Hausfassade und Balkon mit Sonnenschirm
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Wohnung kühlen: Die 10 besten Tipps für den Sommer

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Während der Sommer neue Hitzerekorde aufstellt, heizen sich auch die Gebäude auf und die Wärme kriecht nach drinnen. Wer seine Wohnung kühlen und keine Klimaanlage anschaffen will, dem bleiben noch einige Optionen. Hier kommen die zehn besten Tipps für eine kühlere Wohnung.

Deutschland erlebt wieder einmal einen besonders heißen und trockenen Sommer. So schön wir die Sommersonne auch finden, zehren so hohe Temperaturen an den Kräften.

In Hitzephasen wie diesen sind Klimaanlagen echt praktisch, doch die wenigsten deutschen Haushalte besitzen den Luxus von Splitgeräten, die die warme Luft nach draußen befördern. Monoblock-Geräte sind hingegen leider nicht so wirksam.

Wir haben uns deshalb – nicht ganz uneigennützig – nach Möglichkeiten umgeschaut, die Raumtemperatur auf ein erträgliches Niveau zu senken. Hier sind unsere zehn Favoriten, wie ihr eure Wohnung etwas abkühlen könnt.

1. Fenster am Tag schließen

Wenn sich das Wohn- und Schlafzimmer im Sommer aufheizen, wandert die Hand häufig intuitiv zum Fenstergriff. Die Fenster werden weit aufgerissen, "um mal etwas Luft reinzulassen". Die Hand lasst ihr aber besser schön bei euch! Draußen ist es ja in der Regel noch heißer, sodass noch mehr warme Luft reinströmt.

Auch davon, mehrere Fenster zu öffnen, damit der Luftzug den Raum kühlt, raten wir ab. Die Luft fühlt sich in dem Moment einzig etwas kühler an, da die Feuchtigkeit auf der Haut verdunstet. Die Raumtemperatur bleibt gleich oder steigt sogar weiter an. Sobald die Fenster zu sind, quält ihr euch nur umso mehr. Das Lüften solltet ihr euch daher für frühe Morgen- und späte Abendstunden aufsparen.

Lasst die Fenster am besten komplett zu und kippt sie nicht. Denn sonst sorgt ihr für einen ständigen Luftaustausch und eure Einrichtung erwärmt sich langsam mit. Wollt ihr für frischen Sauerstoff sorgen, reißt lieber kurz die Fenster auf, tauscht die Luft aus und macht nach wenigen Minuten wieder zu.

2. Fenster abdunkeln

Der nächste Schritt ist, die geschlossenen Fenster mit Vorhängen, Jalousien, Rollos oder Plissees abzudunkeln. Die schützen vor der Sonne und spenden Schatten. Im besten Fall sind sie draußen vor dem Fenster angebracht, sodass sie die Sonnenstrahlen gar nicht erst durch das Fenster lassen, wo sie die Luft aufheizen.

Wenn sich der Sonnenschutz im Innern befindet, wird ein Teil der Wärme zwar wieder nach draußen gelenkt, ein Großteil bleibt aber im Raum. Außerdem sollte der Sonnenschutz hell sein – helle Farben reflektieren besser als dunkle.

3. Feuchtes Laken vors Fenster hängen

Wenn ihr diese zwei Tipps beherzigt habt und es immer noch zu warm ist, kommt jetzt der Fenstertipp für echte Profis: Hängt ein feuchtes Laken vors Fenster. Hier wirkt die Verdunstung tatsächlich wahre Wunder, der Effekt ist ein ähnlicher wie im Kühlschrank. Diese Methode ist in heißeren Regionen dieser Welt, beispielsweise auf Kuba, schon lange Standard.

Aber Vorsicht! Ihr erhöht damit die Feuchtigkeit im Raum – das kann in kälteren Ecken zu Schimmel führen.

4. Elektrogeräte ausschalten

Wo wir beim Kühlschrank sind: Achtet darauf, dass er nicht länger geöffnet bleibt, als es unbedingt sein muss. Auch so hat er bei diesen Temperaturen ordentlich zu kämpfen. Wenn ihr ihn öffnet, verbraucht er noch mehr Energie und wird von außen noch wärmer.

Ausschalten solltet ihr ihn aber nicht. Dafür könnt ihr das mit anderen Geräten tun, die ihr gerade nicht verwendet. Selbst im Stand-by-Modus strahlen Fernseher, Radio oder Amazon Echo Wärme aus, auf die ihr gut und gerne verzichten könnt.

Teile der Küchenzeile des Wohnglück-SMARTHAUS
Elektronische Geräte erzeugen Wärme. Schaltet sie am besten ganz aus. © planet c/Studioraum

5. Ventilator richtig nutzen

Wenn ihr nicht im Raum seid, kann auch der Ventilator aus bleiben. Denn auch der kühlt die Luft nicht ab, sondern bringt die Luft in Bewegung, die lediglich eure Haut kühlt. Den Raum könnt ihr aber kühlen, indem ihr einen Kübel voller Eis direkt vor den Ventilator stellt. Die kalte Luft wird so bestens im Raum verteilt.

Abends, wenn es draußen etwas kühler geworden ist, könnt ihr den Ventilator ans geöffnete Fenster oder die Balkontür stellen und ihn nach draußen ausrichten. Dadurch lenkt er die warme Luft aus dem Zimmer nach draußen.

6. Dunstabzugshaube anschaffen

Wer noch keine Dunstabzugshaube hat und viel kocht, sollte sich überlegen, ob er sein Geld nicht eben in eine solche investiert. Beim Kochen entsteht viel Hitze, die Dämpfe verteilen sich in der Wohnung. Nicht nur die heiße Luft wird dadurch nach draußen befördert, auch Essensgerüche bleiben nicht so lange stehen.

Gegen die Hitze helfen natürlich nur Dunstabzugshauben mit Abluft. Die Umluft-Modelle können nur Geruch und Fett filtern.

Dieser Deckenlüfter ist chic, hilft aber wenig gegen heiße Luft. © Siemens

7. Pflanzen verbessern die Luftqualität

Grüne Pflanzen sind wahre Wundermittel gegen hohe Temperaturen und trockene Luft. Einerseits spenden sie auf der Terrasse oder im Garten Schatten und schützen vor extremem Wetter. Auch Balkonbäume liegen im Trend. Vor allem wer große Laubbäume in unmittelbarer Nachbarschaft oder auf dem Grundstück stehen hat, kann sich glücklich schätzen.

Auch Efeu oder Wilder Wein verhindern, dass sich das Gebäude schnell aufheizt, indem sie die Fassade mit einer Schutzschicht überziehen. Andererseits sorgen Zimmerpflanzen durch verdunstendes Wasser für eine höhere Luftfeuchtigkeit und kühlen ihre Umgebung.

8. Die richtige Bettwäsche

Warme Sommernächte können zu einer regelrechten Tortur werden – es sei denn, ihr habt euch für die richtige Bettwäsche entschieden. Biber-Bettwäsche hat zum Beispiel in den heißen Sommermonaten nichts im Schlafzimmer verloren.

Stattdessen solltet ihr auf Bettwäsche setzen, die feuchtigkeitsregulierend, atmungsaktiv und leicht ist. Dazu zählt Bettwäsche aus Satin, Seide oder auch Baumwolle. Auch mit Jersey-, Renforcé-, Seersucker- oder Perkal-Bettwäsche liegt ihr im Sommer nicht falsch.

9. Abends lauwarm duschen

Ein Tipp, der nicht unbedingt die Wohnung kühlt, aber euch gut tut: Vor dem Schlafengehen lauwarm duschen. Damit spült ihr nicht nur den Schweiß ab, sondern bringt euren Körper auf die richtige Temperatur.

Kalt duschen ist dagegen die falsche Entscheidung, wenn ihr euch abkühlen wollt. Denn dann wirft der Körper seine innere Heizung an, sodass euch im Bett anschließend viel zu warm ist.

Vor dem Schlafen gehen duschen, ist im Sommer angenehm. Aber bitte nicht kalt. © sementsova321 - stock.adobe.com

10. Viel trinken!

Und noch ein Tipp der den menschlichen Organismus betrifft, den man aber nicht oft genug wiederholen kann: Bei hohen Temperaturen viel, viel trinken – am besten Wasser. Auch das hilft dem Körper, gegen die Hitze anzukämpfen.

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