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Wohnung finden: 12 Tipps für die Wohnungssuche

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Wer in der Großstadt eine neue Wohnung finden will, weiß, wie schwierig es sein kann sich auf dem Wohnungsmarkt gegen Mitbewerber zu behaupten. Doch mit ein paar einfachen Tipps und Tricks kann jeder die richtige Wohnung finden und diese vielleicht auch bekommen. Wie das gehen kann, erfahrt ihr hier.

Wer in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München oder Köln lebt oder gerade dort hinziehen möchte, weiß, wie nervenaufreibend die Suche nach einer neuen Wohnung sein kann. Mieten sind vergleichsweise teuer, günstige Immobilien sind auf dem Wohnungsmarkt rar und deshalb heiß umkämpft. Die Chance, die günstige Traumwohnung im Lieblingsviertel zu ergattern, ist bei der großen Konkurrenz gering. Wie ihr dennoch eine neue Wohnung finden könnt, die zu euch passt, und was ihr bei der Wohnungssuche beachten könnt, um eure Chancen zu steigern, dazu geben wir euch zwölf Tipps.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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1. Betreibt Networking, um eine neue Wohnung zu finden

Ihr seid aktuell auf der Wohnungssuche? Erzählt euren Freunden und vielleicht auch den Kollegen von eurem Vorhaben. Die Chancen stehen meistens nicht schlecht, dass sie selbst oder jemand aus dem größeren Bekanntenkreis gerade umzieht und deshalb bald eine Wohnung frei wird. Auch in der Sportgruppe, im Chor oder im Schwimmverein gibt es immer jemanden, der jemanden kennt, der gerade umzieht und Nachmieter sucht.

2. Nutzt soziale Netzwerke für die Wohnungssuche

Nicht jedermanns Ding, dennoch eine Möglichkeit, die wir nicht unterschlagen möchten: Startet einen Aufruf auf den bekannten Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram, sofern ihr dort angemeldet seid. Dort können Freunde und Bekannte sehen, dass ihr gerade eine Wohnung sucht und eure kleine Anzeige mit weiteren Freunden teilen. Das erhöht definitiv die Chancen bei der Wohnungssuche.

3. Anspruch auf Wohnberechtigungsschein checken

Es kann sich auch lohnen, einmal den eigenen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein beziehungsweise §-5-Schein zu überprüfen. Anspruch habt ihr dann, wenn ihr mit eurem Gehalt unter einer örtlich festgelegten Einkommensgrenze liegt.

Der Schein berechtigt euch dazu, euch auch auf günstigere, öffentlich geförderte Sozialwohnungen zu bewerben, die nur Menschen mit Wohnberechtigungsschein vorbehalten sind. Sozialwohnung muss dabei aber nicht unbedingt gleich Plattenbausiedlung heißen. Mit etwas Glück findet ihr so auch eine günstige Neubauwohnung oder Altbauwohnung im Viertel eurer Wahl.

Tipp: In jedem Bundesland wird die Einkommensgrenze für den Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein unterschiedlich geregelt. Informationen dazu findet ihr zum Beispiel auf wohnberechtigungsschein.net.

4. Sucht auch in unbeliebteren Stadtteilen nach Wohnungen

Wem eine Kündigungsfrist der aktuellen Wohnung im Nacken sitzt oder wer zum Berufsstart innerhalb weniger Wochen in eine neue Stadt umziehen muss, dem empfehlen wir, auch in den weniger populären Stadtteilen nach Wohnungen zu suchen. Hier tretet ihr gegen deutlich weniger Bewerber an, gegen die ihr euch durchsetzen müsst.

Kleines Trostpflaster: Auch wenn die nächste Wohnung vielleicht etwas außerhalb liegt, kann sie gut ans öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden sein. So könnt ihr innerhalb weniger Minuten ins Stadtzentrum fahren und eurem Lieblingsviertel zumindest einen Besuch abstatten.

5. Hinterfragt eure Suchkriterien für die neue Wohnung

Der Bewerberansturm auf eine einzige Wohnung ist gerade in beliebten Vierteln oft so groß, dass sich bei offenen Besichtigungen teilweise 300 Meter lange Menschenschlangen bilden, sowie zuletzt in Hamburg. "Weil da alle wohnen wollen" sollte also besser nicht euer Suchkriterium Nummer eins bei der Wohnungssuche sein, denn so werdet ihr nur schwer eine neue Bleibe finden.

Muss es unbedingt das Szeneviertel sein? Auch bezüglich der Wohnung solltet ihr vorab ein paar Fragen für euch klären, die eure Chancen auf eine Wohnung erhöhen können:

  • Muss es die schicke Altbauwohnung sein oder ist ein Neubau auch eine Option?
  • Wie viel Quadratmeter brauche ich zum Leben?
  • Brauche ich unbedingt einen Balkon oder einen Garten?
  • Ist ein innenliegendes Bad akzeptabel?
  • Geht nur Holzboden oder kann es auch Laminat sein?
  • Sind Wohnungen im 4. oder 5. Stock auch noch in Ordnung?

Je höher die Kompromissbereitschaft, desto größer die Chancen, eine neue Wohnung zu finden.

6. Kontaktiert die eigene Hausverwaltung

Auch eine kurze E-Mail an die Hausverwaltung kann einem Türen zu einer neuen Wohnung öffnen. Häufig verwalten diese gleich mehrere Häuser in unterschiedlichen Vierteln und haben dazu den Überblick, wo gerade jemand auszieht und wo eine Wohnung frei wird. Auch für Hausverwaltungen ist es meist einfacher, die Wohnung an bereits bekannte Mieter weiterzugeben. Das verringert den bürokratischen Aufwand.

7. Wohnungstausch

Immer beliebter und häufiger auf eBay-Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen zu sehen, sind Wohnungstausch-Angebote. Natürlich müssen dafür die Rahmenbedingungen stimmen und euer Vermieter euch die Erlaubnis erteilen, potentielle Nachmieter vorzuschlagen.

Ihr wohnt bereits in einer schönen Wohnung und euer Vermieter hat nichts dagegen, dass ihr Nachmieter vorschlagt? Dann steht einem Wohnungstausch-Angebot, das ihr über eBay-Kleinanzeigen oder Facebook inseriert, nichts mehr im Wege.

Tipp: Damit ihr nicht mit Tauschangeboten überrannt werdet, solltet ihr in eurer Anzeige auch schon ein paar wesentliche Eckdaten zu eurem Gesuch nennen (Größe, Lage, maximale Mietkosten).

8. Richtet einen Suchauftrag für die Wohnungssuche ein

Gängige Suchportale wie Immobilienscout24, Immowelt und Immonet.de bieten die Möglichkeit an, einen kostenlosen Suchauftrag anzulegen. Das erspart euch einerseits das ewige Scrollen durch Immobilien, die man sich eh nicht leisten kann und ihr werdet sofort per E-Mail benachrichtigt, sobald eine Wohnung im gewünschten Stadtteil und im preislichen Rahmen online gestellt wurde. Ihr müsst also nicht den ganzen Tag von morgens bis abends auf "Website aktualisieren" klicken, um ja nichts zu verpassen.

Tipp: In der Regel könnt ihr auswählen, wie häufig ihr am Tag über neue eingestellte Wohnungen informiert werden möchtet. Wer dringend sucht, sollte den Suchagenten unbedingt stündlich, maximal aber auf alle drei Stunden stellen. Warum das wichtig ist, erfahrt ihr im nächsten Punkt.

Frau sitzt vor Laptop mit Handy in der Hand und sucht nach Wohnungen
Von den meisten Online-Immobilienportalen gibt es auch eine leicht zu bedienende App-Version. So könnt ihr besonders schnell auf neue Anzeigen reagieren. © Getty Images

Von den meisten Online-Immobilienportalen gibt es auch eine leicht zu bedienende App-Version. So könnt ihr besonders schnell auf neue Anzeigen reagieren.

9. Schnelligkeit siegt: Vorab ein allgemeines Anschreiben verfassen

Die meisten Wohnungsanzeigen sind schneller wieder offline als man tippen und sich darauf bewerben kann. Hier kommt es oft auf wenige Minuten an. Um an dieser Stelle bei der Wohnungssuche kostbare Zeit zu gewinnen, verfasst am besten schon im Vorfeld ein allgemeines Anschreiben, bei dem ihr lediglich die Eckdaten austauschen müsst.

Folgende Punkte sollte euer kurzes Anschreiben enthalten:

  • Korrekte Anrede wählen. Wenn ihr in der Anzeige den Namen des Ansprechpartners findet, unbedingt verwenden. Das ist persönlicher als "Sehr geehrte Damen und Herren" und zeigt, dass ihr die Anzeige gründlich gelesen habt.
  • Immobilie nennen, an der ihr Interesse habt.
  • Vollständige Kontaktdaten angeben. Am besten gebt ihr eine Handynummer und auch eine E-Mail-Adresse an. Falls mal ein Tippfehler passiert, gibt es zumindest noch eine weitere Kontaktmöglichkeit.
  • Kurzes Motivationsschreiben verfassen. Macht auch Angaben zu den wesentlichen Punkten, die den Vermieter interessieren könnten (Gehalt, Beruf, Mietdauer). Geht aus eurer Berufsbezeichnung nicht genau hervor, was ihr arbeitet, erläutert kurz in einem Nebensatz eure Tätigkeit.

Tipp: Macht euch am besten schon im Vorfeld mit der Online-Bewerbungsmaske vertraut und überprüft, welche Daten ihr ausfüllen müsst.

10. Alle Unterlagen für die Bewerbungsmappe schon parat haben

Seid bei der Wohnungssuche auf alle Eventualitäten vorbereitet und habt am besten schon eure Bewerbungsmappe mit allen wichtigen Unterlagen zusammengestellt, falls ihr spontan zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen werdet. Worum ihr euch im Vorfeld schon kümmern könnt:

  • Steckbrief mit Eckdaten zu eurer Person
  • Kurzes und persönliches Anschreiben
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vom bisherigen Vermieter
  • Kopie vom Personalausweis.
  • Selbstauskunft (aktuelle Schufa-Auskunft, die letzten Gehaltsabrechnungen)

Tipp: Ihr habt gerade erst einen neuen Job angefangen und habt noch keine Gehaltsnachweise vorliegen? Fragt einfach in der Personalabteilung nach, ob sie euch euer monatliches Bruttogehalt bescheinigen können.

11. Schöne Bewerbungsmappe erstellen

Eure Bewerbungsmappe sollte im Stapel mit den anderen Bewerbungen natürlich herausstechen. Was jedoch nicht heißt, dass ihr eine quietschgrüne Mappe und eine rote Schnörkelschrift wählen solltet. Setzt lieber auf ein schlichtes Design und achtet darauf, dass die Seiten keine Eselsohren oder Kaffeeflecken haben. Was ihr außerdem beachten könnt:

  • Deckblatt: Auf einem übersichtlich gestalteten Deckblatt könnt ihr die wesentlichen Eckpunkte festhalten und auch ein Foto von euch einfügen. Das wirkt auf den Vermieter nicht nur seriös, sondern auch kreativ.
  • Schriftart: Wählt eine gut leserliche Schrift ohne Schnörkel. Mit fettgedruckten Überschriften könnt ihr den Text etwas strukturieren.
  • Lebenslauf: Beschränkt euch auf die wesentlichen Aspekte wie aktuelle Lebensumstände, Studium, Ausbildung und aktuellen Job. Welche Grundschule ihr besucht habt, interessiert vermutlich die wenigsten Vermieter.
  • Anschreiben: Geht kurz und knackig auf die beworbene Immobilie ein und nennt die wichtigsten Vorzüge, welche die Wohnung für euch hätte, wie zum Beispiel die gute Lage zur Arbeit, Anbindung an den Nahverkehr oder eure Verbundenheit zum Viertel.

Tipp: Wenn ihr euch schwer tut, selbst eine Bewerbungsmappe zu erstellen, könnt ihr euch auch online kostenlose Bewerbungsmuster herunterladen oder ihr verwendet eine einfache Muster-Vorlage von Word.

12. Dem Makler oder Wohnungseigentümer im Gedächtnis bleiben

Ihr habt es endlich geschafft und seid zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen worden? Damit Makler oder Wohnungseigentümer sich an euch erinnern, könnt ihr auf ein paar Dinge achten:

  • Seid pünktlich.
  • Achtet auf ein gepflegtes Äußeres. Ein Anzug ist nicht notwendig, es sollte aber auch nicht die Jogginghose sein.
  • Kommt ins Gespräch mit dem Makler. Das ist besonders bei Massenbesichtigungen wichtig, um herauszustechen. Versucht offen und freundlich, aber nicht aufdringlich zu sein.
  • Stellt keine dummen Fragen, die bereits in der Wohnungsanzeige beantwortet wurden.

Tipp: Auch wenn es vielleicht mit dieser Wohnung nicht geklappt hat und ihr eine Absage erhaltet habt, bedankt euch beim Makler für die Rückmeldung und macht deutlich, dass ihr weiterhin auf Wohnungssuche seid und er sich bei ähnlichen Wohnungsangeboten gerne bei euch melden kann.

Ihr habt bereits eine Wohnungszusage bekommen und euer Umzug steht bald an? Wie ihr Umzugskosten sparen könnt und wo ihr günstige Umzugskartons bekommt, erfahrt ihr in unserem Ratgeber "Umzugskosten: 7 Tricks, wie ihr beim Umzug viel Geld sparen könnt". Eine Checkliste für euren nächsten Umzug findet ihr hier:

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