Wäsche auf, so trocknen sie schneller.
  5. Kleidung wie Blusen, Hemden oder Kleider, die leicht knittert, einzeln auf Bügel aufhängen.
  6. Wenn möglich, Wäsche weit genug auseinanderhängen, so trocknet sie schneller.
  7. Große Wäschestücke wie Bettwäsche oder Vorhänge in Windrichtung hängen, der Wind bläst sie zusätzlich trocken.

Schimmelgefahr: Dürfen Vermieter das Wäsche trocknen in der Wohnung verbieten?

Weil die feuchte Wäsche Schimmel verursachen kann, hält sich der Mythos hartnäckig, dass Vermieter Mietern das Wäschetrocknen in den Wohnräumen verbieten können.

Das stimmt allerdings nicht. Selbst wenn es einen Trocknungskeller oder einen mit Wäscheleinen ausgestatteten Dachboden gibt, kann der Vermieter nicht anordnen, dass ihr eure Wäsche dort aufhängt. Und doch wird es immer wieder versucht. Klauseln in Mietverträgen, die euch grundsätzlich verbieten, eure feuchte Wäsche drinnen aufzuhängen, sind jedoch ungültig. Nachlesen könnt ihr das auch in einem Urteil des Amtsgericht Düsseldorf von 2008 (AZ 53 C 1736/08). Mehr dazu lest ihr auch in "Hausordnung: Diese 13 Vorschriften vom Vermieter sind unzulässig".

Trotzdem solltet ihr vorsichtig sein – vor allem dann, wenn ihr in eurer Wohnung ohnehin oft Probleme mit zu hoher Luftfeuchtigkeit habt und Schimmelbildung auftritt. Denn wenn nachgewiesen werden kann, dass die feuchte Wäsche zu den durch den Schimmel verursachten Schäden beigetragen hat, könnt auch ihr zur Verantwortung gezogen werden und müsst einen Teil der Kosten begleichen.

Tipp: Wie ihr Schimmelgeruch und Schimmel wieder entfernen könnt, lest ihr in "Schimmel entfernen: Die besten Mittel gegen Schimmel an der Wand". Hat sich der Schimmel bereits großflächig ausgebreitet, solltet ihr euch dringend Rat von einem Schimmelgutachter einholen. Den vermittelt euch zum Beispiel die Wohnglück-Schimmelhilfe.

5 Tipps, wenn ihr eure Wäsche im Herbst drinnen trocknen wollt

Wenn ihr eure Wäsche doch drinnen aufhängen wollt oder müsst, solltet ihr eine hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen unbedingt vermeiden. So trocknet die Wäsche schneller und ihr beugt gleichzeitig Schimmel vor. Messen könnt ihr die Luftfeuchtigkeit im Raum zum Beispiel mit einem Hygrometer (Anzeige*). Hier sind fünf Tipps, damit eure Wäsche im Herbst auch in der Wohnung schneller trocknet:

1. Gründlich schleudern

Auch wenn ihr die Wäsche drinnen trocknen wollt, solltet ihr einen möglichst hohen Schleudergang wählen, damit die Wäsche schon in der Wäschemaschine so viel Wasser wie möglich verliert. Selbstverständlich solltet ihr darauf achten, welche Textilien wie viel vertragen. Feine Wäsche sollte mit nur wenigen Drehungen pro Minute geschleudert werden, wenn überhaupt. Sonst könntet ihr den Stoff beschädigen.

2. Wäsche in einem großen Raum aufhängen

Auf großem Raum verteilt sich die Feuchtigkeit besser als auf kleinem Raum. Wählt deshalb am besten das größte Zimmer, um den Wäscheständer aufzustellen.

3. Trockene Luft hilft beim Trocknen

Trockene Umgebungsluft sorgt dafür, dass auch die Wäsche schneller trocknet, denn sie ist der Lage mehr und schneller Feuchtigkeit aufzunehmen. Ganz konkret heißt das: Ihr solltet die Wäsche eher nicht in Räumen aufhängen, in denen viele Pflanzen stehen. Die sorgen nämlich für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Das ist für euch und eure Schleimhäute zwar gesund, für eine schnell trocknende Wäsche aber weniger zuträglich.

4. Raum gut belüften

Wenn die Wäsche schon nicht an der frischen Luft stehen kann, lasst möglichst viel frische Luft herein. Am besten ihr sorgt für einen Durchzug und öffnet gleich mehrere Fenster. Wie ihr in der kalten Jahreszeit richtig lüftet, erfahrt ihr in "Richtig lüften im Winter: Tipps für Bad, Küche & Schlafzimmer".

5. Wäsche weit genug auseinander hängen

Zu eng sollte die feuchte Wäsche nicht hängen, sonst bleibt sie ewig klamm. Im schlimmsten Fall bilden sich sogar Bakterien in den Textilien und die Kleidung oder die Handtücher beginnen zu müffeln. Mindestens zwei Zentimeter Platz sollte zwischen den Wäschestücken schon bleiben.

Übrigens: Von einem Wäschetrockner raten viele generell ab. Die Geräte verbrauchen viel Strom und sind nicht besonders umweltfreundlich. Die Entscheidung über die Anschaffung eines Wäschetrockners ist aber selbstredend euch überlassen.

*Es handelt sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Diese Produkthinweise erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Bei Kaufabschluss erhalten wir einen kleinen Anteil der Provision, das Produkt wird für euch dadurch nicht teurer.

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