Plumpsklo auf einem eingewachsenem Gartengrundstück im Sommer.
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Bauen | Expertentipp

Stimmt es, dass Sickergruben in Deutschland verboten sind?

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

In so manchem Garten findet sich noch eine Sickergrube. Aber die Entsorgung von Abwässern außerhalb der Kanalisation ist hochproblematisch. Wie steht es also um die Erlaubnis zur Errichtung von Sickergruben, ist das verboten?

Vielleicht kennt ihr das noch aus dem Schrebergarten: das Plumpsklo, bei dem die Fäkalien nicht in die Kanalisation, sondern in eine Sickergrube gelangen. Heutzutage sind Sickergruben aber verboten, oder? Aber warum sind dann Zisternen erlaubt? Wir klären auf.

Die Errichtung einer Sickergrube für Abwässer ist in Deutschland fast ausnahmslos verboten. Damit soll verhindert werden, dass Abwasser ins Erdreich dringt und somit das Grundwasser (und damit auch das Trinkwasser) verunreinigt. Geht es also um die Ableitung von Fäkalien, ist eine Sickergrube tabu.

Sickergrube für Regenwasser erlaubt?

Anders verhält es sich bei Regenwasser. Hier ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, das Regenwasser versickern zu lassen. Für den Bau einer Sickergrube für Regenwasser braucht ihr aber eine Genehmigung. Je nach Gemeinde sind dafür ganz unterschiedliche Behörden zuständig, zum Beispiel:

  • Umweltbehörde
  • Katasteramt
  • Bauamt
  • Ordnungsamt
  • Tiefbauamt
  • Forstamt

Erkundigt euch vor dem Bau einer Regenwasser-Sickergrube ganz genau, wen ihr bei euch vor Ort für die Genehmigung ansprechen müsst!

Sickergrube oder Sammelgrube? Ein wichtiger Unterschied

Wie verhält es sich aber zum Beispiel mit unterirdischen Zisternen, die Regenwasser sammeln? Damit lässt sich ja nicht nur der Garten bewässern, sondern unter Umständen auch einiges an Niederschlagswassergebühr sparen.

Bei einer Zisterne handelt es sich um eine Sammelgrube, keine Sickergrube. Der Unterschied: Bei der Sickergrube gelangen Flüssigkeiten ins Erdreich. Dagegen hat die Sammelgrube dichte Wände und einen undurchlässigen Boden. Flüssigkeiten bleiben hier also in einem geschlossenen System.

Damit eignen sich Zisternen zum Sammeln von Regenwasser per se besser als Sickergruben. Und: In den meisten deutschen Kommunen sind Regenwasser-Zisternen erst ab einer Größe von über fünfzig Kubikmetern genehmigungspflichtig.

Allerdings müsst ihr auch Zisternen mit einem kleineren Fassungsvermögen bei der lokalen Unteren Wasserbehörde anmelden. In der Regel ist das aber unproblematisch. Es kann allerdings sein, dass ihr – je nach Kommune – bestimmte Bauvorgaben und Kontrollen einhalten müsst. Auch hier gilt also wieder: Am besten erst einmal bei der lokalen Behörde nachfragen, erst dann einbauen.

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