Mann sprüht Pestizid auf Unkraut.
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Wohnen | Statement

7 Kleingarten-Sünden, die ihr in eurem Schrebergarten lassen solltet

Sabine Tropp

Was dürft ihr in eurem Schrebergarten, was nicht? Unsere Autorin hat am eigenen Leib erfahren, wie schnell man sich als Kleingarten-Neuling auch ohne böse Absicht unbeliebt macht. Hier also Tipps aus erster Hand, welche Kleingarten-Sünden ihr besser vermeidet.

Grenzenlose Freiheit in der Schrebergarten-Idylle? Nicht ganz. Hier herrschen schon noch Zucht und Ordnung. Unkraut, Lagerfeuer oder falsche Pflanzen sind nur einige der möglichen Verstöße gegen die Gartensatzung.

Wer sich nicht daran hält, wird abgemahnt. So wie unsere Autorin. Hier listet sie die sieben größten Fehler auf, die sie als typische Schrebergarten-Anfängerin begangen hat.

Die Top 7 meiner Kleingarten-Sünden

Seit einiger Zeit bin ich stolze Pächterin eines Kleingartens. Anfangs leicht misstrauisch beäugt von den Gartennachbarn, was die Neue da so treibt, heute voll akzeptiert.

Was ich als blutige Anfängerin aber alles erst mal so verbockt habe, stand zwei Monate nach Pachtbeginn in der schriftlichen Abmahnung vom Vorstand. Hier ist für alle Neulinge in der Parzelle zur Warnung die Toplist meiner sieben größten Kleingarten-Sünden:

Kleingarten-Sünde 1: Falsche und zu hohe Sträucher

Der Haselnussstrauch ist schön, fanden ich und mein Eichhörnchen. Der Vorstand nicht! Leider gehört die Hasel zu den im Kleingarten ungeliebten Gehölzen. Also weg damit! Wacholder, Konifere und auch die Thuja vom Vorpächter sind ebenfalls unerwünscht, also auch ab in die Tonne damit. Erschwerend kam hinzu: Meine Hecken waren wesentlich höher als die erlaubten 90 Zentimeter. Da musste ein sauberer Schnitt gemacht werden.

Kleingarten-Sünde 2: Unkraut wachsen lassen

Anfangs dachte ich, es wäre ein hübsches Wildkraut, von wegen! Das umtriebige Gewächs entpuppte sich als Giersch. Was das ist? Neben Löwenzahn und Brennnessel der größte Feind des Schrebergärtners. Das Kraut breitete sich im Beet aus wie ein Grippevirus im Großraumbüro. Jeder noch so winzige Wurzelrest in der Erde trieb neu aus.

Und das darf laut Vereinssatzung nicht sein. Schlimmer noch: Die Kosten für eventuell vom Verein angeordnete Maßnahmen zur Bekämpfung von Wildkraut hätte ich zu tragen, hieß es in der Abmahnung. Offiziell handelt es hier hierbei um einen so genannten "Bewirtschaftungsmangel" – und der kann schlimmstenfalls nach § 9 Absatz 1 des Bundeskleingartengesetzes zur Kündigung führen.

Mein Tipp daher: Giersch möglichst früh sorgfältig ausbuddeln und die Erde durch ein Sandsieb (gibt's im Baumarkt) schütten. Wer mag, kann übersehene junge Triebe als Superfood im Salat futtern.

Kleingarten-Sünde 3: Feuer machen

Praktisch und romantisch zugleich, dachte ich, und entfachte mit meinem Gartenabfall ein Lagerfeuer. Die Flammen schlugen meterhoch, der Qualm (nasses Laub!!!) zog über die gesamte Kolonie. Da auf der anderen Seite der Straße eine Tankstelle steht, riefen die Mitarbeiter aus Panik die Feuerwehr.

Merke: Ein Lagerfeuer mit Gartenabfällen ist laut § 28 Absatz 1 Kreislaufwirtschaftsgesetz verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Es gibt – aber nur ganz selten – auch Ausnahmen, wie zum Beispiel bei Osterfeuern. Ob, wann und wie vielleicht doch mal verfeuert werden darf, findet ihr auf den Seiten der für eure Region zuständigen Behörde für Umwelt und Energie.

Mann verbrennt Gartenabfälle.
Gartenabfälle zu verbrennen ist zwar praktisch, aber absolut verboten. © Getty Images/iStockphoto

Kleingarten-Sünde 4: Lebensmittelreste auf den Kompost

Als in unserer Kolonie die Ratten diverse Familientreffen abhielten, war klar: Hier ist was faul! Stimmt, die Lebensmittelreste vom letzten Grillfest auf dem Kompost! Fanden die possierlichen Nager Spitze. Das passiert mir nie wieder. Da gehören wirklich nur Grünschnitt, Laub, alte Blumenerde, zerkleinerte Äste und Pflanzenreste drauf. Als Belohnung fürs nun saubere Kompostieren gibt's für mich seitdem im Frühling beste Pflanzerde.

Kleingarten-Sünde 5: Gift gegen Schädlinge

Am Abend fleißig Salat gepflanzt, am nächsten Tag alles weg! Es war sehr verlockend, den verfressenen Nacktschnecken mit Gift den Garaus zu machen. Aber im Gegensatz zu früher ist biologisch einwandfreies Gärtnern das große Thema in Kleingärten: kein Unkraut- und Schädlingsvernichter oder Kunstdünger. Im Internet fand ich Hilfe gegen die Schneckenplage und wusste nun, wie man diese verflixten Biester auch ohne Chemiekeule in Schach halten kann. Hat bisher fast immer geklappt!

Kleingarten-Sünde 6: Zu viel Rasenfläche

Zwar gilt ein monotones Grün nicht mehr als der Stolz des Kleingärtners, aber gemäht werden muss der Rasen trotzdem regelmäßig. Die Gräser sind zu hoch und der Löwenzahn ist aufgeblüht, so stand es jedenfalls in meiner Abmahnung. Außerdem hätte der Rasen im Vergleich zu den Beeten zu viel Fläche. Die Anbauzonen müssen nämlich mindestens ein Drittel des gesamten Gartens ausmachen, so steht's jedenfalls in der Gartensatzung.

Kleingarten-Sünde 7: Störung der Mittagsruhe

Manche Verbote sind so sinnlos wie ein Loch im Knie. Mein Garten liegt an einer stark befahrenen Straße. Trotzdem darf ich meinen Garten zwischen 13 bis 15 Uhr nicht mähen, denn da ist Mittagspause, egal mit welchem Donnergetöse gerade der Straßenverkehr an der Siedlung vorbeischeppert. Wer keinen erbosten Kleingarten-Nachbar am Zaun erleben möchte, sollte diese Zeit der inneren Einkehr also tunlichst einhalten.

Rasenmäher mit Schild "96 dB".
Der Rasen muss regelmäßig gemäht werden – allerdings auf keinen Fall in der Mittagspause. © Getty Images/iStockphoto

Fazit: So werdet ihr nicht zum Kleingarten-Sünder

Na, immer noch Lust auf die Idylle im Grünen? Ich schon. Fast alle meine Nachbarn sind sehr nett und hilfsbereit. Da hilft natürlich auch regelmäßig als Bestechung der himmlische Gelee aus den Äpfeln meines Baums ein wenig nach.

Was ich aber jedem Schrebergarten-Neuling ans Herz legen möchte: Lest besser gleich am Anfang eurer Pachtzeit die Satzung beziehungsweise Gartenordnung durch. Sie wird nicht umsonst auch der Knigge des Kleingärtners genannt.

Nicht alle Vereine sind gleich streng in ihren Bestimmungen, manche in Sachen "ökologischer Gartengestaltung" offener als andere. Wie gesagt: Schaut euch vor der Pacht einer Parzelle die jeweilige Vereinssatzung genau an, dann wisst ihr, was auf euch zukommt.

Wenn ihr Lust habt, einen Schrebergarten zu pachten – hier noch ein informativer Artikel zu den Kosten:

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