Schlammfarbe: Tradtionelle Häuser mit roter und schwarzer Fassade in Schweden.
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Schlammfarbe: 5 Fragen & Fakten zur Schwedenfarbe für die Fassade

Dirc Kalweit

Wetterbeständig und ökologisch: Die Skandinavier kennen die Vorteile von Schlammfarbe schon seit Jahrhunderten. Wir zeigen euch, was die Schwedenfarbe so besonders macht und für welche Zwecke sie sich auch hierzulande gut eignet.

Schlammfarbe (oder auch Schlämmfarbe) ist in Skandinavien die klassische Farbart für ungehobelte Holzfassaden. Was sie so besonders macht, wie sie verarbeitet wird und für welche Holzarten sie sich eignet – diese und weitere Fragen klären wir in diesem Artikel.

Was ist Schlammfarbe?

Schlammfarbe zählt wohl zu den ältesten Holzschutzmitteln der Welt. Am bekanntesten ist wohl das Schwedenrot oder Falunrot. Das wurde schon im 16. Jahrhundert aus dem Abraum der (1992 geschlossenen) Kupfermine im schwedischen Falun gewonnen.

Aus dieser Erde entstand unter Zugabe von natürlichen Bindemitteln die erste Schlammfarbe. Sie gab den schwedischen Holzfassaden durch die roten Farbpigmente nicht nur ihr charakteristisches Aussehen. Der hohe Kieselsäureanteil der Erde machte die Farbe auch sehr witterungsbeständig.

Schlammfarbe besteht auch heute noch grundsätzlich aus:

  • natürlichen Farbpigmenten
  • Weizen- oder Roggenmehl
  • Leinöl
  • Wasser

Allein mit diesen Zutaten ist die Farbe aber nur sehr begrenzt haltbar. Deshalb wird häufig noch ein Konservierungsmitel (wie zum Beispiel Eisenvitriol) beigemischt. Auch Kieselsäure findet sich zur besseren Witterungsbeständigkeit häufig als ergänzende Zutat.

Übrigens: Das originale Schwedenrot aus Falun enthielt damals noch Blei und Zink. Heute ist diese Farbe auch komplett bleifrei beziehungsweise als Biofarbe erhältlich.

Schlammfarbe: In falunrot gestrichenes Haus in Schweden.
Ein Hauch von Bullerbü: Falunrot ist die traditionelle Schlammfarbe in Schweden. © Dagmar Richardt/stock.adobe.com

Für welche Holzarten ist Schlammfarbe geeignet?

Schlammfarbe wird in Skandinavien klassisch für den Anstrich von Ferienhäusern, Scheunen und Schuppen verwendet. Die Farbe hinterlässt eine offenporige, matte Schicht und ist damit diffusionsoffen. Wasserdampf und Feuchtigkeit können durch die Farbschicht hinein- und auch wieder hinausgelangen. Aber nicht alle Holzarten sind für einen Anstrich mit Schlammfarbe geeignet.

Gut verwenden lässt sich die Farbe bei Weichholz wie Kiefer, Fichte oder Tanne. Harthölzer solltet ihr erst einmal so lange unbehandelt dem Wetter aussetzen, bis die Fassade eine graue Patina angenommen hat.

Für alle Hölzer gilt: Sie sollten am besten unbehandelt, auf jeden Fall aber sägerau sein.

Welche Farbtöne sind bei Schlammfarbe verfügbar?

Die bekannteste Schlammfarbe ist das beschriebene Schwedenrot. Daneben sind noch rund 15 weitere, gedeckte Farbtöne erhältlich. Die Palette reicht dabei – je nach beigemengtem Farbpigment – von Weiß (das allerdings nur zum Abtönen dient) über Ocker bis Grün und Grau.

Wichtig: Als Deckfarbe auf Wasserbasis ergibt Schlammfarbe eine matte Oberfläche, die sich – je nach Wetterlage – im Farbton verändert. Schwedenrot zum Beispiel wird bei feuchter Witterung dunkler.

Wie wird Schlammfarbe verarbeitet?

Die Verarbeitung ist relativ einfach. Schlammfarben werden mit einem Pinsel oder Quast gestrichen, es gibt auch spezielle Schlammfarbenpinsel. Handelsübliche Spritzsysteme könnt ihr bei der Verarbeitung allerdings nicht verwenden.

Wenn ihr euer Haus mit Schlammfarbe streicht, müsst ihr eines unbedingt beachten: Um Farbabweichungen zu verhindern, solltet ihr nach Möglichkeit immer Farbe aus der gleichen Charge verwenden.

Haus, dessen Fasssade mit schwarzer Schlammfarbe gestrichen wurde.
Auch andere Farbtöne als das typische Rot lassen sich mit Schlammfarben streichen. © NKM /stock.adobe.com

Wie lange hält ein Anstrich mit Schlammfarbe?

Eine Besonderheit bei Schlammfarben ist der Anteil an natürlicher Kieselsäure. Sie sorgt für die Wetterfestigkeit und schützt das Holz selbst in der recht rauen skandinavischen Witterung. Korrekt verarbeitet hält ein Anstrich rund zehn bis 15 Jahre.

Spätestens dann, wenn die Farbschicht beginnt abzufärben, müsst ihr den Fassadenanstrich erneuern. Da reicht es aber meist schon, vor dem Neuanstrich die Fassade einmal gründlich abzubürsten.

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