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Alu-Haustüren: Was kosten gute Alutüren wirklich?

Sandra Hermes

Sie gelten als pflegeleicht, stabil und haben eine lange Lebensdauer. Aluminiumhaustüren überzeugen durch eine Vielzahl positiver Eigenschaften. Die Kosten für eine Alu-Tür liegen daher auch über einer vergleichbaren Eingangstür aus Kunststoff. Aber was kosten gute Alu-Haustüren wirklich?

Im Segment Aluminiumtüren ist in Sachen Design und moderner Sicherheits- und Schließtechnik fast alles möglich. Deshalb ist es kein Wunder, dass die große Mehrzahl der verkauften Haustüren heute Alu-Türen sind. Denn im Vergleich zu Holztüren punktet der Metallbaustoff vor allem mit einem minimalen Wartungsaufwand und geringen Folgekosten.

Was zeichnet eine gute Alu-Haustür aus?

Als Baumaterial für eine Haustür hat Aluminium viele Vorteile. Anders als Holztüren, die regelmäßig neu beschichtet werden müssen (ölen, lasieren oder lackieren), sind Aluminium-Haustüren besonders pflegeleicht. Es reicht, sie mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Aluminium ist witterungsbeständig, korrodiert nicht und hält sehr lang.

Während Kunststoffhaustüren sich durch Sonneneinstrahlung schnell verfärben, sind Alu-Türen UV-beständig. Dazu kommt eine große Formstabilität. Denn auch unter großen Temperaturschwankungen verzieht sich die eine Alu-Haustür in der Regel nicht.

Tipp: Die Tür sollte beim Transport dennoch immer mit einem Stützrahmen geschützt und bei der Ankunft einmal mit der Wasserwaage auf einen möglichen Verzug geprüft werden.

Aluminium hat an sich keine guten Wärme- und Schalldämm-Eigenschaften. Dass moderne Alumiumtüren hier dennoch mit sehr guten Werten aufwarten, hat mit der aufwändigen Verarbeitung zu tun. Da Aluminium sehr leicht ist, können im Inneren des Türblatts und in der Zarge problemlos moderne Dämmtechniken (zum Beispiel mit einer aufgeschäumten Mittelkammer) verbaut werden. Auch elektronische Schließsysteme finden dort ihren Platz.

Nicht zuletzt passen Aluminiumtüren besonders gut zu modernen und schnörkellosen Baustilen. Eine Vielzahl an Designs lässt sich umsetzen. Auch die Integration von Glaselementen in der Tür selbst, als zusätzliches Seitenteil oder Oberlicht, ist kein Problem.

Passt die Metalloptik nicht zum Wohnambiente, könnt ihr auch über eine Holz-Alu-Haustür nachdenken. Die Innenseite wird dann mit einer Holzoberfläche beschichtet. So wirkt euer Zuhause gleich wärmer und gemütlicher.

Man sieht dieselbe Alu-Haustür von Kowa einmal von außen, einmal, mit einer Eichen-Oberfläche, von innen.
Die Lösung für alle, die sich nicht zwischen Holz und Aluminium entscheiden können: Die Haustür HAT-Senka von Kowa hat außen eine Alu-Beschichtung und auf der Raumseite sorgt Eiche für ein warmes Wohnklima. (UVP: 6.670 Euro) © kowa

Darauf solltet ihr beim Kauf einer Aluminiumhaustür achten

  • Gefallen euch Farbe und Design auch noch in zehn oder 20 Jahren? Anders als bei einer lackierten Holztür kann eine Alu-Tür nicht einfach neu gestrichen werden!
  • Passt das Material zum Stil des Hauses?
  • Wie gut ist die Wärmedämmung (U-Wert)? Und entspricht sie damit dem Dämmwert des Hauses?
  • Welchen Wert erreicht die Tür in Sachen Schalldämmung?
  • Wie gut schützt die Haustür vor Einbruch? (Von der Polizei wird mindestens die Klasse Widerstandsklasse 2 (RC 2) empfohlen, einige Alu-Türhersteller erreichen schon RC 4).
  • Wie langlebig ist die Tür? Gibt der Hersteller eine Garantie?
  • Wie beurteilen andere Käufer die Haustür, die ihr ins Auge gefasst habt (Internetrecherche)?
  • Wurde die Tür in Deutschland produziert (Made in Germany)?
  • Passt das Preis-Leistungs-Verhältnis für euch?
  • Wollt ihr ab Werk ein elektronisches Türschloss einbauen lassen (ein Nachrüsten mit Motorschloss ist sehr aufwendig und teuer)?
  • Woher stammt das Material? Wurde zum Beispiel recyceltes Aluminium verwendet?
  • Ist der Einbau eurer neuen Aluminium-Haustür förderfähig? (Unbedingt vor dem Einbau den Antrag stellen!)
  • Entsprechen eventuelle Glaselemente den Dämm- und Sicherheitsanforderungen des gesamten Hauses (Wärmeschutzverglasung, Sicherheitsglas)?

Experten-Rat: Der Freiburger Dipl.-Ing. Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren stuft die folgenden Faktoren als die drei wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer neuen Haustür ein:

  1. Einbruchssicherheit (mindestens die Widerstandsklasse RC2N).
  2. Energetik/Wärmedämmung (Die Haustür ist ein thermisch wirksames Außenbauteil).
  3. Dauerhaftigkeit und Robustheit.
Alu-Haustüren: Modell AD UP von Schüco
Alu-Haustüren gibt es in fast jeder erdenkliche Ausführung – aber auch einfach in ganz schlicht und modern (hier ein Modell des Schüco-Türsystems AD UP). © Schüco International KG

Wovon hängen die Kosten für eine gute Aluminium-Haustür ab?

Die Kosten für eine Aluminium-Haustür hängen nicht in erster Linie vom reinen Materialwert ab. Vielmehr ist der Profilaufbau ein ausschlaggebender Faktor. Denn aufgrund der geringen Dämmeigenschaften von Aluminium muss vor allem der Aufbau des Türinneren für ein warmes Zuhause sorgen. Je aufwändiger und hochwertiger die Dämmung in Türblatt und Zarge ist, desto teuer wird das Modell.

Die großen Türhersteller haben sich auf die Produktion der Profile spezialisiert. Die von euch bestellte Tür wird in der Regel erst von einem Metallbaubetrieb vor Ort nach euren Wünschen zusammengestellt. Die Kosten für eine gute Alu-Haustür hängen daher auch stark von den Materialkosten und Arbeitsstunden der montierenden Betriebe ab. Dieser werden euch auch sagen, welche Kosten für den Einbau der Tür ins Haus hinzukommen.

Ihr denkt darüber nach, genau diese Kosten zu sparen und eure neue Alu-Haustür selbst einzubauen? Wir haben darüber mit Dipl.-Ing. Marc Ellinger gesprochen. Der Bauherrenberater des Verbands Privater Bauherrn e.V. äußert sich skeptisch. Grundsätzlich könne ein Heimwerker mit dem notwendigen Fachwissen und Geschick eine Haustür auch selbst einbauen. "Es gibt dabei aber eine Menge an Randbedingungen und Schnittstellen zu beachten. Abdichtung des Schwellenbereichs, umlaufende Luftdichtheit der Anschlüsse, wärmebrückenfreie Bauteilanschlussfugen und vieles mehr. Das sind hochkomplexe Zusammenhänge, die umfassendes Fachwissen erfordern." Hinzu komme die Tatsache, gibt der Experte zu bedenken, dass es auf Eigenleistungen keine Gewährleistung gebe.

Unser Tipp: Lieber nicht am falschen Ende sparen und die Tür von einem Fachmann einsetzen lassen!

Auch diese Faktoren beeinflussen den Preis:

  • Qualität und Herkunft des Aluminiums
  • Verarbeitung mehrerer Materialien (zum Beispiel zusätzliche Glasausschnitte oder eine Holzoberfläche auf der Innenseite)
  • Größe der Tür
  • Sonderformen (zum Beispiel Bögen)
  • Zusätzliche Seitenelemente oder Oberlichter
  • Besonderheiten wie vollflächige Türen
  • RC-Klasse (je höher der Widerstand gegen Einbruchversuche, desto teurer)
  • Dämmwert (U-Wert)
  • Produktionsort (Deutschland, EU oder andere Länder?)
  • Einbau elektronischer Türschlösser mit Motorschloss (eventuell mit einer Freigabe über Fingerprint)
  • Qualität der Griffe und Drücker
  • Qualität der Bänder und Beschläge

Aluminium-Haustüren: Was sie können, was sie kosten

Aluminium-Haustüren findet ihr im Netz theoretisch schon ab 900 Euro. Dabei handelt es sich in der Regel aber um einen Grundpreis. Klickt ihr das Angebot an, landet ihr auf einem Tür-Konfigurator. Dort müsst ihr dann die Größe, Design, Beschläge, zusätzlichen Einbruchschutz, Seitenelemente, eine andere Qualität von Glaselementen etc. auswählen. Im Ergebnis liegt ihr dann oft sehr viel höher als der Grundpreis.

Aluminiumhaustüren, die den grundlegenden Sicherheits- und Wärmestandards entsprechen, kosten also am unteren Ende der großen Bandbreite mindestens 1.500 Euro. Im Mittelfeld bewegt ihr euch zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Hier schlagen ausgefallene Designs, ein verbesserter Einbruchschutz, eine sehr gute Wärmedämmung und die Kombination aus Aluminium-Außen- mit Holz-Innenseiten zu Buche.

In der Königsklasse befinden sich dann Modelle namhafter Hersteller mit Übergrößen, flächigen Profilen, versenkbaren Türgriffen und bereits ab Werk integrierten elektronischen Zugangssystemen mit Fingerprint.

3 Beispiele für schöne Aluminium-Haustüren

Wie schon gesagt, das Angebot an Aluminium und Holz-Aluminium-Haustüren ist groß. Wir stellen hier drei Hersteller und ihre Türen vor, um euch dennoch einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Klare Kante: Die Les Couleurs-Le Corbusier-Haustür von Heroal

Das Besondere an dieser Aluminium-Haustür sind ihre Farben. Ihr bestimmt, welchen Farbton aus der berühmten Farbpalette der Architektur-Ikone Le Corbusier ihr für euer Zuhause auswählt. So wird schon der Eingangsbereich zu einer Aussage, denn jede der 63 Farben der Corbusier-Palette hat eine eigene Bedeutung.

Das Innenleben der heroal-Tür ist weniger Kunst als Können. Die Haustüren des nordrhein-westfälischen Profilherstellers erfüllen in Sachen Einbruchschutz die Widerstandsklasse RC3. Außerdem bietet heroal die Möglichkeit, eure Tür mit einer stufenlosen Schwelle zu bauen. So wird euer Haus barrierefrei zugänglich. Egal ob mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator.

Einen Richtpreis konnte uns das Unternehmen leider nicht nennen, da die fertige Tür erst in einem Metallbaubetrieb zusammengesetzt wird. Mit dem Haustür-Konfigurator könnt ihr eure Wunschtür zusammenstellen und euch ein Angebot schicken lassen.

Man sieht die Innenansicht der Haustür Les Couleurs-Le Corbusier von Heroal.
Die heroal Les Couleurs® Le Corbusier Haustür kombiniert beste Materialien, höchste Funktionalität und maximale Flexibilität mit den einzigartigen Le Corbusier Farbtönen. © heroal

Sicher und kuschelig: Die ThermoCarbon-Türen von Hörmann

"Wärmedämmweltmeister" und "Sicherheitsklassenbester": Wer so für seine Produkte wirbt, muss sehr von ihnen überzeugt sein. Optisch machen die Türen des Aluprofilsystem-Herstellers Hörmann auf jeden Fall einiges her. Aber auch das Innere überzeugt tatsächlich mit harten Fakten.

Die U-Werte der Modellreihe liegen bei ca. 0,47 W/m²K. Nach der neuen Energiesparverordnung (EnEV) darf der UD-Wert bei höchstens 1,8 W/m²K liegen. Das heißt: Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Da gut gedämmte Türen einen Wert zwischen 0,7 W/m²K und 0,8 W/m²K haben, ist die ThermoCarbon wirklich etwas Besonderes.

Außerdem erreicht sie durch ein Hightech-Flügelprofil aus Carbon-Glasfaser-Hybridwerkstoff serienmäßig eine Sicherheitsklasse von RC 3. Diese kann optional sogar auf RC 4 erweitert werden. Die Kosten für das Basismodell liegt laut Hersteller bei 3.800 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer).

Man sieht die Außenansicht einer grauen ThermoCarbon-Tür von Hörmann in einem modernen Haus aus grauen Backsteinen und Holzverkleidung.
Die ThermoCarbon-Tür von Hörmann ist Klassenbester in Sachen Einbruchschutz und Wärmedämmung. Hört sich teuer an? Wir finden den Grundpreis von 3800,- (plus Mehrwertsteuer) erstaunlich fair. © Hörmann

Immer abgeschlossen: Alutüren mit Mehrfachverriegelung von Kneer-Südfenster

Die hochwertigen Aluminium- und Aluminium-Holz-Haustüren von Kneer-Südfenster machen es Einbrechern schwer. Mechanische Sicherheitssysteme, wie eine Bandseitensicherung, sind ein effektiver Aushebelschutz und gehören zur Standardausstattung.

Zusätzlich haben die Türen ein Automatikschloss. Da beim Zuziehen der Tür automatisch die Mehrfachverriegelung ausgelöst wird, ist die Tür garantiert immer abgeschlossen. Die Haustüren fallen in die Widerstandsklasse 2 (RC2). Was das Wunschmodell kostet, erfahrt ihr auf Anfrage.

Man sieht einen Eingangsbereich mit einer grauen Aluminium-Haustür von Kneer-Südfenster, inkl. Fingerprint-Sensor.
Haustüren von Kneer-Südfenster sorgen mit Bandseitensicherung und Automatikschloss für einen hohen Einbruchschutz. © Kneer-Suedfenster

Fazit: Was gute Aluminiumhaustüren wirklich kosten

Was eine gute Aluminiumtür wirklich kostet, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Preisspanne einer guten Alu-Tür beginnt bei rund 1.500 Euro und kann bis in den zweistelligen Tausenderbereich reichen. Bauherrenberater Marc Ellinger betont, dass eine preisgünstige Tür nicht zwangsläufig schlechter sein muss. Genauso gilt auch umgekehrt, dass die teure Tür nicht zwangsläufig die konstruktiv oder dämmtechnisch bessere Variante sei. "Der 'Ladenhüter' mit dem Design des vorletzten Jahres kann durchaus die bessere Wahl sein", so Ellinger.

Denkt daran, bei eurer Kalkulation den Einbau nicht zu vergessen! Je nach Modell kommen zwischen 200 Euro und 500 Euro hinzu. Schwankt ihr gedanklich noch zwischen einer Holz- und einer Aluminiumtür, könnt ihr in Sachen Wartung und Pflege langfristig betrachtet einige hundert Euro von der Alu-Variante abziehen. Denn eine Holztür müsst ihr regelmäßig nachölen oder – je nach Beschichtung – alle paar Jahre mit einem neuen Anstrich versehen.

Egal, ob Holz, Kunststoff oder Aluminium, um die Anschaffungskosten einer neuen Tür weit in die Zukunft zu verlagern, ist es wichtig, ihr ein Mindestmaß an Pflege zukommen zu lassen. Der Tipp von Bau-Experte Marc Ellinger: "Wichtig ist es, die beweglichen Teile, Scharniere, Bedienelemente und Schließmechanismen regelmäßig zu warten und gegebenenfalls nachzujustieren. Hin und wieder ein kleiner Tropfen Öl auf die beweglichen Teile wirkt wahre Wunder und reduziert den mechanischen Verschleiß enorm."

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