Kundenhaus Schumann von SchwörerHaus, Aussenansicht mit Terrasse
© SchwörerHaus / J. Lippert

Bauen | Homestory

Außen grau, innen wow: Dieses Schwedenhaus hat's in sich

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ein Architekt und eine Innenarchitektin bauen ein Fertighaus – absurd? Keineswegs! Wir nehmen euch mit ins schicke Schwedenhaus der Familie Schumann.

Dass sich eine Innenarchitektin und ein gelernter Schreiner und Architekt ein Fertighaus bauen lassen, mutet vielleicht ein bisschen ungewöhnlich an. Doch auch Fertighäuser kann man individuell gestalten – das zeigt das graue Holzhaus im Skandi-Look am Rande des Schwarzwalds, das sich Familie Schumann hat bauen lassen.

Im Folgenden stellen wir euch das Bauprojekt vor und Familie Schumann verrät, warum sie gerade bei der Haustechnik viel Wert auf innovative Lösungen gelegt hat und das Ausheben einer Baugrube fast mehr Kopfschmerzen verursacht als die Grundrissplanung.

Familie Schumanns Plan: Ein Fertighaus für weniger Baustress

Anfangs wollten die Schumanns gar nicht bauen: "Ein Hausbau ist ja beinahe ein Job für sich. Das wollte ich mir und meiner Familie nicht antun", sagt Nicole Schumann. Denn eigentlich wollte die Familie ein Bestandsgebäude nach ihren Bedürfnissen umbauen. Doch Schumanns fanden nichts Passendes.

Dann lasen sie von einem neuen Baugebiet in einer kleinen Gemeinde am Rande des Schwarzwalds und bewarben sich dort für ein Grundstück. Dann, nach zwei Jahren Immobilien- und Bauplatzsuche, bekamen die Bauwilligen den Zuschlag für ein Grundstück auf dem Gelände eines ehemaligen Forsthausgartens. Das war zwar nicht besonders groß ist, aber sehr schön gelegen. Und um den Baustress in Grenzen zu halten, entschieden sich Schumanns für ein Fertighaus.

Familie Schumann auf dem Rasen vor ihrem Fertighaus von Schwörer.
Sind glücklich über ihr individuell geplantes Fertighaus: Familie Schumann. © SchwörerHaus / J. Lippert

Außenansicht: Fertighaus im Skandi-Stil

Überdies war es Schumanns wichtig, die Verwendung des natürlichen Baustoffs Holz auch nach außen hin sichtbar zu machen – in Form einer eher skandinavisch anmutenden Stülpschalung. Dadurch wirkt die dunkelgraue Farbgebung in Kombination mit den weißen Fenster- und Dach-Akzenten richtig modern.

"Zunächst war uns der Baustoff Holz nicht so wichtig, aber heute sind wir wegen des angenehmen Raumklimas davon überzeugt", sagt Frank Schumann.

Innenansicht: großzügiger Grundriss, moderne Details

Anfänglich gingen die Schumanns davon aus, dass sie an einem Fertighaus nichts ändern können. "Wir waren total überrascht, dass wir die Planung sehr wohl individuell optimieren konnten", sagt Nicole Schumann. Infolgedessen wurde der Durchgang vom Eingang in den Wohnbereich verbreitert, um ihn einladender zu gestalten. Dazu sollten große Fenstertüren auf die Terrasse führen.

Das Schwedenhaus, dessen Traufhöhe und Dachform die örtlichen Bauvorschriften berücksichtigt, verfügt im Erdgeschoss über eine offene Küche, Ess- und Wohnbereich, dazu ein Arbeitszimmer, das auch mal als Gästezimmer genutzt werden kann, und ein praktisches Duschbad. Zudem befinden sich im Obergeschoss drei Zimmer: Kind, Eltern und ein Multifunktionszimmer (das jetzt zum Musizieren genutzt wird). Und ein schönes Familienbad.

Darüber hinaus nutzte das Paar sein professionelles Know-how und plante tolle Grundriss-Details. Zum Beispiel eine gerade Treppe, die modern wirkt und den Grundriss gliedert. Dadurch ergibt sich von der Diele eine spannende Blickachse durch den Wohnbereich bis in den Garten. Zudem bildet der Durchgang mit der offenen Küche einen Umlauf, alles ist großzügig gestaltet.

Genauso verschwindet optische Störendes in der an die Küche angrenzenden Speisekammer. Der Holzfußboden im Erdgeschoss ist fußwarm, im Obergeschoss wurde ein Teppichboden verlegt – das hat sich das Paar im Musterhaus abgeschaut. Schließlich sorgt ein Kaminofen für eine gemütliche Atmosphäre und wertet das Haus auf.

Haustechnik: Wärmerückgewinnung, Pollenfilter und eine eigene Ladestation

Obendrein unterstützt die Haustechnik mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung das ohnehin gute Raumklima. Familie Schumann hat sie mit einem Pollenfilter allergikerfreundlich ausstatten lassen, denn der Sohn hat Heuschnupfen. "Und mit der in der Technik integrierten Wärmerückgewinnung tun wir auch etwas für die Umwelt. Ein gutes Gefühl", findet der Bauherr.

Ferner wollte die Familie ihren Umzug aufs Land so umweltverträglich und klimaneutral wie möglich gestalten und ihren Co2-Fußabdruck so gering wie möglich halten. Deshalb setzen Schumanns auch auf die Nutzung erneuerbarer Energien.

Demzufolge generiert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Strom von der Sonne. Ein Batteriespeicher steuert Stromerzeugung und -verbrauch aus. Optimal zum Laden der beiden E-Autos, die sich die Familie zugelegt hat.

Kundenhaus Schumann von SchwörerHaus, Elektro-Tankstelle
Schumanns können ihre E-Autos direkt an der eigenen Ladesäule auftanken. © SchwörerHaus / J. Lippert

Fünf Fragen an die Bauherren

1. Warum habt ihr euch für dieses Fertighaus-Modell entschieden, was war euch besonders wichtig?

Das Gute ist, dass wir uns für gar kein Modell entschieden haben. Denn wir haben unser Haus selbst geplant und konnten es uns individuell zusammenstellen. Wir haben uns für den Hersteller entschieden. Dabei war uns eine gute Qualität, Nachhaltigkeit und die Kommunikation mit den Beteiligten in allen Bereichen wichtig. Aber für das Konzept Fertighaus haben wir uns entschieden, weil hier die Zeit sowie der Kostenfaktor kalkulierbar sind. Das ist ein großer Vorteil beim Planen und natürlich auch für die Finanzierung.

2. Was ließ sich vorab planen, wie stand es um besondere Wünsche und Anforderungen bei Aufteilung, Technik und Ausstattung?

Eigentlich lies sich alles rund ums Haus im Vorfeld planen und besprechen. Das war auch einer der Hauptgründe, uns für ein Fertighaus zu entscheiden. Dabei können fast alle Wünsche erfüllt werden und lassen sich transparent einplanen.

Außerdem konnten wir Größe, Fassade, Inneneinteilung und Materiellen selbst aussuchen und so unsere Vorstellungen umsetzen. Auch mit der Technik im Haus funktioniert alles. Beispielsweise heizen wir mit Strom, den wir durch unsere Photovoltaikanlage auf dem Dach zum Großteil selbst erzeugen. Das ist heutzutage ein sehr gutes Gefühl.

3. Wie lange war die Bauzeit und was waren die größten Herausforderungen auf der Baustelle?

Es gab eine Planungsphase, die bei uns circa sechs Monate dauerte. Allerdings ist das bei allen Bauherren unterschiedlich. Danach konnten wir den Bauantrag einreichen. Anschließend waren ab der Freigabe des Bauantrages bei uns zwölf Monate bis zum Einzugstermin geplant.

Ende August 2019 fing es mit der Erstellung der Baugrube an, im Februar 2020 war der Einzug. Das war die reine Bauphase. Diese Zeitspannen waren von Anfang an klar und wurde auch eingehalten. Dagegen war es schwieriger, auf der Baustelle die zusätzlichen Gewerke selbst zu organisieren und zu koordinieren.

4. Nach dem Einzug, passt da alles? Was gefällt euch besonders gut, was würdet ihr vielleicht ändern, was hättet ihr gern vorher gewusst?

Wir sind sehr zufrieden mit unserem Haus. Wir haben uns sofort wohl gefühlt. Besonders gefällt uns die dunkle Holz-Fassade mit den hellen Fenstern und die Lage im Grünen. Aber aus Kostengründen haben wir uns für eine Flügeltür zur Terrasse entschieden. Unter dem Strich würden wir uns das nächste Mal auf jeden Fall für eine Schiebetür entscheiden.

Dagegen kann man schwer planen, wie man sich in den Räumen fühlt, wenn sie fertig sind. Zum Beispiel wie hell es in einem Raum ist oder welche Aussicht man genau hat. Denn dann könnte man die Fenster noch besser planen. Darüber hinaus hätten wir gern auch vorher gewusst, dass das Ausheben einer Baugrube und das Entsorgen der Erde so kostenintensiv ist.

5. Euer Tipp an Fertighaus-Interessenten: Was kann/sollte man vorbereiten, wie plant man am schlauesten, worauf ist besonders zu achten?

Auf jeden Fall Musterhäuser besuchen und schauen, ob man sich im Haus wohlfühlt. Und natürlich, ob man sich auch gut beraten fühlt. Denn eine gute und verlässliche Kommunikation ist beim Bauen wichtig. Überhaupt sollte man sich viele Häuser anschauen und sich die besten Sachen abgucken. Ist der Flur zu klein? Ist mir eine Abstellkammer wichtig? Brauche ich mehr Licht? Hierdurch kann man das Beste zusammensammeln und im eigenen Haus vereinen.

Darüber hinaus sollte man sich zuerst einmal die ideale Version seines Hauses schaffen. Denn durch die genaue Kostenaufstellung bei einem Fertighaus kann man dann die zu teuren Posten wieder streichen, erkennt dann aber auch, was einem wirklich wichtig ist.

Und gut auf die Lage des Hauses achten! Nicht jeder Grundriss passt überall hin. Wo geht die Sonne auf? Wo ist die Wetterseite (kannten wir vorher auch nicht, die gibt es aber wirklich ...!). Und wo will ich mich vor Einblicken schützen? Welchen Ausblick genießen?

Außerdem finde ich kurze Wege sehr wichtig. Beispielsweise dass ich nicht meine Einkäufe vom Auto oder der Garage durch das ganze Haus tragen muss, sondern die Küche schnell zugänglich ist. Das hilft im Alltag sehr. Und unbedingt auch an vielleicht langweilige, aber praktische Dinge denken wie Stauraum, eine Abstellkammer und so weiter.

Baufamilie Schumann
Familie Schumann hat sich mit dem individuell geplanten Fertighaus ihr Wohnglück verwirklicht. © SchwörerHaus / J. Lippert

Alle Fakten zum Haus der Schumanns

Größe, Ausstattung, Preis, Kontakt – alle relevanten Details zum vorgestellten Fertighaus:

  • Modellbezeichnung: Schwedenhaus mit Modern Design – Haus Schumann
  • Abmessung: 10,19 x 9,61 Meter
  • Wohnfläche: Erdgeschoss 76,48 Quadratmeter, Obergeschoss 69,41 Quadratmeter, gesamt 145,89 Quadratmeter
  • Bauweise: Holztafelbauweise, 32 Zentimeter Wandstärke
  • Effizienzhaus-Standard: Effizienzhaus 55
  • Haustechnik: Luft/Wasser Wärmepumpe mit Fußbodenheizung, kontrollierter Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Photovoltaik-Anlage (30 Module, 50,2 Quadratmeter Kollektorfläche, Ertrag berechnet: 6.113 Kilowattstunden pro Jahr, Verbrauch für Heizung, Lüftung, Warmwasser: 4.484 Kilowattstunden pro Jahr, zusätzlich Energiespeicher und E-Ladestation
  • Primärenergiebedarf: 19 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
  • Endenergiebedarf: 11 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
  • Energieeffizienz: A+
  • Hersteller: SchwörerHaus KG. Hier findet ihr alle Kontaktmöglichkeiten sowie weitere Hausbeispiele.
  • Preis: ab 390.264 Euro (schlüsselfertig laut Bau- und Ausstattungsbeschreibung 2/2021 ab OK Kellerdecke, inklusive Holzfassade und große Dachüberstände).

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