© Erlebnisbahn Ratzeburg

Wohnen | Ratgeber

Wohnen im Grünen: Tiny Houses in der Metropolregion Hamburg

Michael Penquitt

Level: Für Alle

Raus aus der Stadt, ab ins Grüne: Wir stellen die wichtigsten Adressen und Ansprechpartner in Sachen Tiny Houses rund um Hamburg vor.

Tiny Houses lösen bei vielen Menschen eine regelrechte Faszination aus. Wie ist es wohl, sich freiwillig auf einen sehr kleinen Wohnraum zu beschränken? Hat das Abschütteln von allem, was einem überflüssig erscheint, tatsächlich eine befreiende Wirkung, wie die Anhängerinnen und Anhänger des Tiny House Movements behaupten? Nicht wenige erkennen zumindest den Reiz, einen Großteil des Alltags draußen zu verbringen und sich bei Bedarf in seine eigenen kleinen, kuscheligen vier Wände zurückzuziehen. Wenn die auch noch transportabel sind und sich theoretisch jederzeit an einem anderen Ort aufstellen lassen – umso besser!

Kein Wunder, dass sich vor allem Großstädter zunehmend für Tiny Houses interessieren. Die Mini-Häuser versprechen grenzenlose Freiheit. Eine Freiheit, nach der viele von uns suchen und die wir in der Großstadt nur schwer finden.

Hamburg ist da keine Ausnahme. Wenn ihr in der Hansestadt oder ihrer Umgebung lebt und euch für das Wohnen im Tiny House interessiert, möchten wir euch weiterhelfen. Hier sind alle Orte und Ansprechpartner, die Tiny-House-Fans in der Metropolregion Hamburg kennen sollten.

Tiny-House-Hersteller

Mit der steigenden Nachfrage nach Tiny Houses entdecken immer mehr Schreinereien und Baufirmen die Gelegenheit, ein gutes Geschäft zu machen. Manche bestehende Unternehmen erweitern ihr Portfolio, andere gründen sich neu, um sich komplett auf den Bau von Mini-Häusern zu konzentrieren.

Rolling Tiny House

In Neumünster ist ein Unternehmen ansässig, das den Tiny-House-Bau bereits in hohem Grad professionalisiert hat. Bei Rolling Tiny House bekommt ihr, nun ja, Tiny Houses auf Rädern. Besonders viel Raum für Individualität bleibt hier allerdings nicht. Der Grundriss und die Konstruktion sind im Wesentlichen bei allen erhältlichen Varianten gleich, lediglich die Ausstattung unterscheidet sich bei den verfügbaren Modellen leicht.

Das ist nicht zwingend ein Nachteil: Der Unternehmer Peter Pedersen bietet mit seinen Rolling Tiny Houses eine Option an, die alles Nötige in sich vereint und euch die wichtigsten Entscheidungen abnimmt, damit ihr später nicht hadern müsst. Euch beraten lassen und ein Tiny House bestellen könnt ihr bei einem der autorisierten Handelspartner, die ihr über die Händlersuche auf der Website findet. Gefertigt werden die Tiny Houses in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Traumwerker

Thorsten Ambauer und Andreas Sellhorn haben die Zeichen der Zeit erkannt und setzen ihre über die Jahre angeeigneten Fähigkeiten nun dazu ein, Tiny Houses auf Wunsch zu bauen. Bei dem Entwurf habt ihr nahezu freie Wahl, was den Schnitt und das Erscheinungsbild des Häuschens angeht. Ob ein Tiny House on Wheels oder ein autarkes Eigenheim mit Wintergarten – alles ist möglich!

Zu den Grundpfeilern gehören auch Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Die beiden arbeiten beinahe ausschließlich mit ökologischen Materialien, verwenden nur natürliche Dämmstoffe wie Hanf oder Seegras und bemühen sich, ein gesundes Raumklima zu erschaffen. Kontakt zu den Traumwerkern in Groß Boden bei Bad Oldesloe findet ihr auf ihrer Website.

WunderHome

Das junge Unternehmen WunderHome aus Uelzen in Niedersachsen bringt gleich zwei Wohntrends unter ein Dach: Tiny Houses und Smart Home. Hier ist alles aus einem Guss. Mit 32 Quadratmetern Wohnfläche gibt es sicherlich kleinere Tiny Houses und doch ist es erstaunlich, wie viel hier reinpasst: Eine vollwertige Küche mit Ofen, Kühlschrank, Herd, Spülbecken und Arbeitsflächen, ein voll ausgestattetes Badezimmer mit Badewanne oder Dusche, Waschbecken, Toilette und sogar einem Anschluss für die Waschmaschine, ein Kamin, ein Doppelbett und laut Eigenangaben über 4.000 Liter Stauraum.

Dabei könnt ihr Musik, Licht und Heizung ganz einfach per Smartphone steuern. Und wenn ihr mal an die frische Luft wollt, geht ihr hinaus auf die zehn Quadratmeter große Terrasse direkt vor der Haustür.

Tiny Houses zum Probewohnen

Wer Tiny Houses auf den ersten Blick toll findet, sollte zunächst herausfinden, ob er oder sie sich tatsächlich in einem so kleinen Haus wohl fühlen würde. Eure Tiny-House-Tauglichkeit könnt ihr testen, und zwar hier:

Tiny Houses der Erlebnisbahn Ratzeburg

Hinter der Erlebnisbahn Ratzeburg versteckt sich eine ganze Reihe an Aktivitäten rund um den Naturpark Lauenburgische Seen in Schleswig-Holstein. Im Vordergrund steht die muskelkraftbetriebene Fortbewegung auf Fahrraddraisinen, Hydrobikes, Kanus und vielem mehr. Naheliegend, dass die Erlebnisbahn Ratzeburg auch Ferienunterkünfte anbietet, darunter zwei Tiny Houses.

Das eine steht in Hollenbek, wo auf einem alten Bahnhofsgelände derzeit ein Tiny-House-Dorf entsteht (siehe weiter unten). Eine Nacht kostet 99 Euro, jede weitere 79 Euro – egal, ob ihr alleine oder mit einer weiteren Person übernachtet.

Das andere Tiny House findet ihr in Schmilau. Gebaut wurde es von der Schreinerei Tiny House Diekmann, die dieses Modell als eines von vielen unter dem Namen "Hampton Beach" in Serie baut. Eine Übernachtung kostet euch 89 Euro, jede weitere Nacht 69 Euro.

Ratzeburg, Hollenbek und Schmilau erreicht ihr von Hamburg aus mit dem Auto in einer knappen Stunde.

Tiny Escape in Delve

In Delve, anderthalb Stunden Autofahrt nördlich von Hamburg, steht ein Tiny House, von dem wir uns bereits vor Ort selbst überzeugen konnten. Sophie Müller, der das Häuschen gehört, wollte zunächst vor allem einen Platz der Erholung für sich erschaffen, zu dem sie an freien Tagen aus der Stadt flüchten kann. Schnell merkte sie, dass auch andere dieses Bedürfnis haben. Und da das Tiny House einen Großteil der Zeit sonst leer stehen würde, hat sie sich entschlossen, das Mini-Haus auch für andere Menschen zugänglich zu machen.

Unter dem Namen Tiny Escape bietet sie das Tiny House mittlerweile als Ferienunterkunft an. Weitere Tiny Houses in ganz Deutschland sollen die Auswahl zeitnah erweitern.

Wikkelhouses auf Helgoland

Zugegeben, es ist nicht gerade ein Katzensprung von Hamburg zu Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland. Zwischen den Hamburger Landungsbrücken und Helgoland verkehrt jedoch täglich eine direkte Fährverbindung. Für viele Hamburgerinnen und Hamburger ist Helgoland deshalb kein unübliches Ausflugsziel.

Seit 2019 lockt die Insel zudem mit besonderen Unterkünften: Mitten in den Dünen stehen zwei Tiny Houses aus Pappe und Holz. In den sogenannten Wikkelhouses könnt ihr euren Urlaub im Einklang mit der Natur verbringen. Hergestellt wurden sie von einer Manufaktur in Amsterdam. Mittelfristig sollen 13 weitere Häuser hinzukommen. Die Wikkelhouses auf Helgoland können ab Mai gebucht werden.

© Helgoland Tourismus-Service

Tiny-House-Dörfer

Wer sich schon ganz konkret mit dem Gedanken beschäftigt in ein Tiny House zu ziehen, hat rund um Hamburg die Qual der Wahl. Hier sind drei Tiny-House-Dörfer, die sich bereits in der Gründungsphase befinden:

Elborado

Das gelobte Land für Tiny-House-Begeisterte, das ist das Elborado in Bleckede. Zumindest ist das der Anspruch, mit dem die Entwickler ihr Immobilienprojekt direkt an der Elbe präsentieren. Insgesamt soll hier eine Siedlung aus bis zu 72 Tiny Houses zum Mieten und Kaufen entstehen. Bisher steht hier gerade mal ein Musterhaus, das Interessenten zur Besichtigung dient. Auch ein Café, Gemeinschaftsorte zum Verweilen und weitere Freizeitangebote sollen hier entstehen.

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Hamburger, die nach einem Rückzugsort in der Natur suchen. Als Bewohner stehen euch 30 Quadratmeter Wohnfläche inklusive eines voll ausgestatteten Bades zur Verfügung.

Tiny-House-Dorf Lilleby in Hollenbek

Mitten im Naturpark Lauenburgische Seen, in dem kleinen Örtchen Hollenbek, entsteht zwischen stillgelegten Bahngleisen derzeit das kleine Tiny-House-Dorf Lilleby. Zwei Tiny Houses wurden bereits errichtet, es sollen noch Mini-Häuser für zwölf bis 15 Personen gebaut werden. Insgesamt stehen der Siedlung 20.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Im Haupthaus, einem alten Bahnhofsgebäude, befinden sich zudem Gemeinschaftsräume und WG-Zimmer. Interessierte können hier auch Werkstätten und Gewerberäume mieten. Besucher, die mit dem Auto anreisen, finden sechs Ladestationen für E-Autos vor. Die Bewohnerinnen verlassen sich dagegen auch häufiger auf ihre Muskelkraft: Mit dem Schienenfahrrad können die wichtigsten Besorgungen erledigt werden.

Tiny-House-Kultur in Bremen

Ob dieses Unterfangen je von Erfolg gekrönt sein wird? Seit Jahren sucht eine Gruppe aus mittlerweile etwas 20 Personen nach einem geeigneten Grundstück in Bremen, auf dem ein Tiny-House-Dorf entstehen kann. Prinzipiell hat auch die Stadt Bremen nichts gegen eine solche Siedlung, noch hat sich allerdings keine geeignete Fläche gefunden. Um dem Vorhaben mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, hat sich die Gruppe im Tiny-House-Kultur e.V. organisiert.

Derzeit werden keine neuen Mitglieder in die Gruppe aufgenommen. Sobald sich ein Grundstück findet, könnte sich das jedoch schnell wieder ändern. Unterstützung bei der Suche ist hier in jedem Fall gern gesehen.

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