Nasse Terrakotta-Fliesen
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Modernisieren | Expertentipp

Undichte Dachterrasse: Ursache und Tipps zur dauerhaften Sanierung

Redaktion

Level: Für Fortgeschrittene

"Unsere Dachterrasse ist undicht – was nun?", fragt ein Wohnglück-Leser unsere Experten. Diese kennen die häufigste Ursache für undichte Terrassen und Balkone und geben Tipps zur Sanierung der Terrasse.

Ein Leser hat sich mit folgendem Problem an uns gewandt: "Unsere Dachterrasse ist undicht. Im letzten Herbst haben wir einen Teil mit MEM Water Stop eingestrichen, doch nun gibt es weitere nasse Stellen. Welche anderen Möglichkeiten gibt es, um das Problem zu lösen?"

Die Wohnglück-Experten antworten:

Das grundsätzliche Problem bei Balkon- und Terrassen-Fußböden besteht darin, dass "frostsichere" Fliesen, Platten, Kleber und Mörtel empfohlen werden. Für sich allein genommen sind diese Baustoffe zwar frostbeständig – im Verbund miteinander verarbeitet leider oftmals nicht.

Das gilt ganz besonders für ältere, noch nicht mit Kunststoff-Zusätzen veredelte Kleber und Fugenmassen und für Billigprodukte. Jeder Baustoff hat bei Wärme und Kälte ein unterschiedliches Ausdehnungsverhalten, was sich besonders in unserem Klima negativ auswirken kann.

Häufige Ursachen für undichte Dachterrassen

Das bedeutet: Es bilden sich im Fugenbereich feine Haarrisse. Nach dem Kapillar-Gesetz ziehen diese Haarrisse ganz tief Wasser ein, je feiner der Riss ist, umso tiefer. Wenn dann im Winter das Wasser in den feinen Rissen gefriert, vergrößert sich sein Volumen. Das Eis, das sich bildet, entfaltet eine enorme Sprengkraft und treibt die Haarrisse auseinander.

Das Wasser kann dann noch tiefer eindringen, und die beschriebene Entwicklung setzt sich weiter fort. Das Ergebnis: Zuerst brechen die Fugen auf, später platzt der Belag ab.

Verstärkt wird das noch zusätzlich, wenn das Gefälle nicht ausreichend, das heißt weniger als zwei Prozent, ist. Wenn Regen- und Schmelzwasser nicht sofort abfließen können, bildet sich Staunässe, die schnell in die Fugen eindringen kann.

Empfehlung für die Sanierung von Terrasse und Balkon

Wenn man bei der Sanierung von großflächigen Balkonen oder Terrassen sicher gehen will, empfehlen wir folgenden Boden-Aufbau:

  1. Ein ausreichendes Gefälle von mindestens zwei Prozent (das entspricht 2 Zentimetern auf 1 Meter Länge).
  2. Eine wasserdichte, möglichst mehrlagige Flachdach-Abdeckung aus Dachfolie. Wichtig ist es, die Bahnen in Richtung des Gefälles zu verlegen und nicht quer dazu, damit sich das abfließende Regenwasser nicht staut.
  3. Die Anschlüsse der Dachfolie am Haus oder an umgebenden Mauern sollten so hoch geführt werden, dass die Oberkante rund fünf Zentimeter über dem späteren Balkon-Fußboden liegt. Die Folienkanten werden mit einer Spezialschiene an das Mauerwerk gedübelt, und die Oberkante sollte mit Silicon-Dichtungsmasse abgedichtet werden.

Entscheidend für die Haltbarkeit des gesamten Balkonaufbaus ist, dass die Stützen für das Geländer so befestigt werden, dass die Flachdach-Abdeckung nicht beschädigt wird. Dazu ist es erforderlich, die Stützen seitlich an der Kante oder besser an der Unterseite der Betonplatte anzubringen.

Stelzlager lassen Regenwasser abfließen

Auf der Flachdach-Abdeckung kann anschließend der eigentliche Bodenbelag aus frostbeständigen Fliesen, Steinzeug- oder Betonplatten – aber auch Holzfliesen und Holzroste – lose in "Stelzlagern" verlegt werden. Stelzlager sind Kunststoff-Füße, die unter den Platten jeweils dort eingebaut werden, wo die Ecken von vier Platten zusammenstoßen.

Dadurch erreicht man, dass eine gleichmäßige Fugenbreite entsteht und die Platten nicht direkt auf der Abdeckung liegen. So kann das Regenwasser durch die Fugen auf die Unterseite gelangen und dort im Zwischenraum zwischen Plattenbelag und Folienabdeckung ungehindert ablaufen.

Diese Art der Verlegung ist seit Jahrzehnten erprobt und bewährt – der Plattenbelag liegt fest und sicher. Feuchtigkeits- und Frostschäden können an diesen Dachterrassen oder Balkonen normalerweise nicht mehr auftreten.

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