Wonglück-Kolumnistin Eva Brenner liegt auf einem Läufer, der auf einem Holzfußboden ausgelegt ist.
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Wohnen | Statement

Teppich oder Teppichboden? 6 Tipps für den richtigen textilen Bodenbelag

Eva Brenner

Eva Brenner

Jetzt wird's kuschelig! Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner verrät euch, wie ihr mit Teppichen und Teppichboden eine textile Wohlfühlatmosphäre schafft und worauf es bei der Teppich-Auswahl ankommt.

Teppich ist nicht gleich Teppich. Dass ein Unterschied zwischen einem Teppich und einem Teppichboden besteht, ist den meisten bereits geläufig. Ein Teppich liegt frei im Raum, unter dem Sofa oder dem Esstisch. Dagegen nimmt der Teppichboden den gesamten Boden des Raumes ein.

Ein textiler Bodenbelag vermittelt durch seine Oberflächenbeschaffenheit eine warme Atmosphäre, schluckt Schall, ist rutschhemmend und sogar gut für Allergiker geeignet.

Denn der Staub haftet an der Oberfläche des textilen Bodenbelags und wird nicht – wie bei glatten Oberflächen – immer wieder aufgewirbelt. Daher ist auch die Raumluft besser. Allerdings ist die Pflege des textilen Bodenbelags dabei auch ein wichtiger Faktor.

Für Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner gehören textile Bodenbeläge zu einem entspannten Wohngefühl einfach dazu. © privat

1. Fragen rund um den Nutzen des Teppichs

Wenn man sich einmal für einen textilen Bodenbelag entschieden hat, stellt sich dennoch die Frage, ob es ein Auslegeteppich werden soll oder doch ein Teppichboden. Beides hat zweifelsohne seine Qualitäten. Aber für die richtige Wahl solltet ihr euch mehrere Fragen stellen:

  • Wie lange soll der Raum in dieser Form genutzt werden? Das ist wichtig in Bezug auf die Nachhaltigkeit. In einem Kinderzimmer zum Beispiel nutzt man gerne kindliche Motive. Wenn ihr euch aber nach zwei Jahren am Motiv sattgesehen habt, sollte euch klar sein, dass ein Auslegeteppich für diesen Nutzen die bessere Wahl ist.
  • Welchen Nutzen hat der Teppich? Eine Fußmatte ist meist aus groben Naturmaterial gefertigt, häufig Kokosfasern. Sie dient zur Reinigung der Schuhe. Im Schlafzimmer hingegen wird der Teppich in der Regel barfuß begangen, sodass ein besonders flauschiger Teppich/Teppichboden ein behagliches Raumambiente erzeugt.
  • Welche Materialbeschaffenheit soll der Teppich oder Teppichboden haben? Das ist sicher auch eine Frage der Nutzung! Kurzfassung: Kunstfasern sind enorm strapazierfähig, wohingegen Naturfasern sehr gemütlich und atmungsaktiv sind. Lange Teppichfasern sind besonders flauschig, aber auch schmutzanfälliger als kurze Teppichfasern.

2. Teppichboden und Teppichdielen

Teppichboden ist aber auch nicht gleich Teppichboden. Heutzutage gibt es so viel mehr Möglichkeiten. Teppichboden wird nach wie vor gerne in öffentlichen Gebäuden und Bürogebäuden genutzt, da er sehr strapazierfähig ist.

Der wohl der größte Vorteil eines Teppichbodens sind aber seine schallabsorbierenden Eigenschaften. Das ist in Bürogebäuden, wo ohnehin nicht viel Mobiliar vorhanden ist, eine super Möglichkeit, stilvoll für eine angenehme Akustik zu sorgen.

Teppichboden in zwei Farben rund um ein Bett.
Teppichboden als Bahnenware vermittelt ein einheitliches, harmonische Gesamtbild. © Weseler Teppich GmbH & Co. KG (tretford)

Allerdings entstehen nach einem gewissen Zeitraum durch unregelmäßige Abnutzung des Teppichbodens deutliche Spuren, zum Beispiel unter dem Schreibtisch oder auch auf den Hauptlaufwegen im Flur. Aber auch dafür gibt es heute Lösungen.

Einige Hersteller bieten Teppichböden nicht mehr nur als Bahnenware an, sondern auch als Dielenware. Diese sind nicht nur kinderleicht zu verlegen, sondern haben auch den Vorteil, dass man einzelne Dielen oder gar größere strapazierte Bereiche super austauschen kann.

Aber auch herkömmliche Teppiche haben ihre Vorzüge. Sie sind unfassbar flexibel und man kann mit wenig Aufwand einen großen Unterschied in der Raumwirkung erzielen und für Gemütlichkeit sorgen.

3. Wo sollte man Teppich hinlegen?

Wo ihr einen Teppich hinlegen solltet? Grundsätzlich sind der Kreativität da keine Grenzen gesetzt. Klassisch eignen sich Teppiche unter dem Sofa, unter dem Esstisch, im Schlafzimmer, im Arbeitsbereich, im Kinderzimmer, als Läufer im Badezimmer, im Flur und teilweise sogar in der Küche.

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Welche Art von Teppich auch immer mehr Zuspruch erfährt ist der Outdoorteppich. Zum Beispiel unter dem Essbereich auf der Terrasse oder im Lounge-Bereich eingesetzt, erzeugt der Materialwechsel des Bodenbelags eine wohnliche Zone im Außenbereich – quasi das Wohnzimmer für draußen.

Interior goes Exterior, wie ich zu sagen pflege. Denn der rote Faden der stilvollen Innenraumgestaltung, sollte selbstredend nicht jenseits der Hausmauern enden.

Outdoorteppich auf einer Terrasse.
Outdoorteppiche holen das Drinnen nach Draußen und verlängern so das Wohnzimmer. © amazon.de

Teppiche haben Teppichböden allerdings auch eine entscheidende Sache voraus: die Tatsache, dass man viele Teppiche heutzutage sogar waschen kann. Das dürfte in manchen Bereichen sogar kaufentscheidend sein, zum Beispiel bei Kinderzimmerteppichen.

Waschbarer Kinderteppich in einem Kinderzimmer.
Teppiche im Kinderzimmer sollten auf jeden Fall waschbar sein (hier das Modell Malu von benuta.de). © benuta.de

4. Im Trend: Layer-Technik mit Teppichen

Teppiche übereinanderlegen? Das ist vielleicht gewagt, aber absolut en vogue! Die Layer-Technik wird gerne bei Naturteppichen benutzt, besonders etabliert hat sie sich beim Boho-Look. Kurze Merkmale des Boho-Looks: natürliche Materialien, Pflanzen, Makramee, Sisal, Jute, Beige- und Brauntöne, Quasten und Fransen, helles Holz ...

Aber zurück zur Layer-Technik: Das Prinzip könnte simpler nicht sein. Man legt mehrere, miteinander harmonierende Teppiche leicht überlappend übereinander, sozusagen zu einer Art Collage. Miteinander harmonierend bedeutet konkret beim Boho-Style, dass die Teppiche ein sehr natürliches Erscheinungsbild aufweisen.

Durch geordnetes Chaos definiert sich die Layer-Technik mit unterschiedlichen Strukturen und Materialien. Im Prinzip kann man alles kombinieren, was einem gefällt. Eine gute Alternative für alle, die sich zwischen zwei oder mehreren Teppichen nicht entscheiden können. Probiert es doch mal.

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5. Nutzungsklassen von Teppich und Teppichboden

Unabhängig davon, ob man sich nun für einen Teppich oder einen Teppichboden entscheidet, solltet ihr noch zwei wichtige Punkte beachten. Beim Teppichboden sagt euch die Nutzungsklasse, wie strapazierfähig das Material ist. Dabei gilt folgende Einteilung:

  • Privatbereich
  • Objektbereich
  • Industriebereich (Leichtindustrie)
  • Nutzungsklasse 21: Räume mit geringer/mäßiger Nutzung (zum Beispiel Schlafzimmer)
  • Nutzungsklasse 31: Bereiche mit geringer/zeitweiser Nutzung (zum Beispiel Auftenthaltsräume)
  • Nutzungsklasse 41: Bereiche für überwiegend sitzend ausgeführte Tätigkeiten, gelegentliche Nutzung durch leichte Fahrzeuge, zum Beispiel Feinmechanik-Werkstätten
  • Nutzungsklasse 22: Räume mit mittlerer/normaler Nutzung (zum Beispiel Küchen, Arbeitszimmer, Hobbyräume)
  • Nutzungsklasse 32: Bereiche mit mittelstarker Nutzung (zum Beispiel Einzelbüros, Wirtschaftsräume)
  • Nutzungsklasse 42: Bereiche für überwiegend stehend ausgeführte Tätigkeiten, Nutzung durch Fahrzeuge, zum Beispiel Lagerräume, Elektronik-Werkstätten
  • Nutzungsklasse 22+: Räume mit normaler bis starker Nutzung
  • Nutzungsklasse 33: Bereiche mit starker Nutzung (zum Beispiel Ladenbau, Hotels)
  • Nutzungsklasse 43: stark beanspruchte Bereiche, zum Beispiel Lagerflächen, Produktionshallen
  • Nutzungsklasse 23: Räume mit intensiver Nutzung (zum Beispiel Flure, Eingangsbereiche)
  • Nutzungsklasse 34: Bereiche mit sehr starker Nutzung (zum Beispiel Mehrzweckhallen, Kaufhäuser, Schalterhallen, Flughäfen)

Einteilung der Nutzungsklassen beim Teppichboden

Falls Ihr über Fußbodenheizung verfügt, sollte der Teppich oder Teppichboden auch dafür geeignet sein. Sprich, das Material sollte wärmedurchlässig sein.

Generell lässt sich sagen, dass Naturmaterialien dafür deutlich besser geeignet sind als synthetische Fasern. Naturfasern geben die Wärme besser ab und sie beeinträchtigen die Leistung einer Fußbodenheizung nicht merklich.

Damit die Wärme optimal zirkulieren kann, solltet ihr darauf achten, dass der Teppichrücken nicht geklebt oder geleimt ist – was in der Regel bei maschinell gefertigten oder getufteten Teppichen der Fall ist. Achtet auch auf die Florhöhe, dieser sollte nicht zu hoch sein. Am besten erkundigt Ihr euch dazu noch direkt beim Hersteller oder Händler. Oft ist auf einem Label beim Teppich beziehungsweise Teppichboden vermerkt: „Für Fußbodenheizung geeignet“.

Übrigens: Ein Raum wirkt für den Menschen bei einem textilen Bodenbelag um bis zu zwei Grad wärmer!

6. Zonierung eines Raumes mit Teppich und Teppichboden

Ob man sich nun für einen Teppich oder einen Teppichboden entscheidet: Beide eignen sich, um einen Raum zu zonieren. Ein Teppich teilt automatisch durch seine Größe und Ausrichtung den Raum ein. Ein Teppichboden kann einen einheitlichen Bodenbelag darstellen, kann jedoch auch zonieren, wenn unterschiedliche Farben den Raum definieren sollen.

Wie in diesem Beispiel: Hier sind der Wohnbereich und der Essbereich recht nahe beieinander. Normalerweise würde man zwei Teppiche legen, einen unter dem Essbereich und einen unter dem Sofa. Dabei würden in diesem konkreten Fall recht eigenartige Formen und optisch viel Unruhe auf dem Boden entstehen. Das wurde hier clever durch einen einheitlichen Teppichbodenbelag umgangen. Durch unterschiedlich farbige Akzente – Grau für den Wohn- und Braun für den Essbereich – sind die Zonen klar voneinander getrennt.

Mit unterschiedlich farbigem Teppichboden definierte Bereich in einer Dachgeschosswohnung.
Schön zu sehen, wie sich durch unterschiedlich farbliche Teppichböden ganz einfach Wohn-Zonen bilden lassen. © Weseler Teppich GmbH & Co. KG (tretford)

Noch mehr Einrichtungs-Tipps von Eva Brenner findet ihr auch in anderen Wohnglück-Kolumnen. Zum Beispiel tolle Tipps für nachhaltige Einrichtungsmaterialien oder die Möbeltrends 2022.

Und hier gibt es die komplette Übersicht aller Wohnglück-Kolumnen von Eva Brenner:

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