Blick aus der Luft auf ein Wohngebiet in Deutschland
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Große Unterschiede bei der Grundsteuer in deutschen Städten

Die Grundsteuer belastet Hausbesitzer ebenso wie Mieter. Über die Höhe bestimmen Kommunen selbst, was erhebliche Unterschiede zur Folge hat. Eine neue Studie zeigt die teuersten und die günstigsten Städte.

Wie hoch ist die Grundsteuerlast für Hauseigentümer, aber auch Mieter im Vergleich mit anderen Städten? Und wie haben sich die Belastungen seit 2018 verschoben? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) ist diesen Fragen im Auftrag des Grundstückeigentümerverbandes Haus & Grund nachgegangen und hat die Belastung einer Familie durch die Grundsteuer in den 100 größten deutschen Städten untersucht.

Zwischen dem Sieger des Rankings Gütersloh und dem Schlusslicht Witten besteht eine Diskrepanz von jährlich knapp 448 Euro, gemessen an einem Standard-Einfamilienhaus.

Für den Vergleich wurde die jährliche Grundsteuer einer Musterfamilie, die in diesen Städten wohnt, herangezogen. Die Musterfamilie besteht aus vier Personen und wohnt in einem standardisierten Haus, das 125 Quadratmeter Wohnfläche hat und auf einem 500 Quadratmeter großen Grundstück steht.

Hier kommt die Top 10 der Städte, die bei der Grundsteuer am wenigsten zulangen:

Die zehn Städte mit der günstigsten Grundsteuer

  • Stadt
  • Grundsteuer
  • Gütersloh
  • 323 Euro
  • Regensburg
  • 335 Euro
  • Reutlingen
  • 339 Euro
  • Ratingen
  • 339 Euro
  • Konstanz
  • 347 Euro
  • Ludwigshafen am Rhein
  • 356 Euro
  • Koblenz
  • 356 Euro
  • Erlangen
  • 360 Euro
  • Esslingen am Neckar
  • 360 Euro
  • Villingen-Schwenningen
  • 360 Euro

Und hier ist die Grundsteuerbelastung in Deutschland am größten:

Die zehn Städte mit der höchsten Grundsteuer

  • Stadt
  • Grundsteuer
  • Witten
  • 771 Euro
  • Offenbach
  • 758 Euro
  • Mülheim an der Ruhr
  • 754 Euro
  • Duisburg
  • 724 Euro
  • Berlin
  • 686 Euro
  • Marl
  • 669 Euro
  • Lünen
  • 644 Euro
  • Leverkusen
  • 635 Euro
  • Hagen
  • 635 Euro
  • Herne
  • 631 Euro

Unterschiede bei der Grundsteuer in den Bundesländern

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen den einzelnen Bundesländern. Zwar belegt mit Gütersloh eine nordrhein-westfälische Stadt den ersten Platz, doch abgesehen davon sind unter den günstigsten Kommunen vor allem süddeutsche Städte.

Betrachtet man innerhalb der 100 größten Städte Deutschlands die bundesländerspezifischen Durchschnitte, liegt Nordrhein-Westfalen mit einem Betrag von 535 Euro auf dem drittletzten Platz. Der Grund: Vor allem durch den Strukturwandel im Rhein-Ruhr-Gebiet haben die Städte hohe Schulden. Mit Steuern wollen sie die klammen Kassen zu füllen. Nur in Bremen (568 Euro) und Berlin (686 Euro) müssen noch höhere Beiträge gezahlt werden.

Hauseigentümer in Rheinland-Pfalz kommen mit einem durchschnittlichen Betrag von 385 Euro am günstigsten davon. Auf Platz zwei liegt Baden-Württemberg (402 Euro), gefolgt von Bayern (419 Euro).

Entwicklung der Grundsteuer

Für ein Standard-Einfamilienhaus liegt die durchschnittliche Jahresgrundsteuer bei 478 Euro. Damit hat sich im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2018 der durchschnittlich zu zahlende Beitrag leicht erhöht. In der Bilanz haben zwölf Städte die Grundsteuer erhöht und drei haben sie gesenkt. Günstiger geworden ist die Grundsteuer in Erlangen, Leverkusen und Remscheid.

Besonders drastische Erhöhungen des Grundsteuer-Hebesatzes gab es in diesen Städten:

  • Offenbach (Erhöhung um 295 Prozentpunkte)
  • Mülheim an der Ruhr (Erhöhung um 250 Prozentpunkte)
  • Gelsenkirchen (Erhöhung um 130 Prozentpunkte)

Für die Zukunft müssen Immobilienbesitzer mit noch höheren Grundsteuern rechnen, zu diesem Ergebnis kommt der Steuerzahlerbund und eine Analyse von Ernst & Young.

Ab dem Jahr 2025 muss die Grundsteuer neu berechnet werden, wie das Bundesverfassungsgericht vorschreibt. Denn die Werte, die derzeit zur Berechnung verwendet werden, sind veraltet. Derzeit ringen die Bundesländer um Lösungen. Wie die genau aussehen werden, ist derzeit noch offen.

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