Schrebergarten mit Gartenlaube
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Bauen | Ratgeber

Schrebergarten pachten: Was kostet ein Kleingarten?

Sabine Tropp

Die Pacht eines Schrebergartens ist in den meisten Vereinen niedrig. Dazu kommen aber Nebenkosten und die Ablöse an den Vorpächter. Wir sagen euch, was ein Kleingarten kostet – bei der Übernahme und jährlich.

Der große Vorteil von Kleingartenvereinen ist: Sie sind gemeinnützig. Deshalb sind die Gartenparzellen auch nicht besonders teuer. Sie werden nicht verkauft und auch nicht vermietet, sondern verpachtet. Das bedeutet, ihr habt ein Nutzungsrecht für den Schrebergarten. Ihr dürft dort Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen, es jedoch laut Bundeskleingartengesetz (BKleinG) nicht verkaufen.

Zu dem jährlichen Pachtzins kommen Mitgliedsbeiträge, Nebenkosten und die Ablösesumme für den Vorpächter. Die Kosten können je nach Region und Zustand der Laube sowie den Pflanzen auf dem Areal stark variieren. Wir erklären euch, mit welchen Kosten ihr für einen Schrebergarten rechnen müsst.

Wie hoch ist die Pacht für einen Kleingarten?

Die Fläche eines Kleingartens bewegt sich in der Regel zwischen 250 und 400 Quadratmetern. Im Schnitt sind es in Deutschland 370 Quadratmeter. Die Höhe des Pachtzins hängt von der Quadratmeterzahl und der Lage ab. Festgelegt wird er von den zuständigen Behörden der Kommunen oder Städte. Das Bundeskleingartengesetz schreibt fest, dass die Pacht für den Schrebergarten maximal viermal so hoch sein darf wie die Pacht, die für erwerbsmäßige Flächen im Obst- und Gemüseanbau fällig wird.

Laut einer Studie des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung liegt der durchschnittliche Pachtzins in Deutschland aktuell bei 18 Cent pro Quadratmeter und Jahr. Für einen 400 Quadratmeter großen Schrebergarten fallen also im Schnitt 72 Euro Pacht jährlich an.

Die Unterschiede sind aber groß: Im Osten Deutschlands liegt der Pachtzins für einen Schreibergarten im Schnitt bei nur 9 Cent pro Quadratmeter und Jahr, in Westdeutschland dagegen bei 23 Cent. Auch in Großstädten müsst ihr mehr bezahlen als in Kleinstädten: Im Schnitt 22 Cent versus 7 Cent pro Quadratmeter und Jahr.

Die genaue Höhe des Pachtzins könnt ihr beim jeweiligen Kleingartenverein oder beim Landesbund der Gartenfreunde eures Bundeslandes erfahren. Den Kontakt findet ihr auf der Seite des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde.

Jährliche Kosten eines Schrebergartens

Der Pachtzins ist nur ein Teil der jährlichen Kosten. Daneben müsst ihr auch einen Mitgliedsbeitrag an den Kleingartenverein zahlen, zu dem eure Parzelle gehört. Der liegt im Schnitt bei 45 Euro pro Jahr.

Dazu kommen Kosten für Grundsteuer, Straßenreinigungsgebühren, Versicherungen, Müllentsorgung, Wasser und Strom. Sie liegen nach Befragungen unter den regionalen Kleingarten-Verbänden im Schnitt bei 45 Cent pro Quadratmeter und Jahr. Bei einem 400 Quadratmeter großen Garten macht das durchschnittlich 180 Euro im Jahr.

Am Beispiels des Heimgartenbund Altona e.V. in Hamburg zeigen wir euch, welche jährlichen Kosten anfallen können:

  • einmalige Aufnahmegebühr (ca. 50 Euro)
  • Mitgliedsbeitrag (64 Euro)
  • Pachtzins plus öffentl. rechtl. Lasten (59 Euro)
  • Pflichtversicherungen (ca. 44 Euro)
  • anteilig Wassergeld, Strom (ca. 182 Euro)
  • Müllgebühren (optional).

Der finanzielle Aufwand variiert bundesweit natürlich jeweils nach Verein und Standort. Im Schnitt kostet euch ein Schrebergarten jährlich zwischen 200 und 400 Euro.

Kosten für einen Kleingarten in Großstädten

Während im Umland von Großstädten Bewerber schnell und günstig fündig werden, sieht das in den Metropolen selbst anders aus. Dort treiben oft die hohen Nebenkosten den Preis in die Höhe, so dass leicht 500 Euro im Jahr anfallen können.

Mit diesen jährlichen Kosten müsst ihr in den größten deutschen Städten rechnen, wenn ihr dort einen Kleingarten pachten wollt:

  • Stadt
  • Fläche
  • Pachtzins
  • Nebenkosten (ohne Strom)
  • Hamburg
  • ca. 350 Quadratmeter
  • ca. 55 Euro/Jahr
  • 260 Euro/Jahr
  • München
  • ca. 250 Quadratmeter
  • ca. 130 Euro/Jahr
  • ca. 270 Euro/Jahr
  • Berlin
  • ca. 350 Quadratmeter
  • ca. 130 Euro/Jahr
  • ca. 370 Euro/Jahr
  • Köln
  • ca. 300 Quadratmeter
  • ca. 177 Euro/Jahr
  • ca. 210 Euro/Jahr
  • Frankfurt am Main
  • ca. 420 Quadratmeter
  • ca. 250 Euro
  • ca. 250 Euro/Jahr

Kosten für Schrebergärten in Ballungsräumen

Ablösesumme: Was muss ich an meinen Vorpächter zahlen?

Während die monatlichen Fixkosten also durchaus erschwinglich sind, müsst ihr für die Übernahmesumme von Laube und Pflanzen, die so genannte Ablöse an den Vorpächter, bei der Übernahme eines Kleingartens ziemlich tief in die Tasche greifen. Denn anders als der Grund werden das Gartenhäuschen und die Bepflanzung des Gartens nicht mitverpachtet, sie gehören dem Vorpächter.

Der Betrag für die Ablöse setzt sich zusammen aus einzelnen Posten wie

  • der Laube,
  • Pflanzen,
  • Sträuchern
  • und eventuell vorhandenen Obstbäumen.

Der Schätzer des jeweiligen Vereins schätzt in der Regel den Wert auf Grundlage amtlicher und einheitlicher Bewertungsmaßstäbe, wie etwa dem Zustand der Laube und dem Wert der Gewächse auf der Parzelle. Der Wertermittlungspreis ist für den Verkäufer verbindlich.

Tipp: Verlangt eine Kopie der aufgestellten Liste, damit ihr die einzelnen Posten später nachvollziehen könnt (und falls ihr selbst mal kündigen wollt).

Im Schnitt bewegt sich der Betrag der Schätzung um die 1.900 Euro. In Kommunen, in denen die Nachfrage eingebrochen ist und viele Schrebergärten leer stehen, werden kaum und wenn dann nur in geringerer Höhe Ablösen erhoben, selbst wenn die Lauben groß und oft auch gut ausgestattet sind.

In den Großstädten sieht das allerdings meist anders aus. Im Schnitt kostet die Ablöse dort 3.300 Euro. Die Parzellen sind oft echte Freizeit-Oasen. Unter den Lauben gibt es richtige Luxusmodelle. Wurden die Flächen noch dazu üppig bepflanzt, kommen schnell mal bis zu 10.000 Euro zusammen.

Tröstlich zu wissen, dass eine gepflegte Hütte trotzdem meistens günstiger ist als eine neue, die je nach Ausstattung zwischen 1.500 und 6.000 Euro kosten kann. Eine Übersicht über einzelne Holzhütten-Modelle von günstig bis teuer findet ihr in folgendem Artikel:

Auch Pflanzen, die sich in einem Garten schon lange wohlfühlen und entsprechend gesund sind, lohnen sich oft mehr als neu gekaufte, bei denen nicht immer sicher ist, ob sie wirklich gut anwachsen und nicht schon nach einer Saison völlig verkümmert auf dem Kompost landen.

Nicht alles, was ihr seht, müsst ihr auch bezahlen

Fantasiepreise für Omas ausrangierten Küchenschrank und altersschwache Gartenmöbel gehören nicht in die Berechnung der Ablöse. Falls doch ein Vorgänger seinen Sperrmüll gegen teures Geld an euch loswerden will, müsst ihr nicht zustimmen.

Gartengeräte und anderes Inventar auf der Parzelle sind ebenfalls kein Bestandteil der Berechnung. Positiv dagegen: Viele Vorbesitzer geben ihre Rasenmäher, Harken und Spaten gerne gegen kleines Geld weiter, weil sie diese nicht mehr brauchen. Das lohnt sich unbedingt, wenn die Gerätschaften gut gewartet wurden. Neuanschaffungen sind nicht gerade billig, wenn ihr Wert auf Qualität und Haltbarkeit legt. Meistens lässt sich ja auch noch ein bisschen was am Preis machen.

Hilfe, falls ihr die Ablösesumme nicht aufbringen könnt

Damit sich auch Menschen mit geringem Einkommen einen Schrebergarten leisten können, haben einige Kleingärtenverbände Modalitäten entwickelt, um die im Vergleich zu den übrigen Kosten hohen und meist mit einem Mal notwendigen Zahlungen abzufedern. So gibt es in Hamburg beispielsweise einen Laubenfonds. Hannover und Münster bieten zinslose Darlehen für die Ablösesumme an. Und manche Vereine setzen auf kleine und schlichte Lauben.

Gemüseanbau im Kleingarten
Auf einem Drittel der Fläche muss im Kleingarten Obst und Gemüse angebaut werden. Das kostet Zeit. © Getty Images

Fazit: Das kostet euch ein Schrebergarten

Ein Schrebergarten kostet pro Monat zwischen 25 und 40 Euro, je nach Größe und Vorgaben des gewählten Kleingartenvereins. Als Anfangsinvestition müsst ihr bis zu 10.000 Euro in die Hand nehmen, das gilt allerdings nur für Metropolen. Ansonsten zahlt ihr im Schnitt knapp 2.000 Euro, in kleineren Städten können es auch nur ein paar hundert Euro sein.

Neben den finanziellen Kosten solltet ihr berücksichtigen, dass ein Schrebergarten auch Zeit kostet. Auf mindestens einem Drittel der Fläche müsst ihr Obst und Gemüse anbauen. Und dafür reicht es nicht, nur an den Wochenenden im Garten vorbeizuschauen. Zudem verlangen viele Kleingartenvereine auch, dass ihr Arbeitsstunden für die Gartengemeinschaft leistet. Dazu gehört zum Beispiel die Pflege der Wege oder das Rasenmähen in leeren Gartenparzellen. Wer keine Pflichtstunden leistet, muss stattdessen etwas in die Vereinskasse zahlen.

Dafür gibt es als Gegenwert frisches Obst und Gemüse. Und unter freiem Himmel abends bei einem leckeren Getränk zu entspannen, ist einfach Erholung pur und den Betrag allemal wert.

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