Aufbau von Kollektoren für Solarthermie
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Neue Gasheizung: Förderung nur noch bei Einbindung erneuerbarer Energien?

Dirc Kalweit

Level: Für Einsteiger

Die Fördermittel für den Einbau einer Gasheizung sollen an verschärfte Bedingungen geknüpft werden. Das sieht jedenfalls der viel diskutierte Entwurf einer Verordnung der Bundesregierung vor.

Bei den Verhandlungen über das Klimapaket der Bundesregierung haben sich die Vertreter von Bund und Ländern in vielen Punkten geeinigt. Ob CO2-Bepreisung oder Erhöhung der Pendlerpauschale, viele Eckpunkte des Papiers sollen schnellstmöglich gesetzlich geregelt werden.

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Ein wichtiger Punkt ist allerdings immer noch offen: Die Ausgestaltung der steuerlichen Förderung bei der energetischen Gebäudesanierung. Dabei besteht gerade hier Handlungsbedarf, denn Experten halten die geplante Förderung der energetischen Gebäudesanierung für unzureichend.

Im Kern stützen sich die Kritiker dabei auf die "Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung" (EsanMV), die als Entwurf vorliegt. Auf 29 Seiten geht es unter anderem sehr ausführlich um die Anforderungen für die künftige Dämmung oder den Austausch von Fenstern und Außentüren. Auch die Erneuerung von Heizungsanlagen und deren Förderung behandelt das Papier. Und da gibt es sein sehr interessantes Detail.

Ist die künftige Heizung "Renewable Ready"?

Zur künftigen Förderung von Gasheizungen mit Brennwerttechnik heißt es in dem Verordnungs-Entwurf wörtlich: "Gegenstand der Förderung ist der Einbau von effizienten Gas-Brennwertgeräten, die bereits weitestgehend auf eine künftige Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind („Renewable Ready“)." Künftig würden bei der Gasheizung also nur noch hybride Systeme gefördert, also zum Beispiel Brennwertkessel mit angebundener Solarthermie. Dabei gilt: Die Hybrid-Anlage muss mindestens 25 Prozent der Wärme erzeugen.

Das sind hohe Hürden, die derzeitigen Kriterien für die Föderung einer Gasheizung sind deutlich einfacher zu erfüllen. So kritisierte Timm Kehler, Vorstandschef des Vereins "Zukunft Erdgas", die Pläne gegenüber dem "Handelsblatt" scharf: "Die Bundesregierung läuft Gefahr, den gewünschten Heizungstausch nicht anzureizen, sondern zu blockieren."

Der Verein ist als Lobbyverband der deutschen Erdgaswirtschaft naturgemäß besonders kritisch eingestellt. Gleichwohl ist Erdgas in deutschen Heizungskellern mit Abstand immer noch der beliebteste Energieträger.

Diagramm Verteilung der Heizungsarten in Deutschland 2018

Wie sensibel die Verbraucher auf die geplanten Änderungen der Förderbedingungen reagieren, zeigte sich prompt. Seit Bekanntwerden der geplanten Verordnung verzeichnet die Heizungsindustrie einen dramatischen Rückgang bei den Aufträgen für Neu-Installationen. Bis sich Bundesrat und Bundestag endgültig auf konkrete Fördermaßnahmen im Rahmen des Klimapaketes geeinigt haben, wird sich daran wohl auch nichts ändern.

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