Silberfischchen frisst Zucker
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Wohnen | Ratgeber

Silberfische bekämpfen: Was hilft gegen Silberfischchen?

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Das große Krabbeln unter der Badezimmermatte bleibt oft unentdeckt, denn Silberfische sind nachtaktiv und lichtscheu. Huscht beim nächtlichen Gang zum Klo doch mal ein Silberfischchen durchs Bad, ist das Geschrei oft groß. Wir zeigen, wie ihr Silberfische bekämpfen könnt und erklären, warum sie eigentlich gar nicht so schlimm sind.

Tagsüber scheu, nachts aktiv: Wird es draußen dunkel und verschwinden wir in unseren Betten, drehen Silberfische erst so richtig auf und kommen aus ihren Verstecken. Silbrige Glitzerparty auf dem Badfußboden, beim nächtlichen Barfuß-Gang zum Klo wünschen sich das jedoch die wenigsten – und fragen sich, wie sie Silberfische bekämpfen sollen.

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Weshalb die kleinen Silberflitzer aber gar nicht so schlimm sind und was ihr tun könnt, wenn ihr die Silberfische doch bekämpfen wollt, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.

Woran erkennt man Silberfischchen?

Silberfischchen (Lepisma saccharina) ist der fachlich korrekte Name. Im Volksmund sind die Tiere aber eher als Silberfische bekannt. Sie verdanken ihren Namen ihrem silbergrauen, manchmal auch schwarzbraunen, spitz zulaufenden Körper, mit dem sie sich in schlängelnder Bewegung fortbewegen. Die silbrigen Schuppen treten jedoch erst nach der dritten Häutung auf. Manchmal glänzen sie auch perlmuttartig.

Erwachsene Tiere sind zwischen sechs und elfeinhalb Millimeter groß. Sie sind flügellos und haben zwei lange Antennen am Kopf sowie drei kleine Schwanzanhänge. Man sagt, dass Silberfische zu den primitivsten Insekten zählen sollen, da sie in ihrer Evolution niemals Flügel entwickelt haben.

Die Fischchen häuten sich ihr ganzes Leben lang, nach acht bis zehn Häutungen sind sie in der Regel geschlechtsreif. Insgesamt können sie in ihrem Leben bis zu 36 Häutungen durchlaufen – eine ganze Menge Dreck, der da anfallen kann. Die zurückgelassenen Häute können deshalb ein Anzeichen dafür sein, dass ihr Silberfische in Bad, Wohnung oder Keller habt. Ihr müsst allerdings genau hinschauen.

Nahaufnahme eines Silberfischchens
Die Färbung von Silberfischchen kann silbrig, perlmuttartig oder schwarzbraun sein. Das hängt auch damit zusammen, wie oft sie sich bereits gehäutet haben. © Getty Images/iStockphoto

Die häufigsten Ursachen für Silberfische

Silberfische bevorzugen eine warme und feuchte Umgebung mit 25 bis 30 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte von 80 bis 90 Prozent. In Räumen wie Waschküche oder Badezimmer ist das oft gegeben. Sind diese dazu noch gut geheizt, herrschen für die Ur-Insekten ideale Lebensbedingungen. Auch in Neubauten kann man die Tierchen antreffen, da die Wände oft noch nicht durchgetrocknet sind.

Ein Silberfischchen ernährt sich bevorzugt von zucker- und stärkehaltiger Nahrung, die es überall in der Wohnung findet. Daher kommt auch sein weitverbreiteter Spitzname "Zuckergast". Auf seinem Speiseplan steht:

  • Dextrin-haltige (stärkehaltige) Klebstoffe von Bucheinbänden oder Leim
  • Tapetenkleister
  • Zucker
  • Getreideflocken oder Backwaren
  • Haare
  • Hautschuppen
  • tote Hausstaubmilben und ihr Kot
  • tote Insekten

Silberfische treten selten in großen Gruppen auf. Und von den silbrigen Tierchen geht grundsätzlich keine Gefahr aus. Findet ihr sie jedoch gehäuft vor, kann das tatsächlich ein Anzeichen für Schimmel in der Wohnung sein. Dann solltet ihr weiterführende Maßnahmen zur Schimmelbekämpfung ergreifen.

Gibt es mal nichts zu fressen, ist das übrigens kein Problem, denn Silberfische können laut Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN) mehrere Monate ohne Nahrung auskommen. Steigt die Temperatur jedoch über 35 Grad Celsius, sterben die Silberfischchen. Fällt sie unter zehn Grad Celsius, sind sie nicht mehr aktiv. Sinkt die Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent, können sie sich laut Umweltbundesamt auch nicht mehr vermehren.

Wo sich Silberfische in der Wohnung verstecken

Silberfische sind bekanntermaßen sehr lichtscheu und deshalb nachaktiv. Tagsüber verkriechen sich die kleinen Tierchen, zum Beispiel hier:

  • hinter losen Tapeten
  • in Wand- und Bodenspalten
  • hinter Sockel- oder Scheuerleisten
  • in Kabelkanälen
  • in dunklen Ritzen und Fugen
  • im Abfluss von Waschbecken, Dusche oder Badewanne
  • unter Kühlschränken
  • in Bodenfliesen mit Rissen und Spalten

Silberfische im Bett oder Schlafzimmer

Silberfische können sich aber auch mal ins Schlafzimmer oder sogar ins Bett verirren. Denn auch hier herrschen für sie hervorragende Lebensbedingungen:

  • erhöhte Luftfeuchtigkeit, durch nächtliches Schwitzen oder Wäsche trocknen im Schlafzimmer
  • größeres Nahrungsangebot aufgrund von Hautschuppen, Milben oder Haaren
  • warme Raumluft

Tipp: Entdeckt ihr Silberfische im Bett, solltet ihr euer gesamtes Bettzeug einmal bei 60 Grad waschen, das Bettgestell mit einem feuchten Lappen abwischen und alle Ritzen absaugen.

Silberfische bekämpfen: Die besten Mittel gegen Silberfische

Wenn ihr euch nicht das Bad mit den Silberfischen teilen und sie doch bekämpfen möchtet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ihr den Befall einschränken könnt:

  • Verzichtet auf chemische Präparate aus dem Baumarkt und beauftragt lieber einen geprüften Schädlingsbekämpfer.
  • Verwendet Klebefallen mit Pheromonen (Sexuallockstoffe) oder mit Fresslockstoffen. Sie sollten keine Insektizide enthalten und feuchtigkeitsbeständig sein.
  • Die Verbraucherzentrale NRW rät zu zu einem Hausmittel gegen Silberfische: Aufgeschnittene Kartoffeln oder mit Honig bestrichener Zeitung, die ihr in einer Plastiktüte unter den Badezimmerschrank legt. Die enthaltene Stärke und der Zucker im Honig soll die Silberfischchen anziehen. Die Tüte könnt ihr dann verschließen und die gefangenen Silberfische entsorgen.
  • Kieselgur oder Diatomeenerde: Dabei handelt es sich um ein natürliches scharfkantiges Mineralpulver, das den Chitinpanzer der Silberfische zerstört und sie vertrocknen lässt. Verteilt das Pulver entlang der Laufwege.
  • Natürliche Feinde sind der Ohrwurm und auch Spinnen. Sie können in befallenen Kellerräumen ausgesetzt werden. Schafft optimale Lebensbedingungen für sie, zum Beispiel ein Versteck aus einem mit Stroh gefüllten Blumentopf, den ihr umgedreht aufstellt.
  • Bestäubt feuchte Tücher mit etwas Mehl und Zucker und legt die Lockstoffe als Köder aus.

Luftfeuchtigkeit senken hilft bei Silberfischchen

Ihr wollt Silberfische nur ungern bekämpfen? Dann solltet ihr ihnen am besten möglichst wenig Lebensgrundlage bieten, damit sie gar nicht erst zu euch nach Hause kommen. Das bedeutet, die Luftfeuchtigkeit in Räumen wie Waschküche, Badezimmer, Küche und Schlafzimmer muss möglichst niedrig gehalten werden.

Durch Duschen, Kochen oder Waschen steigt sie jedoch täglich aufs Neue an. Danach solltet ihr immer sofort ausreichend lüften. Tipps dazu findet ihr in unserem Ratgeber "Richtig lüften im Winter: Tipps für Bad, Küche & Schlafzimmer".

Die Luftfeuchtigkeit sollte im Normalfall zwischen 50 und 55 Prozent betragen. Messen könnt ihr das mit einem Hygrometer. Es sollte an zentraler Stelle in der Wohnung hängen, wo es ins Auge fällt, oder in den Räumen, die von Silberfischen besonders befallen sind.

Das Instrument solltet ihr nicht direkt am Fenster, hinter einem Vorhang, in der Sonne oder direkt über der Heizung aufhängen, das verfälscht das Ergebnis. Wie ihr die Luftfeuchtigkeit im Haus senken könnt, erklären wir in diesem Beitrag.

11 Tipps, wie ihr Silberfischen vorbeugen könnt

Silberfische vorbeugen statt bekämpfen: Wenn ihr euch an folgende elf Tipps haltet, könnt ihr einem Befall durch Silberfischchen aber schon im Vorfeld verhindern:

  1. Richtiges Lüften (Quer- und Stoßlüften), die Verbraucherzentrale empfiehlt, zwei bis drei mal am Tag für fünf bis zehn Minuten stoßzulüften, oder einmal für zwei bis fünf Minuten querzulüften, also zwei gegenüberliegende Fenster komplett zu öffnen.
  2. Vermeidet Dauerlüften bei gekipptem Fenster.
  3. Trocknet keine Wäsche in Räumen, die schlecht zu lüften sind, zum Beispiel in Bädern ohne Fenster.
  4. Zieht nach dem Duschen nasse Fliesen ab.
  5. Lasst nasse Badezimmermatten gut trocknen. So lange sollte die Badtür geöffnet bleiben.
  6. Untersucht Tapeten auf Risse und Fugen. Falls ihr welche findet, saugt sie ab und verschließt die Löcher.
  7. Sind bauliche Mängel für die zu hohe Luftfeuchtigkeit verantwortlich, sollten diese beseitigt werden. Wer einer Mietwohnung wohnt, sollte den Vermieter informieren.
  8. Vermeidet es, organische Abfälle im Keller aufzubewahren.
  9. Wenn ihr im Keller Obst und Gemüse wie zum Beispiel Kartoffeln lagern wollt, achtet auf eine trockene Lagerungsmöglichkeit.
  10. Verschließt auch Ritzen und Fugen, durch die Silberfischchen potenziell in die Wohnung gelangen könnten.
  11. Abflüsse in Bad oder Küche verschließen und regelmäßig mit heißem Wasser durchspülen.

Manche Experten raten außerdem dazu, einen Insektenschutz fürs Fenster zu montieren. Andere Seiten raten zu Hausmitteln wie Lavendel- oder Zitronenöl oder Salmiakwasser, um die Silberfischchen zu vertreiben. Wie wirksam die natürlichen Mittel jedoch sind, sei aber dahingestellt.

Gesundheitsrisiken oder Schäden durch Silberfische?

Der Ekel vor den kleinen glitzernden Wesen, die im Affenzahn unter die Badezimmerteppichkante huschen, sobald das Licht angeht, ist definitiv größer als die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Zwar sind die Sechsbeiner als Hygiene- und Materialschädling bekannt, laut Umweltbundesamt können sie auch Lebensmittel mit Keimen verunreinigen.

Viele Schädlingsbekämpfer werben auch damit, dass Silberfische pathogene Keime auf den Menschen übertragen können. Das klingt besorgniserregend, eine Übertragung von Krankheiten auf den Menschen ist jedoch laut Umweltbundesamt nicht bekannt. Und: Anders als bei Hausstaubmilben gibt es bei Silberfische auch keine Erkenntnis dazu, dass sie Allergien auslösen können.

Im Gegenteil, sie können sogar Nützlinge sein: Die Silberfische fressen tote Hausstaubmilben und deren Kot, der allergenes Potenzial besitzt.

Fressen Silberfischchen Bücher auf?

Dass Silberfischchen sich auch an ganzen Büchern zu schaffen machen, ist eine weiterverbreitete Annahme. Tatsächlich handelt es sich aber in den meisten Fällen um ihre zum Verwechseln ähnlich sehenden Artgenossen, die Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata).

Sie fressen alles, was aus Cellulose ist: Tapeten, Bücher oder Fotos. Besonders in Museen, Archiven und Bibliotheken können sie extreme und teure Schäden anrichten. Einen interessanten Beitrag dazu veröffentlichte die Wissensendung [W] wie Wissen:

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