Blitz schlägt auf einem Hausdach mit einer Photovoltaik-Anlage ein.
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Muss ich meine Photovoltaik-Anlage bei Gewitter extra schützen?

Redaktion

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Kann ein Gewitter für eine Photovoltaik-Anlage gefährlich werden? Zieht so eine PV-Anlage den Blitz gar an? Wir klären die Fragen rund um den Blitzschutz für PV-Anlagen.

Eine Photovoltaik-Anlage liefert im Sommer besonders viel Ertrag. Wie sieht es aber bei schlechtem Wetter aus? Sollte man die PV-Anlage bei einem Gewitter besser ausschalten? Wie lässt sich so eine empfindliche Solaranlage vor Blitzschlag schützen?

Zieht eine Photovoltaik-Anlage bei Gewitter den Blitz an?

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) weist darauf hin, dass Photovoltaik-Anlagen sowohl durch direkte als auch durch nahe Blitzeinschläge gefährdet sind. Denn bei einem Blitzeinschlag entstehen hohe Spannungen und Ströme, die auf das PV-Stromversorgungssystem einwirken können.

Allerdings sagen die Experten auch: Solange eine Photovoltaik-Anlage nicht wesentlich über das Dach beziehungsweise Gebäude herausragt, ist die Wahrscheinlichkeit eines direkten Blitzeinschlags nicht erhöht. Und ganz wichtig: Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zieht den Blitz nicht an!

Blitzschutzanlage ist für PV-Anlagen nicht zwingend vorgeschrieben

Wenn es zu einem Blitzeinschlag kommt, trifft es bei einem Gebäude mit Flachdach eher die Photovoltaik-Module, da Blitze bekanntermaßen in metallene Dachaufbauten einschlagen, die aus der Dachfläche herausragen. Daher ist es sinnvoll, den Photovoltaik-Modulrahmen und das Montagegestell mit Kupferleitungen (6 mm² Querschnitt) zu erden.

Allerdings ist die Montage einer Blitzschutzanlage nicht zwingend vorgeschrieben – es sei denn, eure Gebäude- oder Anlagen-Versicherung sieht das explizit vor.

Grundsätzlich solltet ihr aber bei der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage Überspannungsschutzgeräte einbauen. Zusätzlich kann durch eine abgeschirmte Leitungsverlegung zwischen Photovoltaik-Anlage und Photovoltaik-Wechselrichter die Auswirkung von auftretenden Überspannungen reduziert werden. Diese Maßnahme minimiert induzierte Ströme, die über die Photovoltaik-Leitung von außen nach innen fließen.

PV-Anlage bei Gewitter schützen: Innerer und äußerer Blitzschutz

Wer seine PV-Anlage bei Gewitter vor dem Blitzeinschlag schützen möchte, hat dafür zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

Beim äußeren Blitzschutz wird ein direkter Blitzeinschlag abgefangen und der Blitzstrom ins Erdreich abgeleitet.

Der innere Blitzschutz dient dazu, die Überspannungsgefahr im Gebäude zu reduzieren. Dabei sorgt ein sogenannter Blitzschutz-Potentialausgleich dafür, dass bei einem Blitzschlag keine unkontrollierten Überschläge in den Gebäudeinstallationen auftreten.

Fazit: Brauche ich einen Blitzschutz für meine PV-Anlage?

So ein Gewitter im Sommer sollte eine Photovoltaik-Anlage normalerweise schadlos überstehen. Und ragt die Anlage nicht über das Gebäude hinaus, ist die Gefahr eines Blitzeinschlags nicht höher als sonst auch. Es gibt also keinen Grund, bei einem Gewitter die PV-Anlage auszuschalten.

Doch große Photovoltaikanlagen und solche, die über das Gebäude herausragen, solltet ihr schon mit einem Blitzschutz versehen. Auch in Bezug auf die Versicherung ist so eine Einrichtung manchmal vorgeschrieben. Es empfiehlt sich daher, schon vor der Installation der PV-Anlage den Blitzschutz gegebenenfalls mit einzuplanen. Doch egal ob direkt beim Einbau oder bei der Nachrüstung: Die Installation einer Blitzschutz-Einrichtung für Photovoltaik-Anlagen darf nur der Fachhandwerker durchführen.

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