brennendes Laub
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Wohnen | Ratgeber

Darf ich mein Laub im Garten verbrennen?

Eva Dorothée Schmid

Wenn im Herbst die Bäume ihre Blätter abwerfen, dann haben viele Gartenbesitzer mit großen Mengen an Laub zu kämpfen. Am einfachsten erscheint es, das Laub einfach im Garten zu verbrennen. Aber ist das erlaubt?

Wer viele Bäume auf oder rund um sein Grundstück hat, bei dem fällt im Herbst viel Laub an. Wohin damit? Die einfachste Lösung scheint das Verbrennen zu sein. Das Laub muss nicht abtransportiert werden, es fallen keine Kosten an und die Beseitigung geht schnell. Doch ist es erlaubt, Laub im Garten zu verbrennen? Wir erklären euch die Rechtslage und geben Tipps zur Beseitigung von Laub.

In den meisten Bundesländern ist das Verbrennen von Laub verboten

Eigentlich ist das Verbrennen von Gartenabfällen und damit auch von Laub laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) seit dem 1. Januar 2015 verboten. Wer dennoch Laub im Garten verbrennt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Einzelne Bundesländer, Landkreise und Kommunen können jedoch Ausnahmeregelungen erlassen.

Ausnahmen vom Verbrennungsverbot für Grünabfälle

Das Verbrennen von Gartenabfällen ist oft nur dann erlaubt, wenn Verrotten, Kompostieren, Einbringen in den Boden oder alternativ die Sammelsysteme der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, wie die Biotonne oder Hol- und Bringsysteme, nicht möglich oder zumutbar sind. In diesen Fällen kann man eventuell eine Ausnahmegenehmigung erhalten, die dann aber oft Gebühren kostet.

Einzelne Kommunen haben sogenannte Brenntage festgelegt, an denen Gartenbesitzer zu genau festgelegten Zeiten ihre Bioabfälle dem Feuer übergeben dürfen. In Großstädten wie Berlin oder Hamburg ist das Verbrennen von Laub und anderen Gartenabfällen allerdings generell verboten.

In Bayern dürft ihr außerhalb geschlossener Ortsteile pflanzliche Abfälle, also auch Laub, auf dem eigenen Grundstück verbrennen. Allerdings müsst ihr das vorher anmelden. Innerhalb von geschlossenen Ortsteilen ist das Verbrennen von Laub grundsätzlich verboten und nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilen die Gemeinden Sondergenehmigungen. (Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen außerhalb zugelassener Beseitigungsanlagen, § 4)

Was für eure Kommune gilt, das erfragt ihr am besten vor Ort. Sollte es dort Zeiten geben, zu denen ihr Laub im Garten verbrennen dürft, dann müsst ihr allerdings dafür sorgen, dass eure Nachbarn weder durch den Rauch noch durch den Geruch belästigt werden. Und natürlich müsst ihr die Brandgefahr entsprechend beachten.

Übrigens: Brauchtumsfeuer wie Osterfeuer, Feuer zur Sonnwende und Lagerfeuer sind weiterhin zulässig, wenn die Brandschutzrichtlinien beachtet werden und wenn sie dem Brauchtum dienen und nicht der Abfallbeseitigung.

brennendes Laub mit viel Rauch
Bei der Verbrennung von Laub entsteht viel Rauch und schädlicher Feinstaub. © Getty Images/iStockphoto

Warum man Laub im Garten nicht verbrennen darf

Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle im Garten ist aus folgenden Gründen nicht sinnvoll und deshalb weitgehend verboten:

  • Grünabfälle sind verwertbar, denn durch Kompostierung und Verwertung des Kompostes können die enthaltenen Nährstoffe wieder genutzt werden.
  • Beim Verbrennen werden klimaschädliche Gase freigesetzt. Zudem belästigt der Rauch Nachbarn.
  • Darüber hinaus steigt durch die zahlreichen Feuer die Feinstaubbelastung. Dies ist besonders bei austauscharmen Wetterlagen mit geringen Windbewegungen, kalter Luft am Boden und warmer Luft darüber, ein Problem. Aufgrund der kleinen, lungengängigen Partikel kann Feinstaub zu gesundheitlichen Problemen führen, unter denen besonders Personen mit Atemwegserkrankungen oder anderen Vorschädigungen leiden.
  • Durch das Verbrennen von Laub werden in nicht unerheblichem Maße Kleintiere wie beispielsweise Igel getötet, die sich in den aufgeschichteten Grünschnitthaufen sehr schnell einnisten.

Wie man Laub richtig entsorgt

Gartenabfälle wie Laub könnt ihr gut im eigenen Garten verwerten. Das ist auch deshalb ökologisch, weil dann keine langen Transportwege anfallen.

  • Zum Beispiel auf einem Komposthaufen. Kompost ist ein ausgezeichneter biologischer Nährstoff für euren Garten und verbessert die Bodenqualität nachhaltig.
  • Außerdem könnt ihr es verwenden, um im Winter Beete abzudecken. Das schützt eure Pflanzen zum einen vor Frostschäden und bietet zum anderen vielen Tieren und Insekten Schutz.

Wer keine Möglichkeit hat, das Laub im eigenen Garten zu verwerten, hat folgende Optionen, sein Laub zu entsorgen:

  • Ihr könnt Laub auch in die Biotonne werfen. Dann wird es in großen Kompostieranlagen verwertet.
  • Auch in der kommunalen Kompostieranlage oder auf dem Wertstoffhof könnt ihr euer Laub loswerden.
  • Viele Gemeinden geben außerdem spezielle Säcke oder Körbe aus, in denen ihr das Laub sammeln können. Diese holt dann die Müllabfuhr ab.

Nicht erlaubt ist es hingegen, das Laub einfach im Wald zu entsorgen. Das läuft unter illegaler Müllentsorgung, die euch im schlimmsten Fall schon mal 5.000 Euro kosten kann. Mit den Strafen soll vermieden werden, dass das Ökosystem artenreicher Waldränder durch fremdes Laub gestört wird.

Auch als Kleingartenbesitzer darf man kein Laub verbrennen! Welche Fettnäpfchen ihr als Kleingarten-Neuling noch vermeiden solltet, das lest ihr hier:

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