Straße mit Schallschutzwand
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Bauen | Expertentipp

Schallschutz: Wie kann ich Terrasse & Garten vor Verkehrslärm schützen?

Redaktion

Straßenlärm kann beim Entspannen im Garten oder auf der Terrasse ziemlich störend sein. Unser Experte erklärt, mit welchen Mitteln ihr den Schallschutz eurer Terrasse verbessern könnt.

Folgende Frage wurde der Wohnglück-Redaktion gestellt: "Wir wohnen im Außenbereich, was sehr schön ist, nur leider direkt an einer Kreisstraße. Das ist sehr störend, vor allem wenn man bei schönem Wetter auf der Terrasse sitzen möchte und die Motorräder vorbeifahren. Welche Schallschutz-Möglichkeiten sind auf der Terrasse möglich, sinnvoll und finanziell auch für Privatpersonen umsetzbar?"

Die Wohnglück-Experten antworten:

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Straßenlärm aus dem eigenen Garten beziehungsweise von der Terrasse fernzuhalten:

  • Hecken
  • Lärmschutzwände
  • Lärmschutzwälle

Hecken zum Schallschutz

Die wirkliche Schallschutzwirkung einer Hecke wird oft überschätzt. Jedoch haben Hecken einen psychologischen Effekt: Lärm, den man nicht sieht, empfindet man weniger stark.

Lärm von stark befahrenen Straßen verringert sich erst spürbar bei einer Pflanzung von 50 Metern Länge und mehr. Deshalb muss die Pflanzung ausreichend hoch und bis zum Boden hin belaubt sein.

Hohe Schnitthecken oder dichte, frei wachsende Sträucher lassen Lärmquellen nur optisch verschwinden, ohne große Wirkung. Allerdings dienen Bäume und Sträucher gut als Abgasfilter, sofern sie diesen Belastungen gewachsen sind.

Zu den Pflanzen, die ein Klima an viel befahrenen Straßen vertragen, zählen:

  • Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum)
  • Flieder (Syringa vulgaris)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Immergrüne Alpenrose (Rhododendron catawbiense "Grandiflorum")
  • Runzelblättriger Schneeball (Viburnum rhytidophyllum)
  • Stadt-Linde (Tilia cordata "Greenspire")
  • Weißer Hartriegel (Cornus sericea)
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)

Eine Lärmschutzwand als Schallschutz

Lärmschutzwände sind raumsparend und nicht breiter als jede Garteneinfriedung. Daher eignen sie sich besonders für kleinere Gärten. Je nach Ausführung können sie Schallwellen absorbieren (schlucken) oder reflektieren (zurückwerfen).

Absorbierende Wände haben eine raue Oberfläche. Sie kosten mehr, bieten aber auch den besseren Schutz.

Reflektierende Wände, zum Beispiel aus Glas, Metall, Kunststoff oder Beton sind glatt. Weil der Schall auf die Straße zurückgeworfen wird, müssen derartige Lärmschutzwände extra genehmigt werden.

Zuverlässig sind Lärmschutzwände nur dann, wenn sie von Fachbetrieben errichtet werden.

Optisch sind Lärmschutzwände natürlich nicht besonders attraktiv. Aber sie lassen sich durch Kletterpflanzen gut verstecken. Folgende Pflanzen sind dafür geeignet:

  • Rundblättriger Baumwürger (Celastrus orbiculatus)
  • Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba)
  • Chinesischer Knöterich (Fallopia baldschuanica)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Gold-Geißblatt (Lonicera x tallmanniana)
  • Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum "Serotina")
  • Mauerwein (Parthenocissus quinqufolia "Engelmannii")
  • Wilder Wein (Parthenocissus tricuspedita "Veitchii")
  • Weinrebe (Vitis vinifera "Phoenix")
Dichte Wand aus Efeu
Begrünt Schallschutzwände sehr schnell: Efeu. © Getty Images/iStockphoto

Einen Lärmschutzwall selbst errichten

Platzsparende Lärmschutzeinrichtungen könnt ihr in verschiedenen Techniken auch selbst errichten. Dabei beachtet bitte, dass ein wirksamer Schallschutz nicht nur durch die Konstruktion selbst, sondern zusätzlich durch eine ausreichende Höhe erreicht werden kann. Hierdurch sind den in Eigenbau errichteten Lärmschutzeinrichtungen aus konstruktiven Gründen immer Grenzen gesetzt. Daher könnt ihr eine befriedigende Verbesserung der Lärmbelastung mit eigenen Konstruktionen nicht immer erreichen.

1. Lärmschutzwall aus Betonringen

Mit Erde gefüllte Betonringe (Baumarkt) lassen sich aufeinandertürmen und anschließend mit Sträuchern bepflanzen.

2. Lärmschutzwall aus Drahtzäunen

Im Abstand von 50 bis 70 Zentimetern werden zwei stabile Drahtzäune errichtet und der Zwischenraum mit einem Gemisch von Torf und Gartenerde ausgefüllt. Damit die Füllung nicht durch die Drahtmaschen fällt, müssen diese vor dem Befüllen mit Kokosmatten ausgekleidet werden. Auch diese Konstruktion lässt sich gut bepflanzen.

3. Schallschutz mit Drahtkörben

Für einen Lärmschutzwall könnt ihr auch Drahtkörbe aufeinandertürmen. Bis zu ein Meter hohe, beschichtete Gabionenkörbe lassen sich abwechslungsreich aufeinander stapeln, mit einem Erde-/Steingemisch füllen und anschließend ebenfalls bepflanzen.

Die hier aufgeführten Konstruktionen könnt ihr mit folgenden Sträuchern bepflanzen:

  • Felsenbirne (Amelanchier ovalis),
  • Grüne-Hecken-Berberitze (Berberis thunbergii),
  • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea),
  • Liguster (Ligustrum vulgare),
  • Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata),
  • Fingerstrauch (Potentilla fruticosa),
  • Glanz-Rose (Rosa nitida),
  • Kartoffel-Rose (Rosa rugosa),
  • Hänge-Purpur-Weide (Salix purpurea "Pendula").

Beim Schallschutz für die Terrasse den Bebauungsplan beachten

Egal für welche Art des Schallschutzes ihr euch für eure Terrasse entscheidet, ihr solltet auf jeden Fall den für euer Grundstück geltenden Bebauungsplan beachten. Bevor ihr irgendwelche Maßnahmen plant, solltet ihr bei der zuständigen Bauverwaltung klären, ob derartige Maßnahmen grundsätzlich zulässig sind.

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger oder nutzt unser Kontaktformular und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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