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Möbeltrends 2022: Fünf spannende Trends beim Möbeldesign

Eva Brenner

Eva Brenner

Auch wenn die Trendmessen rar gesät waren: Einige internationale Möbel-Ausstellungen gab es doch – und die setzen jetzt schon Trends für 2022. Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner hat genau geschaut, welche Möbeltrends uns erwarten.

Ihr seid gespannt, wie 2022 die neuen Trends in Sachen Möbel aussehen? Das möchte ich euch gern zeigen. Und zwar auf Grundlage von zwei der großen Möbel- und Designmessen. Auf den "3 Days of Design" in Kopenhagen oder dem "Salone di Mobili Mailand 2021" gab es neue, spannende Aussichten.

Hier die fünf Möbeltrends für 2022 im Überblick

  1. Reduzierung
  2. Handwerk
  3. Organische Formen & Gemütlichkeit
  4. Redesign
  5. Japandi

Möbeltrend 1: Reduzierung auf das Wesentliche

Bei den Wandfarben 2022 geht der Trend zu ruhigen und zurückhaltenden Farbtönen. Der Gedanke dahinter: Man konzentriert sich so besser auf die wichtigen Dinge im Leben. Diese Reduzierung gilt auch bei Möbeln, um all dem, was unter der Coronakrise leiden musste, im wahrsten Sinne des Wortes mehr Raum zu geben: Der Kommunikation, den zwischenmenschlichen Kontakten, dem Menschsein!

Wertschätzung ist dabei ein wichtiger Aspekt. Das gilt auch für den nächsten Möbeltrend.

Möbeltrend 2: Handwerk, Individualität und Nachhaltigkeit

Immer mehr Menschen legen Wert auf ein gesundes Zusammenspiel von Innovation und traditioneller Handwerkskunst. Und genau dahin geht auch der Trend: Handwerk und Industrie versuchen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. Handwerk wird als Grundbaustein für gutes Design verstanden, das haben mittlerweile auch viele Hersteller begriffen.

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Möbeltrend 3: Organische Formen & Gemütlichkeit

Organische Formen feiern ihr Comeback! Sie sind schon seit einigen Jahren auf dem Vormarsch, aber nun voll da – rund ist das neue eckig. Spätestens jetzt, wo Gemütlichkeit aus unseren Haushalten nicht mehr wegzudenken ist, finden auch organische Formen wieder großer Anerkennung. Man könnte auch von einer Neu-Interpretation des Mid-Century Style sprechen.

Der Ort, an dem wir alle Sorgen abstreifen können, an dem wir bedingungslose, wohltuende Wärme spüren – das sollte unser Zuhause sein. Zugegeben, ganz sorglos kann man auch in den eigenen vier Wänden nicht immer sein. Aber zumindest sollten uns die Räumlichkeiten die Möglichkeit dazu bieten und nicht durch etwaige Mängel und anhaltende Baustellen nervlich strapazieren.

Das Thema der Gemütlichkeit wird auf den Möbelmessen zum einen durch die organischen Formen mit abgerundeten Ecken klar. Zum anderen aber auch durch den Einsatz von hochwertigen Textilien. Sogenannte Boucléstoffe oder Samt werden häufig genutzt, um ein weiches, kuscheliges Ambiente zu schaffen.

Der klassische Beetle-Chair von Gubi, hier mit Bouclé überzogen. © Gubi

Möbeltrend 4: Redesign

Viele bedeutenden Designer, Architekten und Hersteller haben alte Designs neu aufleben lassen. Das ist etwas, das nie zuvor so stark aufgefallen ist wie heute. Woran liegt das?

Hierzu kann ich nur spekulieren. Viele Designs sind neu aufgelegte Klassiker und andere sind ENDLICH umgesetzte Schubladenhüter. Vielleicht oder gar wahrscheinlich hatten die Designer endlich mal die Zeit, sich mit Dingen auseinander zu setzen, die zuvor einfach nicht ausgereift waren. Und genau das passt wiederum auch in das Designalter der Nachhaltigkeit und des Slow Designs. So entstehen neue Farbserien und Materialkombinationen.

Und auch eine wahre Ikone des Interior-Designs, der "Medaillon Chair" von Dior, wurde jetzt neu interpretiert:

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Möbeltrend 5: Der ferne Osten in Kombination mit dem Norden

Auf den "3 Days of Design" war vermehrt der Wohntrend "Japandi“ zu sehen. Japandi setzt sich aus einer Kombination des skandinavischen und des japanischen Wohnstils zusammen. Beide Wohnstile stehen sinnbildlich für den Minimalismus. Die Kombination aus beiden ist definiert durch Helligkeit und sanfte Beigetöne der Skandinavier in Kombination mit dunklen Hölzern oder Papier-Elementen aus Japan.

Eine runde Sache – wortwörtlich. Eigentlich wäre dem nichts mehr hinzuzufügen, denn alles ist rund, alles passt harmonisch und fügt sich zusammen. Individualität und Qualität durch Reduzierung statt Quantität.

Doch stellt sich mir die Frage: Wie lange wird es so brav bleiben, bis die Welt des Interieur-Designs den Ausbruch aus diesem Umfeld wagt? Sicher auch eine Frage, die an den weiteren Verlauf der Pandemie geknüpft ist.

Noch mehr Einrichtungs-Tipps findet ihr auch in anderen Wohnglück-Kolumnen von Eva Brenner. Zum Beispiel die Trend-Wandfarben 2022. Oder Tipps für die Küchenplanung.

Und hier gibt es die komplette Übersicht aller Wohnglück-Kolumnen von Eva Brenner:

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