Mann reinigt Solaranlage auf einem Dach
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Bauen | Ratgeber

Solaranlage reinigen & warten: Alles über Kosten & Nutzen

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Im Frühjahr ist der optimale Zeitpunkt, die Photovoltaikanlage oder Solaranlage zu reinigen und gegebenenfalls warten zu lassen. Wie oft eine Reinigung und Wartung notwendig ist und was sie kostet, das lest ihr hier.

Wer eine Solaranlage hat, kann sich ganzjährig über Energie vom eigenen Hausdach freuen – muss diese aber auch regelmäßig reinigen. Photovoltaikanlagen liefern günstigen Strom, Solarthermieanlagen versorgen die Bewohner mit umweltfreundlicher Wärme.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Die Hauptsaison für die solare Energieerzeugung ist der Sommer. Von März bis September erzeugen Solaranlagen rund 80 Prozent ihres Jahresertrags. Doch nur wenn die PV-Anlage einwandfrei funktioniert, können die maximalen Erträge erzielt werden. Deshalb solltet ihr eure Solaranlage im Frühling reinigen und gegebenenfalls warten lassen.

Solaranlage reinigen und warten: Warum das wichtig ist

Die winterliche Witterungen kann an Photovoltaik- und Solarthermieanlagen Schäden und Verunreinigungen hinterlassen. Auch wenn die Schäden von Weitem nicht sichtbar sind, können Niederschlag, Stürme und Frost Mängel an den Anlagen verursacht haben.

Auch Luftverschmutzung, Staubentwicklung, Straßenverkehr, Vogelkot, fallendes Laub oder Nadeln von in der Nähe wachsenden Bäumen können den Solarmodulen auf Dauer zusetzen.

Vor allem am Übergang zwischen Rahmen und Glas setzt sich gerne Schmutz fest. Im Lauf der Zeit können sich hier sogar Flechten und Moos ansiedeln. Die Folge: geringere Erträge.

Immer wieder heißt es, dass Regen oder Schnee die Solarmodule sauber halten. Natürlich hilft ein heftiger Regenguss oder auch Schnee, der hinunter rutscht, leichtere Verschmutzungen zu beseitigen. Beides hilft aber definitiv nicht gegen verkrusteten Dreck wie in der Sonne angebackenen Vogelkot oder Verschmutzungen an den Rändern der Modulrahmen.

Zudem nimmt die Reinigungswirkung von Regen und Schnee mit geringer werdendem Neigungswinkel stark ab. Ab Neigungen, die größer als zwölf Grad sind, beginnt für mitteleuropäische Standorte die Selbstreinigung der Module. Durch eine regelmäßige manuelle Reinigung könnt ihr die Erträge der Photovoltaikanlage deutlich erhöhen – um bis zu 20 Prozent!

Nur wer den Schmutz und andere Mängel rechtzeitig beseitigt, kann in der sonnenreichen Jahreszeit mit maximalen Erträgen rechnen.

Solaranlagen und Batteriespeicher selbst kontrollieren

Es empfiehlt sich, zunächst einmal selbst einen Blick auf die Solaranlage und den Batteriespeicher zu werfen. Große Schäden und Verunreinigungen, beispielsweise durch Laub, Geäst oder Vogeldreck, kann man mit bloßem Auge auch aus der Entfernung sehen.

Bei Solarstromspeichern ist die Sichtprüfung einfach, da sich das Gerät im Haus befindet. Mindestens einmal im Jahr solltet ihr den Hauseigentümer auf äußere Schäden untersuchen.

Bei kleinen oder versteckten Schäden kann ein Überwachungssystem helfen, das in die meisten Solaranlagen eingebaut ist. Es zeigt über eine digitale Plattform oder eine App die Erträge der Anlage an. Liegen die Werte deutlich unter dem Ertrag des Vorjahres oder den Vergleichswerten aus dem Internet, kann das ein Indiz für eine Störung sein.

Gleiches gilt für Batteriespeicher: Auch ihre Leistung lässt sich in einem Monitoring-System überwachen. Bei Solarthermieanlagen können die Erträge auch über den Wärmemengenzähler mit den Vorjahreswerten verglichen werden. Wer keinen Zähler besitzt, kann an sonnigen Tagen die Anlage per Hand prüfen. Dabei gilt: Die warme Leitung der Solarthermieanlage sollte sich wärmer anfühlen als die kalte.

Zudem sollte die Pumpe normal laufen – dann hört man sie meist leise surren. Fallen Hauseigentümern oder Handwerkern Unregelmäßigkeiten auf, ist eine professionelle Inspektion ratsam.

Wenn ihr keine größeren Verschmutzungen feststellt und wenn der Ertrag im Vergleich zu Vorjahr nicht deutlich gesunken ist, besteht kein Handlungsbedarf. Andernfalls solltet ihr euch um die Wartung eurer Photovoltaikanlage kümmern.

Selbst aufs Dach klettern oder Geräte auseinandernehmen, das solltet ihr dabei lieber nicht, denn dabei ist die Unfallgefahr hoch. Außerdem braucht man spezifisches Know-how, um alle Schäden zu erkennen und Schmutz fachgerecht zu entfernen, ohne dabei die Solaranlage zu beschädigen.

Paar kontrolliert Photovoltaikanlage auf dem Dach
Im Frühjahr sollte jeder Besitzer einer Solaranlage mal einen Blick auf die PV-Module werfen. © Zukunft Altbau

Wann ihr die Solaranlage von Fachleuten warten lassen solltet

Wenn ihr festgestellt habt, dass die Erträge eurer Solaranlage sinken, ist es Zeit für eine Wartung. Aber was, wenn die Anlage rund läuft? Auch dann sollte sie ab und zu gewartet werden.

Viele Versicherungsgesellschaften verlangen den regelmäßigen Nachweis einer Wartung, um die Versicherung für die Photovoltaikanlage überhaupt nutzen zu können. Und auch wenn dies nicht der Fall ist, kann es im Schadensfall wichtig sein, dass ihr eine regelmäßige Wartung beweisen könnt. Andernfalls kann es passieren, dass die Versicherungsgesellschaft Fahrlässigkeit unterstellt und die Zahlung verweigert.

Informiert euch daher bei eurer Versicherung über mögliche Vorgaben zur Wartung der PV-Anlage. Wenn es keine Richtlinien hierzu gibt, seid ihr mit einer alle vier Jahre durchgeführten Wartung auf der sicheren Seite. Diese Empfehlung entspricht der Richtlinie zum E-Check für die Prüfung elektrischer Anlagen.

Der optimale Zeitpunkt für eine Wartung ist immer vor Beginn der sonnenreichen Jahreszeit, also Anfang des Jahres.

Bei einer Inspektion oder Wartung untersuchen Fachleute die gesamte Solaranlage.

Bei der Solarthermie sind das

  • Kollektoren,
  • Umwälzpumpe,
  • die Regelung und
  • der Frostschutz.

Bei Photovoltaikanlagen überprüfen Fachhandwerker

  • die Module,
  • die elektrischen Anschlüsse,
  • Verkabelungen,
  • Verglasungen und
  • den Wechselrichter.

Was kostet die Wartung einer Solaranlage oder Photovoltaikanlage?

Die Kosten für eine Wartung einer Solarthermieanlage belaufen sich auf etwa 100 bis 150 Euro. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Wert eventuell nötige Reparaturarbeiten noch nicht beinhaltet. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen.

Eine PV-Anlage hat keine beweglichen Teile und gilt daher als besonders wartungsarm. Die Kosten einer Wartung belaufen sich auf etwa 50 bis 100 Euro.

Tipp: Mit einem Wartungsvertrag sichert ihr euch in der Regel bessere Konditionen. Dabei vereinbart ihr festgelegte Intervalle und Aufgaben mit einem Handwerksbetrieb für mehrere Jahre im Voraus. Die Experten können besser planen und kommen euch mit günstigeren Konditionen entgegen.

Die Kosten für den Solaranlagen-Check lassen sich übrigens von der Steuer absetzen.

Was kostet eine Photovoltaik-Reinigung?

Bei einer Photovoltaik-Reinigung durch einen Fachbetrieb solltet ihr von 1 bis 3 Euro pro Quadratmeter an Reinigungskosten ausgehen. Bei einer 50 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage wären dies 50 bis 150 Euro.

Solaranlage selbst reinigen

Sind die Photovoltaik-Module durch ein Dachfenster oder andere Möglichkeiten alle mithilfe einer Teleskopstange gut erreichbar, dann könnt ihr die Reinigung auch selbst machen. Ihr solltet dafür nur niemals selbst aufs Dach klettern.

Entsprechendes Material könnt ihr preiswert im Internet bestellen. Wichtigstes Instrument ist eine weiche Reinigungsbürste mit Teleskopstange. Dazu ein sanfter biologischer Reiniger und fließendes Wasser, zum Beispiel über einen Gartenschlauch.

Achtung: Benutzt beim Solaranlage reinigen auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger! Er könnte Rahmen, Befestigung oder das Glas der Solarmodule beschädigen. Auch stark ätzende oder scharfe Reinigungsmittel solltet ihr nicht zur Reinigung der Solaranlage verwenden. Einige Solarmodulhersteller machen in ihrer Betriebsanleitung Angaben dazu, welche Reinigungsmittel geeignet sind. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, kann Probleme mit der Gewährleistung bekommen.

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Reinigung?

Ob eine Photovoltaik-Reinigung durch einen Profi sinnvoll ist, ist eine rein wirtschaftliche Entscheidung. Die Ertragseinbußen der Photovoltaikanlage müssen höher sein, als die Kosten für die PV-Reinigung. Sonst macht das Reinigen der Photovoltaikanlage keinen Sinn.

Ab wann sich eine Photovoltaik-Reinigung lohnt, könnt ihr mit einer ersten Überschlagsrechnung gut selbst einschätzen. Dabei wägt ihr Mehrkosten und Mehrertrag gegeneinander ab.

Eine Photovoltaikanlage reinigen zu lassen ist dann sinnvoll, wenn die Reinigung weniger kostet, als bereits an Geld in Form der Einspeisevergütung verloren gegangen ist.

Hierzu solltet ihr zunächst den durchschnittlichen jährlichen Ertrag in Kilowattstunden (kWh) der letzten Jahre mit dem Satz der Einspeisevergütung (Cent/kWh) multiplizieren, um die jährliche Höhe der Einspeisevergütung zu ermitteln.

Im zweiten Schritt rechnet ihr die Kosten für die Reinigung der Solaranlage in Kilowattstunden um, die die Anlage erzeugen muss, um die Reinigungskosten durch die Einspeisevergütung zu erwirtschaften.

Reinigungskosten in Kilowattstunden = Kosten der Photovoltaik-Reinigung in Euro / Einspeisevergütung in Euro / kWh

Diese Kilowattstunden werden nun im dritten Schritt ins Verhältnis gesetzt mit den jährlich erzeugten Kilowattstunden der PV-Anlage. Der Prozentsatz ergibt den jährlichen Ertragsverlust in Prozent, den die Anlage durch Verschmutzung erreicht haben muss, damit eine professionelle Reinigung wirtschaftlich wird.

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