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Abwassergebühren: Gewaltige Unterschiede in Deutschland

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Bei den Abwassergebühren gibt es in Deutschland von Ort zu Ort sehr große Unterschiede – von teilweise mehreren Hundert Euro. Das geht aus einer Analyse des IW für den Verband Haus und Grund hervor. In einem Bundesland müssen die Verbraucher besonders viel für Abwasser bezahlen.

Die Gebühren für die Entsorgung von Abwasser sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Je nach Wohnort liegt die Belastung durch Abwassergebühren für Verbraucher teilweise mehrere Hundert Euro im Jahr auseinander. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Zentralverbands der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Haus und Grund erstellt hat.

Für das Abwasserranking untersuchte das IW die jährlichen Abwassergebühren einer vierköpfigen Musterfamilie in den 100 einwohnerstärksten deutschen Städten. Demnach kostet das Abwasser eine Familie in Ludwigsburg oder Worms weniger als 300 Euro im Jahr. Eine Familie in Mönchengladbach oder Potsdam muss hingegen mehr als 900 Euro jährlich für die Abwasserentsorgung berappen.

Abwassergebühren im Ruhrgebiet besonders hoch

Auch im Bundesländervergleich ergeben sich große Unterschiede. So liegen 17 der 25 günstigsten Städte in Bayern oder Baden-Württemberg. Besonders teuer ist Abwasser in Nordrhein-Westfalen. Unter den 25 Städten mit den höchsten Gebühren liegen 15 im westlichsten Bundesland – 13 davon in der Rhein-Ruhr-Metropolregion. Die günstigste ostdeutsche Stadt – Erfurt – landet auf Platz 30.

  • Rang
  • Stadt
  • jährliche Gebühren für die Abwasserentsorgung
  • 1.
  • Worms
  • 240,23 Euro
  • 2.
  • Ludwigsburg
  • 288,40 Euro
  • 3.
  • Karlsruhe
  • 307,16 Euro
  • 4.
  • Hanau
  • 334,98 Euro
  • 5.
  • Freiburg im Breisgau
  • 346,58 Euro
  • 6.
  • Frankfurt am Main
  • 350,22 Euro
  • 7.
  • Regensburg
  • 358,45 Euro
  • 8.
  • Heidelberg
  • 359,09 Euro
  • 9.
  • Tübingen
  • 363,53 Euro
  • 10.
  • Augsburg
  • 368,70 Euro
  • ...
  • 91.
  • Moers
  • 759,28 Euro
  • 92.
  • Essen
  • 760,07 Euro
  • 93.
  • Bergisch-Gladbach
  • 760,70 Euro
  • 94.
  • Halle (Saale)
  • 775,99 Euro
  • 95.
  • Saarbrücken
  • 789,16 Euro
  • 96.
  • Lübeck
  • 805,53 Euro
  • 97.
  • Cottbus
  • 824,37 Euro
  • 98.
  • Wuppertal
  • 855,36 Euro
  • 99.
  • Mönchengladbach
  • 938,85 Euro
  • 100.
  • Potsdam
  • 939,85 Euro

Die zehn günstigsten und zehn teuersten Städte des Abwasserrankings 2020, Jahresgebühren für eine vierköpfige Musterfamilie (von 100 untersuchten Städten, Quelle: IW Consult)

Von den untersuchten Städten hat die große Mehrheit (81 von 100) die Gebühren in den vergangenen drei Jahren erhöht. Nur 18 haben sie seit 2017 gesenkt.

Wie hoch die Abwassergebühren in einem Ort sind, hänge von vielen Faktoren ab, heißt es in der Studie. So wirkt sich unter anderem auf den Preis aus, ob Höhen mithilfe von Pumpen überwunden werden müssen, das Kanalnetz alt ist, bestimmte Hochwasserschutz-Maßnahmen gelten oder eine besondere Infrastruktur für die Regenrückhaltung geschaffen sein muss.

"Städte müssen mehr Transparenz schaffen"

Außerdem spielten die Zahl der Einwohner und Zu- oder Abwanderungsbewegungen eine Rolle. In kompakten Siedlungsgebieten seien die Gebühren außerdem oft niedriger als in Flächenstädten mit vergleichbarer Einwohnerzahl. Denn dort müssten oft weite Wege zurückgelegt und große Kanalsysteme unterhalten werden. Das Ranking betrachtet allerdings nur die tatsächlichen Gebühren, nicht wie sie zustande gekommen sind.

"Die enormen Preisdifferenzen lassen sich nicht allein auf Strukturunterschiede zurückführen", sagt Haus und Grund-Präsident Kai Warnecke. Außerdem fordert er die einzelnen Städte auf, die Gebühren für Verbraucher transparent offenzulegen. "Wo Preise und Gebührenordnungen transparent, nachvollziehbar und vergleichbar sind, kann ein Wettbewerb entstehen, der die Preise für viele Verbraucher sinken lässt."

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