Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff: Mann verteilt Flüssigkunststoff mit einer Rolle auf einem Balkon
© Heinrich Hahne GmbH & Co. KG

Modernisieren | Ratgeber

Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff: So wird euer Balkonboden dicht

Dirc Kalweit

Ist der Balkon undicht, muss er dringend saniert werden. Ein Werkstoff, der dabei immer beliebter wird, ist Flüssigkunststoff. Was dieser Werkstoff für Vorteile hat, wie er verarbeitet wird und warum auch Profis darauf schwören, das zeigen wir euch hier.

Euer Balkonbelag ist undicht, und ihr wollt ihn dauerhaft abdichten? Dann empfiehlt sich bei der Balkonsanierung der Einsatz von Flüssigkunststoff. Wie dieser verarbeitet wird, welche Vorteile er hat und was das Ganze kostet, erfahrt ihr hier.

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Schadhafter Balkon: Das sind die häufigsten Ursachen

Viele Balkonbesitzer kennen das Bild: Der (oft geflieste) Balkonboden ist rissig. Schadhafte Fugen und kaputte Fliesen machen nicht nur einen traurigen Eindruck. Im schlimmsten Fall dringt Regenwasser durch die Risse und greift die Bewehrungseisen an. Die rosten dann und gefährden somit die gesamte Statik des Balkons.

Der Grund dafür: Einzelne Komponenten wie Fliesenkleber, Fugenmörtel und Fliesen sind zwar "frostbeständig". Alle zusammen sind es aber nicht. Frost und Temperaturschwankungen setzen dem einzelnen Material dauerhaft zu. Früher oder später kommt es dann zwangsläufig zu feinen Rissen. In die dringt dann das Wasser ein, und das ist meist der Anfang vom Ende.

Wenn ihr trotzdem auf Fliesen als Bodenbelag für den Balkon nicht verzichten wollt, dann lest dazu auch diesen Artikel:

So funktioniert die Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff

Wenn die gute alte Fliese auf dem Balkonboden also nicht (oder nur sehr schwer) dauerhaft hält, was ist dann die Alternative? Flüssigkunststoff hat sich in den vergangenen Jahren auch bei den Profis als sehr beliebtes Mittel zu Balkonabdichtung herausgestellt.

Vor allem die unkomplizierte und schnelle Ver- und Bearbeitung ist ein großes Plus. Vor dem Einsatz des Flüssigkunststoffes stehen bei der Balkonsanierung aber erst einmal eine paar grundsätzliche Arbeiten. Sprich: Zuerst wird der bisherige Belag nach Möglichkeit bis auf die Unterkonstruktion des Balkons entfernt.

Dann müsst ihr schauen, ob der Balkon von der Hauswand hin zur Brüstung auch genug Gefälle hat. Sonst kann das Regenwasser nicht richtig abfließen. Ist das nicht der Fall, müsst ihr einen Gefälleestrich verlegen. Dabei gilt: Das Gefälle sollte zwei Prozent betragen, also zwei Zentimeter Höhenunterschied auf einen Meter Balkonbreite. Im Anschluss dann die Oberfläche grundieren.

Jetzt gilt es, sämtliche Risse und Spalten zu verschließen, zum Beispiel am Übergang zur Balkontür oder dem Balkongeländer. Das funktioniert bei kleineren Rissen schon mit dem Flüssigkunststoff. Für größere Lücken gibt es auch spezielle Abdichtungsbänder oder -vliese.

Erst danach beginnt das Auftragen des Flüssigkunststoffes. Das Schöne daran: Das geht mit einer herkömmlichen Malerrolle.

Hier die acht Arbeitsschritte noch mal im Überblick:

  1. Alten Belag bis auf die (Balkon-)Unterkonstruktion entfernen
  2. Bei Bedarf einen Gefälleestrich verlegen
  3. Oberfläche grundieren
  4. Alle Anschlussflächen (Geländer, Ablauf, Türkanten etc.) gründlich abdichten
  5. Die Oberfläche mit Flüssigkunststoff versiegeln
  6. Bei Bedarf ein Armierungsvlies einlegen. Das verhindert die Rissbildung, wenn der Balkon-Untergrund arbeitet
  7. Nochmals mit Flüssigkunststoff versiegeln
  8. Bei Bedarf die oberste Nutzschicht versiegeln oder mit einem Dekorbelag (Kiesel, Quarz, Flakes) versehen

Der ideale Aufbau einer Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff

Grafik mit Aufbau einer Balkonbeschichtung mit Flüssigkunststoff
Der ideale Aufbau einer Balkonbeschichtung mit Flüssigkunststoff. Das zusätzliche Spezialvlies gleicht die Bewegungen des Balkonbodens aus und verhindert so, dass sich Risse bilden.

Ganz wichtig: Alle Oberflächen müssen vor der Behandlung mit dem Flüssigkunststoff trocken und sauber sein. Darüber hinaus müssen alle Risse vor dem letzten Arbeitsschritt auch wirklich geschlossen sein. Der ganze Aufwand nützt euch nichts, wenn das Regenwasser doch wieder irgendwo eindringt.

Ihr seht schon: Wenn ihr es gründlich machen wollt, dann ist auch die Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff mit etwas Aufwand verbunden. Der ist zwar deutlich geringer als beim Verlegen von Fliesen. Aber unter Umständen müsst ihr – je nach Anspruch und Belastung – mit mehreren Schichten arbeiten.

Welche Dicken die einzelnen Schichten haben sollten, ob mit oder ohne Vlies – das kommt auf die Nutzung, die Witterungsverhältnisse, die Lage und den Zustand des Balkons an. Wenn ihr euch nicht ganz sicher seid, welchen Aufwand ihr betreiben wollt oder müsst: Neben Malern und Fliesenlegern haben sich auch spezielle Beschichtungs-Fachfirmen auf die Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff spezialisiert.

Welche Vorteile hat Flüssigkunststoff bei der Balkonsanierung?

Einer der größten Vorteile von Flüssigkunststoff bei der Balkonsanierung ist die rasche Verarbeitung. Mal abgesehen von der Vorbereitung des Untergrundes ist das Auftragen des Kunststoffes meist an einem Tag erledigt. Bei vielen Produkten ist der Balkon dann schon nach einem weiteren Tag begehbar.

  • schnell zu verarbeiten
  • einfach aufzutragen
  • UV-beständig, lange haltbar
  • preisgünstig
  • abriebfest/rutschhemmend
  • kälteelastisch

Wie gesagt: Theoretisch ist die Verarbeitung relativ einfach. Wichtig ist vor allem Sorgfalt, bei der Verlegung von Vlies oder dem Auftragen von Gefälleestrich auch einiges an handwerklichem Geschick. Wenn ihr euch das nicht zutraut, fragt lieber eine/n Fachmann/frau.

Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff: Abdichten eines Geländesockels
Auch problematische Bereiche wie zum Beispiel der Sockel des Balkongeländers lassen sich mit Flüssigkunststoff problemlos abdichten. © Heinrich Hahne GmbH & Co. KG

Was sind die Nachteile bei der Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff?

Eigentlich gibt es keine echten Nachteile bei der Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff. Zwei Besonderheiten solltet ihr allerdings beachten:

Da der Flüssigkunststoff nur wenige Millimeter dick aufgetragen wird, kann es (wenn zum Beispiel vorher Fliesen verlegt waren) zu einem ziemlichen hohen Absatz im Bereich der Balkontür kommen. Diesen Niveauunterschied müsst ihr gegebenenfalls ausgleichen.

Punkt zwei ist die Optik der Oberfläche. Wer seine Fliesen lieb gewonnen hat, der muss sich ein wenig umgewöhnen. Aber: Bei Beschaffenheit und Farbe der oberen Nutzschicht gibt es eine ziemlich große Auswahl. Diese kann zum Beispiel aus einem dünnschichtigen Marmorkiesel- oder Quarzbelag bestehen. Auch eine Beschichtung mit Colorchips-Einstreuung ist möglich.

Was kostet die Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff?

Das eigentliche Abdichten des Balkons mit Flüssigkunststoff ist ziemlich günstig. Vom Handwerker ausgeführt, müsst ihr mit rund 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter pro Schicht rechnen. Wenn ihr selbst abdichtet, dann wird es natürlich billiger. Dann zahlt ihr nur die Materialkosten. Die liegen für einen 5-Liter-Eimer – je nach Qualität – bei rund 50 Euro.

Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff: Oberfläche mit Natursteinbelag
Bei der Gestaltung der Oberfläche ist sogar ein Belag aus Natursteinen denkbar. © Heinrich Hahne GmbH & Co. KG

Fazit: Lohnt sich die Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff?

Fragt man die Fachleute, dann ist Flüssigkunststoff geradezu ideal für die Sanierung und erfolgreiche Abdichtung eines Balkons. Neben der einfachen Verarbeitung schwören die Profis vor allem auf die Langlebigkeit. Und: Mittlerweile müsst ihr euch auch nicht mehr mit einem Mausgrau als einzige Farbnuance zufriedengeben. Viele Hersteller bieten nicht nur tolle Farben, sondern auch besondere Effekte für den neuen Balkonboden an. Das macht diesen Werkstoff noch attraktiver.

Ihr sucht noch nach einer weiteren Alternative, um euren Balkonboden zu verschönern? Dann schaut euch auch diesen Artikel an:

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