Eine Frau arbeitet am Laptop
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Wohnen | Ratgeber

Nebenkostenabrech­nung prüfen: So könnt ihr bares Geld sparen

Sandra Hermes

Die Nebenkosten werden gerne als zweite Miete bezeichnet. Heizung, Wasser, Strom und dann noch die ganzen Betriebskosten, die der Vermieter auf alle Bewohner umlegt. Wie hoch eure Nebenkostenabrechnung tatsächlich ausfällt, liegt aber zu einem großen Teil an euch. So könnt ihr sparen.

Einmal im Jahr liegt sie in der Post – die Nebenkostenabrechnung. Erstattung oder Nachzahlung? Leider ist oft Letzteres der Fall. Euer Vermieter hatte für Betriebs- und Nebenkosten mehr Ausgaben als im vergangenen Jahr? Pech gehabt, denken viele und zahlen. Es bleibt einem ja als Mieter doch nichts anderes übrig. Das stimmt nicht ganz. Es gibt einige Posten auf eurer Abrechnung, auf die ihr keinen Einfluss habt. Aber das gilt nicht für alle Nebenkosten. Wir verraten euch, wo ihr sparen könnt.

Kosten für Heizung und Warmwasser sparen

Laut Heizkostenverordnung muss der Vermieter dafür sorgen, dass eurer Wohnung ein Heizkosten- oder Warmwasserverteiler zugeordnet ist. Diese Erfassungssysteme messen euren tatsächlichen Verbrauch. Da dieser zu einem im Mietvertrag festgelegten Prozentsatz in eure Heizkostenabrechnung einfließt (meistens 70, mindestens aber 50 Prozent), könnt ihr hier Geld sparen.

Eine Zimmertemperatur von einem Grad weniger als üblich, senkt eure Kosten um rund sechs Prozent. Wenn das kein Grund ist, einen dickeren Pulli und Socken anzuziehen. Ganz auskühlen lassen solltet ihr die Räume aber natürlich nicht. Sonst dauert ein späteres Aufheizen zu lange und es bildet sich auch leichter Schimmel.

Achtet darauf, dass ihr Räume, die ihr tagsüber nicht nutzt, etwas weniger heizt. Das gilt bei vielen für das Schlaf- oder Gästezimmer. Auch warmes Wasser verursacht Heizkosten. Wollt ihr sie senken, heißt es auch, weniger zu verbrauchen. Weniger baden und kürzer und seltener Duschen bringt am meisten.

Ein großes Sparpotential habt ihr schon vor dem Einzug. Wenn ihr die Wahl habt, ist es in Sachen Heizkosten eine gute Idee, in eine Wohnung in einem gut isolierten Haus einzuziehen. Schaut euch auch die Lage der Wohnung gut an. Liegt sie im Erdgeschoss, ist es wichtig, dass der Boden zum Keller gut gedämmt ist. Liegt sie im Dachgeschoss, ist eine gute Isolierung des Dachs wichtig.

Wohneinheiten, die von anderen Wohnungen umgeben sind, profitieren von deren Wärme. Wohnungen, die leer stehen oder deren Mieter selten zu Hause sind, heizt ihr dagegen indirekt mit.

Auch die vorhandene Heizungstechnik solltet ihr als Wohnungssuchende im Blick haben. Leider ist der Wohnungsmarkt aber derzeit so angespannt, dass man eben nicht die Wahl hat und es ganz andere Kriterien gibt, die den Ausschlag für oder gegen eine Wohnung geben.

Wie hoch euer Einsparpotenzial ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Mietern. Bei heizspiegel.de könnt ihr zum Beispiel sehen, ob sich eure Nebenkosten für Heizenergie senken lassen.

Übrigens: Hat eure Wohnung eine Nachtspeicherheizung, laufen eure Heizkosten über die Stromrechnung. Die Tipps zum Sparen sind aber natürlich dieselben.

Heizkörper
Eine Zimmertemperatur von einem Grad weniger als üblich, senkt eure Kosten um rund sechs Prozent. © Getty Images/iStockphoto

Wasserkosten verringern

Auch über die Wasserkosten könnt ihr die Nebenkosten senken. Zwar gibt es wie bei den Heizkosten einen Teil, der verbrauchsunabhängig ist und auf alle Mieter umgelegt wird. Der Großteil eurer Kosten entspricht aber eurem tatsächlichen Verbrauch.

Wie viel Frischwasser die Bewohner eurer Wohnung benutzen, zeigt einmal im Jahr das Ablesen der Wasseruhr. Beim Wassersparen hilft natürlich auch weniger Baden und kürzeres Duschen. Viel Wasser verbraucht in bundesdeutschen Haushalten auch die Toilettenspülung. Hier ist es sinnvoll, auf eine moderne Spülung umzurüsten, bei der man die Wahl zwischen einer kurzen und einer langen Spülung hat.

Beim Wäschewaschen lässt sich der Verbrauch senken, indem ihr die Maschine voll beladet. Das gilt auch für Geschirrspüler. Insgesamt lässt sich sagen, dass moderne Haushaltsgeräte weniger Wasser verbrauchen als alte Geräte.

Wenn ihr einen Garten habt, könnt ihr einen Auffangbehälter für Regenwasser aufstellen. Das ist ganz umsonst und hilft, die Nebenkostenabrechnung – gerade in heißen Sommern – zu senken.

Stromkosten senken

Euren Stromverbrauch rechnet ihr in der Regel direkt mit eurem Anbieter und nicht über die Warmmiete ab. Dennoch gehört die Stromrechnung zu euren Nebenkosten. Und das leider nicht zu knapp. Denn die Stromkosten sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Wenn ihr hier durch Stromsparmaßnahmen gegensteuert, bleibt eure Jahresabrechnung dann vielleicht wenigstens konstant. Sprich: Selbst wenn ihr weniger verbraucht, zahlt ihr vielleicht genauso viel wie im Vorjahr.

Stromfresser verstecken sich in erster Linie in der Küche und im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Egal ob Herd, Gefriertruhe oder Trockner, auch hier verbrauchen moderne Geräte mit einer guten Energieeffizienzklasse (A++ oder besser) weniger Strom als alte Haushaltsgeräte.

Außerdem gilt: Kühlschranktür nur kurz öffnen, die richtige Topfgröße für die Herdplatte benutzen, Wasser im Wasserkocher erhitzen und die Wäsche wieder häufiger auf der Leine trocken.

In Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer ziehen PCs, Fernseher und Beleuchtung am meisten Strom. Wo immer möglich, schaltet ihr am besten die Geräte nach dem Gebrauch ganz aus. Das funktioniert besonders schnell über Steckerleisten mit Schalter. Ein Griff und Kriechstrom und Standby-Einstellungen haben keine Chance mehr. Beim Licht gibt es im Baumarkt eine große Auswahl an energieeffizienten Leuchtmitteln in allen Varianten.

GEZ, Internet und Telekommunikationskosten sparen

Auch die GEZ-Gebühr sowie Telefon- und Internetkosten laufen in der Regel nicht über den Vermieter. Dennoch kommen sie jeden Monat zu eurer Warmmiete hinzu. Einsparpotential? Die gesetzlich vorgeschriebene GEZ-Gebühr ist für alle Privathaushalte gleich. Es gilt: Eine Wohnung, eine Gebühr. Da könnt ihr nur sparen, wenn ihr Sozialhilfe bekommt oder unter andere Härtefallregelungen fallt.

Eure Internet- und Telefonkosten könnt ihr drosseln, indem ihr die Augen offen haltet. Der Markt ist hart umkämpft. Wer regelmäßig über diverse Vergleichsportale nach alternativen Tarifen sucht, wird sicher fündig. Wichtig ist, dass ihr mittelfristig denkt, und euch nicht von Bonuszahlungen ködern lasst, die dann im zweiten Beitragsjahr vielleicht wegfallen. Dann ist man schnell wieder auf dem alten Kostenpegel.

Betriebskosten sparen?

An den Betriebskosten des Vermieters, die er nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel auf seine Mieter umlegt, könnt ihr selbst nur wenig ändern. Die Kosten für den Schornsteinfeger, die Heizungswartung, die Grundsteuer, kommunale Gehwegreinigung oder die Flurbeleuchtung liegen nicht in eurer Hand.

Hat der Vermieter aber einen professionellen Hausmeisterdienst beauftragt, der nur kleinere Reparaturen erledigt und einmal in der Woche den Weg fegt, könntet ihr in kleineren Häusern anbieten, das selbst zu übernehmen. Dasselbe gilt für das Putzen des Treppenhauses oder die Gartenpflege. Wenn ihr Zeit und Muße habt, da selbst Hand anzulegen, spart das Betriebskosten und verringert so eure Nebenkostenbelastung.

Auch bei der Müllabfuhr verbirgt sich häufig noch Einsparpotential. Wenn die Restmülltonne bei der Abholung regelmäßig halb leer ist, könnt ihr den Vermieter bitten, auf eine kleinere umzustellen.

Nebenkostenabrechnung überprüfen

Mietervereine beklagen regelmäßig, dass ein großer Teil der Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft ist. Insofern liegt vielleicht auch dort ein Einsparpotenzial. Vergleicht eure aktuelle Abrechnung mit denen der Vorjahre. Prüft, ob der Verteilungsschlüssel für Heizung und Wasserkosten für euch nachvollziehbar erscheinen und fordert weitere Informationen an, wenn euch die Rechnung nicht transparent genug erscheint oder ihr vermutet, dass der Vermieter Kosten auf euch abwälzt, die nicht zu den Betriebskosten einer Immobilie gehören.

Denn Verwaltungskosten, Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten muss der Besitzer eurer Wohnung selbst tragen.

Seid ihr unsicher, ob die Rechnung in Ordnung ist oder habt schlicht keine Zeit, um euch darum zu kümmern, könnt ihr auch entsprechende Dienstleister mit dem Rechnungs-Check beauftragen. Mineko oder Mieterengel prüfen, ob eure Nebenkostenabrechnung in Ordnung ist. Falls nicht, könnt ihr vielleicht trotz der Prüfkosten, die etwa zwischen 40 und 80 Euro liegen, noch sparen.

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