Frau hält Tablett mit selbstgemachten Bioreinigern
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Wohnen | Ratgeber

Natron als Hausmittel: 11 Gründe, warum es in jeden Haushalt gehört

Antonia Eigel

Natriumhydrogencarbonat, besser bekannt als Natron, wird seit jeher als Allzweckwaffe im Haushalt eingesetzt. Wir nennen euch elf gute Gründe, warum auch ihr das Natriumsalz im Haushalt haben solltet.

Es ist die Wunderwaffe im Haushalt schlechthin, wenn es ums Putzen geht: Natriumhydrogencarbonat, besser bekannt als Natron. Wir nennen euch elf gute Gründe, warum es auch in eurem Haushalt nicht fehlen darf. Vorher klären wir aber noch, was Natron genau ist.

Was ist Natron oder Natriumhydrogencarbonat?

Bei Natron handelt es sich um ein feines weißes Pulver, auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) genannt. Das Natriumsalz der Kohlensäure wird oft synonym mit veralteten Begriffen verwendet, wie:

  • doppelkohlensaures Natron
  • Natriumbicarbonat

Es wird häufig auch als Mittel gegen Sodbrennen eingesetzt oder um den Säure-Basen-Haushalt im Körper wieder zu regulieren. Im Supermarkt oder Drogeriemarkt findet man Natron auch unter Bezeichnungen wie:

  • Bullrichsalz
  • Backnatron oder Speisenatron
  • Backsoda oder Speisesoda

Hier besteht potenzielle Verwechslungsgefahr mit einer ähnlichen chemischen Verbindung, nämlich Natriumcarbonat (Na2CO3), auch Soda oder Waschsoda genannt. Ihr könnt es ebenfalls zum Reinigen verwenden. Eine solche Sodalösung ist aber im Gegensatz zu einer Natriumhydrogencarbonat-Lösung nicht trinkbar.

Verwechslungsgefahr: Natron ist nicht gleich Natron

Es gibt auch chemische Verbindungen, die Natron im Namen enthalten, auf keinen Fall aber mit Natriumhydrogencarbonat verwechselt werden sollten, wie zum Beispiel Ätznatron (Natriumhydroxid). Der Stoff kann bei Kontakt mit der Haut stark ätzend wirken, bei Augenkontakt sogar zur Erblindung führen.

1. Deodorant aus Natron selber machen

DIY-Pflegeprodukte liegen im Trend, denn sie schonen die Umwelt durch weniger Verpackungsmüll und ihr könnt sie aus natürlichen Produkten ganz einfach selber herstellen. Auch aus Natron lassen sich tolle Pflegeprodukte herstellen, zum Beispiel ein Deodorant. Natron wirkt desodorierend, es kann also unangenehme Gerüche vertreiben.

Kaiser-Natron Hersteller Holste empfiehlt, das pudrige Natron einfach mit den Fingern oder einem Wattebausch unter die Achseln zu tupfen. Eine simple Anleitung für einen Natron-Deoroller findet ihr in unserem Artikel "Nachhaltig leben: 10 Alltagsdinge, die ihr nie mehr kaufen müsst".

2. Natron hilft, wenn der Kühlschrank stinkt

Wenn euch beim Öffnen des Kühlschranks ein miefiger Geruch entgegenschlägt, kann das viele verschiedene Gründe haben. Da hilft dann meistens nur noch, einmal den Kühlschrank auszuräumen und ihn gründlich zu reinigen. Auch mit Natron könnt ihr den Gestank ein für alle mal los werden, denn es wirkt desodorierend. Was ihr dafür braucht:

  • zwei Esslöffel Natron
  • ein Liter warmes Wasser

Gebt das Natron ins warme Wasser, rührt kräftig um und fertig ist der geruchsneutralisierende Reiniger. Mit einem Lappen könnt ihr dann den Kühlschrank gründlich auswischen.

Wie ihr gegen Gerüche aus dem Kühlschrank vorbeugen könnt und welche Hausmittel ihr neben Natron noch verwenden könnt, erfahrt ihr in unserem Ratgeber:

3. Teppich mit Natron oder Soda reinigen

Ein Rotweinfleck auf dem neuen Teppich? Das ist besonders ärgerlich. Doch ihr müsst nicht gleich zu teuren Teppichreinigern greifen. Habt ihr Natron, Soda oder Backpulver zu Hause, probiert es doch erst einmal damit. Streut etwas Pulver auf die betroffene Stelle und gießt etwas Wasser darüber. Nach ein paar Stunden Einwirkzeit könnt ihr den Fleck dann vorsichtig abtupfen.

Noch mehr Tipps und Tricks zur Reinigung von Hochflor-, Orient- oder Wollteppichen findet ihr hier:

4. Sofareinigung mit Natriumhydrogencarbonat

Was bei Teppichflecken funktioniert, klappt auch bei Sofas: Verfahrt mit dem Natron genauso wie oben beschrieben. Ihr könnt das Pulver nach der Einwirkzeit dann entweder mit einem Schwamm und heißem Wasser abtupfen oder ihr lasst es über Nacht einwirken und saugt es am nächsten Tag ab.

Mehr Infos rund ums Thema Sofareinigung erhaltet ihr in unserem Ratgeber "Sofa reinigen: Mit diesen Tipps strahlt eure Couch wie neu".

5. Natron gegen muffigen Wäschegeruch und Flecken

Wäsche kann oft durch Schweiß muffig riechen und das weiterhin, nachdem ihr sie bereits gewaschen habt. Mit Natron bekommt ihr den Schweißgeruch restlos beseitigt. Die Base hat einen sehr hohen PH-Wert, die den säuerlichen Schweißgeruch neutralisiert. Je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche könnt ihr entweder zwei Esslöffel bei leichter und vier Esslöffel bei stark verschmutzter oder verschwitzter Wäsche benutzen. Ihr könnt euch aus Natron auch gleich ein Waschmittel selbst herstellen.

Nicht immer liegt es am Schweißgeruch, der sich in der Wäsche festgesetzt hat, es gibt viele weitere Ursachen für muffig riechende Wäsche. Welche das sind und wie ihr sie behebt, haben wir euch in unserem Ratgeber "Wäsche stinkt: Was wirklich bei muffiger Wäsche hilft" zusammengefasst.

Habt ihr schon mal eure Gardinen gewaschen? Auch hier helfen Natron und Soda:

6. Natriumhydrogencarbonat als Mittel gegen Ungeziefer

Mit Natriumhydrogencarbonat oder Backpulver könnt ihr nicht nur eure Wohnung wieder auf Hochglanz bringen. Es eignet sich auch hervorragend gegen das eine oder andere Ungeziefer im Haus. Zum Beispiel könnt ihr mit Natriumhydrogencarbonat versuchen, Ameisen in der Küche wieder loszuwerden. Welche Mittel sonst noch gegen die kleinen Krabbeltiere helfen, lest ihr in unserem Ratgeber "Ameisen in der Küche: So werdet ihr sie schonend los".

7. Urinstein in der Toilette mit Natron entfernen

Krustigen Urinstein in der Toilette entfernen? Zugegeben, es gibt schönere Aufgaben im Haushalt. Zum Glück könnt ihr bei dieser lästigen Aufgabe auch wieder auf das alt bewährte Hausmittel Natron zurückgreifen. Damit es wirken kann, benötigt ihr außerdem einen halben Liter Essig.

Verteilt den Essig großflächig in der Kloschüssel, sodass alle Ränder und Wände bedeckt sind. Dann könnt ihr drei Esslöffel Natron, alternativ auch Backpulver, mit der Klobürste in der ganzen Schüssel verteilen. Reagieren Essig und Natron miteinander, entsteht Kohlendioxid. Das ist zwar ungiftig, lasst den Klodeckel aber lieber geschlossen. Nach 15 Minuten Einwirkzeit einmal mit der Bürste nachputzen. Hat sich der Urinstein nicht gleich im ersten Durchgang gelöst, wiederholt den Vorgang noch einmal.

Habt ihr schon davon gehört, dass man Urinstein auch mit Cola entfernt bekommen soll? Ob das wirklich funktioniert, haben wir für euch genauer unter die Lupe genommen. Hier geht's zur Auflösung:

8. Verstopfte Abflüsse mit Natron oder Soda reinigen

Die Toilette ist verstopft, das Wasser in der Spüle fließt nicht richtig ab oder der Abfluss stinkt einfach nur? Statt zu aggressiven Reinigern könnt ihr auch hier wieder zum Dreamteam Natron und Essig greifen. Bei der Reaktion entsteht, wie bereits beschrieben, Kohlenstoffdioxid. Das Gas hat ein größeres Volumen als das Rohr. Durch die Ausdehnung kann sich folglich die Verstopfung lockern. Deckt den Abfluss mit einem Lappen ab, das verstärkt den Effekt. Bevor ihr loslegt, könnt ihr die Verstopfung zusätzlich mit einem Pümpel (Saugglocke) lockern.

Alternativ könnt ihr auch hier Soda verwenden. Zwei Esslöffel Waschsoda in den Abfluss geben und abwarten. Anschließend etwas kaltes Wasser nachgießen, schon sollte die Verstopfung gelöst sein. Falls das nichts bringt: Erneut Soda in den Abfluss geben, halbe Tasse Essig nachgießen und etwas aufschäumen lassen. Nach einigen Minuten einen Liter kochendes Wasser nachschütten.

Verstopfungen könnt ihr auch rein mechanisch lösen, zum Beispiel mit einer Rohrreinigungsspirale.

Natron im Abfluss
Statt zur Chemiekeule zu greifen, könnt ihr einen verstopften Abfluss auch mit Natron oder Soda wieder frei bekommen. © Getty Images/iStockphoto

9. Backofen reinigen mit Natron oder Soda

Backofenreiniger hinterlassen oft einen aggressiven chemischen Geruch im Backofen, der nur sehr langsam wieder verfliegt. Die umweltfreundliche Alternative, wie könnte es anders sein, ist auch hier wieder geruchsneutrales Natron.

Für den selbst gemachten Backofenreiniger braucht ihr:

  • ein Päckchen Backpulver oder gleiche Menge Natron
  • drei Esslöffel Wasser

Vermengt das Backpulver oder Natron mit dem Wasser und tragt die Paste auf die eingebrannten Flecken im Backofen auf. Liegen die Heizstäbe frei, spart diese unbedingt aus. Ihr könnt den Backofen vorher auch auf 50 Grad vorwärmen. Dann kann die angerührte Paste besser wirken. Nach 20 bis 30 Minuten könnt ihr sie wieder mit einem feuchten Tuch abwischen.

Weitere Hausmittel für die Backofenreinigung findet ihr hier:

10. Schwarze Fugen mit Natron reinigen

Schwarze Fugen zieren euer Badezimmer? Mit Natriumhydrogencarbonat werden sie wieder strahlend weiß. Verrührt dazu Backpulver oder Natron mit lauwarmem Wasser zu einer dickflüssigen Paste und tragt sie auf die Fugen auf. Das könnt ihr ganz einfach mit einer ausgedienten Zahnbürste machen. Nach 45 Minuten Einwirkzeit wascht ihr die Paste mit einem Lappen und viel Wasser wieder ab.

Seid hingegen vorsichtig mit säurehaltigen Essigreinigern, sie können das kalkhaltige Material angreifen und spröde machen. Wie ihr Silikonfugen richtig reinigt, erfahrt ihr in unserem Expertentipp "Wie bekommt man schwarze Fugen im Badezimmer sauber?"

11. Schuhe mit Natron säubern

Nicht alle Schuhe vertragen einen Schleudergang in der Waschmaschine. Damit eure getragenen Sneaker trotzdem wieder schön weiß aussehen, könnt ihr sie auch mit Natron behandeln. Wie ihr das am besten macht und worauf ihr achten müsst, könnt ihr euch in diesem Video anschauen:

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