Gas-Brennwert-/Solar-Kompaktgerät Vitodens 242-F von Viessmann
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Bauen | Ratgeber

Förderung von Gasheizungen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Dirc Kalweit

Für den Einbau einer neuen Gasheizung gibt es Zuschüsse vom Staat. Allerdings müssen dafür ganz bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt sein. Welche das sind und wie ihr an die Fördergelder kommt, erfahrt ihr hier.

Seit dem 01.01.2020 gelten bei der staatlichen Förderung von Gasheizungen neue Bestimmungen. Gab es früher verschiedene Fördertöpfe, so ist jetzt hauptsächlich das Bundes­amt für Wirtschaft und Ausfuhrkon­trolle (BAFA) für die Vergabe der Zuschüsse zuständig.

Wenn ihre also eure alte Gasheizung gegen ein neueres Modell austauschen und dabei Fördergelder kassieren wollt, müsst ihr folgende Bestimmungen beachten.

Gas-Hybridheizungen

Gas-Hybridheizungen kombinieren zwei Techniken miteinander. Neben der neuen Gasheizung gibt es zusätzlich noch eine oder mehrere Technologie-Komponenten, die eine der erneuerbaren Energien (Solar, Biomasse oder Wärmepumpe) zur Wärmeerzeugung nutzen. Das könnte zum Beispiel ein Gas-Brennwertkessel plus eine Wärmepumpe sein. Wichtig ist, das beide Systeme über eine gemeinsame Steuer- und Regelungstechnik verfügen.

Hier die wichtigsten technischen Anforderungen zur Erlangung der Fördermittel:

  • Gefordert wird ein hydraulischer Abgleich (beim Einbau einer neuen Heizungsanlage sowieso sinnvoll)
  • Die verschiedenen Wärmeerzeuger müssen wie beschrieben über eine gemeinsame Steuerung verfügen.
  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ηs (ETA S) muss mindestens 92 Prozent bei Nennlast erreichen (Herstellernachweis).
  • Die thermische Leistung der regenerativen Wärmeerzeuger muss mindestens 25 Prozent der Heizlast des Gebäudes betragen.

Die kompletten technischen Anforderungen seitens des BAFA findet ihr hier.

Erfüllt ihr alle Voraussetzungen, beträgt die Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Dazu gehören neben den reine Investitionskosten auch die Kosten der Installation, der Einstellung und der Inbetriebnahme der neuen Heizung. Tauscht ihr bei der Installation der Gas-Hybridheizung eure alte Ölheizung aus, gibt es noch 10 Prozent Bonus obendrauf.

Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready"

Ihr wollt euch jetzt eine Gas-Brennwertheizung zulegen und diese später um eine Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien ergänzen? Dann könnt ihr ebenfalls Fördergelder beanspruchen – wenn die hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik für den künftigen regenerativen Teil des Heizsystems bereits mit verbaut wird. "Renewable Ready" nennt sich diese Programm.

Wichtigste Fördervoraussetzung ist hier, dass ihr innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme des Gas-Brennwertkessels den regenerativen Wärmeerzeuger einbaut. Das müsst ihr nachweisen. Ansonsten gelten ähnliche technische Bestimmungen wie bei den Gas-Hybridheizungen. Für Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready" bekommt ihr einen Förderzuschuss von 20 Prozent. Auch hier gilt der 10-Prozent-Bonus beim Austausch gegen eine alte Ölheizung.

Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf
Kombination: Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf. © Wolf

Förderung bei der BAFA beantragen

Den Antrag auf Förderung könnt ihr online direkt bei der BAFA stellen. Wichtig: Der Antrag muss gestellt werden, bevor ihr mit den Arbeiten beginnt. Die BAFA verlangt bei Antrag und Umsetzung nicht zwingend die Begleitung durch einen Energieberater.

Aber Vorsicht: Die Förderbedingungen sind nicht immer einfach zu erfüllen. So müssen bei Gas-Hybridheizungen 25 Prozent der Heizlast über Wärme aus erneuerbaren Energien bedient werden. Ein Wert, der gar nicht so leicht zu erreichen ist. Wir empfehlen euch daher, vor Planung und Kauf einer Gas-Hybrid- oder Gas-Brennwertheizung "Renewable Ready" einen Energieberater zu kontaktieren.

Die BAFA-Förderung für Gas-Hybridheizungen und Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready" gibt es nur bei Bestandsgebäuden, NICHT bei Neubauten. Wenn ihr monetäre Unterstützung beim Heizungskauf bei eurem Neubau sucht, dann kommt dafür das Programm 167 der KfW in Frage. Hier erhaltet ihr einen Förderkredit (maximal 50.000 Euro, 0,78 Prozent effektiver Jahreszins) speziell für die Heizungserneuerung.

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