Mann sitzt vor Waschmaschine und riecht an T-Shirt
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Wohnen | Ratgeber

Wäsche stinkt: Was wirklich hilft, wenn die Wäsche muffig riecht

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Die frisch gewaschene Wäsche stinkt oder müffelt schon wieder so und ihr findet die Ursache einfach nicht? In unserem Ratgeber erfahrt ihr die Antwort und erhaltet Tipps, was ihr gegen den muffigen Wäschegeruch tun könnt.

Der Duft von frisch gewaschener Wäsche hat wahrlich etwas Magisches. So magisch, dass sogar Parfüm- und Raumdufthersteller versuchen, den Geruch von frischer Wäsche zu imitieren. Was aber tun, wenn die Wäsche stinkt oder muffig riecht, obwohl sie direkt aus der Waschmaschine kommt? Wir nennen die häufigsten Fehler beim Wäsche waschen und geben Tipps, wie sie in Zukunft wieder gut duftet.

Wäsche riecht muffig, weil sie zu lange in der Trommel lag

Gerade keine Zeit, um die Wäsche aufzuhängen? Jeder kennt die Ausrede, wenn mal wieder die Faulheit siegt. Die fehlende Selbstdisziplin wird mit einem muffigen Wäschegeruch bestraft. Denn wenn die Wäsche zu lange in der Trommel liegt, kann die Restfeuchte nicht richtig verdunsten und setzt sich in der Kleidung fest, obwohl sie gerade erst frisch gewaschen wurde.

Wäsche riecht nicht frisch wegen zu wenig Waschmittel

Weniger Waschmittel zu benutzen ist umweltschonender und günstiger? Das mag sein, doch je nach Verschmutzungsgrad und abhängig davon, wie voll ihr die Waschmaschine beladen habt, kann zu wenig Waschmittel dafür sorgen, dass sich hartnäckige Flecken und auch Bakterien nicht richtig lösen können.

Der Umwelt zuliebe werden dazu immer häufiger biologisch abbaubare Flüssigwaschmittel auf den Markt gebracht, die ohne Bleichmittel auskommen. Diese sind jedoch wichtig, um Keime und Bakterien vollständig zu beseitigen. Lest hier, wie ihr gutes und umweltfreundliches Waschmittel selbst herstellen könnt.

Wäsche müffelt, wenn sie zu kalt und zu kurz gewaschen wird

Heiße Kochwäsche war gestern. Kurz und kalt ist heute angesagt: Moderne Waschmaschinen besitzen schonende Sparprogramme. Die dreckige Wäsche wird bei niedrigen Temperaturen und nur für kurze Zeit gewaschen. Das spart natürlich viel Wasser und Strom.

Je nach Verschmutzungsgrad reichen die niedrigen Temperaturen aber nicht aus, um die Wäsche wirklich sauber und frisch zu bekommen. Das gilt zum Beispiel für Unterwäsche oder Sportkleidung. Verwendet ihr dazu noch das falsche Waschmittel, kann auch wenig verschmutzte Wäsche trotzdem noch müffeln.

Erfahrt hier, wie ihr auch auf andere Weise den Wasserverbrauch senken könnt.

Wäsche stinkt, wenn die Waschmaschine zu voll beladen ist

Das letzte Teil passt auch noch rein: Die dreckige Wäsche stopfen wir oft bis zum Anschlag in die Waschmaschine rein, weil man sich den zweiten Waschgang ersparen will.

Wer seine Waschmaschine aber voller belädt als das maximale Fassungsvermögen vorgibt, muss damit rechnen, dass die Wäsche stinkt. Denn so kann sich das Waschmittel nicht richtig verteilen. Manchmal findet ihr sogar Stellen, an die gar kein Wasser gekommen ist. Gar nicht verwunderlich also, dass die Wäsche noch stinkt.

Die Waschmaschine stinkt

Waschmaschinen können wahre Keimschleudern sein. Wer sie nicht regelmäßig reinigt, kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich hier Bakterien und Keime tummeln und einen sogenannten Biofilm bilden. Dabei kann sogar Schimmel entstehen.

Verantwortlich für den muffigen Geruch ist übrigens ein Bakterium namens Moraxella osloensis. Da die Problemstellen in der Waschmaschine oft nicht sichtbar sind, scheint es schnell so, als sei hier alles sauber. Dennoch solltet ihr die Waschmaschine regelmäßig reinigen. Wie das geht, erfahrt ihr weiter unten im Artikel.

Wäsche riecht muffig, weil das Flusensieb voll ist

Dass der Wäschetrockner ein Flusensieb hat, ist bekannt. Und ja, auch Waschmaschinen besitzen ein Flusensieb, in dem sich Fussel, Haare und sonstige Partikel im Laufe der Zeit ansammeln können. Wird es nicht regelmäßig gereinigt, tummeln sich auch hier Bakterien und es fängt an zu stinken.

Frisch gewaschene Wäsche stinkt wegen defekter Ablaufpumpe

Die Wäsche ist nach dem Schleudern immer noch nass und aus der Trommel strömt ein modriger Geruch? Auf der Anzeige erscheint ein Fehlercode? Die Indizien sprechen für eine defekte Ablaufpumpe, die ihr dringend reparieren solltet.

Ist sie kaputt, kann das dreckige Wasser nicht mehr richtig ablaufen und bleibt womöglich in der Waschmaschine stehen. Mit der Zeit fängt es dann an zu stinken. Der unangenehme Geruch bleibt dann auch an eurer Wäsche haften.

Ablaufpumpe von Waschmaschine austauschen
Ist die Ablaufpumpe defekt, muss sie repariert oder sogar vollständig ersetzt werden. Nur so könnt ihr wieder richtig waschen. © Getty Images/iStockphoto

Durchgeschwitzte Sportklamotten nicht trocknen lassen

Nach dem Sport landen die vollgeschwitzten Sportklamotten für gewöhnlich zusammengeknüllt in der Tasche oder gleich in der Wäschetonne. Ein folgenschwerer Fehler: Die durchgeschwitzte Sportwäsche kann so nämlich nicht richtig trocknen.

Der typisch säuerliche Schweißgeruch entsteht dann, wenn Bakterien den Schweiß in seine Einzelbausteine zersetzen. Es entsteht Buttersäure. Liegt das vollgeschwitzte Sportshirt mit anderen dreckigen Klamotten für einige Tage in der Wäschetonne, können sich die Bakterien wunderbar vermehren.

Viele Sportklamotten sind dazu aus synthetischen Fasern und dürfen laut Etikett nicht heißer als
30 oder 40 Grad gewaschen werden. So können viele Bakterien nicht abgetötet werden, die frisch gewaschene Sportkleidung riecht also auch nach dem Waschen weiterhin muffig und leicht säuerlich.

Waschmaschine richtig reinigen

Die unangenehmen Gerüche aus der Waschmaschine entstehen, wie bereits erwähnt, durch Bakterien- und Keimablagerungen in Kombination mit Waschmittelresten und Feuchtigkeit, auch Biofilm genannt. Sie sorgen auch dafür, dass die Waschmaschine muffig riechen kann.

Experten empfehlen, die Waschmaschine mindestens zweimal im Monat bei 60 Grad mit einem bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel durchlaufen zu lassen. Das kann die Anzahl an Bakterien laut einer Studie der Hochschule Furtwangen schon drastisch reduzieren. Die meisten Keime sammeln sich aber hier an:

  • in der Gummidichtung der Tür
  • in der Spülkammer

An diese Stellen kommt ihr nur per Hand: Mit warmen Wasser, Spülmittel und etwas Zitronensäure könnt ihr die Bereiche ordentlich auswischen. Nehmt dazu auch die Spülkammer raus und reinigt den Bereich in der Waschmaschine. Besonders die Wasserdüsen sind oft verdreckt. Achtet bei der Gummidichtung auch darauf, dass ihr sie anschließend gründlich abtrocknet.

Kleiner Tipp: Oft wird dazu geraten, Essigreiniger zum Reinigen der Waschmaschine zu verwenden. Wir raten euch dringend davon ab, da Essig die Gummidichtungen porös machen kann.

Wie ihr auch das Flusensieb sauber bekommt und stinkiges Abwasser ablasst, erfahrt ihr in unserem Artikel.

8 Tipps die dafür sorgen, dass die Wäsche nicht mehr stinkt

Nur die Waschmaschine reinigen reicht natürlich nicht, damit eure Wäsche zukünftig nicht mehr stinkt. Ein paar Tipps, worauf ihr sonst noch achten könnt, haben wir deshalb für euch zusammengefasst:

1. Auf die richtige Menge Waschmittel kommt es an

Eine Faustregel besagt: So viel Waschmittel wie nötig, so wenig wie möglich. Doch welche Menge ist jetzt konkret die richtige? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, ihr könnt euch aber an den drei folgenden Faktoren orientieren:

  1. Verschmutzungsgrad der Wäsche: Je schmutziger, desto mehr Waschmittel.
  2. Größe der Waschladung: Die Menge ist auch abhängig von der Trommelgröße. Je mehr Wäsche ihr in die Trommel ladet, desto mehr Waschmittel braucht ihr.
  3. Wasserhärte am Wohnort: Hartes Wasser hat einen hohen Gehalt an Mineralstoffen. Sie müssen zusätzlich aufgeweicht und neutralisiert werden. Bei hartem Wasser müsst ihr folglich mehr Waschmittel verwenden.

Die Wasserhärte könnt ihr bei eurem örtlichen Wasserversorger erfragen oder einen Wasserhärte-Schnelltest selber machen. Auf der Waschmittelverpackung findet ihr dazu immer auch eine Tabelle mit Dosierempfehlungen, an denen ihr euch orientieren könnt.

Achtet auch darauf, welches Waschmittel ihr verwendet. Wann ihr Voll-, Color- oder Feinwaschmittel nehmen solltet, erfahrt ihr auch der Seite der Verbraucherzentrale Hamburg.

2. Wäsche in der Waschmaschine mit Natron waschen

Ob zum Sofa reinigen, Teppich reinigen, Gardinen waschen oder zum Backofen sauber bekommen: Natron ist das unschlagbare Hausmittel. Und auch eure Wäsche könnt ihr mit Natriumbicarbonat wieder frisch bekommen.

Die Wäsche riecht oft durch Schweiß muffig. Bei Natron handelt es sich um eine Base mit sehr hohem PH-Wert, die den säuerlichen Schweißgeruch mit niedrigem PH-Wert neutralisieren kann. Wie viel Natron ihr verwenden müsst, hängt von der Menge und vom Verschmutzungsgrad der Wäsche ab. Nehmt zwei Esslöffel für leicht verschmutzte Wäsche, für verschwitzte Sportkleidung tendenziell eher vier.

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3. Waschmaschine richtig beladen

Damit die Dreckwäsche wieder frisch aus der Waschmaschine herauskommt, ist auch wichtig, wie voll ihr sie beladet. Ist zu viel Wäsche in der Trommel, reicht das Wasser nicht aus, um das Waschmittel vollständig aufzulösen.

Aus wirtschaftlichen Gründen sollte sie zwar möglichst voll sein. Dennoch muss immer genug Platz vorhanden sein, damit sich die Wäsche bewegen und all der Schmutz gelöst werden kann.

Wer nicht auswendig weiß, wie groß das Fassungsvermögen der eigenen Waschmaschine ist, lässt nach oben hin einfach eine Handbreit frei. Die Waschmaschine sollte maximal zu drei Vierteln beladen sein.

4. Kleidung erst abhängen, wenn sie trocken ist

Gebt eurer Kleidung ausreichend Zeit zum Trocknen. Ist sie noch etwas klamm und ihr legt sie schon zusammengefaltet in den Schrank, wird Restfeuchte eingeschlossen, welche die Wäsche muffig riechen lässt.

Wusstet ihr, dass nasse Wäsche am schnellsten unter der Zimmerdecke trocknen kann? Weshalb das so ist, erfahrt ihr in unserem Artikel Deckentrockner: 7 geniale Wäscheständer für die Decke. Wie ihr einen besonders frischen Duft in den Kleiderschrank bekommt, lest ihr in unserem Ratgeber: Raumduft selber machen: So könnt ihr natürliche Raumdüfte herstellen

Nasse Wäsche aufzuhängen war noch nie euer Ding? Dann haben wir jetzt gute Neuigkeiten für euch: Wäschetrockner im Test: Sparsame Trockner werden immer günstiger

5. Wäsche mit mehr Wasser waschen

Bei Sparprogrammen wird schonend mit besonders wenig Wasser gewaschen. Wenn ihr die Waschmaschine jedoch sehr voll beladen habt, reicht die voreingestellte Wassermenge oft nicht aus. Das Waschmittel kann sich dann nicht richtig auflösen und allen Schmutz entfernen. Die Wäsche stinkt weiterhin.

Bei vielen Waschmaschinen-Modellen gibt es deshalb eine "Wasser Plus"-Funktion: mehr Wasser plus extra Spülgang. So kann sich das Waschmittel vollständig auflösen und auch ausgewaschen werden und die Wäsche riecht wieder frisch.

6. Wäsche richtig sortieren

Natürlich könnt ihr eure Wäsche nach Farben sortieren, damit sie sich nicht gegenseitig verfärben. Ihr solltet dabei aber auch nach dem Verschmutzungsgrad gehen. Stark verschmutzte Wäsche, wie Handtücher oder Unterwäsche, benötigt in der Regel einen Waschgang bei 60 Grad, damit sie richtig sauber werden kann und auch alle Bakterien und Keime abgetötet werden können. Wascht ihr sie immer nur bei 30 oder 40 Grad bleibt sie weiterhin muffig. Hier sind weitere Tipps, wie ihr Handtücher und andere Badtextilien effektiv und kostengünstig wascht.

7. Sportkleidung richtig waschen

Durchgeschwitzte Sportkleidung solltet ihr direkt nach dem Training waschen oder richtig durchlüften, wenn ihr sie nicht sofort in die Waschmaschine werfen könnt. Funktionale Sportkleidung besteht meistens aus Kunststofffasern. Diese sind atmungsaktiv und können den Schweiß besonders gut ableiten. Leider ist das Material auch empfindlicher als zum Beispiel Baumwolle. Deshalb gilt beim Waschen von Sportkleidung:

  • Niedrige Drehzahl einstellen.
  • Auf links waschen.

Neuere Waschmaschinen verfügen über ein Sportprogramm, das besonders kurz und schonend bei niedrigen Temperaturen wäscht. Einige Waschmittel-Hersteller bieten spezielle Sportwaschmittel an. Die sind aber nicht notwendig, ein flüssiges Feinwaschmittel tut es laut Waschmaschinen-Hersteller Bosch auch.

Wichtig: Niemals Weichspüler verwenden. Er macht die Fasern zwar weicher, verklebt sie jedoch auch. So kann Schweiß beim Sport nicht mehr nach außen transportiert werden.

8. Waschmaschinentür offen stehen lassen

Wenn ihr die frisch gewaschene Wäsche aus der Trommel entnehmt, solltet ihr die Waschmaschinentür danach immer offen stehen lassen. Häufig ist das Glas von innen noch nass oder in der Gummidichtung hat sich Feuchtigkeit gesammelt, die erst noch verdunsten muss. Schließt ihr sie ein, wird sie eingesperrt und es entwickelt sich ein modriger Geruch.

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