Innenarchitektin Eva Brenner studiert Pläne am Schreibtisch.
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Wohnen | Statement

Eva Brenner: Wo ich Einrichtungsschätze für meine Wohnung finde

Eva Brenner

Level: Für Alle

Es sind die besonderen Dinge, die nicht jeder hat und die es nicht im Möbelladen zu kaufen gibt, die eine gelungene Wohnungseinrichung ausmachen. TV-Star und Einrichtungsexpertin Eva Brenner verrät in ihrer Kolumne, wo sie solche Einrichtungsschätze findet.

In meiner Wohnung, die ich vor 14 Jahren komplett renoviert und neu eingerichtet habe, befindet sich ein Mix von günstigen Möbeln, Vintage-Stücken und Designermöbeln, unter anderem die Klassiker von Charles und Ray Eames. Was eine interessante Einrichtung ausmacht, sind besondere Stücke, die nicht jeder hat. Viele meiner ganz besonderen Einrichtungsschätze habe ich auf Flohmärkten gefunden.

Eva Brenner: Wo ich Einrichtungsschätze für meine Wohnung finde
In Eva Brenners Wohnung herrscht ein gemütlicher Mix der unterschiedlichsten Einrichtungs-Stile. © privat

Mein Geheimtipp ist der Trödelmarkt in Tongeren in Belgien. Der ist nicht weit von der deutschen Grenze entfernt und findet immer sonntags statt. Da findet man ganz tolle Schätze. Die Verkäufer kommen auch aus Holland und Frankreich dorthin. Das ist irgendwie auch ein Schmelztiegel und das macht es so interessant. Sowieso finde ich in Frankreich oder Belgien oft bessere Sachen als auf den Antikmärkten bei uns am Niederrhein oder in der Eifel. Das war früher eher eine strukturschwache und ärmliche Gegend, über der Grenze hatte man im letzten Jahrhundert ein anderes Verständnis für Möbel und Materialien. Ich habe beispielsweise eine ganz tolle alte Theke aus Frankreich in meiner Küche stehen.

Teilweise verkaufen in Tongeren professionelle Händler, aber auch Privatleute. Es lohnt sich absolut, mal hinzufahren. Ich habe da schöne alte Spiegel gefunden und einen alten Kerzenständer. Ein Riesending aus einer Kirche. Das steht jetzt bei mir im Esszimmer. Das ist so ein Standfuß, da setze ich einen fünfarmigen Leuchter drauf und das ist ein ganz besonderes Einrichtungselement bei mir zu Hause.

Wenn ich im Urlaub bin, sei es in Nizza oder in Rom, dann schaue ich immer, dass ich da mal auf einen Flohmarkt gehe. Und das ist auch mein Tipp für euch: Nutzt euren Urlaub im Ausland doch mal für einen Bummel über den Flohmarkt! Zwar ist es nicht immer einfach, die Schätze, die man dort findet, auch mitzunehmen. Aber gerade professionelle Händler schicken einem das auch zu.

Dann bringt man Sachen mit nach Hause, die eine Gesichte haben, an die man sich erinnern kann. Das hat dann eine ganz andere Wertigkeit als Möbel oder Dekostücke, die man einfach im nächsten Einrichtungsmarkt gekauft hat.

Bei privaten Händlern kann man auf Trödelmärkten natürlich die größeren Schnäppchen machen. Allerdings braucht man ein bisschen ein Auge dafür, zwischen viel Schrott und Plunder die Schätze zu finden. Und Fantasie! Wenn ihr etwas Spezielles sucht, dann könnt ihr zu einem professionellen Händler gehen, der hat vielleicht noch ein Lager und kann das für euch besorgen.

Läden, die sich auf Vintage-Möbel spezialisiert haben

Eine Alternative zum Trödelmarkt, wenngleich eine teurere, sind Läden wie Exquisit in Köln. Ich kenne den Besitzer Marcel gut. Er verkauft nur, was ihm selbst gefällt. Spezialisiert hat er sich auf Vintage-Stücke, alte Originale mit echter Patina. Dort findet ihr zum Beispiel Industrieleuchten, Setzerkommoden, viele Metallmöbel und auch Leuchtreklame-Buchstaben von Fassaden. Der Laden liegt zwar nicht ganz zentral, aber ein Besuch lohnt sich. Ähnliche Läden gibt es natürlich auch in anderen Großstädten.

Coole Einzelteile zum Aufwerten langweiliger Möbel

Auch auf Ebay habe ich den ein oder anderen Einrichtungsschatz gefunden. Da gab es gerade im Osten oft noch Antikschätze, die waren zwar nicht restaurierungswürdig. Aber zum Umgestalten und für Upcycling fand ich die immer ganz spannend.

Mein Tipp: Auch auf Recyclinghöfen oder Wertstoffsammelstellen könnt ihr euch mal umschauen. Da findet man zwar eher nicht das perfekte Stück, aber ihr könnt dort günstig an Möbeleinzelteile herankommen. An Griffe beispielsweise, die eure langweilige Kommode aufwerten oder Tischbeine, die ihr demontiert und an eine andere Platte ranschraubt. So entstehen günstig ganz individuelle Einzelstücke.

Das Gleiche gilt für Sperrmüll, der an der Straße steht. Es lohnt sich, die Sperrmülltage in eurem Wohnviertel zu recherchieren. Da findet man öfter mal ganz coole Stühle. Ich habe da schon Kinderstühle und Hocker zum Umgestalten mitgenommen. Bei größeren Sachen ist das natürlich nicht so einfach.

Schätze vom Flohmarkt kombiniere ich gerne mit modernem oder mit Retro-Design. Auf jeden Fall mit etwas Cleanem. Das kann auch mal ein Ikea-Möbel sein. Die kann man sowieso wunderbar upcyclen. Ideen und Inspiration dafür findet ihr auf Ikea-Hack-Seiten oder im Wohnglück-Artikel "Die besten IKEA-Hacks für euer Zuhause".

Wahrscheinlich werde ich im kommenden Jahr ein weiteres Zuhause in München haben. Ich freue mich schon jetzt darauf, wieder auf Schatzsuche zu gehen für die Einrichtung der Wohnung. Denn das kam in den vergangenen Jahren durch "Zuhause im Glück" ein bisschen zu kurz.

Für alle Fans von Eva Brenner: Hier die Übersichtsseite mit allen Wohnglück-Kolumnen von Eva Brenner.

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