Mann bläst mit einem Laubbläser Laub beiseite.

Wohnen | Pro/Contra-Liste

Gehören Laubbläser verboten? Pro & Contra zu Laubpustern


Wer einen Laubbläser hat, möchte ihn nicht mehr missen. Andere schimpfen auf die Geräte. Zu Recht? Wir haben uns mal die Argumente beider Seiten angeschaut – und kommen doch auf ein ziemlich eindeutiges Fazit.

  1. Wann darf ich einen Laubbläser benutzen?
  2. Pro Laubbläser: Die Vorteile
  3. Contra Laubbläser: Die Nachteile
  4. Fazit: Gehören Laubbläser verboten?

So sicher, wie im Herbst die Blätter fallen, so sicher kommen sie auch jetzt wieder verstärkt zum Einsatz: die Laubbläser. Für die einen bedeutet so ein Laubpuster echte Arbeitserleichterung. Kritik gibt es insbesondere an Lärm, direkten Abgasen bei Verbrennungsmotoren sowie dem Aufwirbeln von Staub und organischem Material. Welches Argument wiegt schwerer?

Wir stellen an dieser Stelle die Pros und Contras gegenüber. Aber erst einmal klären wir eine allgemeine, doch sehr wichtige Frage:

Wann darf ich einen Laubbläser benutzen?

Egal ob per Akku, über Kabel oder mit Benzin betrieben: Als motorbetriebenes Gerät fällt ein Laubbläser unter die so genannte Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV). Und die regelt ganz klar die Einsatzzeiten der (für manche unersetzlichen) Herbst-Helfer.

Danach dürft ihr Laubbläser in Wohngebieten zu folgenden Zeiten betreiben:

  • an Sonn- und Feiertagen: gar nicht
  • an Werktagen (Montag bis Samstag): nur von 9 bis 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr

Pustet ihr euer Laub außerhalb dieser Zeiten durch den Garten, riskiert ihr eine Geldbuße. Grundsätzlich gilt diese Regel für ganz Deutschland. In manchen Kommunen gibt es sogar noch strengere Vorschriften. Umgekehrt legen einige Gemeinden die Einsatzzeiten (gerade für die eigenen städtischen Einsatzkräften mit Laubbläsern) auch großzügiger aus. Wenn ihr euch nicht sicher seid, fragt bei euerer Kommunal- oder Stadtverwaltung nach.

Soweit die allgemeinen Bestimmungen. Aber was bringt ein Laubbläser an Vorteilen, was sind die Nachteile?

Pro Laubbläser: Die Vorteile

Hier die drei Hauptargumente der Laubbläser-Fans:

1. Weniger Arbeit: Effektiver Helfer bei großen Gärten

Einer der größten Vorteile von Laubbläsern ist die Arbeitsersparnis. Wer ein großes Grundstück mit viel Baumbestand hat, für den ist der Herbst nicht automatisch auch golden. Mehrere hundert Quadratmeter an Laub zu rechen, das kostet Zeit und Kraft. Stehen auf dem Grundstück dann noch Hecken oder ist die Fläche durch Zäune und andere Pflanzen begrenzt oder verwinkelt, hilft ein Laubbläser doppelt. Durch seine Blaskraft braucht ihr nicht in Ecken oder unter Bäume zu kraxeln, um das Laub zusammenzufegen.

2. Geringer Kraftaufwand: Gärtnern auch mit Handicap

Wer seinen Garten liebt, der möchte in auch in Schuss halten. Und das möglichst lange. Egal ob altersbedingt oder körperliches Handicap, ein Laubbläser ermöglicht auch für Menschen, die nicht mehr so fit sind, die herbstliche Laub-Sammelarbeit.

Contra Laubbläser: Die Nachteile

Den Vorteilen stehen drei zentrale Punkte gegenüber, die Kritiker an Laubbläsern bemängeln:

1. Lärmbelästigung: Wie laut darf ein Laubbläser überhaupt sein?

Laubbläser sind laut, sehr laut. Deshalb fühlen sich viele von den Geräten belästigt. Interessant: Die Leistung der Geräte wird meist nicht in Watt berechnet, sondern in Stundenkilometern – also die Geschwindigkeit, mit der das Laub weggeblasen wird. Und die liegt so um die 250 Kilometer pro Stunde, teilweise sogar noch drüber!

Um diese Werte zu erreichen, muss ein Laubpuster entsprechend motorisiert sein. Und so kommt es, dass die Lärmentwicklung von Laubbläsern von 70 bis 110 Dezibel (und teilweise darüber) reicht. Wie laut das im Vergleich ist, zeigt euch diese Tabelle:

Geräuschquellen und ihre Lautstärke
GeräuschquelleSchalldruckpegel in Dezibel
Düsenflugzeug in 30 m Entfernung140
Schmerzschwelle130
Rand einer Verkehrsstraße in 5 m Entfernung80
Normale Sprache in 1 m Abstand60
Ruhige Bücherei40
Blätterrascheln in der Ferne10
Hörschwelle0

Auch wenn sich das so mancher wünscht: Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie laut ein Laubbläser maximal sein darf.

Allgemein gilt: Ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel kann es zu Hörschäden kommen, wenn ihr dem Lärm dauerhaft ausgesetzt seid. Heißt also: Wenn ihr einen Laubbläser nutzt, solltet ihr auch einen Gehörschutz tragen. Auch wichtig: Steigt Lärm um nur zehn Dezibel an, so empfindet das menschliche Gehör dieses als doppelte Lautstärke.

2. Feinstaubbelastung: Ein Laubbläser pustet nicht nur Laub

Bei elektrisch betriebenen Geräten entfallen direkte Abgase aus einem Verbrennungsmotor. Beim Betrieb können dennoch Staub und bereits auf dem Boden liegende Partikel aufgewirbelt werden. 

Apropos pusten: Neben dem Laub liegen noch diverse andere Dinge auf dem Boden. Beim Betrieb können Staub, Mikroben, Pflanzenreste und andere am Boden liegende Partikel aufgewirbelt werden. Umfang und gesundheitliche Bedeutung hängen von Untergrund, Wetter, Gerät und Nutzung ab.

3. Umweltbelastung: Schädigung der Kleinlebewesen

Die erwähnten Spitzengeschwindigkeiten von Laubbläsern wirkt sich auch auf die Bodenbiologie aus. Neben Pflanzensamen fallen dem Gebläse auch viele Kleintiere wie Spinnen oder Insekten zum Opfer. Und: Wenn Blätter und Äste nicht mehr verrotten, behindert das die erneute Humusbildung. Es fehlt dann an Nahrung und Lebensraum.

Der Einsatz kann unter bestimmten Bedingungen Tiere, Insekten und Bodenorganismen beeinträchtigen. Das konkrete Ausmaß hängt von Gerät, Dauer, Untergrund und Einsatzort ab.

Fazit: Gehören Laubbläser verboten?

Das Umweltbundesamt weist auf Lärm-, Luftschadstoff- und Tierwohlrisiken hin und nennt Besen oder Harke als Alternative.

Aber auch in den nächsten Jahren dürfte sich der Einsatz von Laubbläsern im Herbst nicht verringern. Noch nicht einmal bei der Lärmbegrenzung ist kurzfristig Besserung in Sicht. Denn: Eine nationale Verfügung dazu wäre eine Produktbeschränkung, und die darf kein EU-Mitglied im Alleingang festlegen. Bleibt also erst einmal nur die Selbstbeschränkung.

Für viele private Gärten können Besen oder Harke eine leisere Alternative sein. Welche Methode sinnvoll ist, hängt unter anderem von Fläche, Laubmenge, Untergrund, Gerät und körperlichen Möglichkeiten ab.

Allen, die angesichts der anstehenden Laubmassen fast verzweifeln, empfehlen wir noch diesen Artikel:

Quellen: Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV), Umweltbundesamt

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