Person pflanzt etwas im Hochbeet auf dem Balkon ein
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Wohnen | Ratgeber

Hochbeet auf dem Balkon anlegen: So geht's richtig

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Viele meinen, ein Hochbeet sei nur etwas für den Garten. Das stimmt nicht. Ihr könnt Gemüse und Früchte auch in einem Hochbeet auf dem Balkon anbauen. Was ihr dabei beachten müsst, erklären wir hier.

Ein Hochbeet ist nicht nur für diejenigen geeignet, die einen großen Garten besitzen. Auch ein kleiner Balkon genügt, um in den Genuss von Gemüse und Früchten aus eigenem Anbau zu kommen. Im Unterschied zur Standardversion im Garten solltet ihr bei einem Hochbeet auf dem Balkon aber ein paar Dinge beachten. Wir erklären euch, welche.

Hochbeet für den Balkon: Darauf kommt es an

Anders als im Garten, wo ihr in der Regel nicht unter Platzmangel leidet und auf festem Boden steht, habt ihr auf dem Balkon zwei entscheidende Einschränkungen: die Größe und die Tragfähigkeit des Balkons.

Die Vorgehensweise bei der ersten Hürde liegt auf der Hand: Messt euren Balkon aus, bevor ihr euch für ein Hochbeet entscheidet. Wo könnte es stehen, wie groß darf es sein?

Ein Hochbeet kostet aber nicht nur Platz. Mit Erde befüllt, kann es mehrere Hundert Kilo wiegen. Wie groß das Hochbeet sein darf, ist deshalb auch davon abhängig, für welche maximale Traglast der Balkon ausgelegt ist.

Moderne Balkone vertragen meistens 300 bis 500 Kilo pro Quadratmeter. Wie viel es genau sind, solltet ihr allerdings beim Vermieter oder der Hausverwaltung nachfragen.

Geeignete Hochbeet-Modelle für den Balkon

Um Gewicht zu sparen, ist es auf Balkonen ratsamer, ein Hochbeet anzulegen, das auf Füßen steht und bei dem der Pflanzkasten (Anzeige*) nicht bis zum Boden reicht. Dieses wiegt weniger, weil es weniger Pflanzensubstrat fasst. Außerdem bleibt darunter genug Platz, um das Gartenwerkzeug zu verstauen.

Wenn der Balkon jedoch ausreichend stabil ist, müsst ihr euch um diese Dinge keine Sorgen machen und könnt auch ein bodentiefes Hochbeet aufstellen. Das könnt ihr kaufen – oder ihr fertigt es für weniger als 50 Euro aus Palettenrahmen selbst an.

Was das Material betrifft, habt ihr die Wahl zwischen Modellen aus Holz und Modellen aus Metall.

Hochbeete aus verzinktem Stahlblech bleiben rostfrei und sind relativ leicht. Holz dagegen ist schwerer, wirkt dafür natürlicher. Letzteres bedarf jedoch auch einiger Pflege: Vor dem Einsatz auf dem Balkon sollte es zumindest imprägniert werden. Ein Hochbeet aus Holz solltet ihr zudem mit Teichfolie (Anzeige*) auslegen, damit das Holz geschützt wird. Holz ist schließlich auch ein organisches Material. Bei direktem Kontakt zur Erde wird es ganz langsam nach und nach zersetzt und ihr müsst es schneller durch ein neues ersetzen.

Damit die Holzbeine von Tischhochbeeten nicht mit der Zeit langsam nachgeben, vor allem, wenn sie häufig auf nassem Untergrund stehen, bieten sich Schutzkappen aus Kunststoff an. Manche Hochbeete werden bereits mit eben solchen Kappen angeboten. Von Vorteil sind auch Rollen unter den Füßen. So bleibt das Hochbeet mobil und ihr könnt es jederzeit verschieben. Das ist besonders praktisch, wenn ihr einen besonders kleinen Balkon habt.

Tischhochbeet für den Balkon
Tischhochbeete wie dieses von Delta Gartenholz finden auch auf dem Balkon Platz. © epr/Delta Gartenholz

Kleines Hochbeet befüllen: Die richtige Vorbereitung

Ihr solltet darauf achten, dass das Wasser gut genug abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Die mögen die meisten Pflanzen nämlich gar nicht. Manche Hochbeete besitzen ein Ventil, dank dem das überschüssige Wasser abfließen kann.

Ein probates Mittel ist auch, einige, aber nicht zu viele Löcher in den Kasten zu bohren, damit die Feuchtigkeit darüber austreten kann.

Was hingegen im Beet bleiben sollte, ist die Erde. Damit die nicht ausgespült wird, könnt ihr vor der Befüllung mit Erde Filtervlies (Anzeige*) auf dem Grund auslegen. Hochbeete mit Vlies (Anzeige) könnt ihr auch als Kombi-Paket kaufen.

Balkon-Hochbeet befüllen: Die richtige Schichtung

Hochbeete zeichnen sich durch die besondere Art der Schichtung aus. Sie sorgt dafür, dass den Pflanzen mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen als in einem konventionellen, ebenerdigen Gemüsebeet. Das ist bei Tischhochbeeten nicht anders, obwohl sie nicht ganz so viel Inhalt aufnehmen können. Statt nur auf Pflanzerde zurückzugreifen und auf die restlichen Schichten zu verzichten, fallen die Kompost- und Substratschichten entsprechend dünner aus als in einem bodentiefen Hochbeet.

Euer Balkon-Hochbeet solltet ihr wie folgt befüllen:

  • Blumenerde (oberste Schicht)
  • Kompost
  • Gartenerde
  • Grünabfälle (unterste Schichte)
Querschnitt durch die Schichten eines Hochbeetes
Querschnitt durch ein Hochbeet: So sieht der ideale Aufbau der Schichten bei der Befüllung aus. © Gärtner Pötschke

Weitere Informationen dazu findet ihr auch in unserem Artikel "Hochbeet im Herbst auf die neue Saison vorbereiten".

Tipp: Wer nur einen Balkon hat und keinen Garten, der hat oft nicht genügend organisches Material zur Befüllung seines Balkon-Hochbeets. Wenn ihr euch einen Bokashi-Eimer anschafft oder eine Wurmkiste, dann bekommt ihr hochwertigen Kompost oder Dünger für euer Hochbeet. Bei genügend Platz ist auch ein Kompost auf dem Balkon möglich.

Junge Frau befüllt Hochbeet mit Holzschnitzeln
Um alle Vorteile eines Hochbeets zu nutzen, muss es mit mehreren unterschiedlichen Schichten befüllt werden. © Compo GmbH

Pflanzen, die ihr im Hochbeet auf dem Balkon anbauen könnt

Ist das Hochbeet richtig geschichtet, könnt ihr mit dem Bepflanzen loslegen. Dabei müsst ihr beachten, dass ein Hochbeet, das mit reichhaltigem Kompost beziehungsweise Mist und guter Erde gefüllt ist, voller Nährstoffe steckt. Deshalb müsst ihr im ersten Jahr starkzehrende Gewächse einpflanzen. Im Folgejahr dann Mittelzehrer und das Jahr darauf wiederum Schwachzehrer.

Starkzehrende Gemüsepflanzen, die sich für das erste Jahr eignen, sind beispielsweise

  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Wirsing
  • Zucchini
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Kohl
  • Melonen
  • Rhabarber
  • Rosenkohl
  • Sellerie
  • Tomaten
  • Kürbis
  • Lauch

Alternativ könnt ihr kleine Hochbeete für den Balkon auch mit ganz normaler Pflanzerde füllen. Dann ist eine regelmäßige Düngung wichtig, damit euer Gemüse gut gedeiht.

Bei einer Erdtiefe von 30 Zentimeter lassen sich Flachwurzler wie etwa Spinat, Zwiebeln, Radieschen, Kräuter sowie die meisten Salatarten ziehen.

Wer Bohnen, Möhren, Erbsen anbauen möchte, muss den Wurzeln etwa 50 Zentimeter Raum geben.

Weitere Pflanzideen fürs Hochbeet findet ihr in unserem Artikel "Diese 10 Pflanzen gehören in euren Küchengarten".

Selbstgebautes Hochbeet für den Balkon
Kräuter eignen sich sehr gut für das Hochbeet auf dem Balkon. © Getty Images/iStockphoto

Wenn ihr gerade dabei seid, euren Balkon fit für den Frühling und Sommer zu machen, schaut doch auch mal in unseren Ratgeber "Balkonkästen bepflanzen: Diese 7 Fehler solltet ihr vermeiden" rein. Ob es Regeln gibt, die ihr bei der Balkongestaltung einhalten müsst, erfahrt ihr in "Was ihr auf dem Balkon dürft – und was nicht".

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