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Modernisieren | Ratgeber

Kalte Wohnung? Diese Tipps helfen gegen Zugluft

Arne Schätzle

Alle Türen und Fenster sind geschlossen, trotzdem zieht's "wie Hechtsuppe"? Wir verraten euch, wie ihr die undichten Stellen findet und Abhilfe schafft.

Fenster und Türen sind geschlossen, trotzdem zieht es in eurer Wohnung? Dann gibt es irgendwo im Raum mindestens eine undichte Stelle, meist an Türen oder Fenstern. Und die gilt es schnellsten zu beseitigen, denn Zugluft ist nicht nur unangenehm: Wenn die Heizung läuft, aber gleichzeitig der kalte Wind durch die Ritzen pfeift, verursacht das immer unnötige Kosten.

Woher kommt die Zugluft?

Als Erstes müsst ihr herausfinden, wo die Zugluft herkommt. Dafür gibt es einfache Methoden: Ihr schreitet die potentiellen Quellen mit einer brennenden Kerze ab, also alle Fenster und Türen. Die flackernde Kerze verrät euch, wo es zieht. Alternativ zeigt euch auch ein Feuerzeug oder ein Räucherkegel anhand seiner Rauchfahne, wo die Kälte eindringt.

Habt ihr ein bestimmtes Fenster im Verdacht, feuchtet einen Finger an und fahrt den Rahmen entlang. So spürt ihr den Luftzug leichter.

Eine weitere Methode: Wenn ihr vermutet, dass die Dichtung eines Fensters nicht mehr intakt ist, legt ihr einfach ein Blatt Papier in das geöffnete Fenster auf den Rahmen. Nun schließt ihr das Fenster. Bei einem intakten Fenster steckt das Blatt fest im Rahmen. Schafft ihr es hingegen problemlos, das Papier bei geschlossenem Fenster herauszuziehen, solltet ihr die Dichtungen erneuern.

Türbodendichtung gegen Zugluft

Im einfachsten Fall kommt die Zugluft oft durch einen sichtbaren Spalt unter der Tür in den Raum, beispielsweise weil der Boden uneben ist und ein Zwischenraum zwischen Türkante und Boden entsteht. Ein Spalt unter der Tür lässt sich relativ einfach mit einer Türbodendichtung aus Schaumstoff abdichten, die ihr unter die Türkante klebt. Die gängigen Hersteller liefern dazu meist eine Leiste in braun oder weis, um die Dichtung zu verkleiden*.

Bürstenleisten helfen, wenn's zieht

Insbesondere für Wohnungstüren bieten sich Bürstenleisten an. Auch Zugluftstopper, die man vor die Tür legt, verrichten ihren Dienst. Effizienter als diese Türvorleger sind allerdings Türboden-Doppel-Dichtungen*, die ihr einfach unter die Tür schiebt, sodass außen und innen jeweils eine Dichtungsrolle die gesamte untere Türkante einrahmt. Diese Methode ist besonders für glatte Parkett-, Laminat- oder Fliesenböden geeignet.

Zugluft durch undichte Fenster

Wenn es am Fenster kalt reinzieht, ist es vielleicht nur ein wenig verstellt. In diesem Fall schließt ein schief, zu hoch oder zu tief im Rahmen hängender Fensterflügel nicht richtig und lässt die kalte Luft herein. Neuere Kunststofffenster lassen sich mithilfe der Einstellschrauben neu justieren. Oft hilft es auch, Scharniere oder Beschläge zu ölen, um sie wieder komplett gangbar zu machen. Im Zweifelsfall bringt ihr beim Hersteller der Fenster in Erfahrung, wie das Einstellen jeweils funktioniert. Bei älteren Exemplaren muss wahrscheinlich ein Bautischler nachjustieren. Verzogene Rahmen hingegen lasst ihr am besten komplett austauschen.

Poröse Dichtungen erneuern

Eine häufige Ursache unangenehmer Zugluft sind auch poröse Fensterdichtungen. Eine spröde Dichtung könnt ihr recht einfach mit selbstklebenden Dichtstreifen* selbst ersetzen. Die Dichtstreifen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, als Gummidichtung oder aus Schaumstoff. Letzterer ist zwar günstiger, Gummidichtungen halten allerdings länger.

Für die neue Dichtung müsst ihr die alten Dichtungen entfernen und den Untergrund von Kleberesten befreien, sodass er glatt und sauber ist, damit die neuen Dichtbänder auch haften bleiben. Für die Reinigung eignen sich Spiritus und fettentfernende Reinigungsmittel. Das Zuschneiden und Ankleben funktioniert selbsterklärend.

Wenn ihr die Bänder angebracht habt, überprüft bitte, ob die Fenster sich noch gut schließen und öffnen lassen. Um sicher zu sein, dass das nun alles dicht ist, könnt auch noch einmal die Kerze einsetzen.

Kunststofffenster richtet der Fachmann

Dichtungsbänder eignen sich vor allem für Holz- und Metallrahmen. Bei Fenstern, die bereits werksseitig mit Gummidichtungen ausgestattet sind, solltet ihr darauf verzichten, selbst Hand anzulegen. Hier kann wahrscheinlich nur der Fensterbauer weiter helfen.

Um zu verhindern, dass die Dichtungen witterungsbedingt aushärten und porös werden, sollte man sie gelegentlich mit Grafit einreiben. Das hält sie weich und elastisch. Alternativ gibt es im Baumarkt spezielle Pflegestifte dafür – und auch Vaseline tut hier durchaus ihren Dienst.

Undichte Scheiben sorgen für Zugluft

Auch zwischen Scheibe und Rahmen kann kalte Luft eindringen, weil innen wie außen die Fensterdichtung im Laufe der Zeit schrumpfen kann. Kontrolliert daher die Glaseinfassung, denn hier kann neben Zugluft auch Feuchtigkeit eindringen. Achtet genau auf poröse Stellen und Risse im Kitt. Bei Holzfenstern ist das besonders problematisch, da die Feuchtigkeit den Rahmen von innen her schädigt.

Hat der Kitt eures Holzfensters undichte Stellen, müsst ihr ihn erneuern. Den alten Kitt zu ersetzen ist etwas aufwendiger, vielleicht wollt ihr für diese Aufgabe lieber einen Fachmann ordern: Zunächst muss man den Fensterflügel ausbauen und waagerecht ablegen, am besten auf ein Tuch. Mit Schraubendreher und Messer könnt ihr vorsichtig den alten Kitt auf einer Seite entfernen, das Glas auf der anderen Seite wird dabei noch gehalten.

Nun die Fugen ordentlich aussaugen und feucht nachwischen. Nach dem Trocknen drückt ihr mit dem Kittmesser abschnittsweise den Kitt in die Fuge. Dabei dürfen keine Hohlräume oder Lücken entstehen. Vor dem Glatttziehen muss der Kitt etwa zwei Stunden antrocknen. Dann taucht ihr euren Finger in etwas Spülmittel und zieht den Kitt damit glatt.

Bevor ihr euch an die andere Seite des Fensters macht, muss der Kitt komplett durchtrocknen. Das kann mehrere Tage dauern. Erst dann solltet ihr die andere Seite des Fensters bearbeiten.

Fensterrahmen bei Zugluft abdichten

Auch Risse in den Übergängen zwischen Fensterrahmen und Wand können dazu führen, dass kalte Luft in den Wohnraum gelangt. Diese Risse könnt ihr mit Silikon oder Acryl abdichten – ein Job, den man mit ein wenig Übung selbst erledigen kann. Die nötigen Materialien sind schnell besorgt: Silikon und eine Kartuschenpistole (am besten aus Metall): Das Silikon vorsichtig aufbringen, danach mit einem Fugenspachtel oder mit einem angefeuchtetem Pinsel glätten.

Bei größeren Rissen, vielleicht sogar an der Außenwand, bei Feuchtigkeit oder gar Schimmel solltet ihr auf jeden Fall einen Fachmann zurate zeihen.

Manchmal liegt auch gar kein Defekt vor, wenn kalte Luft durch eure Wohnung pfeift: Denkt daher auch an den Briefschlitz oder die Katzenklappe. Hier schafft in der kalten Jahreszeit ein passender Vorhang Abhilfe.

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