Richtkranz auf einem Dachstuhl im Rohbau.
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Bauen | Ratgeber

Haus mit Förderung bauen oder kaufen: So kommt ihr an KfW-Mittel

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ihr wollt bauen oder kaufen und sucht dafür die passende Förderung? Dann könnt ihr dafür unter Umständen eine stattliche Summe an staatlichen Fördergeldern kassieren. Wir stellen euch die staatlichen Fördermittel beim Kauf oder Bau eines neuen Haues vor.

Ihr möchtet ein neues Haus oder eine neue Eigentumswohnung bauen oder eine gebrauchte Immobilie kaufen und sucht dafür Fördermittel? Ähnlich wie bei der Förderung der energieeffizienten Sanierung erhaltet ihr auch beim Neubau oder Kauf einer Immobilie Fördergelder von der staatlichen KfW.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Geregelt wird die Förderung beim Bau oder Kauf eines Hauses seit Anfang 2021 über die neuen Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (GEG). Wir zeigen euch hier, welche Bedingungen ihr erfüllen müsst, um die Fördergelder zu erhalten. Und natürlich mit welchen Fördersummen ihr rechnen könnt.

Förderung beim Bauen: Zwei Wege

Im Prinzip gibt es beim Bau und/ oder Kauf von Wohneigentum zwei Fördermöglichkeiten über die KfW:

  • Das "normale" KfW-Wohneigentumsprogramm (Kredit 124) für den Kauf oder Bau von selbst­genutzten Eigen­heimen oder Eigentums­wohnungen.
  • Die Förderung von energieeffizientem Bauen im Rahmen der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude. Diese neue Förder-Regelung gilt ab dem 1. Juli 2021.

Förderung beim Bauen 1: KfW-Wohneigentumsprogramm (Kredit 124)

Ihr wollt ein Haus oder eine Wohnung kaufen und selbst bewohnen? Wenn ihr dafür Fördermittel sucht, die ihr unabhängig von der Energieeffizienz beantragen könnt, dann steht euch dafür das Wohneigentumsprogramm zur Verfügung.

Was und wer wird gefördert?

Mit dem Programm Kredit 124 unterstützt die KfW den Bau oder Kauf von selbstgenutzten Wohnimmobilien in Form eines Darlehens. Die Mittel dafür wurden Ende 2019 verdoppelt, das heißt: War der maximale Kreditbetrag bis dahin auf 50.000 Euro begrenzt, stehen euch jetzt maximal 100.000 Euro zur Verfügung.

Das gilt für alle Privatpersonen, unabhängig vom Alter. Dabei sind folgende Kosten förderfähig:

Beim Neubau

  • die Kosten des Baugrund­stücks (Das Grundstück dürft ihr höchstens sechs Monate vor dem Termin erwerben, an dem der Antrag bei der KfW eingeht.)
  • die Baukosten (Materialkosten und Arbeits­kosten)
  • die Baunebenkosten (zum Beispiel für den Architekten, einen Energieberater oder Bauberater sowie die Notargebühren, eventuell anfallende Makler­gebühren und die Grund­erwerb­steuer)
  • die Kosten für Außenanlagen

Beim Hauskauf oder Kauf einer Eigentumswohnung

  • der Kaufpreis
  • die Kosten für eine Instand­setzung, den Umbau und die Modernisierung
  • die Nebenkosten wie die Notargebühren oder eventuelle Makler­gebühren und die Grunderwerb­steuer

Das sind die Konditionen

Für den KfW-Kredit 124 aus dem Wohneigentumsprogramm gelten folgende Kreditbedingungen:

  • Maximaler Kreditbetrag: 100.000 Euro
  • Effektiver Jahreszins: ab 0,95 Prozent (Stand: 15. April 2021)
  • Laufzeit: 4 bis 25 Jahre
  • Zinsbindung: 5 oder 10 Jahre
  • Tilgungsfreie Zeit: 1 bis 3 Jahre

Achtung: Um das Darlehen im Rahmen des Wohneigentumsprogramms zu erhalten, müsst ihr keinen Energieberater hinzuziehen. Dafür gibt es aber auch – anders als bei der Förderung Energieffizient bauen – keinen Tilgungszuschuss.

Hier findet ihr das umfassende Merkblatt der KfW zum Wohneigentumsprogramm.

Haus im Rohbau
Auch wer neu baut, kann von der KfW eine Menge an Fördergeldern einstreichen. © Getty Images/iStockphoto

Förderung beim Bauen 2: KfW-Effizienzhaus neu bauen oder kaufen (BEG WG)

Im Gegensatz zum Wohneigentumsprogramm (Kredit 124) ist im Rahmen der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die Kreditvergabe an energetische Standards beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung gebunden. Neben attraktiven Kreditzinsen gibt es in diesem Fall auch einen Tilgungszuschuss. Die Förderung sowohl von Vollmodernisierungen als auch der Neubau von Wohngebäuden auf Effizienzhaus-Niveau läuft offiziell unter dem Kürzel BEG WG.

Was und wer wird gefördert?

Gefördert wird der Bau oder Kauf eines neuen Effizienzhauses oder einer entsprechenden Eigentumswohnung. Fördermittel gibt es für:

  • Neubau: die Bau- und Bau­neben­kosten (ohne Grundstücks­kosten)
  • Kauf: den Kaufpreis der Immobilie (ohne Grundstücks­kosten)

Bedingung: Die Immobilie erreicht den KfW-Effizienzhaus-Standard 55, 40 oder 40 Plus. Dabei geht es darum, dass in Sachen Dämmung und Heizung ganz bestimmte Grenzwerte eingehalten werden. Und: Ihr erhaltet noch zusätzliche Fördergelder, wenn ihr für euer Haus die sogenannte Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse erreicht. Dazu noch folgende Infos:

  • Effizienzhausstandard
  • Bedingungen
  • Effizienzhaus 55
  • Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 55 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 70 Prozent.
  • Effizienzhaus 40
  • Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 40 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 55 Prozent.
  • Effizienzhaus 40 Plus
  • Diese Stufe wird bei einer Installation von gebäudenahen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreicht.
  • Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse)
  • Eine „Effizienzhaus EE“-Klasse wird erreicht, wenn erneuerbare Energien einen Anteil von mindestens 55 % des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen.
  • Nachhaltigkeist-Klasse (NH-Klasse)
  • Eine „Effizienzhaus NH“-Klasse wird erreicht, wenn für dieses Haus ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird.

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Effizienzhaus-Standards im Neubau

So hoch ist die Neubauförderung

Bei der ab 1. Juli 2021 gültigen Effizienzhaus-Förderung der KfW gibt es Höchstbeträge für den Kredit. Auf diesen Kredit erhaltet ihr dann jeweils einen Tilgungs­zuschuss. Der Tilgungs­zuschuss reduziert den zurück­zu­zahlenden Kredit­betrag und verkürzt die Lauf­zeit. Heißt also konkret: Ihr müsst nur einen Teil des aufgenommenen Kredites zurückzahlen. Lest hier, was ihr zu Zinsen und Tilgung wissen müsst.

Dabei gilt:

  • Der maximale Kreditbetrag liegt bei 120.000 Euro pro Wohneinheit.
  • Wird ein Effizienzhaus EE-, ein Effizienzhaus NH- oder ein Effizienzhaus 40 Plus-Standard erreicht, dann steigt der Kreditbetrag auf bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit.

Diese Tabelle zeigt euch, bei welchem Effizienzhaus-Standard ihr mit welchem Kreditbetrag beziehungsweise Tilgungszuschuss rechnen könnt:

  • Effizienzhausstandard
  • Förderung in Prozent
  • maximal geförderte Kosten (Kreditbetrag)
  • Förderung in Euro
  • Effizienzhaus 55
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 18.000 Euro
  • Effizienzhaus 55 EE/NH
  • 17,5 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 26.250 Euro
  • Effizienzhaus 40
  • 20 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 24.000 Euro
  • Effizienzhaus 40 EE/NH
  • 22,5 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 33.750 Euro
  • Effizienzhaus 40 Plus
  • 25 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 37.500 Euro

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Förderung im Neubau

Was ihr beachten müsst: Erweitert ihr ein Effizienzhaus noch zu einem Effizienzhaus EE und/ oder einem Effizienzhaus NH, gibt es dafür einen Förderbonus von 2,5 Prozent. Allerdings nur einmalig, nicht für beide Maßnahmen zusammen. Ihr könnt also nicht zwei mal 2,5 Prozent an Boni kassieren.

Energieeffizienz-Experte muss dabei sein

Für die energetische Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung benötigt ihr zwingend einen Energieberater (die neue Bezeichnung lautet jetzt Energieeffizienz-Experte). Auch dafür gibt es eine Förderung in Höhe von 50 Prozent der entstandenen Kosten. Aber auch hier gelten Höchstgrenzen:

  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt die Förderung dann maximal bis zu 10.000 Euro pro Zusage/Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr.
  • Bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten liegt die Höchstgrenze bei 4.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt bei maximal 40.000 Euro pro Zusage/Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr.

Wie beantrage ich die KfW-Förderkredite?

Wie bei allen KfW-Krediten beantragt ihr den Kredit nicht direkt bei der KfW, sondern über einen Finanzierungspartner. Das kann

  • eine Bank,
  • eine Sparkasse,
  • eine Versicherung,
  • eine Bausparkasse oder auch
  • ein Vermittler von Baufinanzierungen sein.

Ihr könnt diesen Finanzierungspartner über die KfW-Webseite suchen oder euch direkt an ihn wenden. Den eigentlichen Kreditvertrag schließt ihr dann mit dem Finanzierungspartner ab.

Um die Fördermöglichkeiten optimal auszuschöpfen, empfehlen wir euch eine ausführliche Beratung. Das geht zum Beispiel über die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Oder ihr sucht euch einen Energieberater über die Deutsche Energie-Agentur (dena).

Eine weitere staatliche Förderung zum Erwerb von selbstgenutzten Immobilien ist die Wohnungsbauprämie.

Ihr wollt nicht neu bauen oder kaufen, sondern sucht Fördermittel für die energetische Sanierung? Dann schaut euch gern diesen Artikel an:

Haus zum KfW-Effizienzhaus sanieren: So kommt ihr an Fördermittel

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